Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
wunderbare Prosa, zart wie ein Aquarell, 13. Oktober 2002
Mein erster Banville - schon auf der ersten Seite Begeisterung. Dieser Roman wird allein wegen seiner wunderbaren bildhaften Sprache zu einem besonderen Leseerlebnis. Eine Sprache die süchtig und trunken macht.Als Schauspieler konnte er in viele Masken schlüpfen, gleichzeitig hat er darum gerungen, sein "authentisches Ich" zu finden, "das sich irgendwo unter den Scherben der entzweigegangenen Masken verborgen" hielt. Während einer Aufführung verlässt Alexander Cleave die Bühne und zieht sich in das Haus seiner verstorbenen Eltern zurück - ein krisengeschüttelter Mann, der Probleme mit seiner streitlustigen Frau hat und sich von seiner Tochter innerlich entfernt hat. Im Haus konfrontiert er sich mit seiner Vergangenheit. Gespenster tauchen auf wie "Verdichtungen der Atmosphäre im Raum": Sein Vater, seine Mutter, seine Tochter. Manchmal kann Cleave nicht mehr zwischen Traum und Wirklichkeit unterscheiden - "transzendentales Trunkensein" heißt das bei Banville. Die Geister bringen Cleave schließlich in die Gegenwart zurück. "Ein Schrei, den ich erkenne, wider Willen. Seit langer Zeit schon kommt er auf mich zu, durch die unermessliche Weite des Alls, wie das Licht eines fernen Sterns, einer toten Sonne." Banville kann betörend schön melancholische Stimmungen zeichnen: Die Möwe "stand draußen jenseits der Glasscheibe und riss einfach immer wieder den Schnabel auf,...ohne einen Ton von sich zu geben...es war ein Zeichen des Schmerzes...Auf dem Boden unter dem Fenstersims lag ein totes Möwenjunges." Die Prosa, zart wie ein Aquarell. Ich sage nur: Lesen!
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2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der einzig durch und durch meisterhafte Banville-Roman., 11. Mai 2008
John Banville, Booker-Prize-Träger und einer der bedeutendsten englischsprachigen Gegenwartsautoren. Einer, der aus der Reihe tanzt, denn im Banville'schen Oeuvre steht nicht das epische Erzählen im Vordergrund, sondern die bisweilen sublime Art und Gestalt seiner Prosa. Er macht die Sprache selbst zum eigentlichen Gegenstand. Metaphernreich ist sie, ungemein wortschöpferisch, ungemein kunstvoll. Doch Banvilles Kritiker werfen ihm nicht zu Unrecht thematische Wiederholungen vor, ebenfalls lässt der Autor häufig psychologisches Gespür vermissen, Handlungslogik bleibt bisweilen auf der Strecke und die Charaktere erscheinen hier und da als goldgestäubte Hohlräume.
Ganz anders ist dies im Falle von "Eclipse" (dt. "Sonnenfinsternis"). Alex Cleave, der gescheiterte Schauspieler, zieht sich in ein erinnerungsschwangeres Domizil aus seiner Vergangenheit zurück. Zwischen Traum und Realität beschreibt Cleave eine Welt, die den Leser in große Verunsicherung stürzt: Ist das alles wahr oder sind es bloß Hirngespinste. Banvilles Spiel mit dieser Verunsicherung vermag zu fesseln, während er in enorm dichter und kunstvoller Sprache die Entfremdung des Schauspielers von seiner Frau und der hochbegabten aber psychisch kranken Tochter erläutert. Der melancholische Prozess der Entfremdung, die schemenhaft ist und genau so dargestellt ist, ergibt am Ende der Erzählung ein sehr geschlossenes Bild, mehr als das, ein Gesamtkunstwerk. Traurig, und zwar auf eine faszinierend schöne Weise.
Wer behaupten möchte, BANVILLE gelesen zu haben, der sollte "Eclipse" lesen. Leider konnte der Autor in den nachfolgenden Werken nicht mehr die große Klasse aufbringen, die sich in "Eclipse" offenbart. Dieser Roman ist allerdings wirklich ein faszinierendes, suggestives Meisterwerk. Der beste Banville.
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