Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein weiterer heißer Sommer in Boston, 1. Dezember 2008
Gute zwei Jahre sind vergangen, seit ich den ersten Teil der "Rizzoli/Isles"-Reihe gelesen habe, was sich nun, bei der Lektüre des Nachfolgers "Der Meister", ein wenig zu meinem Nachteil ausgewirkt hat, denn Tess Gerritsen nimmt mehr als nur einmal Bezug auf die in ihrem Erstling geschilderten Ereignisse. Deswegen vorneweg der Tipp: Wer "Die Chirurgin" gerade beendet hat, sollte nicht allzu lange mit "Der Meister" warten, da es dem Leser sonst möglicherweise etwas schwerer fallen wird die Zusammenhänge zu verstehen.
Die Story setzt ein Jahr nach der Ergreifung des Serienmörders Warren Hoyt, dem so genannten "Chirurgen", ein. Detective Jane Rizzoli vom Boston P.D. leidet immer noch unter Albträumen, aufgrund der Umstände bei der Verhaftung Hoyts, wo sie ihm fast selbst zum Opfer gefallen wäre. Während sie sich nach außen hin, besonders gegenüber den männlichen Kollegen, tough und hart gibt, hat ihre Psyche die Vergangenheit nicht ansatzweise verarbeitet. Nun wird sie von einem Beamten aus der reichen Vorstadt zu einem Fall hinzu gerufen, der mehr als nur ein paar Parallelen zu den Verbrechen Hoyts aufweist.
Ein Ehepaar ist in seiner Villa überfallen und der Mann grausam mit einem Schnitt durch die Kehle hingerichtet worden. Von der Frau fehlt, bis auf ein in blut getränktes, sorgfältig gefaltetes Nachthemd, jegliche Spur. Die Rekonstruktion des Tatorts mithilfe des Luma-Lights ergibt, dass man die Frau vor den Augen des gefesselten Ehemanns vergewaltigt hat. Als einige Tage später die Leiche der Ehefrau entdeckt wird und Warren Hoyt die Flucht aus der Haft gelingt, ist es mit Rizzolis Seelenruhe endgültig vorbei. Ihre Fassade der stets kontrollierten und eiskalten Polizistin beginnt zu bröckeln. Ungewollte Unterstützung erhält sie in erster Linie in Form des FBI-Agenten Gabriel Dean, der jedoch mehr über den Fall zu wissen scheint, als er bereit ist preiszugeben. Und nachdem weitere Leichen gefunden, bestätigt sich ein früh geäußerter Verdacht. Arbeitet der neue Serienmörder nun mit seinem entflohenen "Meister" zusammen?
Gerritsen zweites Werk um die Powerfrau Rizzoli knüpft sowohl inhaltlich als auch vom Stil her am vorherigen Bestseller an und kann, trotz der etwas einfallslosen Rückkehr eines vorherigen Serienmörders, plottechnisch überzeugen. Im Gegensatz zum Vorgänger nimmt sich die Autorin allerdings diesmal erheblich mehr Zeit, die einzelnen Figuren näher zu beschreiben. So erfährt man nicht nur mehr über das angeschlagene Innenleben Rizzolis, sondern erhält auch gleichzeitig einen tieferen Einblick in die Gedankenwelt des Chirurgen, die beinahe beängstigend logisch seziert wird.
Überhaupt ist auch "Der Meister" keine Lektüre für Zartbesaitete. Zwar hält sich Gerritsen, die übrigens selbst Medizinerin ist, diesmal mit arg blutigen Schilderungen zurück. Eindringlich beschriebene Leichenbeschauen und die ausführliche Erörterung des Themas Nekrophilie tun jedoch ihr übrigens, um bei etwas empfindlicheren Gemütern den Magen revoltieren lassen. Diese detaillierten Schilderungen betreibt sie allerdings stellenweise bis zum Exzess, worunter die Spannung, die erst gegen Ende richtig anzieht, leider etwas leidet. Zudem gingen mir (als männlicher Leser) mitunter Rizzolis geistige Schmährufe auf die ja ach so gnadenlose und auf eine Schwäche wartende Macho-Männlichkeit auf die Nerven. Größter Minuspunkt bleibt jedoch das Ende, das mir viel zu schnell und unbefriedigend ausgearbeitet wurde.
Insgesamt ist "Der Meister" ein beklemmender, atmosphärisch sehr dichter Psycho-Thriller, der sich literarisch hinter den Werken eines Jeffery Deavers nicht zu verstecken braucht, dem in Punkto Spannungsaufbau aber noch die richtige Balance fehlt.
