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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
London im 16 Jahrhundert, 10. Juni 2008
Zunächst habe ich einen reinen Unterhaltungsroman erwartet, aber schon schnell wird klar, dass hier ein genauer historischer Text verborgen liegt. Die Handlung ist komplex gehalten, die Schauplätze atmosphärisch eingesetzt.
Damit lässt sich das Buch nicht nur abgenehm lesen, es sind auch historisch bemerkenswerte Szenen zu genießen.
Manchmal gibt es etwas Leerlauf, doch meistens bleibt es packend.
Die Liebesgeschichte steht zum Glück nicht unzulässig im Vordergrund. Der Romantikanteil ist nur so weit wie nötig in die Handlung integriert.
Die Sprache stilistisch Modern gehalten. Das ist nicht ungewöhnlich bei vielen historischen Unterhaltungsromanen, aber bei Die Spionin stört es kaum, doch ein wenig hätte die Sprache schon die Zeit reflektieren dürfen.
Die Geschichte ist konsequent rückblickend aus Sicht Alysons erzählt. Das heißt, auch Ereignisse, die sie nicht kennt, erfährt man beim Lesen nicht eher als sie. Diese Erzählhaltung führt den Leser sehr eng an die Geschichte. Nachteilig dabei ist, dass dem Leser die Figuren mit Ausnahme von Alyson nicht so Nahe stehen. Schade, dass gerade Königin Elizabeth für mich zu den nicht fassbaren Figuren gehörte. Da erreichte mich Maria Stuart in ihrer einzigen kurzen Szene noch besser.
Manche Personen sind in ihren Motiven aufgrund Alysons Unerfahrenheit in manchen Belangen zunächst nicht durchschaubar. Dadurch sind jedoch auch viele Überraschungen Wendungen möglich
Die Entwicklung Alysons ist glaubwürdig und gut gemacht: Vom Londoner Straßenkind und Waise zur Spionin, die mal als Hofdame, dann sogar verkleidet durchaus fähig ist auch zu kämpfen. Alyson ist für mich die herausragende Person im Roman. Hin und wieder hätte ich mir gewünscht, dass die Figur dabei auch psychologisch mehr ausgeleuchtet wird. Die verschiedenen Ereignisse, die ihr Leben so stark beeinflussen, müssten auch sie noch mehr verändern. Möglicherweise ist das von mir auch zu modern gedacht. Viele gute Ansätze dazu gibt es trotzdem. Dem Leser werden Alysons inneren Konflikte zwischen auch gewalttätigen Szenen gut vermittelt. Sie fragt sich zum Beispiel bei der Hinrichtung der ehemaligen schottischen Königin Maria Stuart, ob sie schon verroht ist, weil sie keine Trauer verspürt.
Andererseits sprechen ihre Taten mehr Worte als ihre Gedanken, denn wiederholt hilft sie Menschen in Bedrängnis, auch wenn sie sich und ihre Mission damit in Gefahr bringt. Und dass sehr zum Verdruss ihrer Kontaktpersonen. Diese Diskussionen über den Zwiespalt zwischen Moral und Menschlichkeit sowie Verantwortung und Treue nur gegenüber England und der Königin sind sehr interessant.
Steht der historisch belegte Sir Francis Walingham, der den englischen Spionagering aufgebaut und Alyson ausgebildet hat, auch für ein System voller Tod, Doppelspionen und sogar Folter, ist er nicht nur unmenschlich dargestellt. Es gibt Momente der Sympathie zwischen ihm und Alyson. Doch es bleibt stets Alyson, an der sich die Menschlichkeit in diesem System, zeigt.
Ihre zwischenmenschlichen Beziehungen zu Männern werden aufgrund der Situation dauerhaft belastet. Eine einfache Lösung dafür gibt es realistischerweise nicht.
Die Spionin bietet auf über 600 Seiten mehr als nur gute Unterhaltung.
