oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
 
 
Alle Angebote
91 Angebote ab EUR 0,94

Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
 
   
Als wir Waisen waren: Roman
 
Größeres Bild
 

Als wir Waisen waren: Roman (Taschenbuch)

von Kazuo Ishiguro (Autor), Sabine Herting (Autor)
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 10,00 Kostenlose Lieferung. Siehe Details.
o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o
Auf Lager.
Verkauf und Versand durch Amazon.de. Geschenkverpackung verfügbar.

Noch 2 Stück auf Lager.

Lieferung bis Donnerstag, 11. Februar: Wählen Sie an der Kasse Overnight-Express. Siehe Details.
79 neu ab EUR 6,60 10 gebraucht ab EUR 0,94 2 Sammlerstück(e) ab EUR 0,99

Wird oft zusammen gekauft

Als wir Waisen waren: Roman + Was vom Tage übrigblieb: Roman + Die Ungetrösteten: Roman
Preis für alle drei: EUR 30,00

Verfügbarkeit und Versanddetails anzeigen

  • Dieser Artikel: Als wir Waisen waren: Roman von Kazuo Ishiguro

    Auf Lager.
    Verkauf und Versand durch Amazon.de.
    Kostenlose Lieferung bei einem Bestellwert ab EUR 20. Details

  • Was vom Tage übrigblieb: Roman von Kazuo Ishiguro

    Auf Lager.
    Verkauf und Versand durch Amazon.de.
    Kostenlose Lieferung bei einem Bestellwert ab EUR 20. Details

  • Die Ungetrösteten: Roman von Kazuo Ishiguro

    Auf Lager.
    Verkauf und Versand durch Amazon.de.
    Kostenlose Lieferung bei einem Bestellwert ab EUR 20. Details


Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch


Produktinformation

  • Taschenbuch: 352 Seiten
  • Verlag: btb Verlag (1. September 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442729815
  • ISBN-13: 978-3442729814
  • Originaltitel: When We Were Oprphans
  • Größe und/oder Gewicht: 18,9 x 11,9 x 2,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 457.220 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

    Beliebt in dieser Kategorie:

    Nr. 13 in  Bücher > Belletristik > Romane & Erzählungen > Zeitgenössische Literatur > Internationale Autoren > Ishiguro, Kazuo

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Willkommen im Reich der postmodernen Narrativität ( Narri! Narro!). Nun gut, Scherz beiseite, wer Ishiguro kennt, wird, auch wenn es sich wie hier um eine Kriminalgeschichte handelt, ohnehin keinen Schlaf raubenden Reißer erwarten. Kunst darf (muss?) schließlich auch ein wenig anstrengen.

Was uns erwartet: Christopher Banks, der Protagonist des Romans, ist, nach erfolgreichem Universitätsbesuch, zum berühmtesten Londoner Detektiv der 30er Jahre geworden. Er ist ein Philosoph, ein Metaphysiker des Detektivischen. Doch was treibt ihn ins Investigative? Wir erfahren es mittels ausführlicher Rückblenden. Banks verbringt Kindheit und Jugend in Shanghai und muss erleben, dass eines Tages seine Eltern verschwunden sind. Er ist besessen davon, das Geheimnis dieses Verschwindens zu ergründen. Nach und nach wird jedoch deutlich, dass diese scheinbar präzisen Erinnerungen in den zahllosen Rückblenden nicht so sehr der Aufhellung der Vergangenheit, als der Konstruktion eines Idealbildes seiner Kindheit dienen. Wir hören, dezent, dezent, die postmoderne Nachtigall trapsen: Nicht die Geschichte als solche ist besonders wichtig, sondern die Beschreibung des postmodernen Ego im Prozess seiner Selbstfindung, seines Bemühens, Ordnung ins allgegenwärtige Chaos zu bringen.

In gewissem Sinne steht dieser Roman in einer Tradition des Kafkaesken ( nicht Kafkas!!): der Beschreibung des Unwirklichen und Unlogischen im vorgeblich Sinnhaften.

