Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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43 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
1040 Seiten sind nicht genug!, 17. Februar 2007
Als süffig bezeichnet man umgangssprachlich einen gut trinkbaren, angenehm schmeckenden, spritzigen und erfrischenden Wein. Ein derartiger Begriff müßte für den ersten historischen Roman Die Madonna von Murano" von Charlotte Thomas noch erfunden werden!
Venedig, 1475. Eine junge, hochschwangere Frau versucht in den verwinkelten Gassen der Stadt verzweifelt ihren Verfolgern zu entkommen, aber ihre Häscher holen sie ein. Bevor sie stirbt, bringt sie noch eine Tochter auf die Welt, Sanchia, die von einem zur Hilfe herbeigeeilten Glasmalermeister nach dem Tod der jungen Mutter an Kindes statt aufgenommen wird. Früh muß Sanchia feststellen, dass ein dunkles Geheimnis auf ihrer Herkunft liegt. Als sie den jungen Patrizier Lorenzo kennen und lieben lernt, holt sie die Vergangenheit ihrer Mutter wieder ein und die Situation spitzt sich dramatisch zu.
Der Klappentext verspricht zunächst einen historischen Roman, der das derzeit gängige Motiv einer starken Frau, die sich trotz großer Widerstände im Leben durchsetzen muss, thematisiert, scheint also nicht viel Neues zu bieten. Dennoch hat mich der Roman in kürzester Zeit in seinen Bann gezogen und ich habe die über 1000 Seiten geradezu verschlungen. Charlotte Thomas verfügt über ein erzählerisches Talent das selbst alltäglichste Verrichtungen in einem Leben zur Zeit der Renaissance interessant macht. Hinzu kommt, dass sie auch ihren Nebenfiguren Raum und damit Lebendigkeit gibt, so dass es neben der Protagonistin Sanchia eine Vielzahl interessanter Figuren und Charaktere gibt, ähnlich einem Gemälde der Renaissance. Die Schicksale von Adligen, Klerikern, Kaufleuten, Handwerkern, Künstlern, Kurtisanen und Heilkundigen hat die Autorin geschickt verwoben und so mit der Serenissima des ausgehenden 14. Jahrhunderts verknüpft, dass ein farbenprächtiges, üppiges Bild des Venedigs der beginnenden Renaissance entsteht. Einer Zeit der Lagunenstadt, die geprägt ist vom aufstrebenden Seehandel, Kunst, Pracht aber auch von polititschen Intrigen, Krieg, Sklaverei, Gewalt, Pest, Elend, Glaube und Aberglaube. Gepaart mit dem spannungsgeladenen und geheimnisvollen Familiengeheimnis, das Charlotte Thomas uns erzählt, erlebt der Leser einen regelrechten Leserausch.
Charlotte Thomas Roman ist in einer angenehm, flüssigen Sprache geschrieben, die mich ebenso wie die Erzählkraft der Autorin sehr an die Romane von Rebecca Gablé erinnert hat.
Zu bemängeln habe ich lediglich, dass das Familiengeheimnis für mich nicht ganz so dramatisch und reißerisch hätte sein müssen, um Die Madonna von Murano" zu genießen, was aber der Lesefreude auch nicht abträglich war. Nicht unbedingt notwendig ist meines Erachtens auch, dass Sanchia sehr vielen historischen Figuren zum Teil auch nur kurz begegnet.
Charlotte Thomas hat mit ihrem ersten historischen Roman ein prächtiges Bild der Serenissima der beginnenden Renaissance entwickelt, das sich wie im Flug liest, kaum aus der Hand zu legen ist und die Leser mit Haupt- und Nebenfiguren mitleben, -lieben und -leiden lässt. Ich bewerte "Die Madonna von Murano" mit 4,5 Sternen und wünsche der Autorin viel Erfolg mit diesem historischen Roman. Das allerdings nicht uneigennützig - ich hoffe jetzt schon auf einen weiteren Roman. Wer weiß, vielleicht ist die Geschichte von Sanchia ja noch nicht zu Ende erzählt und wir dürfen uns auf eine Fortsetzung freuen?
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47 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Die Madonna mit dem Engelshaar, 8. Januar 2008
Da über den Inhalt des Romans bereits einiges geschrieben wurde, werde ich mich auf meinen persönlichen Eindruck beschränken. Zu meinem grossen Schrecken musste ich feststellen, dass ich mich dem allgemeinen Begeisterungstaumel nicht ohne weiteres anschliessen kann, obwohl mir die Geschichte, der Inhalt und das Erzähltempo gut gefallen haben. Genauso wie die farbigen Beschreibungen der Personen, deren Komplexität und die sympathische Heldin. Ausserdem fand ich den Roman hervorragend recherchiert und die Orte gut beschrieben.
