Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Eine hervorragende Charakterstudie eines neuen Machtmenschen, die die Autorin selbst aber literarisch nicht weiter gebracht hat, 22. März 2008
Es sei für ihn eine große Ehre, soll Nicolas Sarkozy zu Yasmine Rezas Absicht gesagt haben, ihn während seines Wahlkampfes zur französischen Präsidentschaft im letzten Jahr zu porträtieren. Zwar hatte er von ihr noch nichts gelesen, auch keines ihrer Theaterstücke gesehen, aber es genügte ihm zu wissen, dass sie berühmt ist, und ihr Buch unabhängig von seinem Inhalt wohl seinen Ruhm und Glanz vermehren helfen würde.
Und der Hardliner Sarkozy lässt der Autorin freie Hand. Sie ist überall dabei, selbst im engsten Kreis der Wahlkampfstrategen und Redenschreiber spitzt sie die Ohren und den Stift. Nichts liegt ihr ferner, als Nicolas Sarkozy etwa fertig zu machen. Zu sehr scheint sie mit seinem neoliberalen Programm einverstanden zu sein, das er nach seiner erfolgreichen Wahl auch gleich zügig und konstruktiv umzusetzen begann. Sie will auf Höheres abzielen. Sie erklärt der erstaunten Runde von Sarkozys engsten Mitarbeitern und Beratern: "Es interessiert mich, einen Menschen zu betrachten, der gegen die Vergänglichkeit antreten will." Sarkozy ist beeindruckt von solch großen und hehren Worten, liebt er sie doch selbst am meisten.
Und sie schildert einen rastlosen Menschen, der immer selbst am besten weiß, worauf es ankommt und was Sache ist. "Wer da nicht mithalten kann, den müssen wir feuern."
War sie zunächst von diesem Machtmenschen fasziniert, macht sich doch ziemlich bald Ernüchterung in ihrem Schreiben breit. Doch um ihr Projekt nicht zu gefährden, macht sie weiter, auch wenn bis zum Schluss, als die Wahl gewonnen ist, mit Sarkozy selbst kein echtes Gespräch zustande gekommen ist. Und sie bilanziert, dass die Formel von dem Mann, der gegen die Vergänglichkeit antritt, wohl etwas zu hoch gegriffen war. Die Gier nach Macht und Ruhm stößt sie ab, ja, sie vermutet sogar, dass sie einem Mangel an Empfindungsvermögen entspringt. Ihre Freunde hatten Yasmine Reza vor dem Projekt gewarnt.
Das Buch war in Frankreich ein Riesenerfolg und das Ziel des Präsidenten ist erreicht, Sein Ruhm ist durch dieses Buch gemehrt. Ob es geholfen hat, dass sich Yasmine Reza literarisch weiter entwickelt hat, mag mit Fug und Recht bezweifelt werden.
Vor einiger Zeit hat die FAZ eine Grafik abgedruckt, nachdem Nicolas Sarkozy Carla Bruni geheiratet hatte. In dieser Grafik hatte auch Yasmine Reza ihren Platz als schärfste Rivalin von Cecila Sarkozy und angeblicher Geliebten von Dominique Strauss-Kahn, dem schärfsten Rivalen Sarkozys.
Roger de Weck hat unlängst in einem Artikel in der ZEIT aufgelistet, warum Nicolas Sarkozy viel besser ist als sein Ruf bei uns, und fragt, ob er mit seiner Politik wohl seriöser wird, wenn er Mitte 2008 den EU-Vorsitz übernimmt.
"Den zerstrittenen Sozialisten, deren Partei nur noch ein Schattendasein führt, überlässt man die Kommunalpolitik, ungern aber die Staatsgeschäfte. In nächster Zeit wird auf der Linken ein hasserfüllter Macht - und Richtungskampf um den Parteivorsitz ausbrechen - Sarkozy wird dann seltener im Schussfeld sein. Der Mehrzahl der Franzosen missfällt nicht seine Politik ( die sich nach Meinung von Roger de Weck im übrigen sehen lassen kann), sondern sein Stil, genauer seine Stillosigkeiten. Er hat es begriffen, gelobt Besserung und Besonnenheit."
Sicher ist, das wir von diesem politischen Tausendsassa, wie ihn Yasmine Reza uns dankenswerter Weise beschrieben hat, noch so manches hören werden in den nächsten Jahren. Man kann mit Spannung erwarten, wie sich sein Verhältnis zu Angela Merkel, Silvio Berlusconi, als dem mit Sicherheit nächsten italienischen Premier und anderen gestalten wird. Denn sein Streben, der erste zu sein, entspringt nicht nur seiner eigenen Biographie, wie Reza gezeigt hat, sondern auch dem Minderwertigkeitsgefühl einer bedrängten, stolzen Nation, die er selbst für unausgeglichen hält.
"Der überspannte Präsident verkörpert Frankreichs Fragilität"; das hat Roger de Weck gut beobachtet.
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein Persönlichkeitsporträt eines bemerkenswerten Politikers - literarisch nicht Rezas Highlight, 11. Dezember 2008
Es sei für ihn eine große Ehre, soll Nicolas Sarkozy zu Yasmine Rezas Absicht gesagt haben, ihn während seines Wahlkampfes zur französischen Präsidentschaft im letzten Jahr zu porträtieren. Zwar hatte er von ihr noch nichts gelesen, auch keines ihrer Theaterstücke gesehen, aber es genügte ihm zu wissen, dass sie berühmt ist, und ihr Buch unabhängig von seinem Inhalt wohl seinen Ruhm und Glanz vermehren helfen würde.
