Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Justiz und Selbstjustiz - Gerechtigkeit und Selbstgerechtigkeit, 1. November 2008
Nach eingehender Lektüre des Romans und dem Anschauen der Verfilmung entschließe ich mich zu einer Rezension dieses thematisch nicht einfachen Buches.
Die Story ist rasch erzählt: Schwarzer Vater erschießt weiße Vergewaltiger seiner Tochter, wird (im Süden der USA) angeklagt und mit der Hilfe eines jungen, idealistischen weißen Anwalts freigesprochen.
Klingt nach Klischees à la Hollywood?
Das dachte ich auch. Und ehrlichgesagt, ich fand die Handlung und die Darstellung der Charaktere zuweilen hart an der Grenze zur Stereotypisierung und Reproduktion hollywood'scher Schablonen, dennoch lohnt sich die Lektüre des Romans. Der Ausgang des Prozesses erfüllt zwar die Postulate der "poetic justice" ("Der/das Gute siegt!"), doch erscheint er mir recht unglaubwürdig und eher als Wunschdenken denn harte Realität im konservativen, nicht ganz vorurteilsfreien Süden der USA.
Es ist ohne Frage eines der fesselndsten Werke Grishams, in dem sein Anliegen klar zum Ausdruck gebracht wird. Aber welches Anliegen überhaupt???
Ich meine, dass der Roman den Leser auf eine gefährliche Reise führt und verführt - nämlich die der Billigung von Gewalt und Selbstjustiz. Ich bin nicht so naiv zu denken, dass sich die Gewalt und Probleme der Welt mit blauäugigem Pazifismus und Jesus-Sprüchen lösen lassen, dennoch ertappte ich mich dabei, wie befriedigend und gerechtfertigt ich es fand, dass z.B. der schwarze Police Chief einem weißen Bombenleger mit seinem Knüppel die Knochen bricht (= foltert), um aus ihm Infos herauszudreschen. Oder dass ich die - juristisch gesehen - Ermordung der weißen Vergewaltiger und Rassisten durch den Vater mit innerem Applaus billigte (bin selbst Vater zweier Kinder und wüsste wirklich nicht, wie ich in diesem Falle handeln würde). Darin liegt die Verführung des Romans, damit spielt der Autor mit der Verführbarkeit des innerlich aufgewühlten Lesers! Grisham spricht die Emotionen an (ist im Grunde m.E. für ein Buch legitim), reflektiert wird nach vollendeten Tatsachen.
Man kann Grisham vielleicht vorwerfen, dass er sehr simplistisch arbeitet, dennoch bin ich mir bewusst (und das rechne ich dem Autor positiv an), dass ein aufgeklärter, rational denkender Abendländer oft emotional berührt werden muss, um zum Handeln und echten Verständnis für die Opfer bewegt zu werden. Z.B. weiß jeder Jugendliche in Deutschland, dass Millionen von Juden unter Hitler umgekommen sind, jedoch berührt sie das Schicksal der Anne Frank mehr als alle statistischen Zählungen. Ich weiß, dass Vergleiche mit dem Dritten Reich nie aangemessen sind, aber ich möchte nur eine Analogie aufzeigen.
Ergo muss jeder Leser das Buch für sich selbst entdecken, dennoch muss man sich bewusst machen, mit welcher Brutalität und Gewalt Gewalt und Brutalität begegnet wird. Der Leser verlässt dabei leicht die Rolle des Beobachters und begibt sich in die des heimlichen billigenden Unterstützers.
Letztendlich muss ich diesem Werk eine Empfehlung aussprechen - mit einem Stern Abzug für die zuweilen fragwürdige unterschwellige Sicht der Gerechtigkeit, die das Buch transportiert.
Hoffe, dass dies hilfreich war.
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11 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der emotionalste, spannendste, bisher beste Grisham !!!, 6. Januar 2000
Von Ein Kunde
Mit "Die Jury" (im englischen Original "A Time To Kill") gelang John Grisham der Thriller, den ich als seinen Allerbesten bezeichnen würde. Grisham erzählt die Geschichte eines zehnjährigen schwarzen Mädchens, das von zwei Weißen brutal mißhandelt und vergewaltigt wird. Der Vater des Mädchens erschießt die beiden Täter noch im Gerichtssaal. Der junge Anwalt Jake Brigance übernimmt die Verteidigung des Mannes. Richter und Staatsanwalt sind weiß, die Jury gemischt, der Täter ist schwarz. Grisham schildert eindringlich, spannend und fundiert den Prozeß, das Bemühen um die Wahrheitsfindung - war es Gerechtigkeit oder eiskalte Rache. Im Örtchen Clanton bleibt es unterdessen nicht still. Schwarze gehen für den Vater auf die Straße - der Ku-Klux-Clan aber fordert die Höchststrafe und setzt Gewalt ein. Die Jury aber soll unabhängig bleiben und wird von der Öffentlichkeit abgeschirmt. Mit viel Spannung und dem profunden Blick als Kenner des amerikanischen Rechtssystems entwarf Grisham eine Story, die einen von der ersten bis zur letzten Seite fesselt ! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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10 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Große Problematik, 9. Oktober 2001
Ist es nicht immer wieder das gleiche??? Seit Jahrzehnten hat sich die Einstellung vieler Menschen einfach nicht geändert. Rassismus ist immer noch eine große Problematik die wie ich finde in Grisham`s Roman "Die Jury" perfekt dargestellt ist. Ein zehnjähriges schwarzes Mädchen wird aufs brutalste Vergewaltigt und die Täter lassen erst von ihr ab als sie glauben das Kind sei Tod. Sie wird in einen abgelegenen Graben geworfen und die Täter wiegen sich in Sicherheit. Das Mädchen wird mit schweren Misshandlungen aufgefunden und sie lebt. Die Täter sind zwar recht bald gefunden, jedoch sind sie weiß. Als die Täter vor Gericht gestellt werden übt der Vater des Mädchens sich in Selbstjustiz und erschießt die beiden im Gerichtsgebäude aus Angst sie könnten ohne Strafe davon kommen. Bei der Schießerei wird leider auch noch ein Polizist mit verletzt. Carl Lee Haley der Vater des Vergewaltigten Mädchens wird gleich festgenommen und hinter Gitter gebracht. Spätestens an dieser Stelle sollte klar sein worum es eigentlich geht. Rassismus und Gerechtigkeit stehen hier absolut im Vordergrund dieses Romanes. Werden wirklich zwei weiße für eine Tat verurteilt die sie an einem schwarzen begangen haben?? Wird ein schwarzer dafür frei kommen weil er zwei weiße erschossen hat?? Für die Jury stellt sich hier eine schwere Situation dar. Hier wird nicht die Frage gestellt ob irgendwer das Recht hat sich in Selbstjustiz zu üben. Nein vielmehr wird hier der Frage nachgegangen ob ein schwarzer das darf. Werden sich die Geschworenen Überzeugen lassen??? Werden sie über ihren Schatten springen können und die Hautfarbe des Täters übersehen können?? Ein junger weißer Anwalt nimmt sich dieses Falles an und wie soll es anders sein, wird ihm sein Leben zur Hölle gemacht weil er anders ist als die anderen in der Stadt. Für mich ist die Jury ein spannungsgeladener Roman mit der Problematik des Rassismus und der gleichstellung verschiedener Kulturen und Hautfarben. Mich hat der Roman gefesselt und mir wieder einmal nahe gebracht das trotz verschiedener Hautfarben die Reaktionen der Menschen nicht unbedingt verschieden sein müssen. Von mir eine empfehlung für jeden den dieses Thema interessiert
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