Kurzbeschreibung
'Der Beweis' ist spritzige intelligente Gesellschaftssatire und Thriller zugleich. Laurence Cossé erzählt von Pater Beaulieu, der den unwiderlegbaren Beweis für die Existenz Gottes findet. Dieses Dokument sorgt aber keineswegs für Eintracht und Frieden unter den Menschen, sondern es ruft die katholische Kirche Frankreichs auf den Plan und zwingt den Staatspräsidenten zum Rücktritt. Schließlich greift der Geheimdienst ein, eine Leiche wird gefunden...
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Pater Beaulieu entdeckt den unwiderlegbaren Beweis für die Existenz Gottes. So beginnt der Roman und verspricht vieles, was er -- das sei gleich verraten -- nicht hält. Zwar reagieren einige Leute, die vom Gottesbeweis Wind bekommen, recht merkwürdig, was auf große Verwicklungen hoffen lässt. Doch diese treten nicht ein. In einigen Zeitschnappschüssen lässt der Autor religiöse Würdenträger und Politiker in Hektik verfallen. Alle hegen mit der Existenz dieses Beweises und seiner möglichen Publikation große Furcht um ihren Beruf, ihre Glaubwürdigkeit, um ihren Lebenssinn. Doch all diese Ansätze werden nur oberflächlich behandelt. Cossé bleibt regelmäßig den Beweis schuldig, dass der Gottesbeweis das Befürchtete zwingend nach sich zieht. Ich bestreite, dass viele Leute ihr Leben ändern würden, wäre die Existenz Gottes unwiderlegbar bewiesen. Wichtiger wäre ja dann, ob dieser Gott von uns was verlangt und wenn ja, was. Richtig, man hätte endlich einen Grund für den Pflicht-Religionsunterricht; dieser würde von der Märchenstunde zur Wissenschaft aufsteigen. Auch viele andere Implikationen wären vorstellbar, doch darüber schweigt Cossé.
Nun wäre das nicht so schlimm (obwohl man es bei diesem Thema natürlich erwartet), wäre Der Beweis zumindest ein spannender Thriller, wie es der Umschlagstext ankündigt. Doch weit gefehlt. Er plätschert so dahin, nicht langweilig, aber vom Hocker reißt dieser Roman auch nicht. --Herbert Huber