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Spinnenkrieger. Spinnen-Zyklus, Bd. 1
 
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Spinnenkrieger. Spinnen-Zyklus, Bd. 1 (Broschiert)

von W. Michael Gear (Autor), Michael Gear (Autor)
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Broschiert: 544 Seiten
  • Verlag: Heyne (1993)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453066162
  • ISBN-13: 978-3453066168
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 646.431 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Über den "Spinnen-Zyklus" waren mir bisher nur Aussagen wie "Gemetzel" und dergleichen zu Ohren gekommen, doch beim Lesen dieses ersten Bandes mußte ich erkennen, daß Gears Werk weit mehr bietet als nur eine exzessive Blutorgie. Ich will die Gewaltdarstellungen auf keinen Fall gutheißen, doch sei dem Autor zugestanden, daß dies ein vertretbarer Weg ist, um das "Barbarische" -- einer der Hauptunterschiede zwischen den zwei beschriebenen Zivilisationen -- zu verdeutlichen.

Zum einen ist dies die Menschheit, die Planeten und Raumstationen weit über das Sonnensystem hinaus bewohnt -- seit Jahrhunderten vereint und regiert vom "Direktorat". Auf den ersten Blick ist diese Gesellschaft in bester Ordnung, Begriffe wie "Krieg" und "Gewalt" sind in Vergessenheit geraten und das Direktorat sorgt für Stabilität und gewährleistet den Kontakt zwischen den über Lichtjahre zerstreuten Völkern. Doch schnell werden die Schattenseiten dieses Systems deutlich, denn das Direktorat schreckt bei seinem Bemühen um Stabilität vor jeglichen Risiken zurück und fürchtet alle Arten von Veränderung. So werden auch die wenigen andersdenkenden, unangepaßten Individuen entweder einer Art Gehirnwäsche unterzogen oder auf weit entfernt patrouillierende Raumschiffe beordert ... die Gesellschaft bedeutet alles und der Einzelne nichts.

So ist es nicht erstaunlich, daß die Entdeckung einer bisher unbekannten menschlichen Kolonie für große Aufregung im Direktorat sorgt, denn ein ganzer Planet voll unangepaßter Individuen stellt eine erhebliche Bedrohung für das gesamte Gleichgewicht dar. Daher wird eine Abteilung Forscher auf dem gewaltigen Schlachtschiff "Projektil" zu dem Planeten beordert, dessen Bevölkerung -- das wird schnell klar -- aus Überlebenden eines vor Jahrhunderten als vermißt gemeldeten Gefangenentransporters hervorging ... Ureinwohner von indianischer und mexikanischer Herkunft, die gegen die damals an der Macht befindlichen Sowjets rebellierten und deportiert wurden.

Auf diesem Planeten spielt sich auch der zweite, parallel laufende Haupthandlungsstrang ab, der die Geschehnisse aus der Sicht der "Primitiven" erzählt, bei denen nach der Notlandung eine einzigartige Kultur mit diversen schamanistischen und christlichen Einflüssen entstand, ganz in der Tradition ihrer Vorfahren auf Pferden und mit Gewehren bewaffnet. Die Zivilisation ist jedoch in zwei verfeindete Gruppen gespalten, zum einen die "Herrjesses" anbetenden Santos und zum anderen das Spinnenvolk, die eine Art Totem verehren.

Das Aufeinandertreffen dieser beiden so unterschiedlichen Kulturen wird nun zum Kernthema, denn eine Eingliederung in die Gemeinschaft der übrigen Menschheit scheint unmöglich ... bereits der Versuch eines Erstkontakts durch die Anthropologin Leeta sowie einem weiblichen Leutnant der Raumpatrouille endet in einer Verschleppung und versuchten Vergewaltigung durch Santos-Krieger. Auch die daraufhin ergriffenen militärischen Maßnahmen durch den Kommandanten der "Projektil", ja sogar eine Erprobung der direktoralen Gehirnwäsche bleiben erfolglos; denn diese "Romananer" (wie sie nach dem abgestürzten Raumschiff genannt werden) sind aus einem anderen Holz geschnitzt als die verweichlichten "Sternenleute", sie haben noch Ideale für die es -- so vermittelt es uns wenigstens die Sichtweise Gears -- zu sterben lohnt ... und ihr Volk ist für sie solch ein Ideal. Dies müssen auch Leeta und Leutnant Sarsa feststellen, die nach einem Fluchtversuch in die Hände von Spinnenkriegern fallen. Schon nach kurzer Zeit beginnen sie die Motivation der Einheimischen zu verstehen und sind fasziniert von deren Wertvorstellungen und Lebensweise. Sarsa fühlt sich zum ersten Mal wirklich frei, und auch bei Leeta stellt sich langsam ein Wandel ein, der sie zu einer vollkommen anderen, selbstbewußten Person werden läßt. Zusammen schmieden sie einen Plan, wie sie die bevorstehende Bedrohung des Planeten abwenden können, denn es ist klar, daß das Direktorat diese potentielle Störung der Gesellschaft auf die eine oder andere Weise beseitigen wird, um so mehr als bekannt wird, daß in den Reihen der Romananer "Propheten" existieren, mit der Fähigkeit in die Zukunft zu sehen ...

Urteil: Gear versteht es überaus gut, die verschiedenen Perspektiven und Handlungsstränge erst zu verzweigen und später wieder zusammenzuführen. Denn neben dem obigen Hauptplot spielen sich noch Handlungen auf verschiedenen anderen Ebenen ab, sowohl was die Geschicke der gesamten Menschheit angeht, als auch beispielsweise intrigierende Offiziere und persönliche Fehden. All dies ist elegant ineinander verwoben und auch die Ausarbeitung seiner Ideen, wie beispielsweise die Prophetie, erscheinen mir gut durchdacht und ausgearbeitet.