Insgesamt gesehen gab es jedoch einige Punkte, die mich wirklich gestört haben. Dazu gehört z.B. der ErzählSTIL. Die Autorin schafft es gekonnt Spannung aufzubauen und hochzukochen. An der Stelle allerdings, wo dann die Auflösung erfolgen sollte, endet jedoch meist das Kapitel und ein Ort- bzw. Zeitsprung erfolgt. So wird der Leser erstmal im Regen stehen gelassen, und erfährt dann erst sehr viel später, was denn nun aus der Situation geworden ist. Das passiert oft, und in einem Fall muss man sich 350 Seiten gedulden, um die Auflösung zu bekommen.
Die Informationsvergabe war überhaupt ein Punkt, an dem ich an manchen Stellen zu knabbern hatte. Zwar wird die Geschichte aus Sanchias Sicht beschrieben, aber dennoch bekommt man nicht alle Informationen mitgeteilt, die der Heldin zugetragen werden, wie in dem Fall, als die Kurtisane Giulia ihrer Freundin Sanchia am Krankenbett in das Geheimnis von Lorenzos Familie einweiht. So ist es schwer, Sanchias Position einzunehmen und sich mit ihr zu identifizieren, wenn immer wieder Informationen zurückgehalten werden und man Sanchia dadurch nicht folgen bzw. sie verstehen kann.
Ein weiterer Punkt, den ich als störend empfand, war die Einbettung der historischen Daten, Fakten und Personen in die Geschichte. Besonders die historischen Personen waren für meinen Geschmack nicht in den Roman integriert, sondern wirkten aufgesetzt. So kreuzen namhafte Künstler wie Leonardo da Vinci, Michelangelo oder Albrecht Dürer Sanchias bzw. Lorenzos Weg - aber ohne jeden Sinn. Diese Begegnungen brachten weder die Geschichte noch den Inhalt nach vorn, sondern verwirrten mich irgendwann, weil sich mir die Bedeutung nicht erschloss, und sich daraus auch nichts entwickelte. Das gleiche gilt für die historischen Daten und Begebenheiten. Sie sind zwar wirklich gut recherchiert, aber lenken meiner Ansicht nach von der Story ab. So hätte man z.B. auf die ganze Borgia-Episode in Rom verzichten können, da sie weder mit Sanchia noch mit Lorenzo etwas zu tun hat, von der eigentlichen Handlung aber ablenkt, und auch später nicht mehr vorkommt. Sie hat für den Roman keinerlei Relevanz. Dadurch verliert jedoch die Dramatik der Geschichte an Kraft und verwässert den Handlungskern in gewisser Weise, was ich sehr schade, weil überflüssig, fand. Hier wäre weniger wirklich mehr gewesen.
Das gleiche gilt für das Buchende. Irgendwann wurde Sanchia einfach zu oft nach dem Leben getrachtet, dass ich es auch noch beim dritten und vierten Mal ebenso dramatisch hätte erleben können, wie beim ersten Versuch. Das war mir dann zuviel des Guten und hat bei mir keine Spannung mehr erzeugen können, sondern wurde lediglich zur Kenntnis genommen.
Nichtsdestotrotz fand ich den Roman gelungen und auch lesenswert. Ich hätte mir allerdings zahlreiche Kürzungen gewünscht, damit die eigentliche Geschichte zwischen Sanchia und Lorenzos Familie besser zur Geltung gekommen wäre, ohne die vielen Nebenhandlungen, die meiner Ansicht nach der Geschichte abträglich waren und auf mich störend wirkten.
Trotz der Kritikpunkte war das für mich ein guter und 'gehaltvoller' Roman, den ich gerne weiterempfehlen möchte.
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44 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Fortsetzung bitte!, 7. März 2007
Kein Buch hat mich in der letzten Zeit so gefesselt wie dieses. Alles in allem hab ich für die 1028 Seiten drei Tage gebraucht, weil ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte.
Sämtliche Protagonisten sind so lebendig beschrieben, dass man sich mühelos in sie hineinversetzen und mit ihnen mit lieben, leiden und lachen kann. Nebenbei lernt man einiges über die Heilkunst im Mittelalter, die Herstellung von Glas und das fast unmögliche Unterfangen, den perfekten Spiegel herzustellen.
Sanchia begegnen immer wieder Personen, die zur damaligen Zeit wirklich gelebt haben. In Venedig trifft sie auf Albrecht Dürer, in Florenz auf Savonarola und in Rom auf die Borgias.
Wer die Bücher von Rebecca Gable mag, ist bei Charlotte Thomas bestens aufgehoben.
In meinen Augen ist Sanchias Geschichte noch nicht zu Ende erzählt. Für mich hätte das Buch noch 1000 Seiten mehr haben können und ich hoffe sehr auf eine Forsetzung.
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