Lesbar und wider Erwarten unterhaltsam wird dieses Buch durch Ishiguros parodistisches Talent, auch wenn die manchmal unambitionierte bis fantasielose Übersetzung dem hohen literarischen Rang dieses Autors nicht immer gerecht wird. Trost und Versprechen zum Schluss: Das Mysterium des elterlichen Verschwindens wird tatsächlich enträtselt. --Dietrich Clausen -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Neue Zürcher Zeitung

Mit der Lupe durchs Inferno

Kazuo Ishiguro schickt einen Gentleman Detective in die Irre

Von Angela Schader

Kazuo Ishiguro gehört zu den hochrangigen Autoren, die zudem dank einer erfolgreichen Romanverfilmung – nämlich «The Remains of the Day» mit Anthony Hopkins und Emma Thompson – breite Bekanntheit erlangten. Sein letztes Buch wurde nicht allseits mit der gewohnten Akklamation begrüsst: So legt Ishiguro nun eine zugänglichere, aber literarisch weniger befriedigende Variation zu dessen Thema vor.

Eine Konstante verbindet die mittlerweile fünf Romane, mit denen der 1954 in Nagasaki geborene Kazuo Ishiguro sich in den vordersten Rängen der englischsprachigen Commonwealth literature etabliert hat: allesamt sind sie aus der Ich-Perspektive erzählt und geraten, auf immer neue Weise, zu meisterhaften Etüden der Selbsttäuschung und des Selbstverrats. Am frappantesten wohl in «A Pale View of Hills» (dt. «Damals in Nagasaki»), dem Erstlingsroman, dessen raffiniert aufgespaltene, durch wiederholt auftauchende Motive verspiegelte Erinnerungsbilder am Schluss in einer fast teuflisch unvermittelten Wende auf die Erzählerin zurückstürzen; am einsehbarsten im bis anhin unübersetzten «An Artist of the Floating World» und in Ishiguros brillant verfilmtem Erfolgswerk «The Remains of the Day» («Was vom Tage übrig blieb»). Die scheinbar an entgegengesetzten Polen des beruflichen und sozialen Spektrums situierten Protagonisten dieser Romane – ein durch Staates Gnaden zum sensei, zum Meister, avancierter japanischer Kunstmaler und ein obskurer britischer Butler – haben eines gemeinsam: Sie dienen mit blinder Gewissenhaftigkeit dem falschen Herrn. Und während der Butler Stevens am Ende lediglich in die Öde eines verpassten Lebens zurückblickt, büsst der Maler Ono seine bis zum Denunziantentum verbogene Staatshörigkeit mit sozialer Ächtung.

Während Ishiguro, der den Grossteil seines Lebens in England verbrachte, die drei ersten Romane in der historischen Realität seines Geburtslandes oder der Wahlheimat verankerte, schuf er in seinem letzten, bisher umfangreichsten Werk, «The Unconsoled» («Die Ungetrösteten»), seine eigene floating world : Ein weder in Geographie und Geschichte noch in den Massgaben von Raum und Zeit genau fassbar werdendes mitteleuropäisches Land, gleichermassen angegraut von K.-u.-k.-Verstaubtheit und sozialistischer Uniformität – eine Szenerie wie in zähflüssigen schlechten Träumen, wo stundenlange Fahrten nicht weiter führen als bis zu einem Seiteneingang des Gebäudes, vor dessen Hauptportal man in den Wagen stieg; und wo verpasste Abmachungen und versäumte Gelegenheiten das einzige Mass der Zeit sind.

Auf den im Original gut 500-seitigen Roman, der tatsächlich wohl nur geduldige und auf subtile Dissonanzen eingestimmte Leser (diese allerdings reichlich) belohnt, reagierte die Kritik nicht mit einhelligem Beifall. Ishiguro beschloss, die Grundidee der «Ungetrösteten» – die Quest eines glanzlos scheiternden Heilsbringers in der diffusen Unordnung der Welt – zwischen festeren Parametern nochmals zu entwickeln: indem er sich nun in seinem neuesten Roman einerseits mit den Schauplätzen Schanghai und London wieder auf vertrauteres Terrain begibt – der Vater des Schriftstellers hatte eine Zeitlang in Schanghai gelebt –, anderseits die Romanhandlung in einem deutlich markierten Spannungsfeld zwischen historischer Realität und literarischer Konvention anlegt.

