Aus der Amazon.de-Redaktion
Am 27. August des Jahres 2000 beobachtet ein Mann seine Frau mit der Videokamera, während beide auf dem First des Daches herumspazieren. Es ist eine sternenklare Nacht in der norwegischen Provinz, und Martin, so heißt der Mann, stellt Stella Fragen. "Am Ende geht alles gut aus", sagt er noch, doch wenig später stürzt Stella unrettbar in die Tiefe. Die Polizistin Corinne glaubt nicht an einen Unfall und rollt den Fall des vermeintlichen Mordes auf. Wie die 36-jährige Autorin Linn Ullmann, die anhand von Aussagen der Zeugen und des mutmaßlichen Täters im Nachhinein das Panorama einer ungewöhnlichen Beziehung entwickelt. Und am Ende kommt -- nach ihrem Tod -- sogar noch einmal Stella selbst zu Wort.
Während ihres Verhörs mit dem Verdächtigen Martin am Abend vor Stellas Beerdigung in seinem Haus in Hamborgveien kommt es Corinne so vor, als würden sie zusammen "eine Geschichte schreiben, er und ich, und dass mir die Geschichte, das, was wirklich vorgefallen war, darüber regelrecht entglitt. Ich sehe, ich lausche, ich spüre, ich weiß. Aber ich habe keine Macht über das, was passiert". Dergleichen kann man Linn Ullmann an keiner Stelle ihres sensiblen, mit viel Einfühlungsvermögen geschriebenen Romans unterstellen. Denn der norwegischen Autorin ist mit Wenn ich bei dir bin eine poetische Bestandsaufnahme des allzu menschlichen Wunsches nach Nähe und Zärtlichkeit von großer Stilsicherheit gelungen. Den Balanceakt auf der Schwelle zwischen Kitsch und ernsthafter Literatur jedenfalls hat Ullmann bravurös gemeistert. --Isa Gerck
Kurzbeschreibung
Ein Mann und eine Frau balancieren auf dem Dach eines Hauses. Plötzlich stürzt die Frau in die Tiefe. Hat Martin sie gestoßen, oder ist Stella gesprungen? Dies herauszufinden ist die Aufgabe der Polizistin Corinne. Sie befragt den Ehemann Martin, die Töchter Amanda und Bi und einen Freund Stellas, den alten Axel Grutt. Bei ihren Nachforschungen erfährt Corinne zunächst nur wenig über Stella. Dafür erzählen die Befragten umso mehr über ihre eigenen Sorgen und Träume. Martin träumt von ruhigen Nächten, Amanda von der Liebe, Axel von Riesenrädern und Musik. Bi schweigt. Und Stella hat vom Leben geträumt, und davon, einem Menschen nahe zu sein.