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Panther im Keller: Roman
 
 

Panther im Keller: Roman (Taschenbuch)

von Amos Oz (Autor), Vera Loos (Übersetzer)
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 208 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Februar 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423621257
  • ISBN-13: 978-3423621250
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 15 Jahre
  • Originaltitel: panter bamartef
  • Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 12,1 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 542.734 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Ans Licht gebracht

Blaue Brillenschlange für Braz und Oz

tin. Der diesjährige Kinder- und Jugendbuchpreis Die Blaue Brillenschlange geht an Júlio Emílio Braz, Kinderbuchautor aus Brasilien, und Amos Oz, den vor allem seiner Romane für Erwachsene wegen bekannten israelischen Schriftsteller. Am Mittwoch wird der Preis im Schweizerischen Jugendbuch-Institut in Zürich verliehen. Die ausgezeichneten Bücher spielen in auf den ersten Blick komplett verschiedenen Welten – im Brasilien der Gegenwart und in Palästina anno 1947. Und doch weisen die beiden Geschichten, die des Strassenmädchens Rolinha und jene des zwölfjährigen Juden Profus, gewisse Ähnlichkeiten auf. «Kinder im Dunkeln» und «Panther im Keller» handeln beide in einer von Gewalt und Misstrauen geprägten Umgebung. In beiden Büchern lassen die Autoren ihre Hauptfigur aus der Dunkelheit und der Verborgenheit hervortreten, und es gelingt ihnen, die Situation der jungen Helden in kindlicher, aber nicht naiver Perspektivik erzählt ans Licht zu bringen.

Genau darum geht es auch den Trägerinnen der Blauen Brillenschlange, der «Erklärung von Bern», Terre des hommes Schweiz und der Stiftung Bildung und Entwicklung. Seit 1985 werden jährlich ein bis drei Kinder- oder Jugendbücher ausgezeichnet, die zu einem vorurteilsfreien Bild von Menschen aus fremden Kulturen beitragen und denen es ausserdem gelingt, das Thema Rassismus auf differenzierte Art und Weise umzusetzen. So verkörpert Profus, der Panther in Amos Oz' Geschichte, anfänglich gar nicht etwa ein Ideal von Demokratie und Nächstenliebe, sondern führt mit seinen Freunden tägliche Panzerschlachten gegen die Besatzungsmacht der Briten auf der Strohmatte durch. Erst als er sich von Neugier getrieben mit einem Engländer einlässt, verblasst Profus' Feindbild. Zwischentöne drängen sich in das klare Schwarzweissbild des jungen Helden. Humorvoll und einfühlsam schafft Amos Oz ein eindrückliches Plädoyer für Toleranz.

Eine wichtige Leistung wird mit der Blauen Brillenschlange ebenfalls belohnt – diejenige der Übersetzerinnen. Einen Teil des Preises können deshalb am Mittwoch Bettina Neumann, Vera Loos und Naomi Nir-Bleimling entgegennehmen. Anschliessend werden sie über ihre Arbeit erzählen, ohne die der Inhalt der beiden Bücher, der uns «das Fremde» unverfälscht näherbringen soll, für viele wohl im dunkeln bliebe. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Palästina, 1948. »Profus ist ein gemeiner Verräter« steht eines Morgens an der Hauswand. Das ist so ungefähr der schlimmste Vorwurf für einen Zwölfjährigen, der von sich glaubt, ein Untergrundkämpfer zu sein. Denn während alle im Land die Briten unendlich hassen, unterrichtet Profus ausgerechnet einen Angehörigen der britischen Schutzpolizei in Hebräisch. Das ist Verrat. Aber warum? Gibt es nicht auch bei den Feinden Menschen, die nichts mehr ersehnen als Frieden?

Profus hat einen solchen Menschen kennen gelernt. Einen der weder etwas gegen ihn persönlich noch gegen die Juden hat. Im Gegenteil, Sergeant Dunlop ist fasziniert vom Land, von den Menschen, von der Sprache. Alles ist unklar, alles bedrohlich. Und dann wird Sergeant Dunlop versetzt. Profus sieht ihn nie wieder. Und es bleibt in ihm das bedrückende Gefühl zurück, auf eine ganz andere Weise zu einem Verräter geworden zu sein. Zu den politischen Hintergründen im Roman

Es ist 1947/48. Immer mehr Juden kommen nach Palästina und erheben Anspruch auf die ihnen von der britischen Regierung in der Balfour Deklaration vom 2. November 1917 versprochene nationale Heimstatt in Erez Israel, dem Heiligen Land.

Warum ausgerechnet in Palästina? Hier im Sinai lagen die Reiche Juda und Israel, auf die die Geschichte der Juden zurückführt. Und hier ist das Land, das Gott den Israeliten in der Bibel verheißen hat. Doch die Juden sind weit über die Welt verstreut. Sie besitzen seit der Zeit um Christi Geburt keinen eigenen Nationalstaat mehr. In Palästina leben vornehmlich Araber. Erst die Balfour-Deklaration räumt auch den Juden wieder die Aussicht auf einen eigenen Staat in Palästina ein.

