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Der Glaspalast: Roman
 
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Der Glaspalast: Roman (Taschenbuch)

von Amitav Ghosh (Autor), Sabine Maier-Längsfeld (Übersetzer)
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (31 Kundenrezensionen)
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von k.A.
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 624 Seiten
  • Verlag: btb bei Goldmann (1. November 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442730368
  • ISBN-13: 978-3442730360
  • Originaltitel: The Glass Palace
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 11,8 x 4,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (31 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 11.321 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Dämmerung über dem goldenen Land

Amitav Ghoshs literarische Erkundung der Geschichte Burmas

Die Arbeit am «Glaspalast» – seinem vierten und neuesten Roman – habe ihn verändert wie keines seiner Bücher, habe ihn zur Revision seines Geschichtsverständnisses gezwungen, sagte Amitav Ghosh in einem Interview. Das erstaunt insofern, als fast alle seine Romane und Schriften die herkömmliche Historiographie und Ethnographie auf höchst komplexe Weise in Frage stellen. Besonders die «Schattenlinien» (1988) und «In einem alten Land» (1992) zeigen, dass Ghosh, der 1956 in Kalkutta geboren wurde, in Delhi und Oxford studierte und bis vor kurzem Anthropologie an der New Yorker Columbia University lehrte, mit den wissenschaftlichen Debatten der letzten Jahrzehnte bestens vertraut ist – sie bilden den kaum sichtbaren Hintergrund seiner Bücher.

Historisches Panorama

Denn Ghosh kann erzählen, und er tut es mit jener präzisen Vorstellungskraft, die auf genauer Recherche beruht. Am «Glaspalast» hat er fünf Jahre geschrieben, er hat sich durch Unmengen von Material gearbeitet und ist Tausende von Kilometern durch Malaysia, Burma und Indien gereist, um sich die Romanschauplätze anzusehen und um mit Überlebenden der Indischen Nationalarmee und des sogenannten Langen Marsches zu sprechen, jenem kaum bekannten Exodus von 400 000 Burma-Indern, die 1941/42 vor den Japanern nach Bengalen flohen. Ein erstes Zeugnis dieser geradezu besessenen Recherche war der 1997 erschienene Reiseessay «At large in Burma», der die postkoloniale politische Arena Burmas beleuchtet. Denn in Ghoshs neuestem Roman geht es unter anderem um die Frage, wie Burma vom unter Burma-Indern fast sprichwörtlichen «goldenen Land» zu einem vergessenen, hermetisch abgeriegelten, düsteren Nachbarhaus werden konnte. Entstanden ist auf diese Weise ein gross angelegtes Panorama der Geschichte Burmas von der Einverleibung ins Britische Empire 1885 bis zu den öffentlichen Versammlungen vor dem Haus der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi 1996. Es ist aber auch ein Roman über die indische Diaspora – über die, die aus freien Stücken nach Burma und Malaysia kamen, um ihr Glück zu machen, und über jene, die als Plantagenarbeiter dorthin verkauft wurden – manchmal von den eigenen Landsleuten.

Selbstkritik, also der Aspekt der Kollaboration, der ausführlich am moralischen Dilemma der indischen Offiziere in der britisch-indischen Armee dargestellt wird, ist für den «Glaspalast» ebenso zentral wie die Kritik am britischen Kolonialismus. Ghosh klagt nicht an, sondern führt die subtilen Mechanismen vor, die das Denken der Kolonialisierten verformen – in Burma und Indien je anders. Dem Niedergang der burmesischen Monarchie, das heisst der Verbannung der Königsfamilie in die indische Provinzstadt Ratnagiri, wird kontrapunktisch der Aufstieg des mittellosen indischen Waisenknaben Rajkumar zum Teak-Tycoon gegenübergestellt.

Bei der Plünderung des Glaspalastes – jener legendären, mit Spiegeln und Kristall besetzten Audienzhalle im Palastgarten von Mandalay – verliebt sich der Elfjährige in das Waisenmädchen Dolly, das als Kindermädchen der Prinzessin im Palast aufwächst. Zwanzig Jahre und 120 Seiten später, auf denen Rajkumar zusammen mit seinem Arbeitgeber und Mentor Saya John, einem malaiischen Chinesen, die Teakholzlager mit Proviant versorgt und man unter anderem aufs Spannendste über Teakholzgewinnung und Arbeitselefanten unterrichtet wird, kommt er als reicher Mann nach Ratnagiri, findet und heiratet Dolly und geht mit ihr zurück nach Burma. Dolly hat sich im Exil mit Uma angefreundet, der Frau des indischen Bezirksverwalters, die nach dessen plötzlichem Tod nach New York geht und sich der indischen Unabhängigkeitsliga anschliesst. Dort trifft sie auf Saya Johns Sohn, der bereit ist, zusammen mit seiner amerikanischen Frau eine Kautschukplantage in Malaysia aufzubauen. Die Kinder der befreundeten Familien heiraten und verknüpfen auf diese Weise die Schauplätze.

