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Frühmorgens, abends oder nachts
 
 

Frühmorgens, abends oder nachts (Gebundene Ausgabe)

von Yasmina Reza (Autor), Frank Heibert (Autor), Hinrich Schmidt-Henkel (Autor), Hinrich Schmidt- Henkel (Autor)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
  • Verlag: Hanser Belletristik; Auflage: 1 (8. März 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446230297
  • ISBN-13: 978-3446230293
  • Originaltitel: Laube le soir ou la nuit
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,2 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 285.999 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

kulturnews.de

Yasmina Reza ist nach eigener Aussage Expertin für Figuren, die darum kämpfen, "im Werden zu bleiben". Vor seiner Wahl zum französischen Staatspräsidenten nahm sie sich Nikolas Sarkozy vor und begleitete ihn vom Frühjahr 2006 an ein Jahr auf Wahlkampftour. Begeistert von der Person und überzeugt von den Hardlinerpositionen des Politikers, geht sie in ihrem Bericht bis ins Detail, bis hin zur Größe der jeweiligen Kiste, auf die der kleine Sarkozy klettert, bevor er seine Reden hält. Sie weiß auch, wann Schluss ist mit der Offenheit ihr gegenüber und konstatiert, nie einen seiner legendären Wutausbrüche mitgekriegt zu haben. "Dieses Privileg der Nähe ist mir noch verwehrt", schreibt sie, und schon sind wir beim nächsten Wahlkampfauftritt. Yasmina Reza zieht uns rein in die riesige Maschinerie Wahlkampf und schafft es dabei immer wieder, den Fokus auf ein außergewöhnliches Wort oder auf ein Bild zu lenken, das von den Medien nicht vermittelt wird, weil dieses Wort oder dieses Bild nicht in die Inszenierung passen. "In normalen Zeiten wollen die Männer kein Glück. Sie wollen ihre Chance in der Schlacht", schreibt Reza. Hätte sie noch ein paar Monnate weitergeschrieben, sie hätte kommentieren könne, wie sich Sarkozy zum Opfer des Gespötts der Medien machte, als er plötzlich sein Glück öffentlich zur Schau stellte. Aber da hatte Reza ihr Projekt ja vorzeitig beendet. (jw)


Pressestimmen

Yasmina Reza hat Nicolas Sarkozy ein Jahr lang begleitet und ein grandioses Buch über ihn und männlichen Selbstbetrug geschrieben. (Nils Minkmar, Frankfurter Allgemeine Sontagszeitung, 26.08.07)

Eine minutiöse, faszinierend zu lesende Schilderung, wie es einem ehrgeizigen, selbstverliebten und hochbegabten politischen Schauspieler gelang, die Mehrheit seiner Landsleute für sich einzunehmen und den Wahlsieg und die Macht in der Republik zu erlangen. (Jochen Hehn, Die Welt, 27.08.07)

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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Eine hervorragende Charakterstudie eines neuen Machtmenschen, die die Autorin selbst aber literarisch nicht weiter gebracht hat, 22. März 2008
Von Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 10 REVIEWER)   
Es sei für ihn eine große Ehre, soll Nicolas Sarkozy zu Yasmine Rezas Absicht gesagt haben, ihn während seines Wahlkampfes zur französischen Präsidentschaft im letzten Jahr zu porträtieren. Zwar hatte er von ihr noch nichts gelesen, auch keines ihrer Theaterstücke gesehen, aber es genügte ihm zu wissen, dass sie berühmt ist, und ihr Buch unabhängig von seinem Inhalt wohl seinen Ruhm und Glanz vermehren helfen würde.

Und der Hardliner Sarkozy lässt der Autorin freie Hand. Sie ist überall dabei, selbst im engsten Kreis der Wahlkampfstrategen und Redenschreiber spitzt sie die Ohren und den Stift. Nichts liegt ihr ferner, als Nicolas Sarkozy etwa fertig zu machen. Zu sehr scheint sie mit seinem neoliberalen Programm einverstanden zu sein, das er nach seiner erfolgreichen Wahl auch gleich zügig und konstruktiv umzusetzen begann. Sie will auf Höheres abzielen. Sie erklärt der erstaunten Runde von Sarkozys engsten Mitarbeitern und Beratern: "Es interessiert mich, einen Menschen zu betrachten, der gegen die Vergänglichkeit antreten will." Sarkozy ist beeindruckt von solch großen und hehren Worten, liebt er sie doch selbst am meisten.

Und sie schildert einen rastlosen Menschen, der immer selbst am besten weiß, worauf es ankommt und was Sache ist. "Wer da nicht mithalten kann, den müssen wir feuern."