Wie schon erwähnt spart der Autor nicht gerade mit der (zugegebenermaßen teilweise recht detaillierten) Darstellung von Gewalt, und auch die Erotik kommt nicht zu kurz ... wem das nichts ausmacht, dem kann ich guten Gewissens zu dem Buch raten, kurzweilige Unterhaltung mit einem Schuß Anspruch bietet es allemal. --Oliver Faulhaber



Über den Autor

W. Michael Gear, W. Michael Gear ist Archäologe und Romanautor. Gemeinsam mit seiner Frau Kathleen, ebenfalls Archäologin, schrieb er die weltweit millionenfach verkaufte siebenbändige Saga über die Frühzeit Amerikas, unter anderem: "Das Volk des Feuers" und "Das Volk vom Fluß". Die Gears leben in Wyoming. Sein Roman "Die Weide am Fluß" erschien erstmals 1999 auf deutsch.


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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Sehr gelungener Sciene Fiction - Epos, 7. September 2000
Von Ein Kunde
Mit dem Buch der Spinnenkrieger ist es W.M. Gear sehr gut gelungen, das Bild des Altertümlichen aus unserer Ansicht rückständigen Verhalten der Menschheit zur Brutalität, Barbarei und Gewalt, als auch das Anschauungsbild der Frau als nicht gleichberechtigtes Wesen in der Gesellschaft, mit der zukünftigen Vision der Utopie eines friedlichen mehrere planetenumfassenden Staates, der von Menschenhand geführt, kontrolliert und sensiert wird, in Einklang zu bringen. Obwohl das Buch teils sehr detailgetreue Beschreibungen der Gewaltanwendung und der Mißhandlung liefert, kann sich der Leser der Faszination und Echtheit der handelnden Personen des Buches kaum entziehen. Gerade die Gegensätze dieser beiden "Völker" sind es, die dem Buch eine ungeheure Detailschärfe, ja einen greifbaren Kontrast, verleihen. Auf der einen Seite, ein von mutierten Menschen, die die Gehirnkapazität eines Supercomputers besitzen, kontrollierter Planetenbund, indem die übrige Menschheit, wie ihre Raumstationen im leeren All, stagnierend dahintreibt. Auf der anderen Seite eine kleine Gruppe von Menschen auf einem Planeten mit der Technik des 17. Jahrhunderts und dem Glauben an hellsehende Kräfte und "einen" Gott, die in einem immerwärenden kriegsähnlichen Zustand leben und ihr Handeln von Träumen und Prophezeiungen leiten lassen. Das faszinierende an diesem Buch war für mich, wie ein kleiner Teil des zuerstbeschriebenen Volkes einen Weg fand, die Gleichheit beider Völker zu sehen, zu verstehen und zu leben, ohne Unterschiede bei Rasse, Geschlecht oder Herkunft zumachen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Indianer im Weltraum, 7. Oktober 2005
Von Sci-Fi Fan "Dauerleser" (Essen, im schönen Ruhrpott) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)   
Ein Roman der fesselt, zumindest, wenn man die ersten Seiten überstanden hat und einem (teilweise übertriebene) Gewalt und Erotikbeschreibungen nicht zuwider sind. Dies gilt übrigens für die gesamte Trilogie, wobei die Folgebände teilweise noch faszinierender, aber auch gewaltverherrlichender sind.

Kommunismus gegen Individualismus könnte man das Thema nennen. Einerseits die völlig verplante Direktoratsgesellschaft, in der Eigeninitiative verpönt ist und alles quasi wie im Kommunismus geregelt wird. Das Individuum hat sich dem Wohl und dem Willen des Ganzen unterzuordnen, tuts das nicht, wird es sediert und angepaßt. Das Ergebnis sind Stagnation und Zerfall.

Auf der anderen Seite steht ein auch nicht besonders ansprechendes Gesellschaftssystem. Denn ein Teil der zufällig auf einem verlorenen Planeten wiederentdeckten wilden Indianer bedient sich Vergewaltigung und Versklavung, um mit Andersartigen fertigzuwerden. Allerdings werden hier Individualismus und Eigeninitiative belohnt: Um ein großer Krieger zu werden (und daher viele Nachkommen ernähren zu können), muss man sich gegenüber dem Feind auszeichnen.

Das Buch (und die ganze Trilogie)lebt von den Gegensätzen dieser Gesellschaftssysteme, die sich gegenseitig ausschließen. Edle Wilde wie in Lederstrumpf sucht man allerdings vergebens. Blutiges und brutales Vorgehen, teilweise mehr als detailliert beschrieben, lassen die Protagonisten vielmehr sehr lebensnah erscheinen.

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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Science-Fiction-Juwel, das in Vergessenheit zu geraten droht, 23. Juni 2009
Wie in vielen Science-Fiction-Romanen liegen auch hier zur heutigen Zeit grundlegend veränderte Gesellschaftsformen vor, die verglichen werden, indem sie aufeinanderprallen.
Auf der einen Seite eine rationale und aufgeklärte, jedoch zunehmend in Stagnation begriffene "zivilisierte" Gesellschaft in Form gezüchteter, mental allgegenwärtiger Individuen, auf der anderen Seite eine instinktgesteuerte, vorsintflutlich und archaische Gesellschaft in Form von Indianern, die genauso den Anspruch erheben, moralisch zu handeln.
Gewürzt wird die durchaus spannende Lektüre - sobald man die ersten hundert Seiten geschafft hat - mit philosophischen bis teilweise religiösen Fragestellungen der auftretenden Propheten, deren bloße Existenz die naturwissenschaftlich strukturierte Welt in Frage stellt...
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