Dass der deutsche Klappentext den Roman als «Familiensaga» und Liebesgeschichte etikettiert, ist irreführend, nicht nur weil man mit gleichem Recht von einem Abenteuer- und Kriegsroman sprechen kann, sondern weil es nicht, wie in den «Schattenlinien», um eine erschöpfende Darstellung der Figuren geht. Sie dienen hier in erster Linie dazu, das Geschichtspanorama zusammenzuhalten und mit Leben zu füllen, und es ist Ghoshs Erzähltalent zu verdanken, dass sie dabei nicht zu blossen Sprachrohren für Ideen werden. Gewisse unglaubliche Zufälle in der Handlung nimmt man bereitwillig hin, weil auch die historischen Fakten so unglaublich klingen, dass ein Märchenerzähler sie nicht besser hätte erfinden können: Die Grausamkeit dreissigjähriger Gefangenschaft im indischen Exil beispielsweise kann sich durchaus mit derjenigen der Königin Supayalat messen lassen, die an die hundert Mitglieder der königlichen Familie in Teppichen zu Tode knüppeln liess, «um das Vergiessen königlichen Blutes zu verhindern».

Zu glatte Oberfläche?

Ghosh hat die Materialfülle so gekonnt aufbereitet und verlebendigt, dass man den fast 600 Seiten die Mühe niemals anmerkt. Wie er ein Stück kaum bekannter Geschichte so belichtet, dass man sich als Leser nie belehrt fühlt oder langweilt, ist beachtlich und gleichzeitig das Problem. Denn eine Erzählweise, die vor allem auf Eingängigkeit bedacht ist und alles Metafiktionale, alle Brüche vermeidet, macht den Leser leicht blind für die Ungeheuerlichkeiten, die hier verhandelt werden. Wer den Roman vor allem als Liebesroman rezipiert, wird über andere, wichtigere Ebenen hinweglesen. Zwar gibt es Reflexion in Form multiperspektivischer Debatten, die vorführen, wie die Figuren zu neuen Standpunkten gelangen, aber das genügt nicht, um wirklich zum Nachdenken anzuregen. Als hätte Ghosh sich in seinen anderen Romanen schreibend durch alle Fragestellungen durchgearbeitet, gibt er nun Antworten.

Mit anderen Worten: Ghosh ist bei einem Typus des historischen Romans angelangt, der zwar Widersprüche zulässt, diese aber durch die ungebrochene Erzählweise wieder einebnet. Die neue Einfachheit bewirkt, dass man ihm glaubt, ohne sich gross zu wundern, geschweige denn die Verwandlung nachempfinden zu können, die die Niederschrift dieses Buches bei ihm bewirkt hat. Dass sie stattgefunden hat, zeigte sich, als er zum eurasischen Regionalgewinner des diesjährigen Commonwealth Writer's Prize erkoren wurde und den Preis – notwendige Qualifikation für die Endrunde – ablehnte: Der Begriff «Commonwealth», so seine Begründung, stehe für eine Lesart der Vergangenheit und der Gegenwart, die mit seinem Buch nicht zu vereinbaren sei.

Claudia Wenner -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.



Kurzbeschreibung

Faszinierende Familiensaga und dramatische Liebesgeschichte in einem, das ist der neue Roman von Amitav Gosh. "Der Doktor Schiwago des Fernen Osten" (INDEPENDENT ON SUNDAY) fand mit seinem farbenprächtigen Epos über Liebe und Krieg in einem exotischen Land auf der ganzen Welt begeisterte Leser und war auch bei den Kritikern ein Riesenerfolg. Dieser erste große Roman über das geheimnisumwitterte Birma erzählt die Geschichte des jungen Rajkumar, der in einer Imbissbude auf dem Markt von Mandalay 1885 Zeuge des Einmarsches der britischen Truppen wird. Entsetzt beobachtet er die Plünderung des Glaspalastes und muss mit ansehen, wie die Königsfamilie ins Exil gejagt wird. Im Gefolge sieht er die Dienerin Dolly und ist von ihrer Schönheit so bezaubert, dass er ihr Gesicht nie mehr vergisst ...

