Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Herr Krabbé, Sie treffen es genau.....!, 10. Juli 2004
In "Die Grotte" erzählt uns Krabbé eine Geschichte über eine Männerfreundschaft, die eigentlich gar keine ist, sondern vielmehr eine faszinierende wenn auch einseitige Abhängigkeit. Krabbé versteht es meisterlich in seinen Romanen von dieser sogähnlichen Faszination zu schreiben, die manchmal ein Mensch auf einen anderen ausüben kann. "Die Grotte" beginnt quasi mit der Ermordung des Protagonisten Egon, einem Geologen, irgendwo in einem Drittweltland, bei der Übergabe eines Drogenkoffers. Dass diese Übergabe sein Verhängnis, gar seinen Tod, bedeuten wird, darüber ist sich Egon völlig im Klaren. Und doch will er die Sache durchziehen, will einmal etwas tun, was gegen die Regeln und Normen ist. Er tut es für sich und für Axel. Axel, diese schillernde Persönlichkeit eines völlig skrupellosen Egoisten, der es trotz seiner Gefahr ausströmenden Aura schafft, seine Mitmenschen in seinen Bann zu ziehen und sie dazu bringt, Dinge zu tun, die sie unter normalen Umständen nie tun würden.Wie sich Egon und Axel als Jugendliche in einem Sommercamp kennenlernen, wie sich deren Wege über Jahrzehnte hinweg immer wieder kreuzen und wie sich Egon jedesmal auf Neue von Axels morbider Ausstrahlung und Kraft vereinnahmen lässt, erzählt Krabbé anschließend, im Rückblick, in seinem ganz eigenen intelligenten Schreibstil. Krabbé schildert eindringliche Momentaufnahmen. Mit nur wenigen Worten vermag er zu beschreiben, wofür andere viele Seiten benötigen. Seine Charaktere kommen dem Leser sehr nah, sind immer glaubwürdig und überzeugend. Mit seiner allen Romanen innewohnenden Melancholie trifft er den Leser ins Herz und vermag spannend zu begeistern und zum Nachdenken anzuregen. Es sind Geschichten, die man nicht vergisst. Sehr empfehelenswert!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Meisterwerk um Liebe, Einsamkeit und unerfüllte Träume., 3. Juli 2004
1. Kapitel: Der Holländer Egon (= 40-jähriger Geologe) reist nach Ratanak (= Stadt in einem asiatischen Drittweltland), um dort seinen mitgebrachten Koffer voller Drogen abzugeben, und dabei begegnet er einer Frau, die ihm so vertraut vorkommt und die er eigentlich schon immer geliebt hat. Die beiden erkennen sich, aber beide leugnen es, denn im Drogengeschäft ist es nur schädlich, wenn man seine Partner kennt.2. Kapitel: Egon als 14-jähriger in einem Ferienlager, dort trifft er Axel, der durch seine Unverschämtheit alles erreicht und jede Frau haben kann. Studentenzeit von Egon und Axel, Axel handelt mit Drogen und Pässen, Egon studiert Geologie und gerät immer wieder in die Klauen von Axel. Egon arbeitet als Lehrer, heiratet, lässt sich wieder scheiden und braucht plötzlich viel Geld, um an einer Expedition teilnehmen zu können. 3. Kapitel: Ein holländischer Journalist möchte in Ratanak die Wahrheit über den Mord an einer Frau und einem Mann erfahren und weiss, dass der zu Tode verurteilte "Mörder" unschuldig ist. 4. Kapitel: Marcie liebt Steine, und um ihren kleinen Laden am Leben zu erhalten, braucht sie dringend Geld. Sie entscheidet sich, als Drogenkurier zu arbeiten, und sie verlässt ihre Familie (Ehemann, zwei erwachsene Söhne), ohne ihnen etwas davon zu erzählen. Sie kehrt nie zurück. 5. Kapitel: Dieses Kapitel führt uns zurück ins Ferienlager, an dem der 14-jährige Egon teilgenommen hat. Und hier beginnen wir endlich Egons Gefühle für die fremde Frau zu verstehen ... Tim Krabbé schreibt unglaublich packend, geht geschickt mit den Zeiten um (Rückblenden, Jetztzeit), schreibt seinen Roman aus den verschiedensten Perspektiven (pro Kapitel eine Perspektive), ist ein Meister des Weglassens. -- Ein Motiv, das in Krabbés Büchern immer wieder auftaucht: Menschen verschwinden spurlos, und die Liebsten zu Hause wissen nicht, was passiert ist. -- Für mich unverständlich, warum Krabbé im deutschsprachigen Raum den Durchbruch noch nicht geschafft hat (bzw. warum die Auflagen seiner Bücher so klein sind) ...
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Spannend und fesselnd, 9. April 2001
Im Mittelpunkt dieses Buches stehen nicht "verhängnisvolle Schicksale dreier miteinander verbundener Menschen" sondern das Zusammentreffen zweier Weltbilder und Einstellungen wie sie konträrer nicht sein können. Auf der einen Seite steht Egon, Geologiestudent und ein Mensch, der sich einer Sache hingeben kann, zu viele Zugeständnisse macht und eher den Moralapostel spielt als als eigene Fehler einzugestehen und Konsequenzen zu ziehen. Ihm gegenüber steht Axel, der ein ausgesprägter Egozentriker ist und sein Leben keiner konkreten Sache opfert sondern nur eine Lebenseinstellung kennt: "Es geht darum, zu nehmen, was du kriegen kannst. Niemals um etwas zu bitten, das bringt die Leute nur auf die Idee, es dir nicht zu geben." - was er selbst gegenüber Egon sagt. Axel ist zwar skrupellos und selbstsüchtig, hat aber eine entscheidende Erkenntnis gemacht, die ihm einen Vorteil bringt. Er weiß wie er lebt, kennt die Gefahren und geht sie bewußt ein. Egon fehlt diese Einsicht und dies wird ihm später zum Verhängnis. Ein starkes Buch - kurz und prägnant.
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