VOM MENSCHEN ZUR FIGUR

Christopher Banks, der Protagonist von «When We Were Orphans» – nun unter dem Titel «Als wir Waisen waren» auf Deutsch erschienen –, präsentiert sich als Gentleman Detective der alten Schule. Präsentiert sich: Denn von diesem höchlich auf Contenance bedachten Ich-Erzähler ist über sein Metier wenig mehr zu erfahren, als dass er den oder jenen Fall mit glänzendem Erfolg gelöst habe. Das eine Mal, da wir ihn bei der Investigation eines Mordfalls zu sehen bekommen, liegt er bäuchlings, Lupe vor der Nase, neben dem verschlammten Goldfischteich des britischen Landgutes, wo die Leiche gefunden wurde: wie aus einem Krimiklassiker geschnitten und so hoffnungslos papieren wie die Floskeln, mit denen er sich über sein Berufsethos zu äussern liebt. – Man könnte die These wagen, dass Christopher Banks in dem Moment vom Menschen zur Kunstfigur wird, da er seine Eltern verliert. Die Kindheitserinnerungen des Protagonisten, deren liebevolle, aber immer wieder brüchige Rekonstruktion den ersten Teil des Romans dominiert, zeigen ihn aufgehoben in einem zwar ungewöhnlichen, aber durchaus vitalen Ensemble von Menschen. Ihre auf unsicherem Grund ruhende glückliche Insel ist das International Settlement im Schanghai der Jahre um 1910 – jene privilegierte und vom chinesischen Landesrecht ausgenommene Zone, wo nicht nur der Handel zwischen Europa und Fernost abgewickelt wurde, sondern auch der von den Briten dirigierte, so korrupte wie lukrative Import von indischem Opium nach China. Christophers Vater, der sich schattenhaft am Rande des Geschehens entlangdrückt und erst durch sein plötzliches Verschwinden ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken wird, arbeitet in einem dieser zwielichtigen Handelsunternehmen; die Mutter dagegen – obwohl sie die Privilegien der kolonialen Existenz mit eleganter Selbstverständlichkeit auskostet – kämpft so energisch wie wirkungslos gegen den schleichenden Giftmord an der chinesischen Bevölkerung. Denn die Engländer

liebten nicht nur ihre Profite, sondern sie wollten auch, dass die Chinesen zu nichts nütze waren und sich nicht anständig selbst regieren konnten. Auf diese Weise konnte das Land praktisch wie eine Kolonie geführt werden, aber ohne die üblichen Verpflichtungen.

Was den kleinen Christopher von diesen Konflikten gelegentlich streifen mag, wird vom kindlichen Mikrokosmos rasch absorbiert. Die Stunden, da die Mutter hinter verschlossener Tür gegen den Opiumimport agitiert, werden überstrahlt von den Momenten, da sie nach Verabschiedung des letzten Gastes zu dem wartenden Buben in den Garten eilt und sich singend auf die Schaukel schwingt. Zu klein, um die von Gewinnsucht und Verlogenheit verseuchte Atmosphäre der Erwachsenen einzuatmen, müssen Christopher und sein japanischer Gefährte Akira das Böse in ihren Spielen noch aufwendig herbeiphantasieren; und als es dann, mit der vermeintlichen Entführung von Christophers Vater, tatsächlich hereinbricht, sind es wiederum die imaginierten heroischen Rettungsaktionen der beiden Buben, in denen sich Angst und Ohnmachtsgefühle auflösen können.

Mit gleich naivem Glauben gibt Akira die gefährliche Lebensweisheit weiter, die ihn ein japanischer Mönch gelehrt hat: dass sie, die Kinder, für den Zusammenhalt der Familie und letztlich der ganzen Welt verantwortlich seien. Die volle Last dieser zum Nennwert genommenen Worte stürzt auf Christopher, als er, von der Aussicht auf ein Geschenk verführt, die Mutter kurz nach dem Verschwinden des Vaters allein lässt – und bei seiner Rückkehr das Haus verwaist vorfindet.

In den folgenden Jahren wird der Junge die unter Verlust und Schuldgefühlen eingebrochene Vergangenheit hinter einer sorgfältig konstruierten neuen Fassade verbergen. Rasch gibt er, nach dem rätselhaften Verschwinden der Eltern in die Obhut von Verwandten in England geschickt, unter deren wachsamen Augen die einsamen Nachinszenierungen seiner frühen Kinderspiele auf; imitiert in der Schule die affektierten Gesten der Kameraden und predigt in das betroffene Schweigen, mit dem man im Internat sein Schicksal quittiert, dass in einer solchen Institution schliesslich « alle lernen müssen, ohne Eltern auszukommen». Es kränkt ihn tief, wenn – mit verräterischer Regelmässigkeit – sein Spiegelbild in fremden Augen keineswegs seiner Selbstwahrnehmung entspricht. Die Anspielungen der Schulkameraden auf seine vermeintlich perfekt kaschierten detektivischen Obsessionen nimmt er fast ebenso ungehalten zur Kenntnis wie später die jovialen Bekundungen, dass er schon in Jugendjahren ein Aussenseiter und ein seltsamer Vogel gewesen sei.

