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5.0 von 5 Sternen
Eine ungewohnte Perspektive, 1. Mai 2003
Eigentlich alle Bücher über den Nahost-Konflikt betrachten das Thema auf der politischen Ebene, der Sicht der Regierungen und der Auslandskorrespondenten. Amira Hass, eine Israelische Journalistin beschreibt, wie das Leben der Palästinenser in den besetzten Gebieten ist. Sie hat in den 90er Jahren im Gazastreifen gelebt, mitten zwischen Palästinensern, in der Zeit der ersten Intifada - des Aufstandes - und hat die Menschen kennengelernt. Sie hat sie kennengelernt als ganz normale, umgängliche, offene Menschen unter völlig unnormalen Umständen. Sie hat sich auch während der Zeit des Aufstandes frei und ohne Angst zwischen ihnen bewegen können, was so gar nicht dem Bild entspricht, das in den Medien über Palästina gezeichnet wird. Sie hat die Auswirkungen der Israelischen Besatzungspolitik erlebt und auch, wie die Regierung Arafats seit dem Oslo-Abkommen mit den eigenen Landsleuten umgeht. Als sie wegen kritischer Berichterstattung zur Palästinensischen Polizei zitiert wurde, war das erste Mal, das sie Furcht empfand. Amira Hass greift weit aus, behandelt alle Aspekte des Lebens im Gazastreifen, Wirtschaft, Zoll- und Steuerwesen, Strom- und Wasserversorgung, Gesundheitswesen, die Absperrungen, die Israelischen Siedlungen, die Sehnsucht der Flüchtlinge nach der alten Heimat, das Leben in Israelischen und Palästinensischen Gefängnissen, der Situation der Frauen, den Rivalitäten innerhalb der Palästonensischen Gesellschaft. Immer wieder verbindet sie das Schicksal einzelner Menschen mit dem großen Ganzen, mit Statistiken und der politischen Situation. Sie zeigt, welche Auswirkungen politische Entscheidungen - die der Israelis, der Palästinensischen Regierung, der Terroristen - auf die Menschen haben, und daß so manche Entscheidungen oft ganz andere Auswirkungen haben, als den Zweck, dem sie angeblich dienen. Jede Person, die ernsthaft den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern verstehen will, sollte dieses Buch lesen. Es zeigt viele Wahrheiten auf, die nur selten in der Presse oder Fernsehen zu sehen sind.
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