Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
The little book of horrors, 8. Mai 2003
Von Ein Kunde
Nach der Lektüre von "Die Alchimistin", "Göttin der Wüste" und "Das Haus des Daedalus" - alles hochspannende Romane - erwies sich "Der Schattenesser" als ein Buch von erstaunlich schlechter Qualität. Schon nach wenigen Kapiteln muß man als Leser zum Schluß kommen, dass dem Autor hier eine wirr zusammengekleisterte Geschichte lediglich als Vehikel dient, um über hunderte von Seiten knietief im Blut herumzuwaten. Dabei geht es nicht um jenes notwendige Maß an Grusel und Grauen, das jede gute Schauergeschichte wohl erfordert: Vielmehr lässt Kai Meyer wirklich kein Greuel des 30jährigen Krieges aus, um Ekelhaftes und Abstoßendes zu beschreiben, und er streut, als wäre dies nicht genug, an allen Ecken und Enden noch zusätzliche blutige Bizarrheiten ein. Dabei stört nicht wirklich die detaillierte Beschreibung einzelner Grausamkeiten, sondern vielmehr die unnötige und unmotivierte, vor allem aber schier endlose Aneinanderreihung solcher Schilderungen. So wird von aufplatzenden Pestbeulen und Vergewaltigungen über Meuchelmord, verbrannte Frauen und Kinder, Enthauptung und Pfählung bis hin zur Menschenfresserei alles geboten. Und spätestens, wenn von Kindern berichtet wird, die mit Gedärmen Seilchen springen oder von der einen oder anderen kannibalistischen Mahlzeit, bei der die Hand "tief im Berg des roten Fleisches" verschwindet, während "zwischen den Fingern die feuchten Fetzen hervorquellen", dann scheint hier wohl jemand etwas das Maß der Dinge aus den Augen verloren zu haben. Denjenigen von uns, die erklärte Fans von Splatter-Filmen sind, in denen Gehirne und Gedärme munter hin und her fliegen, sei dieses Buch wärmstens empfohlen. Für alle anderen gilt: Besser nicht.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Schon halb Fantasy, 31. März 2005
Das Buch ist eigentlich sehr gut. Den Punktabzug gibt es für den verworrenen Schluss, der mich äusserst unbefriedigt zurückgelassen hat. Die Handlung ist im Prag zur Zeit des 30-jährigen Krieges angesiedelt, enthält aber so viele phantastische Elemente, dass es genauso gut auch irgendeine Fantasy-Welt sein könnte. Die Hauptrolle spielt ein Mädchen, dessen Eltern sterben und das bei einem Zauberer in einem Turm unterkommt. Der Gegenspieler ist der Schattenesser, ein unheimliches Wesen, das Seelen frisst, was sich nach aussen hin durch den Verlust des Schattens bemerkbar macht. Gleichzeitig verfallen Frauen in der Stadt einem Hühnerkult und verkleiden sich wie solche. Und dann nähert sich noch aus Russland die Hexe Baba Yaga mit ihrem Haus, das auf grossen Vogelbeinen herumläuft. Der Golem (eine bekannte Prager Sagengestalt) hat auch noch einen Auftritt. Das hört sich alles schlimmer an als es ist, die Geschichte ist gut erzählt und ziemlich spannend. Nur der Schluss, den ich hier nicht spoilern möchte, der ist einfach nur verquaster Murks, wo sich der Eindruck aufdrängt, als sei dem Autor nicht mehr eingefallen, wie er seine Geschichte auflösen sollte.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Überfrachtetes Schauermärchen, 21. April 2003
Der 30-jährige Krieg wütet, Prag ist besetzt und von der Außenwelt abgeriegelt. In der Stadt führen allerlei überirdische Kräfte einen Kampf gegeneinander, in den das jüdische Mädchen Sarai verstrickt wird. Meyer schreibt mit schier grenzenloser Fabulierkunst vom Golem, dem künstlichen Schutzwesen der Judenstadt, von einem unheilvollen Engel, von geheimnissvollen Hühnerfrauen, von einem ewig lebenden Mann ohne Furcht, von der Hexe Baba Jaga, von einem Kannibalen, von der Pest und vielem mehr. Und das ist vielleicht auch das Manko des Buches, wie bei vielen Romanen Meyers: zuviele Figuren tummeln sich auf den Seiten, zuviele Ideen müssen miteinander verknüpft werden. Die Geschichte erfährt ständig neue Wendungen, bis eine befriedigende Auflösung kaum noch möglich ist.
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