Perlentaucher.de
Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 29.10.2003
Für Gustav Seibt schließt sich in diesen Meditationen über Kunst und Glauben von Papst Johannes Paul II. ein "großer Kreis der menschlichen Kultur". Denn indem der Papst die Kunst als "irdische Form der Ebenbildlichkeit", nach der Gott die Menschen geschaffen hat, versteht, wird sie für ihn zum "Gleichnis", erklärt der Rezensent. Er würdigt das Buch, dass sich unter anderem auf die Fresken Michelangelos in der Sixtinischen Kapelle bezieht, als "kühne Theologie von Kunst" und lobt sie als "denkbar einfache", dabei "denkbar tiefsinnige" Darlegung jener von Kardinal Ratzinger so benannten "Logosreligion", in der sich Religion und "philosophische Spekulation" treffen.
© Perlentaucher Medien GmbH
Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.07.2003
Voller Ehrfurcht nähert sich Karl Kardinal Lehmann diesem Gedichtband des Papstes, wobei es nicht feste Glaubenssätze und klare Bekenntnisse sind, die Lehmann Bewunderung abverlangen, sondern die Demut, mit der der oberste Hirte "als Mensch unter Menschen" erzählt. Die Natur, die Kunst und die Heilige Schrift bilden die drei Motive dieses poetischen Triptychons, an dessen Anfang jedoch das Staunen steht, wie Lehmann betont, ein schlichtes Staunen. "Unaufdringlich, fragend, demütig" findet Lehmann diese Poesie, und deshalb um so nachdrücklicher, denn der Papst betreibe mitnichten "l'art pour l'art", meint Lehmann. Im Gegenteil scheinen immer wieder gegenwärtige Fragen durch: die Verantwortung gegenüber der Schöpfung, der interreligiöse Dialog und selbst der Irak-Krieg. So schließt Lehmann: "Der Reichtum eines großen biblischen und philosophischen Erbes scheint darin auf, aber auch der Reichtum eines langen Menschenlebens. Es lohnt sich, diesen Bilderreichtum zu entdecken."
© Perlentaucher Medien GmbH
Kurzbeschreibung
Es war eine kleine Sensation, als lyrische Meditationen aus der Feder des amtierenden Papstes im Jahr 2003 einer staunenden Weltöffentlichkeit vorgestellt wurden. In diesem Band blickt der Papst zugleich zurück und voraus und wählt dazu die Form der Dichtung. Wohl das persönlichste Dokument des großen Papstes.