TRINITÄT DER WAISEN

Das Porträt des Protagonisten wird flankiert von zwei Frauengestalten, in deren – flacheren – Charakterbildern sich das seinige spiegelt. Wie er haben die schöne Sarah Hemmings, die beinah seine Geliebte wird, und die kleine Jennifer, die der begüterte Christopher adoptiert, beide Eltern verloren; wie er hangeln sie sich an den fürchterlich hohlen Floskeln durchs Leben, die nach existenziellen Katastrophen Trost und moralischen Rückhalt geben sollen.

Diese Doppelungen allerdings belasten eher das Erzählkonstrukt, als dass sie ihm relevante Dimensionen hinzufügen. Während die Figur der Sarah immerhin einen Akzent in die Milieuskizze der Londoner Hautevolee der dreissiger Jahre setzt und auch einmal direkt in die Handlung eingreift, bleibt Jenny mit ihrer gesetzten, etwas altklugen Liebenswürdigkeit und einem unmotiviert anmutenden Auftritt am Schluss des Buches weitgehend farblos.

Ishiguro hat als Schriftsteller so viel Können und Format bewiesen, dass über solche Schwächen zumindest nachzudenken ist. Suggeriert er mit der Trinität der Verwaisten eine Art Heilige Familie – und führt damit das messianische Leitmotiv weiter, unter dem er Christopher antreten lässt: dass dieser, ein Heilsbringer von eigenen Gnaden, in seiner Tätigkeit als Detektiv dazu berufen sei, «das Böse in seinen verschlagensten Erscheinungsformen an der Wurzel zu bekämpfen»? Oder will er, indem er seinen Protagonisten mit Spiegelbildern seines eigenen Geschicks umzingelt, Christophers Selbstfixiertheit noch betonen? Beide Auslegungen erhalten im zweiten Teil des Romans Gültigkeit.

Im September 1937 kehrt Christopher Banks nach Schanghai zurück; die Stadt steht unter japanischem Beschuss, wie Feuerwerk streichen die Granaten, von den Bewohnern des International Settlement mit gezwungener Heiterkeit kommentiert, über den Himmel, um in den dicht besiedelten Chinesenvierteln einzuschlagen. Aus diesem konkreten historischen Kontext biegt Ishiguro die Handlung unvermittelt in ein absurd angehauchtes und deutlich an «The Unconsoled» angelehntes Szenario ab: Wie in jenem Roman der Pianist Ryder von einer desorientierten, rundum in Intrigen und Streitigkeiten verstrickten Stadtbevölkerung mit aller Selbstverständlichkeit als Befreier von allem Übel empfangen wurde, ist nun der berühmte Detektiv Hoffnungsträger für die verstörten Europäer im Nobelquartier. Anders aber als Ryder, der sich für jedes noch so widersinnig anmutende Anliegen in Beschlag nehmen liess und in wirrem Zickzackkurs durch die gesellschaftlichen Höhen und Tiefen der namenlosen Stadt befördert wurde, darf Christopher Banks sein höchst persönliches Ziel – die Suche nach den Eltern – im Auge behalten; in dem des private eye , des Privatdetektivs freilich, dessen Einsichten dem Leser nicht ohne weiteres nachvollziehbar sind, am Schluss aber tatsächlich ins Herz der Finsternis führen.

Dieses Dénouement ist so drastisch, wie es das Genre des Kriminalromans verlangt; der eigentliche Showdown allerdings findet nicht bei der Begegnung zwischen dem Protagonisten und dem jählings demaskierten Bösewicht statt, sondern im Moment, wo die historisch-faktische und die fiktive Welt des Romans kollidieren. Besessen von seiner Mission, wagt sich Christopher Banks ins Chinesenviertel vor, wo sich japanische Soldaten und Kuomintang-Milizen nach Kräften massakrieren, während Frauen und Kinder im Labyrinth der zerbombten Mauern Schutz suchen. Christopher aber trägt seine sorgsam nach dem Bild des gentleman detective konstruierte Fassade aufrecht und unversehrt durch die schonungslos nach Massgabe der Realität geschilderten Ruinen – ein Akt der Selbstverblendung, die Ishiguro am Ende entsetzlich exponiert: Statt sich um ein offensichtlich unter Schock stehendes kleines Mädchen zu kümmern, das ihn, als einzig Überlebende, hilfesuchend ins verwüstete Heim der Familie bittet, beugt sich der Protagonist mit seiner Sherlock-Holmes-Lupe über den zerfetzten Leichnam, der wohl des Kindes Mutter war.