Und der Hardliner Sarkozy lässt der Autorin freie Hand. Sie ist überall dabei, selbst im engsten Kreis der Wahlkampfstrategen und Redenschreiber spitzt sie die Ohren und den Stift. Nichts liegt ihr ferner, als Nicolas Sarkozy etwa fertig zu machen. Zu sehr scheint sie mit seinem neoliberalen Programm einverstanden zu sein, das er nach seiner erfolgreichen Wahl auch gleich zügig und konstruktiv umzusetzen begann. Sie will auf Höheres abzielen. Sie erklärt der erstaunten Runde von Sarkozys engsten Mitarbeitern und Beratern: Es interessiert mich, einen Menschen zu betrachten, der gegen die Vergänglichkeit antreten will." Sarkozy ist beeindruckt von solch großen und hehren Worten, liebt er sie doch selbst am meisten.
Und sie schildert einen rastlosen Menschen, der immer selbst am besten weiß, worauf es ankommt und was Sache ist. "Wer da nicht mithalten kann, den müssen wir feuern."
War sie zunächst von diesem Machtmenschen fasziniert, macht sich doch ziemlich bald Ernüchterung in ihrem Schreiben breit. Doch um ihr Projekt nicht zu gefährden, macht sie weiter, auch wenn bis zum Schluss, als die Wahl gewonnen ist, mit Sarkozy selbst kein echtes Gespräch zustande gekommen ist. Und sie bilanziert, dass die Formel von dem Mann, der gegen die Vergänglichkeit antritt, wohl etwas zu hoch gegriffen war. Die Gier nach Macht und Ruhm stößt sie ab, ja, sie vermutet sogar, dass sie einem Mangel an Empfindungsvermögen entspringt. Ihre Freunde hatten Yasmine Reza vor dem Projekt gewarnt.
Das Buch war in Frankreich ein Riesenerfolg und das Ziel des Präsidenten ist erreicht, Sein Ruhm ist durch dieses Buch gemehrt. Ob es geholfen hat, dass sich Yasmine Reza literarisch weiter entwickelt hat, mag mit Fug und Recht bezweifelt werden.
Vor einiger Zeit hat die FAZ eine Grafik abgedruckt, nachdem Nicolas Sarkozy Carla Bruni geheiratet hatte. In dieser Grafik hatte auch Yasmine Reza ihren Platz als schärfste Rivalin von Cecila Sarkozy und angeblicher Geliebten von Dominique Strauss-Kahn, dem schärfsten Rivalen Sarkozys.
Roger de Weck hat unlängst in einem Artikel in der ZEIT aufgelistet, warum Nicolas Sarkozy viel besser ist als sein Ruf bei uns, und fragt, ob er mit seiner Politik wohl seriöser wird, wenn er Mitte 2008 den EU-Vorsitz übernimmt.
"Den zerstrittenen Sozialisten, deren Partei nur noch ein Schattendasein führt, überlässt man die Kommunalpolitik, ungern aber die Staatsgeschäfte. In nächster Zeit wird auf der Linken ein hasserfüllter Macht - und Richtungskampf um den Parteivorsitz ausbrechen - Sarkozy wird dann seltener im Schussfeld sein. Der Mehrzahl der Franzosen missfällt nicht seine Politik ( die sich nach Meinung von Roger de Weck im übrigen sehen lassen kann), sondern sein Stil, genauer seine Stillosigkeiten. Er hat es begriffen, gelobt Besserung und Besonnenheit."
Der Leser mag beurteilen, ob er sich daran gehalten hat.
Sicher ist, das wir von diesem politischen Tausendsassa, wie ihn Yasmine Reza uns dankenswerter Weise beschrieben hat, noch so manches hören werden in den nächsten Jahren. Man kann mit Spannung erwarten, wie sich sein Verhältnis zu Angela Merkel, Silvio Berlusconi, als dem mit Sicherheit nächsten italienischen Premier und anderen gestalten wird. Denn sein Streben, der erste zu sein, entspringt nicht nur seiner eigenen Biographie, wie Reza gezeigt hat, sondern auch dem Minderwertigkeitsgefühl einer bedrängten, stolzen Nation, die er selbst für unausgeglichen hält.
"Der überspannte Präsident verkörpert Frankreichs Fragilität"; das hat Roger de Weck gut beobachtet.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
...............sehr schnell - es bleibt nur leere zurück !, 23. März 2008
Das Buch von Yasmina Reza über den finalen Wahlkampf von Sarkozy ist schnell, sehr schnell, aber es bleibt nach der Lektür nur Leere zurück. Es sind Eindrücke, die meist in 4 - 6 Zeilen zusammengefasst werden, manchmal mehr, selten weniger. Diese Form hat auch Peter Handke für sein Reisebuch "Gestern unterwegs" gewählt - jedoch mit weit mehr sprachlicher Brillanz. Unterhaltsam ist Rezas Buch auch, keine Frage. Reza bemüht sich, ihre wachsende Begeisterung für Sarkozy, hinter einer nur vordergründig neutralen Sprache zu verbergen. Am Ende weiß es auch der Leser, der es vorher nicht wußte, dass Sarkozy eine, wenn auch grandiose, Luftnummer ist. Eine Kuriosität am Rande: Sarkozy hatte in einer Wahlkampfrede im Pariser Zenith Rilke zitiert - wußte aber nicht, wie man den Dichter ausspricht.
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