War sie zunächst von diesem Machtmenschen fasziniert, macht sich doch ziemlich bald Ernüchterung in ihrem Schreiben breit. Doch um ihr Projekt nicht zu gefährden, macht sie weiter, auch wenn bis zum Schluss, als die Wahl gewonnen ist, mit Sarkozy selbst kein echtes Gespräch zustande gekommen ist. Und sie bilanziert, dass die Formel von dem Mann, der gegen die Vergänglichkeit antritt, wohl etwas zu hoch gegriffen war. Die Gier nach Macht und Ruhm stößt sie ab, ja, sie vermutet sogar, dass sie einem Mangel an Empfindungsvermögen entspringt. Ihre Freunde hatten Yasmine Reza vor dem Projekt gewarnt.

Das Buch war in Frankreich ein Riesenerfolg und das Ziel des Präsidenten ist erreicht, Sein Ruhm ist durch dieses Buch gemehrt. Ob es geholfen hat, dass sich Yasmine Reza literarisch weiter entwickelt hat, mag mit Fug und Recht bezweifelt werden.

Vor einiger Zeit hat die FAZ eine Grafik abgedruckt, nachdem Nicolas Sarkozy Carla Bruni geheiratet hatte. In dieser Grafik hatte auch Yasmine Reza ihren Platz als schärfste Rivalin von Cecila Sarkozy und angeblicher Geliebten von Dominique Strauss-Kahn, dem schärfsten Rivalen Sarkozys.

Roger de Weck hat unlängst in einem Artikel in der ZEIT aufgelistet, warum Nicolas Sarkozy viel besser ist als sein Ruf bei uns, und fragt, ob er mit seiner Politik wohl seriöser wird, wenn er Mitte 2008 den EU-Vorsitz übernimmt.
"Den zerstrittenen Sozialisten, deren Partei nur noch ein Schattendasein führt, überlässt man die Kommunalpolitik, ungern aber die Staatsgeschäfte. In nächster Zeit wird auf der Linken ein hasserfüllter Macht - und Richtungskampf um den Parteivorsitz ausbrechen - Sarkozy wird dann seltener im Schussfeld sein. Der Mehrzahl der Franzosen missfällt nicht seine Politik ( die sich nach Meinung von Roger de Weck im übrigen sehen lassen kann), sondern sein Stil, genauer seine Stillosigkeiten. Er hat es begriffen, gelobt Besserung und Besonnenheit."

Sicher ist, das wir von diesem politischen Tausendsassa, wie ihn Yasmine Reza uns dankenswerter Weise beschrieben hat, noch so manches hören werden in den nächsten Jahren. Man kann mit Spannung erwarten, wie sich sein Verhältnis zu Angela Merkel, Silvio Berlusconi, als dem mit Sicherheit nächsten italienischen Premier und anderen gestalten wird. Denn sein Streben, der erste zu sein, entspringt nicht nur seiner eigenen Biographie, wie Reza gezeigt hat, sondern auch dem Minderwertigkeitsgefühl einer bedrängten, stolzen Nation, die er selbst für unausgeglichen hält.
"Der überspannte Präsident verkörpert Frankreichs Fragilität"; das hat Roger de Weck gut beobachtet.


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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Ein Persönlichkeitsporträt eines bemerkenswerten Politikers - literarisch nicht Rezas Highlight, 11. Dezember 2008
Von Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 10 REVIEWER)   
Es sei für ihn eine große Ehre, soll Nicolas Sarkozy zu Yasmine Rezas Absicht gesagt haben, ihn während seines Wahlkampfes zur französischen Präsidentschaft im letzten Jahr zu porträtieren. Zwar hatte er von ihr noch nichts gelesen, auch keines ihrer Theaterstücke gesehen, aber es genügte ihm zu wissen, dass sie berühmt ist, und ihr Buch unabhängig von seinem Inhalt wohl seinen Ruhm und Glanz vermehren helfen würde.

Und der Hardliner Sarkozy lässt der Autorin freie Hand. Sie ist überall dabei, selbst im engsten Kreis der Wahlkampfstrategen und Redenschreiber spitzt sie die Ohren und den Stift. Nichts liegt ihr ferner, als Nicolas Sarkozy etwa fertig zu machen. Zu sehr scheint sie mit seinem neoliberalen Programm einverstanden zu sein, das er nach seiner erfolgreichen Wahl auch gleich zügig und konstruktiv umzusetzen begann. Sie will auf Höheres abzielen. Sie erklärt der erstaunten Runde von Sarkozys engsten Mitarbeitern und Beratern: Es interessiert mich, einen Menschen zu betrachten, der gegen die Vergänglichkeit antreten will." Sarkozy ist beeindruckt von solch großen und hehren Worten, liebt er sie doch selbst am meisten.

