Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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175 von 187 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Wie gesprächig kann ein Igel sein?, 23. Juli 2008
Es ist oft eine Freude die wunderbar geformten Sätze zu lesen und ich habe mich mehr als einmal gefragt, warum der Name der Übersetzerin Gabriela Zehnder, die es vermochte, die Melodie der Sprache so gekonnt zu übersetzen, nur einmal genannt wird und die es dem Verlag noch nicht einmal wert ist, dass man ihr ein paar Zeilen im Klappentext widmet. (Fast eine Parallele zur Concierge, deren Arbeit von allen geschätzt wird, die aber aufgrund ihrer Rolle immer im Hintergrund zu stehen hat.)
Trotz der Freude ist es aber auch häufig eines: etwas anstrengend und sogar manchmal etwas ermüdend, wenn allzu viel parliert wird, wenn der Grundgedanke der Überlegungen und Abschweifungen schon als Schatten seiner selbst 5 Seiten zuvor zu finden ist und über dem ganzen fast in Vergessenheit gerät.
Das ist einer der Punkte, die dazu führten, dass ich die allgemeine Begeisterung nicht so ganz teilen mag. Und noch etwas war für mich nicht stimmig. Ein zwölf Jahre altes Mädchen und eine 54 Jahre alte Frau müssen einfach unterschiedlicher in ihren Formulierungen sein. Natürlich sind beide Hyperintelligent und darauf werden wir als Leser dann auch mehr als einmal hingewiesen, als wenn wir das nicht aus der Sprache und den verwendeten Zitaten schon verstanden hätten, wird es immer wieder in die Geschichte eingestreut, doch die Autorin gibt den Beiden die selbe Art von Sprache, legt ihnen Sätze in den Mund, die von ihnen beiden stammen könnten und so besitzen Renèe und Paloma für mich keine eigene Identität und wirken darum seltsam homogen und nicht authentisch genug, als dass ich ihnen die von Frau Barbery zugedachte Rolle abnehmen mag.
Natürlich werde ich nichts über das Ende des Buches verraten, doch auch hier war ich nicht sehr begeistert von dem, was die Autorin für ihre Hauptperson vorgesehen hat und auch, wenn es kein unrealistisches Ende ist - unrealistisch ist eher die Existenz einer überintelligenten philosophierenden Concierge wie Renèe und eines Wesens wie Paloma, deren Sprache und Erfahrungen zu abgeklärt und zu Lebenserfahren für ein Mädchen ihres Alters klingt so hat es mir persönlich nicht gefallen.Insgesamt, mag ich mich der allgemeinen Begeisterung nicht anschließen, da es zwar sprachliche Schönheit aufweist und zum Teil interessante Ausflüge in die Philosophie bietet, mir aber zu viele Kritikpunkte bietet, um es uneingeschränkt zu empfehlen.
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110 von 122 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
sympathisch - nicht mehr und nicht weniger , 13. Juni 2008
Ein heiterer, kurzweiliger und warmer Roman ist das. Nach meinem Empfinden kommt er erst im zweiten Viertel so richtig in Fahrt, so als hätten die Protagonisten ab da selbst das Ruder übernommen. Um so mehr wachsen sie einem dann ans Herz, und umso mehr habe ich mich gefreut, dass Renée und Paloma in ihren harten Ansichten und ihrer Strenge am Ende eines Besseren belehrt und in die Lage versetzt werden, mit gütigeren Augen auf sich und die Welt zu schauen. Das hat mich ehrlich gerührt.
Der Roman lebt von seinen Hauptfiguren und den Situationen, in die sie geraten, den genauen Beobachtungen, die sie machen, seinem situativem Witz wie vielleicht auch dem Wunsch, die Augen zu öffnen für die wahren Begegnungen im Leben, für die Kunst und die zeitlos schönen Momente.
Muriel Barbery schreibt unbestritten gut, verfehlt aber meiner Meinung nach immer dann das Ziel, wenn sie dem Leser in Exkursen, die die Handlung überhaupt nicht voranbringen, vermeintlich philosophische oder ästhetische Prinzipien (zur Grammatik, zu Innenarchitektur oder zu Funktion und Wirkung von Türen, sic!) erklären will und sich dabei auch noch besonders umständlich ausdrückt. Da, wo Barbery aber bei ihrer Geschichte und ihren Figuren bleibt, ist sie gut.
Der Roman kommt in seiner Sprache und in seinen Nebensträngen anspruchsvoller daher, als er ist. Ich kann daher verstehen, dass Leser enttäuscht sind, die mehr Tiefgang erwartet haben, weil der durch die Sprache suggeriert, das Versprechen aber nicht eingelöst wird.
Ich lege "Die Eleganz..." ab unter "sympathischer, teils herzerwärmender Schmöker mit spleenigen Charakteren, geschrieben von einer ambitionierten und zum Teil etwas zu selbstverliebten Autorin ".
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Hybris, 9. August 2009
Da kommt ein Buch mit einem großen Anspruch daher, der einen eigentlich schon stutzig machen sollte, denn wirklich große Dinge preisen sich nun mal nicht selbst. Deshalb als Antwort auch ein großes, fast schon anmaßendes Wort: HYBRIS.
Aber wie die meisten Menschen auch, die auf der Suche sind nach Neuem und Schönen und vielleicht auch ein bisschen nach weisen Dingen und Gedanken, habe auch ich mich von dem äußeren Schein locken lassen.
Aber vor lauter Selbstverliebtheit in die eigene Größe und Intelligenz kommen die großen Gedanken nur als Nebenschauplatz daher.
Sprache wird hier benutzt um uns zu zeigen wie beeindruckend man selber ist. Ob das nur die Protagonisten der Handlung sind oder der Autor selbst ist schon wieder nebensächlich, weil man nicht zu dem Text finden kann. Ein Text der nicht kommuniziert, sondern sich ständig selbst inszeniert und bewundert. Ein Text der einen nicht trägt, nicht durch die Geschichte und schon gar nicht zu den so vollmundig versprochenen großen Gedanken. Also wohl eher Literatur in ihrem schlechtesten Sinn. Schade!!
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