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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Too much wine?, 13. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Ein Tag in der Toskana: Vom Abenteuer, ein Italiener zu sein (Taschenbuch)
Erlebt hat der Autor zweifellos viel in seiner Karriere als Reiseleiter und frischgebackener Schriftsteller. Doch genau an diesem sehr erfolgreichen Erstling scheint es zu liegen, dass das zweite Buch unter viel Druck entstanden ist, der seiner literarischen Qualität nicht immer unbedingt guttut. Castagno liefert ein buntes Potpourri aus Begegnungen an seinem ersten Tag nach der USA-Lesereise, die ihm eben jenes Debut einbrachte, und Erinnerungen an seine Kindheit sowie Erzählungen seiner Nachbarn. Diese Geschichten sind alles andere als homogen: neben Selbstreflexivität und zärtlicher Annäherung an die geliebte Toskana stehen manchmal fast zu dick aufgetragene Selbstdarstellung und Episoden mit eher plumpen Slapstickcharakter. Dabei beherrscht der Autor beides, die leisen, sanften, in die Tiefe gehenden Töne ebenso wie die vom schnellen Wortwitz und der Ironie lebenden Porträts seiner urkomischen Zeitgenossen. Allein, die Mischung wirkt ein wenig weinseelig und unausgegoren - ein wenig mehr Lagerung im Fass hätte das Talent Castagnos durchaus zu etwas mehr Reife führen können. Dann könnte es ein großer Jahrgang werden...
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Soviel Gefühl, 6. April 2008
Rezension bezieht sich auf: Ein Tag in der Toskana: Vom Abenteuer, ein Italiener zu sein (Taschenbuch)
Erstmal, ich habe das erste Buch von Dario Castagno verschlungen und mich wahnsinnig gefreut das es ein Neues von ihm geben sollte. Nun ist es da. Nun bin ich fertig mit lesen. Vor ein paar Minuten war ich noch versunken in den Wäldern und Hügeln des Chiantigebietes und begleitete Dario an diesem einen Tag den er beschreibt. Wieder erzählt er kleine Geschichten und Anekdoten, ich lerne Freunde von ihm kennen und kann über manches den Kopf schütteln, laut lachen oder in Trauer verfallen. Auch Erlebnisse mit Touristen oder etwas; für mich merkwürdige; Zufälle lasssen mich staunend zurück. Die Aufteilung des Buches ergibt dass ich immer wieder unterbrechen kann, aber sobald ich fertig mit meinen Pflichten bin zieht es mich zu diesem Buch. Es strahlt Stille aus und auch Nachdenken, ich sehe die beschriebenen Felder vor mir oder das tosende Wasser, bin versunken in dem Erzählstil. Mir ist dieses Buch sehr viel wert und ich werde es immer wieder lesen bis es zerfleddert ist, mehr als das Erste.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Unterhaltsame Anekdoten und Episoden im Chianti, 19. Mai 2008
Rezension bezieht sich auf: Ein Tag in der Toskana: Vom Abenteuer, ein Italiener zu sein (Taschenbuch)
Dario Castagno, Reiseführer und neuerdings Schriftsteller, ist zurück von einem dreimonatigen PR-Aufenthalt in den USA. Am ersten Tag zuhause in Vagliali durchstreift er die nähere Umgebung, beschreibt mit viel Einfühlsamkeit das Chianti-Gebiet und die Natur, dazwischen spricht er mit Bekannten oder erinnert sich an Begebenheiten aus seinem Leben, so dass sich die Naturschilderungen immer wieder mit kleineren Episoden abwechseln.
Bei Castagnos zweitem Buch steht nicht mehr seine Tätigkeit als Reiseleiter im Vordergrund, es gibt nur einige wenige Anekdoten über seine Touristen, dafür erfährt man mehr über ihn selbst und seine heutige Heimat. Der Ton des Buches ist deutlich reifer und selbstbewusster geworden, allerdings empfinde ich auch eine Spur mehr Selbstdarstellung, die einen eher schalen Beigeschmack hinterlässt.
Es wechseln sich einfühlsame und spannende Geschichten und Epidoden ab mit witzigen bis teilweise platt-humuresken Anekdoten, die sich keineswegs harmonisch aneinander fügen. So gibt es die überraschende Geschichte von der Frau, die am Palio teilnahm oder die hintergründige Geschichte einer alten Dame, die erzählt, wie ein neues Kleid vor den deutschen Besatzern gerettet wurde. Dagegen steht eine harmlos-burleske Anekdote des freßsüchtigen, versoffenen Versicherungsmaklers oder eine slapstickhafte Story über ein mißglücktes Fußballer-Revival, welche dem Buch ein wenig den Anspruch nehmen, da diese Episoden nur auf oberflächliche Lacher aus zu sein scheinen.
Zwischendurch gibt es jedoch auch herzliche und komische Geschichten mit feinem Witz und Ironie, die Castagnos Talent beweisen. Ebenso sind die kurzen, aber sehr warmherzigen Schilderungen der Landschaft des Chianti ein Highlight des Buches, manchmal ist es fast zu schade, dass seine Schilderungen immer wieder durch die eingeschobenen Episoden unterbrochen werden, denn hier merkt man deutlich, wie viel Castagno an seiner toskanischen Heimat gelegen ist und wie sehr er sie liebt.
Fazit: noch ein wenig unausgewogen, aber ein gefühlvolles und witziges Buch für den Urlaub oder zum Zwischendurchlesen, ohne besonderen Tiefgang, aber durchaus unterhaltsam.
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