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50 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Fortsetzung von Die Chirurgin, 4. März 2004
Von Ein Kunde
Ein Jahr nach der Ergreifung des Serienmörders Warren Hoyt leidet Detective Jane Rizzoli vom Boston P.D. noch immer unter Albträumen. Nach außen, besonders gegenüber den ausnahmslos männlichen Kollegen, gibt sie sich hart wie eh und je, an die physischen Verletzungen erinnern nur noch Narben, aber ihre Psyche hat sich noch nicht erholt. Da wird sie von einem Beamten aus der Vorstadt zu einem Fall hinzugezogen, der Parallelen zu den damaligen Verbrechen aufweist. Ein Ehepaar wurde in seinem Haus überfallen, der Mann wurde ermordet, von der Frau fehlt jede Spur. Aber im Schlafzimmer findet sich ihr sauber zusammengefaltetes Nachthemd.Die Rekonstruktion des Tatorts ergibt, dass die Frau vor den Augen des gefesselten Mannes vergewaltigt wurde, und der Täter ihm anschließend die Kehle durchgeschnitten hat. Einige Tage später wird die Leiche der Ehefrau entdeckt, und der FBI-Beamte Gabriel Dean erscheint auf der Bildfläche. Rizzoli ist davon wenig begeistert, nährt es doch in ihr wieder das Gefühl, dass man ihr als Frau keine wichtige Ermittlung zutraut. Noch dazu scheint Dean mehr über den Fall zu wissen, als er preisgibt. Als Hoyt die Flucht aus der Haft gelingt, beginnt Janes sorgsam aufrechterhaltene Fassade der Powerfrau zu bröckeln. Sie fühlt, dass der Psychopath noch eine Rechnung mit ihr begleichen will. Als weitere Morde geschehen, deutet vieles darauf hin, dass der neue Serienmörder sich jetzt mit seinem „Meister" zusammengetan hat - dem Chirurgen. Auch Agent Dean wittert nun die Gefahr für Rizzoli, sein Beschützerinstinkt wird dabei nicht nur aus professioneller Sicht geweckt. Mit „Der Meister" ist der Autorin eine hervorragende Fortsetzung zu ihrem letzten Bestseller gelungen. Wer schon von „Die Chirurgin" begeistert war und die Figur Rizzoli mochte, wird hier voll auf seine Kosten kommen. Man erfährt mehr über die toughe Großstadtpolizistin und ihr angeknackstes Innenleben. Auch gewährt Gerritsen dem Leser in eingeschobenen Passagen Einblicke in die Gedankenwelt des Chirurgen. Zartbesaitete sollten jedoch Abstand nehmen. Die Schriftstellerin ist selbst Medizinerin. Die Leichenbeschau wird eindringlich beschrieben, auch Nekrophilie ist ein Thema. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, dem liefert dieses Buch spannende Unterhaltung. Janes Unsicherheit und Ängste sind für den Leser fast spürbar. Man fühlt die näher rückende Bedrohung und wünscht sich bei mancher Szene, wie im Kino kurz die Augen schließen zu können. Der Showdown hält, was das Buch verspricht. Dies ist ein Thriller vom Feinsten.
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25 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Kein Vergleich zum Vorgänger - eher ein bemühtes Zwischenspiel, 18. Juni 2008
Nachdem ich Die Chirurgin" gelesen und für gut befunden habe, kaufte ich mir gleich Der Meister". Aber schon der Klappentext machte mich skeptisch. Ich hatte die Figur Jane Rizzoli als nicht unbedingt so sympathisch in Erinnerung - und Der Meister" hat nun diese allein zur Hauptfigur. Das war der Grund, weshalb ich das Buch erst mal ins Regal stellte. Dumm eigentlich, denn diese Befürchtung war vollkommen unangebracht. Vielmehr bekommt der Leser in Der Meister" einen besseren Einblick in die Hauptfigur, sodass man sich mit Jane Rizzoli auch identifizieren kann. Ich jedenfalls konnte ihr die in Die Chirurgin" teilweise aufgekommene Antipathie verzeihen.
Mitgefiebert habe ich aber dennoch nicht. Dazu ist die Story des Buches einfach zu vorhersehbar und geradlinig. Tess Gerritsen hat hier eigentlich nicht wirklich einen Thriller geschrieben, sondern eine Charakterstudie ihrer Hauptfigur. Wer Spannung sucht, ist jedenfalls hier beim falschen Werk. Während des Lesens habe ich mir immer gedacht: Mensch, wen interessieren diese kleinen Minischritte, wann kommt endlich die Geschichte in Gang?" Die Antwort: Auf den letzten 20 Seiten. Davor liest man sich durch 400 Seiten Polizeiarbeit, was nur mager mit Spannungsmomenten gespickt ist. Entsprechend habe ich das Buch auch immer wieder gut aus der Hand legen können. In den Lesepausen" habe ich insgesamt 7 andere Romane gelesen.
Schlecht ist das Buch deshalb nicht. Und da ich schon den Folgeband gekauft habe, bin ich gespannt, wie es weitergehen wird - hoffentlich aber dann mit mehr Thrill. Denn diesmal habe ich nicht mehr vorgekauft ...
Fakt ist: Das Buch hätte gut um die Hälfte gekürzt werden können. Ich sehe es, als eine Art Zwischenstück. Aber kein Vergleich zu Die Chirurgin"!
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