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5.0 von 5 Sternen
Vom Kalifen lernen, heißt erfolgreich werden!, 16. Mai 2004
"Geschichten erzählen" und "Management in Unternehmen" - auf den ersten Blick geht das nicht zusammen. Emotionen und Phantasie gegen Vernunft und Fakten? Schaut man allerdings ein wenig genauer hin, stellt man leicht fest, dass "Geschichten erzählen" durchaus die Basis für innovatives Management sein kann. In den 'Geschichten', in denen sich Techniker erzählen, wie sie trotz widriger Umstände ihre Maschinen doch noch reparieren konnten, steckt eine Menge Know-how. Es ist Wissen, das im Handbuch meist nicht zu finden ist. Und diese 'Geschichten' als Basis für Wissensmanagement zu nehmen, klingt einfach vernünftig. Auch die Geschichte, wie die Vertriebsorganisation zusammen mit "der Technik" und den Leuten aus der "Org-Abteilung" den Großauftrag an Land zogen, kann nicht nur das Selbstbewusstsein des ganzen Unternehmens stärken. Vielleicht ergeben sich daraus auch neue Erkenntnisse und Regeln, welche die komplette Vertriebsabteilung erfolgreicher werden lässt. Die Unternehmensberater und Buchautoren Frenzel, Müller, Sottong plädieren für das 'Geschichten erzählen' als Managementmethode. Sie zeigen auf, wie durch die persönlichen Geschichten von Mitarbeitern eine bessere Basis für Entscheidungen liegen kann, als in langen Zahlenkolonnen. Geschichten erzählen nach ihrer Erfahrung nämlich nicht nur das 'was', sondern auch das 'warum'. Anhand von Fallbeispielen ( = Geschichten) weisen sie beispielsweise darauf hin, dass durch Storytelling die Ursache von Missständen herausgefunden werden und dass sich Änderungsprozesse im Unternehmen überzeugender durchsetzen. Weil, so begründen sie ihre Thesen, die Betroffenen zu Beteiligten werden. Die Autoren argumentieren mit hoher Überzeugungskraft und einem breiten Blickwinkel, der auch aufkommende Zweifel beseitigt. Klar ist, dass die Erzähler der Geschichten und vielleicht sogar die Geschichte selbst in manchen Situationen vertraulich sein müssen, sonst würden die Menschen nichts erzählen. Dass man zuhören und die Geschichten ernst nehmen muss, versteht sich ebenfalls von selbst. Klar auch, dass keinem der Geschichtenerzähler Sanktionen drohen dürfen. Hätte der weise Kalif von Bagdad Harun al Raschid sich bei seinen nächtlichen Ausflügen durch die Stadt auch nur ein einziges Mal zum Spitzel gemacht, hätte in ganz Bagdad keiner mehr Geschichten erzählt. Ich habe gestern begonnen das Buch auf einer Bahnfahrt zu lesen und habe schon nach den ersten Kapiteln den Eindruck gewonnen, man müsste es einfach mal versuchen! Und dies nicht nur in Unternehmen, sondern auch im Verein, Partei, Politik ....
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