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21 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Knoten und Kreuze , 16. September 2008
Am 22. März 1985 schrieb Ian Rankin die ersten Zeilen seines Kriminalromans "Verborgene Muster" (engl. "Knots & Crosses") mitsamt der Hauptfigur John Rebus. Knappe zwei Jahre nach Beginn des Skripts kam sein Debütwerk im kleinen, mittlerweile nicht mehr existenten Verlag Bodley Head heraus. Das Buch konnte kein großes Aufsehen zu erregen. Die Absatzzahlen waren und blieben kümmerlich, die Besprechungen spärlich. Seine Karriere als Autor schien beendet, bevor sie richtig begonnen hatte und für Rankin war das Thema Rebus abgehakt. Er konnte nicht ahnen, dass er in Wirklichkeit eine Erfolgsserie aus der Taufe gehoben hatte, die bis zum heutigen Tag die britischen Bestsellerlisten anführt und für viele nachfolgende Krimiautoren zum Vorbild geworden ist.
John Rebus ist Kult. Nicht nur in Edinburgh und in Schottland. Weltweit. Und der erste Fall mit dem kauzigen Detective Sergeant zeigt auch bereits all die typischen stilistischen Elemente, welche die Nachfolger so erfolgreich gemacht haben. Die Story sei kurz angerissen:
Edinburgh Mitte der 80er Jahre. John Rebus, 40-jähriger DS bei der Mordkommission, macht schwierige Zeiten durch. Sein Beruf hat ihn ausgebrannt, sein Alkohol- und Zigarettenkonsum hat das normale Maß bereits längst überschritten. Auch das Privatleben ist ein Desaster, seine Ehe gescheitert und die Ex-Frau nun eine erbitterte Feindin, die am liebsten auch den Kontakt zu seiner einzigen Tochter unterbinden möchte. Hinzu kommen die Nachwirkungen seiner Zeit beim SAS, wo ihn ein psychischer Zusammenbruch zur Aufgabe gezwungen hatte. Ein wahrlich ungeeigneter Zeitpunkt, um die Ermittlungen in einem Fall zu übernehmen, der ganz Edinburgh in Atem hält. Ein Kidnapper geht um, dem bereits zwei Mädchen zum Opfer gefallen sind und die im Dunkeln tappende Polizei steht unter heftigem Beschuss seitens der Medien und Politik. In all der Hektik und dem Stress bemerkt man zu spät, dass hinter den Entführungen ein verborgenes Muster steckt, eine Aufforderung zum Spiel. Mit niemand geringeren als Rebus selbst...
Sicherlich hat Rankin mit seinem Erstling das Rad nicht neu erfunden, aber trotz einiger Parallelen zu Wallander und Co. überrascht der Autor in vielen Dingen mit erfrischender Eigenständigkeit. Edinburgh als Kulisse ist noch herrlich unverbraucht und der Plot in dieser stets regnerischen, alten Stadt perfekt angesiedelt. Rankin kennt seine Heimat und seine Landsleute genau, vermag Atmosphäre, Marotten und Eigenheiten genauestens aufs Papier zu bringen, so dass man sich sehr schnell zuhause fühlt. Der Schlüssel zum Ganzen ist natürlich Rebus, ein "Anti-Held", schmutzig, arrogant, unhöflich und fehlbar. Und damit mit anderen Worten einfach echt und nachvollziehbar. Ein guter Polizist, dessen Schläue und Kenntnisse in der Literatur in folgenden Bänden etwas abgemildert werden, und der sich meist eher auf seine Intuition denn auf sein Wissen verlässt.
Erstaunlich schnell stellt man einen Zugang zu ihm und damit der Geschichte her, die sich einfach packend liest. Auch wenn der eigentliche Krimiplot besonders am Anfang der Charakterzeichnung noch weichen muss, entfesselt der Erstling bereits eine enorme Sogwirkung. Frei ohne Fehler bleibt er dabei nicht: Rebus' eigentliche Ermittlungen bleiben recht dürftig und er stolpert eher zufällig und mithilfe anderer über die wichtigen Hinweise. Die Story leidet darunter nicht, was auch daran liegt, das Rankin eine Portion Humor der schwärzesten Sorte mit einbringt, die immer wieder zum Schmunzeln zwingt. (Großes Lob gilt hier auch der deutschen Übersetzerin, die den Ton genau getroffen hat) Das Ende, in dem die anfangs getrennten Handlungsstränge zusammengeführt werden, lässt den Puls noch mal höher schlagen und kann mit einer intelligenten Auflösung überzeugen.
Insgesamt ist "Verborgene Muster" ein sehr guter, düsterer, aber auch arg kurz geratener Kriminalroman, der den Grundstein für eine erfolgreiche Reihe gelegt, die Klasse späterer Rankins allerdings erst angedeutet hat. Mit jedem weiteren Roman wird sich der Autor steigern und dem Leser diese Figur und seine Kollegen von der Polizeistation Great London Road ans Herz wachsen.
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26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
spannend und realistisch, 30. Dezember 2003
Auf der Suche nach einer guten englischen Krimi-Reihe mit interessanter Hauptperson bin ich auf Ian Rankin mit seinem John Rebus gestossen (obwohl schottisch, nicht englisch ;-). Glücklicherweise habe ich zufällig mit diesem Band - dem in Erzählreihenfolge ersten- begonnen. Ich ärgere mich ständig über Verlage, die sich nicht an die Original-Erscheinungsreihenfolge halten können, denn bei klug geschriebenen Büchern mit sich entwickelnden Hauptpersonen ist deren "Lebensumfeld" genauso wichtig wie der jeweilige Fall, wie ich finde. In diesem Buch erfährt man einiges über John Rebus' Familie, seinen Hintergrund und seine Arbeitsweise. Realistisch (ohne abstossend zu wirken), spannend und auch sympathisch. Unbedingt zuerst lesen, v.a. "Das zweite Zeichen" (spielt einige Zeit danach, dazwischen gibts noch andere Bände) hat sehr viel Bezug zu diesem Band (Rebus' Bruder, Tochter ...) Sehr empfehlenswert, wenn man keine Hochlandromantik erwartet, auch muffelige und gebrochene Helden schätzt und nicht immer unbedingt ein "Happy End" erwartet. Aber wo gibt es das bei den zeitgenössischen (europäischen) Krimiautoren denn schon wirklich ... ? ;-)
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38 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein brilliantes Debüt!, 6. September 2001
Meiner Meinung nach ist bereits Ian Rankins John-Rebus-Debüt "Verborgene Muster" von 1987 ein wirklich gelungener Einstand. Man erfährt sehr viel über den Protagonisten, den desillusionierten, psychisch angeknacksten Edinburgher Polizisten John Rebus, der hier einen Kindermörder jagt. Bei seinen Ermittlungen bemerkt er, dass der Mörder es auf ihn abgesehen und noch eine Rechnung aus Rebus dunkelster Zeit zu begleichen hat. Unüblich für das populäre Genre der Polizeikrimis und Psychothriller läßt Rankin seinen Figuren - insgesamt alles angeknackste Charaktere, die etwas zu verbergen haben - viel Freiraum und verzichtet auf gradlinige Erzählungen. Dabei verliert sich aber nie die Spannung, sondern intensiviert sich durch viele Protagonisten, Rückblicke, Handlungsstränge und persönliche Eindrücke von Edinburgh. Für mich ist Rankin neben Henning Mankell einer der besten aktuellen Kriminalautoren, und wer dieses spannende Buch gelesen hat, bekommt sicherlich "Appetit" auf die anderen Werke, die seit 14 Jahren die britischen Bestsellerlisten anführen.
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