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26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Provokant bis Boshaft, 27. August 2000
Von Ein Kunde
Bekannt sein dürfte U.Eco den meisten wohl durch seine beiden spannend-verworrenen Mammutwerke "Das Foucaultsche Pendel" und "Der Name der Rose". Um so erstaunlicher erscheint es, ein Buch von ihm mit solchem Titel in den Händen zu halten, auf dessen Buchdeckel er sich auch noch selbst auf der Nase rumtanzt. Doch es hält, was es verspricht: Eine Sammlung von Kurzgeschichten, die allesamt schon älteren Datums sind, aber nichts an Aktualität eingebüßt haben. Provokant und boshaft sind diese "Parodien und Travestien", witzig, mal mit sehr ernsten Untertönen ("Brief an meinen dreijährigen Sohn"), mal grotesk ("Die Karte des Reiches im Maßstab 1:1), an einigen Stellen vielleicht etwas zäh zu lesen. Nachdem man "...müssen wir mit Bedauern ablehnen" gelesen hat, weiß man endlich, warum z.B. die Odyssee, die Bibel oder Don Quijiote nie hätten erscheinen sollen, und sieht diese Werke mit ganz anderen Augen. Und "Drei Käuzchen auf dem Vertiko", die Interpretation eines Kinder- Abzählreims, spricht all jenen aus der Seele, die schon im Deutschunterricht nichts vom Germanistengeschwafel hielten. Denn schließlich sieht es Eco, der selber Träger von neun Ehrendoktortiteln ist, als "eine der edelsten Aufgaben des nicht so ganz Ernsthaften, einen Schatten von Verdacht auf die allzu ernsthaft betriebenen Dinge zu werfen". Wer hiervon nicht genug kriegen kann, der sei auf U.Eco "Wie man mit einem Lachs verreist... und andere nützliche Ratschläge" verwiesen.Dies ist eine Studentenrezension
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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Und immer wieder Eco..., 3. Juni 1999
Von Ein Kunde
Aberwitzig, lyrisch, lustvoll, ketzerisch, unglaublich, überraschend, kritisch, parodistisch, zum Totlachen, zum Heulen, zum Nachdenken - all das ist Eco in deser Sammlung von kurzen bis mittellangen Essays und Geschichten.Ob er Nabokovs "Lolita" parodiert, einen belanglosen Kinderreim wissenschaftlich interpretiert, sich in Gedanken über riesige Landkarten verliert oder sonst noch so einiges probiert, Eco vermag mit all diesen Themen zu fesseln. Er erklärt, warum man Kindern Waffen schenken sollte, warum der Faustkeil und die Atombombe nahe Verwandte sind, wie ein ozeanischer Forscher die Europäische Gesellschaft betrachten würde und wie eine Live-Reportage von der Entdeckung Amerikas aussehen könnte. Daneben schreibt er noch einige Lektoratsgutachten über wichtige Werke der Weltliteratur (beispelsweise die Bibel), die er allesamt zur Ablehnung empfiehlt und dafür auch stichhaltige Gründe angibt. Aberwitzig eben. Der meiner Meinung nach beste Essay in diesem Buch ist aber die "Phänomenologie des Quizmasters", mit der Eco ein Geniestreich gelungen ist. Nach der Lektüre diese Abschnittes wird es wohl kaum jemanden geben, der nicht bewegt sein wird von den Schlussfolgerungen, die der Autor hier zieht. Ganz im Stile Ecos eben.
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Stark!, 22. November 1999
Von Ein Kunde
Dieses Buch ist ein echter Knüller - es zeigt einen ganz anderen Eco als wir ihn von "Der Name der Rose" oder dem "Focaultschen Pendel" kennen. Vielleicht ist es aber doch der gleiche Eco, denn auch dieses Büchlein sprüht vor Intelligenz, Wortwitz und Wortgewaltigkeit. Es handelt sich um eine Sammlung von Essays, die Eco in einer Literaturzeitschrift veröffentlicht hat. Allerdings handelt es sich nicht um wissenschaftliche Texte, sondern oft, wie der Titel schon sagt, um Parodien. So nimmt er im ersten Essay Nabokovs "Lolita" schwer auf die Schippe, indem er seine Vorliebe für ältere Damen schildert. Oder er zerlegt einen Kinderreim streng literaturwissenschaftlich mit allen möglichen Interpretationsweisen und nimmt so die wissenschaftlichen Debatten gekonnt aufs Korn. "Platon im Stripteaselokal" steckt voller Wahrheiten und großartiger Einsichten. Es zeigt uns eine andere Seite an einem großen Autor der Gegenwart.
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