Ohne, dass ich mich getraue, den historische Gehalt zu bewerten, habe ich den Eindruck, dass der historische Anteil vollkommen in die packende, spannende Handlung integriert ist. Der Konflikt zwischen reiner Unterhaltung und trockenen Geschichtsunterricht, den so manchen historischen Roman belastet, ist hier vollständig aufgelöst.
Ich halte den Aufbau der Geschickte auch für logisch und geschickt bis zu Ende durchgehalten. Man sollte Die Spionin daher nicht unterschätzen.
Corina Bomann ist somit die neueste Entdeckung im historischen Roman. Auf weitere Bücher von ihr hoffe ich sehr.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Raben von London, 7. Juni 2008
Ein schöner historischer Roman. Er spielt kurz vor der Zeit des spanischen Angriffs auf England mit der großen Armada. Ein kleines Mädchen wird von Lord Walsingham - dem Herrn der Spione - ausgebildet und eingesetzt. Sie wird damit zum Raben, zum Spion, dessen Lebensziel und auch unter Umständen Lebenseinsatz der Schutz Englands und seiner Königin ist. Sie beschreibt aus der Erinnerung der Frau, die die Nachricht erhalten hat Königin Elisabeth sei verstorben ihre eigene, mit der Geschichte der Königin verbundene Geschichte als Ich- Erzählerin. In der Perspektive der erwachsenen Frau ihre Entwickung vom behüteten Kind eines Gefängnisaufsehers über das stehlende und hungrige Waisenkind bis zur Spitzenagentin im Haushalt des feindlichen- spanischen Flottenadmirals.
Auf diesem Weg erlebt die Protagonistin viel spannendes und berührendes, muß Trennung von den Geschwistern und den Tod von Freunden und Kollegen ertragen, aber auch die schlechte Laune ihrer Königin erlebt sie in der Rolle der königlichen Hofdame mit.
Ein sehr gut lesbar und flüssig geschriebenes Buch, dass dieses spannende Kapitel der europäischen bzw. der Weltgeschichte beleuchtet. Man muß nur wenig Phantasie aufwenden um zu wissen, dass die Welt heute völlig anders aussähe, wäre die Invasion Englands geglückt. Diese Weggabelung der Weltgeschichte und ihre Protagonisten lässt dieses Buch lebendig werden. Die Raben von London sind die Raben, die den Tower umfliegen und von denen die Sage geht, dass wenn sie verschwinden das Königreich fällt. Die Raben sind aber auch die Menschen um Walsingham, die ihrer Königin loyal bis in den Tod dienen.
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein gelungener Debütroman!, 26. Mai 2008
Nach dem Tod ihrer Eltern, sorgt die vierzehnjährige Alyson ganz allein für ihre beiden jüngeren Geschwister. Da sie keinerlei Besitz haben, bleibt Alyson nur eine Möglichkeit, sich und die beiden durchzubringen- sie muss stehlen!
Als sie eines Tages nach dem erfolgreichen Diebstahl eines ofenwarmen Brotes, voller guter Dinge zu ihren Geschwistern zurückkehrt, wird sie zufällig Zeugin, wie düster wirkende Männer einen anderen Mann kaltblütig töten.
Voller Panik flieht sie durch die engen Gassen Londons, um ihre sehr hartnäckigen Verfolger abschütteln zu können. Ein Unterfangen welches sich fast als unmöglich herausstellt.
Doch in letzter Minute wird sie von ebenfalls ihr unbekannten Männern aufgegriffen und festgesetzt.
Sie wird in den Tower gebracht und von keinem geringeren als Sir Francis Walsingham, oberster Sicherheitsmann im Dienste der Königin, höchstpersönlich, verhört.
Er offenbart ihr, dass ihre Verfolger und auch der Getötete selbst, Spione waren. Doch auch Walsingham ist für sein engmaschiges Spionagenetz berühmt und berüchtigt und hat so der Königin oftmals gute Dienste geleistet.
