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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
.... da brauchts unbedingt ein Gegengewicht, 30. Oktober 2008
Ich hab mich noch nie dazu gedrängt gefühlt, über ein Buch zu schreiben, die bisher einzige Rezension steht aber derart im Gegensat zu meinem eigenen Eindruck, dass es einem keine Ruhe lässt ...
Wer sich einen "klassischen" Werwolfroman erwartet und nicht imstande ist, sich nach den ersten Seiten auf ein "anderes" Buch einzustellen, sollte tatsächlich die Finger davon lassen bzw. weiter in seiner "Hochburg der Dunkelheit" hausen.
In der o.a. Kurzbeschreibung stecken ein paar Fehler, deren Richtigstellung gleich zu einigen Charakteristika dieses Buches führt. Ahuli heißt tatsächlich A-Huli (und ihre Schwestern dann B-Huli, C-Huli usw. - ein erster winziger Hinweis auf die Ironie und den Humor, der in und zwischen allen Zeilen des Buches steckt).
Sie ist auch kein Werwolf, sondern ein Werfuchs und hat dementsprechend einen alten, fernöstlichen Hintergrund, der in vielen ihrer Monologe/Dialoge/Reflexionen zum Vorschein kommt.
Eingangs lässt sich A-Huli gleich über die ihr peinliche/unangenehme Bedeutung des "Huli" im Russischen aus, ohne dass erklärt wird, was diese eigentlich ist. Auch ohne dieses Hintergrundwissen ist es aber einfach amüsant zu lesen. Das Buch ist voll von Anspielungen auf alles mögliche und scharfsinnig-ironischen Betrachtungen darüber. Ich hab auch nur bei einem Teil der als solchen erkennbaren Anspielungen gewusst, worum es geht. Trotzdem hab ich das lediglich als eigenes Defizit empfunden und nicht als Manko des Buches, das sich an Stellen mit solchen Wissenslücken dennoch ausgesprochen unterhaltsam liest. Wer etwa weiß, worum es beim "marinierten" Haifisch in der Galeri Saatchi geht (Stichwort Damien Hirst, kommt als solches natürlich nicht im Buch vor), die Diskussionen über den (Un)sinn und völlig irrealen Preise solcher Arbeiten kennt, der kann dann natürlich umso mehr darüber lachen, wenn Pelewin solche Auswüchse aufs Korn nimmt. Dies nur als Hinweis darauf, dass es um sehr viel mehr Themen als nur um russische Politik geht.
Vielleicht kann ein (natürlich sehr subjektiver und selektiver) Vergleich mit anderen Autoren am ehesten einen Eindruck vom Wesen des Buches vermitteln: Wer mit Michail Bulgakow (Der Meister und Margarita), Terry Pratchett, Sergei Lukianenko und fernöstlicher Philosophie etwas anfangen kann, für den ist das Buch ein Volltreffer. Für andere eben nicht.
Einziges Manko aus meiner Sicht: An ein paar Stellen schwadroniert A-Huli einfach zu ausholend und langatmig, sodass ich schon mal ein paar Zeilen überlesen habe. Das reicht aber nicht, um weniger als 5 Sterne an Pelewins Brust zu heften.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Universell, 5. Dezember 2009
Ein Buch, das ich nur empfehlen kann. Es ist zum einen eine Geschichte von Werfüchsen und Werwölfen - und damit eine mystische Fantasy-Erzählung, obwohl, wie die Werfüchsin A Huli an einer Stelle erkennt: Mystik aber sollten Werwesen tunlichst denen überlassen, die von Berufs wegen damit zu tun haben: Polittechnologen und Ökonomen". Und damit wird klar: es ist auch eine satirische Abrechnung mit dem postmodernen Russland - und dem Verhältnis zur westlichen, kapitalistischen Welt. Vielleicht wissen Sie ja nicht, dass das Wort blau im Russischen für Homosexualität steht. Mich beschäftigt seit Ewigkeiten die Frage, wieso auf allen Generalstabskarten die Pfeile immer entweder rot oder blau sind. So als bestünde der Grundwiderspruch der Geschichte im Kampf zwischen Schwulen und Kommunisten" sinniert der homophobe Macho-Werwolf Alexander, mit dem A Huli eine schweifende Beziehung eingeht (Anm.: die Geschichte selbst ist nicht schwulenfeindlich!). Somit handelt es sich um eine ungewöhnliche Liebesgeschichte. A Huli repräsentiert schließlich die buddhistisch-hinduistische Gedankenwelt. Der Plot der Geschichte basiert auf die Frage nach der Realität, die hier - so viel sei verraten - im Sinne der asiatischen Philosophie gelöst wird. Nicht umsonst erleben schon zu Anfang des Romans die Freier der A-Huli keinen realen Sex! Insgesamt ein sehr vielschichtiges Buch, bei dem die Satire auf die politischen Verhältnisse in Russland nur einen Aspekt darstellt.
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5 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
wer russiche Politik mag, bitte schön ..... für den Rest FINGER WEG!!!, 18. Juni 2008
Schade, schade, schade.
Der Klappentext gibt leider keine Auskunft darüber, wie schwierig und unzugänglich das Buch ist.
Die ganze Geschichte ist so bei den Haaren herbei gezogen, dass sich einfach nur vermuten lässt, dass der Autor die Werwolf-Mythologie heranzieht, um sich in seinen politischen Aussagen zu ergiessen, ohne dabei den Staatsschutz Russlands fürchten zu müssen.
Im Buch geht es ausschließlich um Politik und die Wiederspiegelung der derzeitigen Lage in Russland, ohne dass der Autor es schafft, das Thema Politik dem Leser näher zu bringen.
Die Hauptfiguren bleiben unsymphatisch bis zum Schluss und im Grunde wird keine Geschichte erzählt, sondern nur eine Diskussion geführt, die gelegentlich von den Interaktionen der Figuren unterbrochen wird.
Der Titel ist absolut irreführend, auch wenn es ansatzweise um Werwölfe geht. Weder wird auf deren Mythologie eingegangen, noch auf erklärt, warum Sie ihre Positionen bekleiden.
Ich habe selten so ein anstrengendes und schlechtes Buch gelesen.
Einen Stern gibt es lediglich, weil das Ende zum gesamten Buch passt. Ein bisschen Meditation und es verschwindet.
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