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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Reif für die Insel?, 26. März 2006
Der Schauplatz des Mordes in ihrem Roman ist ein Klassiker, die Autorin ist es längst und so darf sie das, was man anderen Krimiautoren vielleicht übel nehmen würde: Mord auf einer abgeschiedenen Insel mit nur einer Handvoll von Verdächtigen, wunderbar in Szene gesetzt von Altmeisterin Agatha Christie, nun neu aufgelegt von einer anderen Old Lady des britischen Kriminalromans, die ebenfalls als Queen of Crime bezeichnet wird - Phyllis Dorothy James.Zehn Tote muss es auf Combe Island nicht geben, bis Commander Adam Dalgliesh auf den Plan tritt, einer reicht dafür aus. Die Insel vor der Insel nahe Cornwall (ein fiktiver Ort) soll ein Refugium sein, in das sich hochrangige Persönlichkeiten von ihrem anstrengenden Beruf in aller Abgeschiedenheit erholen können, so steht es in der Satzung der Stiftung. Außerdem ist dort verankert, dass auch diejenigen ein Besuchsrecht haben, die auf der Insel geboren wurden, was gegenwärtig nur eine Person zutrifft: auf den bekannten Schriftsteller Nathan Oliver. Dieser droht dem Verwalter Rupert Maycroft, sich fest auf Combe Island niederzulassen und beansprucht das schönste Cottage der Insel für sich, in dem die letzte Nachfahrin des Stifters Emily Holcombe lebt, womit er sich nicht gerade beliebt bei ihr macht. Doch auch bei den übrigen Bewohnern, den Angestellten und den beiden zur Zeit anwesenden Gästen ist der egozentrische Schriftsteller nicht gerade gern gesehen. Als seine Leiche am Leuchtturm hängend gefunden wird, hält sich die Trauer stark in Grenzen, selbst bei seiner Tochter Miranda, die ihn immer und überall begleitete. Commander Dalgliesh, der Mann für Sonderaufgaben, wird aufgrund der schwierigen Situation vom stellvertretenden Polizeipräsidenten gebeten, die Ermittlungen zu übernehmen. Detective Inspector Kate Miskin und Detective Sergeant Francis Benton-Smith begleiten ihn. Das Trio merkt recht bald, dass es zwar nur wenige Verdächtige gibt, aber die Lösung ganz und gar nicht auf der Hand liegt. Interessanterweise beginnt der Prolog mit der Vorstellung der drei Ermittler, was bei P.D. James recht selten ist. In ihren früheren Büchern stellte sie meist das Opfer in den Vordergrund und lies sich um die hundert Seiten Zeit, dieses genau vorzustellen. Nach dem Prolog tut sie das dann auch hier, vielleicht nicht ganz so ausufernd wie sonst (was im Übrigen kein Schaden ist), und wir lernen Nathan Oliver noch zu Lebzeiten kennen. Was auch immer wieder bei allen Romanen von ihr im Unterbewusstsein mitschwingt, ist etwas Antiquiertes, weniger im Stil, der ist (vielleicht auch dank Übersetzung) modern und flüssig, sondern ausgedrückt in kleinen Andeutungen, wo z.B. auf die Vierzigerjahre Bezug genommen wird. Analysemethoden wie DNA und das Alter einer Figur zeigen jedoch unmissverständlich, dass der Roman bereits im 21. Jahrhundert spielt. Nun gut, die Old Lady ist inzwischen auch nicht mehr die Jüngste und in den Vierzigern erlebte sie ihre goldenen Jugend. Eines ist gewiss, eine Geschichte mit einem so begrenzten Kreis an Verdächtigen auszustatten und dennoch bis zum Ende offenzuhalten, wer der Täter ist, ist kein leichtes Unterfangen, doch P.D. James meistert dies auch aufgrund ihrer Erfahrung sehr gut. Sie lenkt durch einige falsche Fährten vom wahren Täter ab und gerät dabei nie so weit ins Abseits, dass sie die Aufmerksamkeit des Lesers verliert. Es ist allenfalls ein wenig weit hergeholt, dass dem Commander die Lösung in einem nahezu komatösen Zustand wie Schuppen von den Augen fällt, doch das ist verzeihlich, weil immerhin noch schlüssig. Der Erfolg der Autorin liegt in der Psychologie, weniger in der Darstellung spannungsgeladener Szenen, die so gut wie nie in ihren Romanen vorkommen. Damit ist wohl wiederum klar, an welchen Leserkreis sich das vorliegende Buch wendet. Trotz nur kleiner Kritikpunkte ist „Wo Licht und Schatten ist" kein Meilenstein der britischen Kriminalliteratur, aber gutgemachte Unterhaltung für Fans der ruhigen Briten und für Fans von Dalgliesh sowieso.
