Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Schillernd, tief, wahr, 16. Mai 2001
Von Ein Kunde
Bücher über New York sind wie die Stadt. Es gibt sie in jeder Form, Farbe, Variation. Da sind die oberflächlichen Sammlungen von Tipps und Trends, die aufgeblasenen Analysen dieses faszinierenden Kosmos, und da sind die ernsthaften Versuche, diese Stadt zu ergründen. Letztere sind selten. Denn meistens schreiben doch bloß selbsternannte Kenner und Abzocker oder - im schlimmsten Fall - deutsche Fernsehkorrespondenten ihre lauen Erlebnisse und Perspektiven aus ihrem weißen Wohlstandsghetto auf. So toll, wie man glaubt, ist New York nämlich gar nicht. Das wissen dummerweise nur die, die in New York leben. Und dann kommt Andrian Kreye und erzählt uns wahre Geschichten über diese Stadt, die einerseits davon lebt, daß sie Klischee ist, aber viel mehr noch darunter leidet, daß die meisten darüber nicht hinaus kommen. Kurzum: "Grand Central" ist das einzige Buch, das ich bislang gelesen habe, das dieser Stadt gerecht wird, weil es die Menschen in diesem vielschichtigen Moloch, in diesem widersprüchlichen urbanen Gebilde einfängt. Gut, es gibt Nik Cohn und sein "Herz der Welt" - ein geniales Buch. Doch Kreye kommt dem in Passagen nicht nur nahe, er übertrifft selbst Cohn mit Winston, dem chinesischen Deli-Mann, und seinem Spanish Harlem Elvis. In den Zeiten von Pop-Literatur, wo jeder glaubt, zu allem eine Meinung haben zu können, wo jeder seinen verquasten Sermon abzusondern sich erlaubt, muß man froh sein um diese schillernden, tiefen, echten Geschichten von Kreye. Er weiß genau, worüber er schreibt, er hat viel erlebt in New York und versteht die Stadt. Außerdem, das kommt noch dazu, kann er sehr, sehr gut schreiben. Kreye statt Kracht!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Einfach nur wunderbare Geschichten, 23. Januar 2001
Von Ein Kunde
Es gibt einige Autoren, die von sich behaupten 'intime Kenner der amerikanischen Metropole' zu sein - Andrian Kreye ist wirklich einer. Das kann man regelmäßig in seinen Artikeln in der Süddeutschen erfahren, wenn er immer wieder aufs Neue äußerst kenntnisreich über Ereignisse und Entwicklungen der amerikanischen und der New Yorker Kultur (zwei sehr unterschiedliche Dinge!) bzw. deren unzählige Subkulturen berichtet.In den 17 einfühlsam beschriebenen Porträts versammelt in 'Grand Central' folgt der Leser Menschen verschiedenster Herkunft, mit unterschiedlichsten Lebensläufen und Erfahrungen. Und diese Vielschichtigkeit ist es, welche New York für jeden Besucher so eindrucksvoll und faszinierend macht. Es sind nicht die lauten Töne des touristenumlagerten Times Square, denen Kreye in seinen Geschichten folgt, denn sie nicht das, was New York wirklich bedeutet (auch wenn die Marketingmaschinerie der New Yorker Tourismusbehörde nicht müde wird, uns dies mit immer größeren und spektakuläreren Attraktionen in stetiger Regelmäßigkeit weismachen zu wollen). Kreye beschreibt Menschen, wie sie so mit ihren grundlegend andersartigen Schicksalen nur an einem Ort der Welt gleichzeitig versammelt sein können - New York. Und auch wenn er dabei Armut, Drogen oder AIDS nicht ausspart, sie gehören nun mal zur Stadt wie die jährlichen Millionen von Touristen auch, so verfällt er doch dabei nie in einen heuchelnden Mitleidston oder etwa Voyeurismus. Die Geschichten sind wunderbar 'down to earth' und wirken trotz ihres insider-Erzählmodus' nicht besserwisserisch oder gar großspurig-weltmännisch, frei nach dem Motte 'alles schon mal mitgemacht'. Der einzige Minuspunkt - das Buch ist zu kurz und somit sind die hautnahen Erkundungstouren auf den Spuren von Winston, Luisa, Glenn oder Bruce viel zu schnell vorbei. Da hilft nur eines - sich auf den nächsten Artikel von Herrn Kreye in der SZ zu freuen. Das Glossar am Ende des Buches ist eine sehr hilfreiche Ergänzung - für Leser, die noch nie in Amerika bzw. New York waren, für 'Kenner', die immer noch etwas bis dato Unbekanntes erfahren.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Großstadt, 10. September 2001
Von Ein Kunde
Man muss nicht in New York gewesen sein, um dieses Buch zu mögen. Kurze Momentaufnahmen aus der Grosstadt, die etwas übers Leben in einer solchen erzählen, egal ob sie jetzt New York, Paris, Rom oder Frankfurt heisst. Kreye hat die unerschiedlichsten Welten besucht und offensichtlich nicht nur erlebt, sondern auch vestanden. Hat sich ein bisschen so gelesen, wie einer jener Episodenfilme, die sich aus mehren Blickwinkeln einer Geschichte annähern, um das Gesamtbild dann aus der Atmosphäre und den Einzelschicksalen zu zeichnen. So erfährt man etwas über das Innenleben dieser Stadt, das sich einem nicht so leicht erschliesst, wie die üblichen Ansatzpunkte. Hier nach Grenzen zwischen Fiktion und Fakt, Journalismus und Literatur zu suchen, ist so fehl am Platze wie überflüssig. Es geht eben nicht immer um die Form, sondern auch mal um den Inhalt . Und der muss lebendig sein. Ist hier gelungen. Ganz vortrefflich sogar.
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