Hätte Ishiguro die Mission seines Helden sich in diesem makabren Bild erfüllen lassen, das Christophers verbohrte Suche nach der eigenen Vergangenheit ad absurdum führt, zugleich aber als Chiffre für eine äusserst wahrhaftige, abgrundtiefe Hilflosigkeit angesichts der realen, übermächtigen und unausrottbaren Präsenz des «Bösen» gelesen werden kann: dann hätte sein Roman vermutlich stärkeren Eindruck gemacht, als er es in der vorliegenden, «abgeschlossenen» Form tut. In dieser bekommen wir den Schurken, das Wiedersehen mit der Mutter, das resignativ gebrochene Happy End pünktlich geliefert; aber mit dem in der zuvor skizzierten Szene offengelegten grausamen Zusammenprall zwischen Imagination und Realität wären wir auf unsere Weise glücklicher gewesen. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


Was kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?

Als wir Waisen waren: Roman
36% kaufen den auf dieser Seite vorgestellten Artikel:
Als wir Waisen waren: Roman 3.0 von 5 Sternen (7)
EUR 10,00
Alles, was wir geben mussten: Roman
25% kaufen
Alles, was wir geben mussten: Roman 3.5 von 5 Sternen (52)
EUR 9,00
Was vom Tage übrigblieb: Roman
19% kaufen
Was vom Tage übrigblieb: Roman 4.5 von 5 Sternen (14)
EUR 8,00
Der Maler der fließenden Welt: Roman
11% kaufen
Der Maler der fließenden Welt: Roman 4.0 von 5 Sternen (5)
EUR 9,00

Tags, die Kunden mit diesem Produkt verbinden

 (Was ist das?)
Klicken Sie zum Suchen verwandter Artikel, Diskussionen oder Personen auf ein Tag.
 

 

 

Kundenrezensionen

7 Rezensionen
5 Sterne:
 (2)
4 Sterne:    (0)
3 Sterne:
 (2)
2 Sterne:
 (2)
1 Sterne:
 (1)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
3.0 von 5 Sternen (7 Kundenrezensionen)
 
 
 
 
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel:
Die hilfreichsten Kundenrezensionen

 
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Kann es sein..., 2. Dezember 2005
Kann es sein, daß durch die Übersetzung so viel verlorengegangen ist? Ich habe nur die englische Originalausgabe gelesen (When we were orphans), aber das Buch hat mich auf eine Art beeindruckt, wie es schon lange kein Buch mehr geschafft hat.
Das ist keine klassische Detektivgeschichte, es geht um persönliche Reifungsprozesse, es geht um das Eintauchen in eine fassadenhafte, oberflächliche Welt, in der es dem Hauptdarsteller wie der Titanic ergehen wird.
So wie es für die Geschichte der Titanic völlig unwichtig ist, woher der Eisberg kam, so unwichtig sind die angeblichen Mängel dieses Buches.
Man muß schon mitdenken. Wer einfachere Kost bevorzugt, sollte lieber einen Harry Potter lesen.
Dieses Buch ist rundum empfehlenswert, zumindest für Leser, die an tiefgründigen Darstellungen des menschlichen Wesens interessiert sind.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen  
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


 
7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Privatdetektiv steht vor seiner größten Herausforderung, 14. Januar 2001
Von Ein Kunde
Diese Rezension stammt von: Als wir Waisen waren (Gebundene Ausgabe)
England, Anfang der dreißiger Jahre: Der in Shanghai aufgewachsene Christopher Banks arbeitet an seiner Karriere als Privatdetektiv.. Auf ihrem Höhepunkt kehrt er nach Shanghai zurück, um den Fall seines Lebens aufzuklären - die vermeintliche Entführung seiner Eltern. Er gerät in die Wirren des chinesisch-japanischen Krieges, und muss lernen, seine Illusionen über seinen Jugendfreund, seine Liebe und seine Eltern zu begraben. Glaubt man sich am Anfang des Romans noch beinahe in eine Sherlock-Holmes-Geschichte versetzt, entwickelt sich der zweite Teil zu einem Psychodrama über verlorene Kindheit und geraubte Illusionen. Raffinierte Rückblendentechnik und klare, distanzierte Sprache machen das Werk zu einem literarischen Genuss
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen  
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


 
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Beim zweiten Anlauf - großartig!, 18. Januar 2008
Diese Rezension stammt von: Als wir Waisen waren (Gebundene Ausgabe)
Ich habe, das muß ich zugeben, das erste Kapitel lang doch mit diesem Buch gerungen, und nach dem ersten Anlesen während einer Zugfahrt zunächst wieder zur Seite gelegt. Es bedurfte eines zweiten Anlaufs an einem ruhigeren Abend, bis ich in dieses Buch hineinfand - und als ich schließlich gelesen weglegte, war ich beeindruckt.