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13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Fehltritt, 30. April 2007
Von P.D. James bin ich ein großer Bewunderer. Seit über zwanzig Jahren lese ich ihre Bücher und liebe sie. Liebe die Dalgliesh-Reihe sehr und freue mich auf jedes neue Buch. Verzeihe langatmige Stellen oder auch mal etwas schwächere Plots, weil James die große alte Dame des englischen Kriminalromans ist. Aber diesmal hat sie mich so richtig geärgert. Gleich zu Anfang wissen wir, dass ein Mord geschieht. Dann geht die Erzählung aber zeitlich ein paar Stunden zurück, und wir erfahren in aller Ausführlichkeit, was die einzelnen Ermittler in den Stunden vor dem Mord so machen, bis hin zu den Frühstücksgewohnheiten. Relevant ist dieser langatmige, umfangreiche Ausflug weder für die Charakterzeichnungen noch für den Plot. Langatmig geht es weiter, eigentlich passiert gar nichts, außer dass sämtliche Personen, die sich auf der Insel, auf der der Mord geschah, aufhalten, der Reihe nach vorgestellt werden. Leider ist keine einzige dieser Figuren interessant, sie wirken alle altbacken und bemüht, wenig lebensecht. Der Tote soll ein wichtiger Mann gewesen sein, ein berühmter Literat, weshalb Dalgliesh und sein Team auf die Insel müssen und kein anderer Polizist in ganz England diesen Fall lösen darf. Na, also wirklich...
Es erinnert an die Tradition von Agatha Christie: Ein abgeschiedener oder abgeschlossener Ort mit einer überschaubaren Anzahl von Verdächtigen, von denen mehr als einer ein Motiv haben könnte. Nur, dass es bei Christie meist amüsant in die Handlung eingebunden war. Hier fehlt die Handlung. Hier sitzen alle nur herum und warten - worauf eigentlich? Bis der Nebel kommt und noch jemand stirbt. Und dann findet sich das Motiv in der nicht ganz einwandfreien Vergangenheit eines der Verdächtigen (der zudem auch noch nachlässig gezeichnet ist).
Hochachtung gilt der alten Dame, die in ihrem Alter noch solche Geschichten schreibt, das ist ganz toll. Aber das Buch als solches ist leider nun einmal langweilig. Nicht mehr und nicht weniger.
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19 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
P.D.James - die britische "Queen of Crime", 18. Februar 2006
Die 85-jährige Phyllis Dorothy James erfreut sich, so liest man, bester Gesundheit und hat nun nach zweijähriger Pause ihren 17.Kriminalroman geschrieben. Über ihre Bücher sagt sie:"Bei mir kommt erst der Schauplatz, dann erst, nach Wochen und Monaten intensiven Nachdenkens, entwickeln sich die Charaktere der Personen, und danach kommt der Plot, die Geschichte." Der Schauplatz ist diesmal eine abgeschiedene Insel vor der Küste von Cornwall mit einer Hand voll erlesener Urlaubsgäste aus Politik und Kultur. Einer der Gäste,ein bekannter Schriftsteller, wird erhängt aufgefunden.Sein bizarrer Tod ruft Adam Dalgliesh und sein bewährtes Team auf den Plan, denn der Fall soll schnell und diskret gelöst werden. "Wo Licht und Schatten ist" lässt sich dank dem sprachlichen und stilistischen Können von P.D.James sehr gut lesen und es macht wie immer Spaß, dem sympatischen Commander und seiner Crew bei der Ermittlung zu "begleiten". Ich glaube, ich lese ihre Romane besonders gerne, weil ich ein Fan von Adam Dalgliesh bin. Auf der einen Seite ist er ein gewiefter, pflichtbewussster Ermittler, auf der anderen Seite aber ist er ein sensibler, in seiner Freizeit Gedichte schreibender, belesener und kultivierter Mann.Zwei Welten sind - ach in seiner Brust, und das macht ihn wohl so reizvoll für den Leser. Zur Zeit ist er (seit dem Buch "Tod an heiliger Stätte von 2001)heftig verliebt in Emma Lavenham und würde viel lieber das Wochenende mit ihr verbringen statt auf einer einsamen Insel einen Mörder zu jagen. Viel Spaß beim Lesen, denn P.D.James Romane sind dank ihrer psychologischen Kenntnisse, ihrer Freude am recherchieren und ihrer wirklich großen Lebenserfahrung immer spannend und klasse...
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