Aber Palästina steht ab 1920, nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reichs der Türken, unter britischem Mandat. So hat es der Völkerbund beschlossen. Und die Engländer gelten den Juden als araberfreundlich, nicht zuletzt nachdem sie den östlich des Jordan-Flusses gelegenen Teil Palästinas 1923 als Transjordanien (ab 1950: Jordanien) der arabischen Dynastie der Haschimiten unterstellen und damit mehr oder weniger den 1917 im Unklaren gelassenen Verlauf der Westgrenze des arabischen Staats zu seinem künftigen jüdischen Nachbarn präjudizieren. Das verschärft einerseits die Feindschaft der Juden zu den Arabern, denen ohnehin nichts an der Errichtung eines jüdischen Staats in dem von ihnen beanspruchten Palästina liegt.

1929 kommt es deshalb zu den ersten blutigen Auseinandersetzungen. Aber nicht nur die Araber erscheinen den Juden als Feind ihrer nationalen Ziele. Natürlich bildet sich auch und erst recht gegen die Briten, die als Besatzungsmacht empfunden werden, massiver Widerstand. Als aber am 14. Mai 1948 das Mandat der Briten in Palästina erlischt und die britischen Schutztruppen abziehen, jubeln die Juden und rufen sofort den unabhängigen Staat Israel aus, was jedoch gleich in den Palästinakrieg (1948/49) mündet. Bis heute gibt es noch immer keinen umfassenden Friedensvertrag, der die nationalen Rechte von Israelis und Arabern in Palästina regelt. Doch die Ereignisse im vorliegenden Roman enden mit dem Abzug der Briten aus Palästina.


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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Krieg der Welten - nicht für alle unbedingt interessant, 29. Oktober 2001
Von lukacs@gmx.at (Wien, Österreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
Diese Rezension stammt von: Panther im Keller (Gebundene Ausgabe)
„Panther im Keller" erzählt die Geschichte von Profus, einem Kind in Erez Israel zwei Monate vor dem Auszug der Briten. Es herrscht eine bedrückende Stimmung in der Luft: die Juden lehnen sich sowohl gegen die Obhut der Briten, als auch gegen die feindlichen Araber auf. Untergrundorganisationen, denen auch Profus's Eltern angehören versuchen die britische Ordnungskraft zu untermauern und in so einer Stimmung ist es kein Wunder, daß sich auch der junge Profus einer imaginären Organisation anschließt, der zwar nur er und seine Freunde Ben Hur und Chita angehören, deren Pläne aber um so wilder sind (z.B. eine Bombe bauen und London damit vernichten). Allerdings freundet er sich in der Zwischenzeit auch mit dem gar nicht so schrecklichen oder feindlichen Steven Dunlop an, einem Offizier bei der britischen Armee. Die beiden bringen einander gegenseitig Englisch und Hebräisch bei und dabei entdeckt Profus, das ein Feind auch ganz menschlich sein kann. Es öffnet sich eine Kluft zwischen dem was er weiß (das die Briten Feinde sind) und dem was er fühlt (das Sgt. Dunlop gewiß kein feind sein kann).
Mir hat das Buch im großen und ganzen eigentlich gefallen. Allerding muß gesagt werden, daß es für die Leute die gerne Aktion lesen auf keinen Fall empfehlenswert ist, denn es gibt keine Story im typischen Sinne des Wortes: Amos Oz nimmt einfach einen kurzen Zeitinterwall und zeigt den Lesern detailliert in Worten die Geschehnisse und Hintergründe dieser Zeit. Er hat einen sehr interessanten Schreibstil, der er möglich macht die Seele des Profus kennen zu lernen und uns gleichzeitig auch die Atmosphäre und die Gefühle der Zeit gut verstehen läßt. Wenn man also einen lebendigen historischen Rückblick auf die Epoche und die Geburt des Staates Israel haben will, so ist dies das ideale Buch, aber ich glaube für Kinder ist das Ganze ein wenig zu schleppend und zu tiefgründig um verstanden zu werden. Ich würde es eher jungen Erwachsenen empfehlen die sich sehr für Geschichte interessieren.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Kinderbuch? Tolles Buch, ohne Frage!, 23. Juni 2004
Diese Rezension stammt von: Panther im Keller (Gebundene Ausgabe)
Ich hab das Buch im Alter von 15 geschenkt bekommen, es aber erst mit 19 gelesen, worüber ich doch eher froh bin. Denn dieses feinsinnige Buch, dass mir als Leser Lebenswelten und Gefühlswelten erschließt, in einer wunderbaren und unwarscheinlich tollen Art und Weise, spricht viel von Dingen, die einen mehr betreffen und interessieren, wenn man ein bestimmtes Alter erreicht hat.
Es ist ein schönes Buch, ohne Frage, aber auch eines, das Geduld und Nachsichtigkeit braucht, denn es überzeugt nicht durch große und spannende Handlung(en) sondern vielmehr durch die Charakterisierungen und Schilderungen der Menschen in der Umwelt des kleinen Profus.
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