Und sie schildert einen rastlosen Menschen, der immer selbst am besten weiß, worauf es ankommt und was Sache ist. "Wer da nicht mithalten kann, den müssen wir feuern."

War sie zunächst von diesem Machtmenschen fasziniert, macht sich doch ziemlich bald Ernüchterung in ihrem Schreiben breit. Doch um ihr Projekt nicht zu gefährden, macht sie weiter, auch wenn bis zum Schluss, als die Wahl gewonnen ist, mit Sarkozy selbst kein echtes Gespräch zustande gekommen ist. Und sie bilanziert, dass die Formel von dem Mann, der gegen die Vergänglichkeit antritt, wohl etwas zu hoch gegriffen war. Die Gier nach Macht und Ruhm stößt sie ab, ja, sie vermutet sogar, dass sie einem Mangel an Empfindungsvermögen entspringt. Ihre Freunde hatten Yasmine Reza vor dem Projekt gewarnt.

Das Buch war in Frankreich ein Riesenerfolg und das Ziel des Präsidenten ist erreicht, Sein Ruhm ist durch dieses Buch gemehrt. Ob es geholfen hat, dass sich Yasmine Reza literarisch weiter entwickelt hat, mag mit Fug und Recht bezweifelt werden.

Vor einiger Zeit hat die FAZ eine Grafik abgedruckt, nachdem Nicolas Sarkozy Carla Bruni geheiratet hatte. In dieser Grafik hatte auch Yasmine Reza ihren Platz als schärfste Rivalin von Cecila Sarkozy und angeblicher Geliebten von Dominique Strauss-Kahn, dem schärfsten Rivalen Sarkozys.

Roger de Weck hat unlängst in einem Artikel in der ZEIT aufgelistet, warum Nicolas Sarkozy viel besser ist als sein Ruf bei uns, und fragt, ob er mit seiner Politik wohl seriöser wird, wenn er Mitte 2008 den EU-Vorsitz übernimmt.
"Den zerstrittenen Sozialisten, deren Partei nur noch ein Schattendasein führt, überlässt man die Kommunalpolitik, ungern aber die Staatsgeschäfte. In nächster Zeit wird auf der Linken ein hasserfüllter Macht - und Richtungskampf um den Parteivorsitz ausbrechen - Sarkozy wird dann seltener im Schussfeld sein. Der Mehrzahl der Franzosen missfällt nicht seine Politik ( die sich nach Meinung von Roger de Weck im übrigen sehen lassen kann), sondern sein Stil, genauer seine Stillosigkeiten. Er hat es begriffen, gelobt Besserung und Besonnenheit."
Der Leser mag beurteilen, ob er sich daran gehalten hat.

Sicher ist, das wir von diesem politischen Tausendsassa, wie ihn Yasmine Reza uns dankenswerter Weise beschrieben hat, noch so manches hören werden in den nächsten Jahren. Man kann mit Spannung erwarten, wie sich sein Verhältnis zu Angela Merkel, Silvio Berlusconi, als dem mit Sicherheit nächsten italienischen Premier und anderen gestalten wird. Denn sein Streben, der erste zu sein, entspringt nicht nur seiner eigenen Biographie, wie Reza gezeigt hat, sondern auch dem Minderwertigkeitsgefühl einer bedrängten, stolzen Nation, die er selbst für unausgeglichen hält.
"Der überspannte Präsident verkörpert Frankreichs Fragilität"; das hat Roger de Weck gut beobachtet.


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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen ...............sehr schnell - es bleibt nur leere zurück !, 23. März 2008
Von Josef Fromholzer "joseffromholzer" (berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Das Buch von Yasmina Reza über den finalen Wahlkampf von Sarkozy ist schnell, sehr schnell, aber es bleibt nach der Lektür nur Leere zurück. Es sind Eindrücke, die meist in 4 - 6 Zeilen zusammengefasst werden, manchmal mehr, selten weniger. Diese Form hat auch Peter Handke für sein Reisebuch "Gestern unterwegs" gewählt - jedoch mit weit mehr sprachlicher Brillanz. Unterhaltsam ist Rezas Buch auch, keine Frage. Reza bemüht sich, ihre wachsende Begeisterung für Sarkozy, hinter einer nur vordergründig neutralen Sprache zu verbergen. Am Ende weiß es auch der Leser, der es vorher nicht wußte, dass Sarkozy eine, wenn auch grandiose, Luftnummer ist. Eine Kuriosität am Rande: Sarkozy hatte in einer Wahlkampfrede im Pariser Zenith Rilke zitiert - wußte aber nicht, wie man den Dichter ausspricht.
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