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27 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Rundumschlag gegen Konzerne und Globalisierung, 20. Januar 2007
Die Ansammlung von Billionen an Kapital, der Verkauf von Image statt Produkten, sklavenartige Produktionsbedingungen in der Dritten Welt, Marketing, PR und Lobbys, die in alle Bereiche der Gesellschaft vordringen - und traumhafte Steuervorteile. Die steigende Macht der Konzerne geht einher mit der Entmachtung der Bürger, beim freien Kapital- und Güterverkehr werden weltweit alle Nationen gegeneinander ausgespielt. Die systematische Privatisierung von öffentlichem Eigentum und hoheitlichen Prozessen ist eine Entwicklung, so kritisiert die Aktivistin Naomi Klein, die das vielfältige gesellschaftliche und politische Leben reduziert und allein auf den Profit ausrichtet. Traf sich früher alles auf dem öffentlichen Dorfplatz und diskutierte, so geht man heute in das private Einkaufszentrum und konsumiert. Einige Beispiele wie die Recherche in Arbeitsenklaven auf den Philippinen oder der Coca-Cola-Tag an US-Schulen, bei dem unangepasste Schüler mit Pepsi-T-Shirt verwiesen wurden, zeigen die absurdesten Auswüchse dieser Entwicklung.
Für Einsteiger in die Globalisierungskritik ist es ein schönes Buch mit vielen Beispielen, allerdings sind die Themen weitgehend bekannt und das Ganze sehr breit ausgeführt. Die halbe Seitenzahl hätte es auch getan. Der Fortgeschrittene wird es kaum bis in den hinteren Teil schaffen, und der Einsteiger noch nicht so weit sein, wenn die erfahrene Aktivistin die Aktionen und Proteststrategien vorstellt, die in der Vergangenheit am erfolgreichsten waren. Plötzlich ist von der "Befreiung der Straßen", von Produktboykott und internationalen Antiglobalisierungsforen die Rede. Obwohl wir ja offiziell in einer Demokratie leben, sind große, konzertierte Aktionen à la Greenpeace notwendig, wenn die Bürger ihre Wünsche gegen die Macht der Konzerne durchsetzen wollen. Ich denke, eine Aufteilung in zwei Bücher für zwei verschiedene Zielgruppen wäre besser gewesen.
Kritikpunkt 2: Das Datenmaterial ist von 1995-1999. Die Entwicklung, u.a. die Kapitalakkumulation, der Arbeitsplatzabbau sowie die Steuerbefreiung von Konzernen, hat sich inzwischen noch deutlich verschärft.
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39 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Mehr Wissen - mehr Freiheit?, 9. August 2001
Von Ein Kunde
"Kinderarbeit, Hungerlöhne und miserable Arbeitsbedingungen in der Dritten Welt? Massenentlassungen in den Industriestaaten? Ja klar, davon hab' ich doch schon einiges gelesen und gesehen. Das haben wir doch alle, oder? Wieso soll ich denn jetzt noch ein Buch darüber lesen?" So, oder jedenfalls so ähnlich, war mein erster Gedanke, nachdem ich das Cover gelesen hatte. Aber glauben Sie mir: Es gibt noch mehr zu wissen und vor allen Dingen ist dies auch sehr gut darzustellen. No Logo ist eine Recherche, die nicht mitten im Buch einmal eintönig wird, was bei diesem Thema aber eigentlich auch gar nicht passieren dürfte, obwohl alle Konzerne anscheinend das Gleiche machen. Stattdessen bekommt der Leser einiges über die Chefetagen der Konzerne und deren Politik zu hören, die sicherlich, wie es auf dem Cover steht, zu den wenigen Gewinnern gehören, aber besonders erweitert sich das Wissen über die Verlierer, egal ob sie schier unendlich weit entfernt wohnen - oder besser: vegetieren - oder direkt bei uns allen in der Nachbarschaft. Denn jeder, der sich nicht bewusst darüber ist, wie auf ihn überall Einfluss genommen wird, gehört sicherlich dazu.Daher leistet Naomi Klein mit diesem Buch grandiose Aufklärungsarbeit zu Themen, die jeden betreffen und somit auch für alle interessant sein müssten, für mich als Schüler genauso - oder sogar in besonderem Maße - wie für Menschen, die aus dem Erwerbsleben gehen, egal ob freiwillig oder ob sie "gegangen werden", wie man in No Logo erfahren kann. Ja, vielleicht ist es auch interessant für die darin beschriebenen Manager, die zwar sowieso wissen, was sie lesen werden, aber ein anderer Blickwinkel kann ja nicht schaden. Bleibt nur noch zu sagen, dass ich Ihnen leider gar keinen Spaß beim Lesen wünschen kann, weil der Inhalt sicherlich nicht zu Jubelschreien führen wird. Aber Spaß zu haben, das sollte definitiv nicht der Grund sein, sich diesem Buch zu widmen.
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33 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Zu oberflächlich, 7. August 2004
Von Ein Kunde
Die Stärke des Buches von Naomi Klein besteht meiner Meinung nach in der sorgfältigen, gut recherchierten Darstellung der Produktionsmethoden vieler Großkonzerne. Auch der Einfluß des "Brandings" auf das öffentliche Leben (Verlust "markenfreien" Raums etc.) und die Geschäfts-und Marketing- "Philosophien" einiger Multis werden gut nachvollziehbar beschrieben.(Für mich) nicht nachvollziehbar ist, dass Klein an einigen Stellen den Eindruck erweckt, gegen das Vorhandensein von Marken "an sich" zu sein- auch das auf dem Buch befindliche Logo "One Earth Spirit" ist definitiv eine Marke- der Konsument sieht das Label und weiß, dass er es hier mit einem Buch zu tun hat, dem eine gewisse Einstellung (in diesem Falle konzernkritisch) zugrunde liegt. Insgesamt geht Klein nicht genug in die Tiefe- so weist sie z.B. an vielen Stellen auf die Kooperation internationaler Multis mit den diktatorischen Regimen der Länder, in denen sie produzieren, hin, wirklich konkretisiert werden diese Verflechtungen jedoch höchst selten. Höchst oberflächlich bis gar nicht vorhanden ist auch eine Betrachtung der Rolle, die Nationalstaaten oder internationale Institutionen in dem von ihr mit Recht kritisierten Wirtschaftssystem spielen; kurioserweise wird jedoch gegen Ende des Buches mit einem (!!!) Satz erwähnt, dass der Kapitalismus in der vorhandenen Form überhaut nicht existieren könnte, wenn ihn die Staaten mit ihrer Politik zu unterbinden wüßten.
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