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Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch: Roman
 
 

Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch: Roman (Taschenbuch)

von Marina Lewycka (Autor), Elfie Hartenstein (Übersetzer)
3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (89 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 360 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Oktober 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423245573
  • ISBN-13: 978-3423245579
  • Originaltitel: A Short History of Tractors in Ukrainian
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,4 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (89 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 104.900 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Das Übel trägt einen Namen: Valentina! -- Seit die vollbusige, wasserstoffblonde Ukrainerin in Vater Nikolais Leben trat, schwebt der 84-Jährige Witwer im siebten Testosteron-Himmel. Der Alte verfasst selbstgefertigte Gedichte, lässt die Wohnung vergammeln und trägt Spendierhosen in Übergröße. Lediglich die „Hydraulik“ gewisser Körperpartien bereitet ihm Kummer. Was Wunder, zählt die Angebetete gerade mal süße sechsunddreißig. Nikolais verfeindete Töchter Vera und Nadeshda (die Ich-Erzählerin des Romans), riechen den Braten der Scheinehe zum Zwecke der Einbürgerung und beginnen sich ums väterliche Erbe zu sorgen.

Man lasse sich nicht blenden von dem an sozialistische Plakatkunst erinnernden Coverdesign, das eine ukrainisch-britische Immigrantenburleske erwarten lässt. Unter dem Komödienton schlummern dramatische Elemente und eine Familiengeschichte, die manches Lachen verstummen lässt. Die gebürtige Ukrainerin und heute in England lebende Marina Lewycka streut in ihre Kampfhandlungen zweier Schwestern gegen die „böse Stiefmutter“ immer wieder historische Einsprengsel, so die Verfolgung ihrer Familie durch Stalin und dessen gezielt herbeigeführte Hungersnot, die die Ukraine unterwerfen sollte und Millionen Tote forderte. Am Beispiel der gierigen Valentina werden auch die dubiosen Glücksverheißungen des Westens offenbar -- exemplarisch hierfür, die Busenvergrößerung, die der spendable Altbräutigam als Einstandsgeschenk springen lässt. Doch die Wunschliste der toughen Braut war noch lang!

Vera und Nadeshda, diese Hochgebildeten, scheinen ihre radebrechende Meisterin in Pink, Mini und Kunstpelz gefunden zu haben. Der völlig desillusionierte Vater steht vorm Ruin, am frisch gelieferten Busen laben sich andere, und alle Pläne, die Ehe für ungültig zu erklären, scheitern an der Tücke Valentinas und der Trägheit britischer Behörden. Trost findet der gehörnte Nikolai nur in seinem Lebensprojekt, der „Geschichte des Traktors auf Ukrainisch“, einer klugen und traurigen Reflexion über die beginnende Industrialisierung und den Verlust der eigenen Scholle.

Doch auch seine Töchter waren nicht untätig. Beim Durchstöbern des Elternhauses nach belastendem Valentina-Material tauchen brisante Dokumente auf, die die gesamte Familiengeschichte schlagartig ins Wanken bringen. Valentinas ultimatives Gastgeschenk -- von Marina Lewycka charmant und mit leichter Hand zu Papier gebracht -- und völlig zu Recht nominiert für den renommierten Booker Prize. --Ravi Unger



kulturnews.de

Vater steht auf Traktoren und Titten - ersteres manifestiert sich in seiner Arbeit an einem Trecker-Buch, zweiteres in seiner neuen Frau Valentina. Die ist 48 Jahre jünger als er, hat einen enormen Vorbau und kommt aus der Ukraine. Den Töchtern Vera und Nadeshda ist klar: Die Schlampe ist auf Papas Geld und ein Visum scharf! Um dagegen anzugehen, beerdigen die zwei ihren eigenen Streit und setzen alles daran, das britisch-ukrainische Eheglück zu zerstören. Überraschend enterte Marina Lewyckas Debütroman im letzten Jahr die Bestsellerlisten - vor allem die elegante Mischung aus Familiengeschichte, klischeehafter Lovestory und Immigrantendrama gefiel. In dieser Hörspielbearbeitung von Claudia Kattanek geht der Mix leider flöten. Reduziert auf eine Länge von 60 Minuten, bleibt von Lewyckas Geschichte vor allem der klischeebeladene Teil übrig - durch die Wahl der Sprecher (Jeanette Spassova lässt Valentina wie ein billiges Luder klingen) wird das sogar noch verstärkt. Gelungen ist allerdings die musikalische Untermalung der Geschichte. Dynamisch teilt sie in Sinnabschnitte und unterstützt so die Dramaturgie. (jul) kulturnews.de

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29 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Ganz unterhaltsam..., 11. April 2007
...aber nicht das herausragende Werk, das zwangsläufig einen Platz auf der Bestsellerliste verdient. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass dieser Roman etwas "gepusht" wurde.