Sir Francis sieht in der jungen Alyson eine überaus fähige Person mit einer großen Auffassungsgabe und so macht er ihr das Angebot, sie als Spionin auszubilden. Als Gegenleistung will er dafür sorgen, dass ihre Geschwister in reichen Familien aufgenommen werden um dann ein besseres Leben führen können.
So sind Alyson die Hände gebunden und sie willigt ein, auch wenn Sir Francis ihr wenige Zeit später gesteht, dass er ihre Geschwister leider nur tot in ihrem Versteck aufgefunden hat. Er spricht eindeutige Verdächtigungen gegen die spanischen Spione aus, die auch Alyson töten wollten und Alyson schwört verbittert Rache!
Die Ausbildung zur Spionin erfolgt auf Sir Francis Landsitz und schnell freundet sich Alyson dort mit dem etwas älteren Geoffrey an, der ebenfalls zum Spion ausgebildet wird.
Obwohl Alyson sehr wissbegierig ist und eine schnelle Auffassungsgabe hat, ist die Ausbildung sehr hart und oftmals ist Geoffreys Unterstützung ihr einzigster Trost.
Es kommt wie es kommen muss- beide verlieben sich ineinander, doch bevor sie das erste Mal zusammen schlafen, wird Geoffrey zu seinem ersten Einsatz einberufen und dabei getötet.
Alyson ist am Boden zerstört- einzig der Gedanke an Rache; denn einmal mehr waren die spanischen Spione Schuld am Tod eines ihr Nahestehenden, hält sie aufrecht und spornt sie weiter an, ihre Aufgabe zur vollsten Zufriedenheit aller auszuführen.
Die Gelegenheit sich zu bewähren, kommt schneller, als sie ahnen kann, denn eines Tages wird sie von Sir Francis als Hofdame in den Hofstaat der Königin, Queen Elizabeth I. einberufen: Dort trifft sie auf einigen Wiederstand; selbst die Königin ist zunächst mehr als skeptisch, als sie erfährt, dass die noch sehr junge Alyson von Sir Francis dazu eingesetzt wird, ihr Leben zu beschützen...
Die Spionin" von Corina Bomann ist ein interessanter Debütroman einer deutschen Autorin, der den Leser ins elisabethanische Zeitalter entführt und vertraut macht, mit politischen Schach und Winkelzügen eines der berüchtigtesten und undurchschaubarsten Anhänger Queen Elizabeth I. und Begründer des englischen Geheimdienstes; Sir Francis Walsingham, dessen Spionagenetzwerk sich über ganz Europa verteilte.
Auch wird beleuchtet, welchen Anteil er selbst daran hatte, die katholische Cousine der Königin, Queen Maria I. von Schottland, eine potentielle Gefahr für den britischen Thron; des geplanten Mordes an Elizabeth zu überführen und damit ihren Sturz zu fördern. (Babington- Verschwörung)
Interessant und vielschichtig gezeichnet, ist die Romanfigur Alyson. Obwohl sich die Autorin leider nicht der einzigartige Ausdrucksweise des elisabethanisches Zeitalters für ihren Romanfiguren bedient, ist ihr Erzählstil trotzdem unterhaltend und die Erlebnisse und Abenteuer ihrer beherzten Heldin, die sich oft in fast auswegslosen Situationen wiederfindet, sind spannend in Szene gesetzt, so dass sich die 658 Seiten wir im Flug lesen lassen.
Ein wenig hätte ich mir jedoch gewünscht, dass gerade Alysons Ausbildung ein wenig ausführlicher von der Autorin beleuchtet worden wäre, denn allein ihre Ausbildung durch Kryptograph Thomas Phelippes , der sie unter anderem in die Geheimnisse der Dechiffrierung von Geheimbotschaften einweist, ist eine durchaus faszinierende Tätigkeit und ich hätte gerne mehr darüber erfahren.
Fazit: Ein gelungener Debütroman mit kleinen Schwächen, der auf spannende und unterhaltsame Weise eine interessantes Stück Geschichte" wieder zum Leben erweckt... (NG)
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