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21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Traurig, wenn man es schon gelesen hat...., 24. Mai 2004
... denn dann hat man dieses großartige Leseerlebnis leider schon hinter sich.
Ich habe selten ein Buch gelesen (und ich lese ziemlich viel...), das mir so gut gefallen hat.
Es gibt an dieser Stelle schon reichlich Meinungen zu dem Buch, die ich aber teilweise gar nicht nachvollziehen kann, und da ich dieses Buch wirklich sehr mag, muß ich da jetzt auch mal meinen Senf zugeben.....
Einige Gründe, warum ich das Buch so gern habe:
· Die Charaktere sind stimmig gezeichnet, sowohl die sympathischen als auch die unsympathischen. Die Beweggründe für ihre Verhalten -egal ob sie als positiv oder negativ empfunden werden- kann man verstehen, was meiner Meinung nach sehr für das Buch spricht.
· Zu jedem interessanten Thema gibt es eine Figur, so daß darüber alle möglichen Aspekte des damaligen Burmas und Indiens unterhaltsam und verständlich vermittelt werden. Es gibt z.B. den Inder in der britischen Besatzungsarmee, den Teakholzhändler, die Unabhängigkeitskämpferin, die Dienerin der Köngisfamilie, etc.....
· Nachdem ich das Buch gelesen habe, habe ich mich näher über König Thibaw und seine Familie informiert (das Buch wirkte sehr anregend...). Was der Autor über das Königspaar schreibt, entspricht offenbar den Tatsachen. Daher glaube ich, daß auch die anderen Aspekte des Buches sehr gut recherchiert sind.
· Der Autor schafft es, ohne ansatzweise belehrend zu wirken, sehr viel über die Geschichte Burmas zu erzählen. Dabei wird auch gut erklärt, warum manches zwangsläufig so und nicht anders geschehen ist.
· Andere Leser meinen, die Familiengeschichte wird durch "unwichtige Einzelheiten" etc... unterbrochen. Ansichtssache! Ich fand es ziemlich spannend, über den Einsatz von Arbeits-Elefanten, alle möglichen Aspekte der Teakholzgewinnung, Anthrax (nun weiß ich endlich, warum es Anthrax heißt), alle möglichen Tropenkrankheiten, Kautschuk-Plantagen usw zu erfahren. Ich fand auch nicht, daß der "rote Faden" verloren geht.
· Obwohl es genügend Tragödien und Liebesgeschichten gibt, ist das Buch nie kitschig.

Unter dem Strich halte ich das Buch für lehrreich und unterhaltsam zugleich. Wem solche Bücher gefallen, der wird sicher seine helle Freude haben.
Aber wenn nur unterhaltsame Lektüre vor exotischer Kulisse gewünscht wird, ist "Der Glaspalast" sicher nicht die richtige Wahl. Das Buch erfordert wohl schon einiges an Merk- und Konzentrationsfähigkeit, Unterhaltung pur ist es sicherlich nicht.

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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Stille und zarte Familiensaga ........., 8. Juni 2003
Von Gudrun Igelmund "Büchernärrin" (Dormagen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)   
in und um Birma. Ausgangspunkt ist "Der Glaspalast" des letzten birmanischen Königs um 1885, der von den Engländern vertrieben wird, damit diese die Ressourcen des Landes ausbeuten können. Angefangen vom Teakholz, über natürliche Erdölquellen bis hin zu Edelsteinen. Rajkumar, ein indisch-bengalischer Mischlingsjunge ist nach dem Tod seiner Eltern auf sich gestellt und erlebt in Mandalay die Vertreibung der königlichen Familie hautnah mit und nur für einen winzigen Augenblick sieht er ein Mädchen, Dolly, sie wird die Liebe seines Lebens. Rajkumar intelligent, aufgeweckt und wissbegierig nutzt alle Chancen - und davon gibt es für einen Jungen wie ihn sehr wenige zu dieser Zeit - und schafft es, zu Wohlstand und Reichtum zu gelangen und macht sich nach 20 Jahren auf die Suche nach seiner großen Liebe. Dolly lebt immer noch bei der königlichen Familie im Exil und dort findet er sie auch. Das ist nur ein vorübergehendes Happy End, denn das eigentliche Leben mit all den schönen Momenten, schrecklichen Ereignissen und schicksalshaften Begebenheiten über einen Zeitraum von fast 100 Jahren beginnt. Es endet bei Rajkumars Enkelin. Dazwischen ist es eine wunderschöne, stille und zarte Familiensaga, in die man versinken kann. Die Sprache in diesem Buch ist manchmal ein wenig "unspannend", ja das ist richtig. Andererseits passieren genügend wirkliche, echte spannende Sachen, so dass dies absolut zu vernachlässigen ist. Mit Liebe zum Detail wird über das Leben in der damaligen Zeit geschrieben, die Zustände bzw. das Verhältnis zwischen den Besatzern, den Engländern, zu den "Eingeborenen" sprich : die Bevölkerung - all das macht dieses Buch zu einem sehr lesenswerten Stück Geschichte. DER GLASPALAST ist kein mitreißender Thriller, kein mordsmäßiger Bestseller --- aber eine spannende Reise durch ein Jahrhundert, in dem der Leser das Schicksal einer Familie begleiten kann - und wer als Leser hierfür zu haben ist, dem kann ich dieses Buch sehr empfehlen.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Großartiges Buch!, 29. Juni 2007
Ein tolles Buch! Gosh verbindet die Geschichte Indiens und Birmas im 20. Jahrhundert mit einer Familiengeschichte. Selbst über 600 Seiten wird das Buch nicht langweilig. Goshs Schilderungen lassen die Bilder vor dem inneren Auge entstehen. Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen.
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Schon seit längerer Zeit wollte ich den Glaspalast lesen, da ich schon viel darüber gehört habe. Vielleicht war ich gerade aufgrund meiner hohen Erwartungen eher enttäuscht von... Lesen Sie weiter...
Vor 20 Monaten von Julchen veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen spannende Geschichte bei der man viel über Burma lernt
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5.0 von 5 Sternen EIN MUSS
um es kurz und bündig zu sagen: die komplette geschichte burmas in einen spannenden roman verpackt. spannend von der ersten bis zur letzten seite. Lesen Sie weiter...
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