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Angst und Schrecken in Las Vegas: Eine wilde Reise in das Herz des Amerikanischen Traumes von Hunter S. Thompson |
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Noch erstaunlicher, daß neuerdings ein vierter Name dazugekommen ist, der meist im gleichen Atemzuge genannt wird, obwohl er mit den anderen dreien nicht recht viel gemeinsam hat, und der deren Auflagenzahlen bald zu überflügeln droht.
Choose life. Choose a job. Choose a career. Choose a family. Choose a fucking big television. Choose washing machines, cars, compact disc players and electrical tin openers ... choose DIY and wondering who the fuck you are on a Sunday morning. Choose sitting on that couch watching mind-numbing, spirit crushing game shows, stuffing junk food into your mouth. Choose rotting away at the end of it all, pishing your last in a miserable home, nothing more than an embarrassment to the selfish, fucked up brats you spawned to replace yourself. Choose your future. Choose life... But why would I want to do a thing like that?
So beginnt bekannterweise die Verfilmung von Irvine Welsh' Erstlingsroman Trainspotting. Man nehme ein paar Filmemacher, die bereits im Vorjahr mit "Shallow Grave" die britischen Filmkassen gesprengt haben, eine satte Dosis Sex, Drugs and Rock 'n' Roll: schon hat man den Stoff, aus dem die Kultfilme sind. Eine Zutat nehme man noch, ohne die kein Kultfilm Kultfilm wird: eine Handvoll gängiger Klischees, und auch die sind im Film ordentlich enthalten, wie Regisseur Danny Boyle selbst zugibt. Weiterhin gibt er zu, diese selbst hineingeschmuggelt zu haben, da sie im Buch so nicht zu finden wären, und er würde sie selbst nicht mögen -- aber ohne ginge es nunmal nicht im Filmbusiness.
Und damit wären wir beim Buch, das in Großbritannien bereits Bestseller war, als die Verfilmung noch niemand gedacht hat: Neben den gängigen Klischees fehlen auch jegliche Tabus; ob Drogenexzesse, Sex, Chauvinismus, Krimi, Satire -- Irvine Welsh kennt weder Grenzen noch Kompromisse: Hartes Milieu, harte Typen, harter Humor, härteste Gangart, und dabei doch immer nur vom Feinsten. Ob da einer auf Turkey nach seinen halbaufgeweichten Opiumzäpfchen die Toilette durchwühlt, ein anderer für sein Leben gerne Bullterrier schlachtet, ein weiterer Jagd auf schwule Junkies macht und wieder einer sich bei seinem ersten Analverkehr eine Platzwunde am Kopf zuzieht, weil ihm Hände und Füße gebunden sind, Welsh' Figuren sind Karikaturen, aber doch solche, die aus dem Leben gegriffen sind, und wo genau die Grenze verläuft, weiß keiner. Ihre Namen sind übrigens, ebenso wie die Handlung, Nebensache; weitere Unterschiede zum Film, der zuweilen mehrere Charaktere und Geschehnisse zu jeweils einer Figur und einer Szene zusammenwurstet.
Was sollte ein solches Buch auch für eine Handlung haben? Junkies verbringen nun mal die Hälfte ihres Lebens damit, Stoff zu kriegen, und die andere Hälfte damit, von ihm loszukommen. Und am Ende sind sie alle clean und happy. Oder auch nicht, zumindest nicht bei Irvine Welsh, und außerdem sind die meisten Figuren im Buch eben gerade keine Junkies, oder wenn doch, dann nicht nur. Trainspotting ist kein Drogenbuch: Keine Botschaft, noch nicht mal eine sozialkritische Komponente. Es geht schlichtweg um ein paar arme Schweine, die einfach auch gerne ein bißchen leben. Davon, wie sie das machen, erzählt Trainspotting. Das Buch ist eine Ansammlung von Kurzgeschichten, die irgendwann in irgendwelchen Literaturzeitschriften erschienen und für die Buchform mit einem roten Fädchen umwickelt worden sind. Manche Figuren haben Namen, manche nicht, mal erzählen sie in der ersten Person, mal wird von ihnen in der dritten erzählt, mal sind es die gleichen, mal nicht, ständig wechseln sie ihre Launen, und ständig sind sie verschieden drauf. Chaos statt Systematik. Und gerade diese Hingerotztheit macht Trainspotting so extrem abwechslungsreich und lesenswert -- wie übrigens auch sämtliche anderen Bücher von Irvine Welsh. Wer des Englischen auch nur ein bißchen mächtig ist, sollte Irvine Welsh eigentlich im Original lesen, da der Edinburgh-Straßenslang weder beschreib- noch gar übersetzbar ist. --Dieter Lohr -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Henning Wehland, Sänger und Frontmann der Gruppe H-BLOCKX, liest diese gekürzte Romanfassung und trifft den Ton der literarischen Vorlage: direkt bis derb, ob es um den Gebrauch des "Bestecks" oder um drogenbedingte Verdauungsprobleme geht. Nichts für empfindsame Sprachästheten also, dafür echt und (junkie-)lebensnah.
Wehland gelingt es, die Stimmen von Renton, Spud, Sick Boy, Tommy und Begbie gut voneinander abzusetzen, Dialoge wechseln mit Erzählpassagen. Wer weder Film noch Buch kennt, könnte am Anfang allerdings Schwierigkeiten haben, der Handlung zu folgen. Ein kurzer Inhaltsanriss auf dem Booklet wäre hier sinnvoll gewesen, um sich schon vorab mit den Hauptfiguren vertraut zu machen.
Doch die Aufnahme kann mit Extras aufwarten: Neben der in der Lesung eingesetzten Musik enthält das CD-Paket als Bonus zwei Tracks von H-BLOCKX und einen Multimedia-Track mit Infos zu Irvine Welsh, zum Sprecher und zur Hör-Produktion.
Ein aufwendig gestaltetes Audiobook, das den Geist der literarischen Vorlage sehr gut trifft und als Vertonung eine eigene Qualität gewinnt: Gesprochen kommt "Sch..." nun mal besser rüber, als auf bedrucktem Papier.
Spieldauer: 170 Minuten, 3 CDs.
--Gudrun Christoph
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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