Es ist eine Geschichte, die man erst ganz am Schluß für sich zusammensetzen muß, und die -wenn auch elegant erzählt- nicht durchgängig leicht verdaulich ist. Die Hauptfigur ist -und das wird später wichtig- erst ganz am Ende des Buches ehrlich mit sich selbst, nachdem man endlich ehrlich mit ihr war. Und man muß etwas aufpassen, um mitzubekommen, daß die kleinen Selbstbetrügereien des Christopher Banks schon in den detailreichen Schilderungen des gesellschaftlichen Lebens im England zwischen den Weltkriegen durch die Erzählung schimmern. Dieser Spalt zwischen der Wahrnehmung des Charakters und der Realität wird im Verlauf der Geschichte, die auf den Beginn des Zweiten Weltkrieges zusteuert, immer größer -und das nicht ohne Grund. Erst ganz am Ende, nachdem mit dem Kriegsausbruch alles bis ins Absurde abzudriften scheint, darf Banks ehrlich zu sich selber sein - über sich und das, was ihm widerfahren ist.

Das begründet nicht nur die scheinbaren logischen Lücken - es bedingt sie. Denn Hauptfigur Christopher Banks bestreitet diese Geschichte als ein Anachronismus, eine Figur, die noch in einer Welt lebt, die es eigentlicht schon nicht mehr gibt. Das sind sowohl die Idylle seiner Kindheit, dann die Welt, in der seine Eltern nur auf seine Rettung warten, als auch zuletzt die englische Gesellschaft der Jahrhundertwende, in der man sich so etwas wie einen Privatdetektiv, der Verbrechen mit Lupe und Scharfsinn aufklärt, noch denken kann. Das Böse, das dann vor seinen Augen der Kriegsausbruch entfesselt, stellt einzelne "murder mysteries", die nach einem brillanten Detektiv verlangen, in den Schatten. Es ist am Ende nicht nur nichts mehr, wie es war, es war auch nie, wie es schien.

Zur Verteidigung der deutschen Ausgabe muß man vielleicht sagen, daß der Klappentext einen falschen Eindruck erwecken könnte - eine in sich glatte Detektiv-Geschichte ist das sicherlich nicht.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen  
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein

Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel: Eigene Rezension erstellen
 
 
 
Die neuesten Kundenrezensionen

2.0 von 5 Sternen Zurück bleiben Fragen
Christopher Banks arbeitet in den 30er Jahren als erfolgreicher Detektiv. Er ist aufgewachsen in Shanghai, wurde aber, nachdem Vater und Mutter spurlos verschwanden, nach England... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 6. September 2005 von marielan

3.0 von 5 Sternen Spannend, Schwermütig, Interkulturell
Ein durchwachsenes aber dennoch lesenswertes Buch. Erst am Ende des Buches erkennt man ein wenig die heimliche Motivation des Autors. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 3. August 2004 von gebhardino

1.0 von 5 Sternen viel zu blass
Es ist kaum zu glauben, dass dieser Roman von Ishiguro sein soll. Kein Vergleich zu anderen Werken Ishiguros. Lesen Sie weiter...
Am 16. August 2001 veröffentlicht

2.0 von 5 Sternen Doch ein wenig enttäuschend...
Ehrlich gesagt, bin ich vom neuen Ishiguro-Roman doch ein wenig enttäuscht. Sicherlich ist auch "Als wir Waisen waren" sprachlich von höchster Güte - doch dies allein... Lesen Sie weiter...
Am 18. Januar 2001 veröffentlicht

Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen



Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen. Meinungen austauschen. Neues erfahren.
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 


Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
   
Ähnliche Foren


Lieblingslisten


Ähnliche Artikel finden


Anhand des Sachgebietes nach ähnlichen Produkten suchen:


Ihr Kommentar


Für Sie dokumentiert

 (Was ist das?)

Sobald Sie sich Produktseiten oder Suchergebnisse angesehen haben, finden Sie diese Seiten zu Ihrer Information hier aufgeführt.