Libertäre Buchseiten, Oktober 1999
(...)Gunturu stellt Gandhi eher als Rationalisten und Wissenschaftler denn als Mystiker dar, obwohl er auch dieser Dimension im Denken Gandhis ein kurzes Kapitel widmet. Ungewohnt und nicht uninteressant ist auch das Kapitel über Gandhis Ansichten zu Krankheit, Nahrung und Heilmethoden. Überhaupt konzentriert sich der Autor auf eine Erklärung von Gandhis Denken und Taten aus der indisschen Philosophie heraus, ohne, wie sonst üblich, die europäischen Einflüsse (...) zu betonen (...) Zitiert wird fast ausschließlich aus den "Gesammelten Werken" (...) oder der achtbändigen Tendulkar-Monumentalbiographie. Auf diese Weise kommt Gunturu zu einer sehr authentischen Darstellung und zieht von dieser Sicht dann überraschende Rückschlüsse auf die europäische Philosophie. Das Buch beschreibt im ersten Teil Gandhis Lebensweg (...) Im zweiten Teil finden sich die eigentlichen Überraschungen des Buches. Nacheinander beschreibt Gunturu die für Gandhi zentralen Kategorien der Wahrheit, der Gewaltlosigkeit und der gewaltfreien Aktion (Satyagraha). Auch die sozialistischen und staatskritischen Seiten Gandhis kommen nicht zu kurz (...)