Zum Inhalt: Es handelt sich um zwei Handlungsfäden, die miteinander verwoben sind. Das Buch beginnt als Groteske: Alter Knacker heiratet - wider alle Vernunft - eine üppige Blondine aus der Ukraine, die es offensichtlich nur auf sein (bescheidenes) Vermögen abgesehen hat. Die Klischees, die hier verarbeitet werden - da die geldgierige, ordinäre Schlampe, dort der gebildete, aber starrsinnige und geile alte Mann - lassen einen am Anfang noch schmunzeln, verlieren aber leider relativ schnell an Schwung. Ab der Hälfte des Buches wartete ich auf überraschende Wendungen oder eine neue Qualität der Geschichte, wurde aber enttäuscht. Der andere Handlungsfaden ist weitaus ergiebiger, und er ist es, der das Buch am Ende lesenswert macht: In mehreren Rückblenden wird die Familiengeschichte geschildert, die großen Verwerfungen durch Nationalsozialismus und Stalinismus und ihre konkreten Wirkungen im Kleinen. In diesem Handlungsstrang wird der alte Vater, eingangs nicht mehr als eine Karikatur, zu einer Person, mit der man mitfühlen kann. Und die Entwicklung der Töchter wird nachvollziehbar und an mehreren Stellen auch anrührend vermittelt. Leider nehmen die Rückblenden zu wenig Raum ein. Wäre der Roman stärker als historischer Roman angelegt worden und hätte die Autorin auf die platte Komödie verzichtet (oder ihr weniger Raum gegeben), hätte er wirklich sehr gut werden können.
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69 von 98 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Vom Terror, Tattergreisen und Traktoren - die Welt in einer Nussschale, 1. Mai 2007
Von ludwigwitzani (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)   
"Zwei Jahre nach dem Tod meiner Mutter verliebte sich mein Vater in eine berückend blonde Frau aus der Ukraine", lautet der erste Satz des Buches. Natürlich ist es immer gut, wenn ein Buch gleich im ersten Satz ausdrückt, worum es geht. Noch besser aber ist, wenn es dabei nicht bleibt, sondern wenn mit der Hauptsache gleich noch eine ganze Reihe anderer Motive mit verwoben werden. Und am allerbesten ist es, wenn man am Ende gar nicht mehr weiß, was die Haupt- und was die Nebensachen waren sondern nur noch den Roman in seiner Ganzheit sieht. Das ist das Konstruktionsprinzip des vorliegenden Buches "Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch" von Marina Lewycka, der es gelungen ist, gleich mit ihrem Erstling einen absoluten Besteller zu landen.
Worum geht es in dem Buch? Zunächst natürlich um die Geschichte des 84jährigen Ingenieurs Kolja Majewski, der sich in den üppigen Busen der 36jähirgen Valentina verguckt hat und fest entschlossen ist, diese Dame zu ehelichen. Dass Valentina noch verheiratet ist, ein Kind und diverse Männerbekanntschaften hat, dann den alten Herrn nicht irre machen. Wohl aber seine beiden erwachsenen Töchter, die ältere Vera und die jüngere Nadja (aus deren Perspektive das Buch erzählt wird), die sofort alles nur Menschenmögliche unternehmen, diese Messaliance zu verhindern. Doch umsonst. Der alte Herr heiratet in aller Stille seine"Botticelli Venus", die sich aber wie erwartet unmittelbar nach der Hochzeit als eine Schlampe allererster Ordnung entpuppt. Das Haus versinkt im Dreck, das Konto wird geplündert, gegessen wird nur noch aus der Dose, und wenn der alte Herr ein wenig meckert, gibt es sogar noch etwas hinter die Ohren. "Ursprünglich hatte die gedacht, diese Geschichte sei eine Farce", notiert Nadja auf S. 134 des Buches, "doch inzwischen begreife ich, dass sie sich mehr und mehr zu einer Tragödie entwickelt." Wie diese Tragödie ausgeht, soll hier nicht verraten werden, aber die beiden Töchter, die sich im Kampf gegen die ukrainische Absahnerin immer wieder verzanken und versöhnen, setzten Himmel und Hölle in Bewegung, dieser Dame und ihren diversen Liebhabern die Suppe zu versalzen. Das ist die erste, unterhaltsam und kurzweilig erzählte Geschichte, mit der es der Autorin gelingt, von der ersten bis zur letzten Seite auf einem überaus reizvollen und schmalen Grad zwischen Humoreske und Tragödie entlang zu balancieren.
Die familiären Turbulenzen der Majewskis aber geben auch den Anstoß zur Aufarbeitung der eigenen Familiengeschichte. Vater Kolja entstammt einer Familie ukrainischer Patrioten, die Mutter Ludmilla, die sechzig Jahre lang den Haushalt und die Familie zusammengehalten hatte, ist der Spross einer stolzen Kosakensippe, die der russischen Revolution zum Opfer fiel. Vor dem Panorama der schrecklichen Hungersnöte in der Ukraine, vor der Kulisse der stalinistischen Säuberungen und in einem Klima der allgemeinen Paranoia erleben Kolja und Ludmilla ihre ersten Ehejahre. Dann reißt sie der Zweite Weltkrieg die Familie auseinander, der Vater versteckt sich in einem ausgehöhlten Grab in Kiew, die Mutter und ihr kleine Tochter Vera werden in ein Arbeitslager verschleppt, wo sie nur mit Glück überleben. Am Ende verschlägt es die Eltern zusammen mit ihrem "Kriegskind" Vera nach England, wo sie Asyl erhalten und wo bald auch das "Friedenskind" Nadja geboren wird. Hier erarbeiten sie sich einen bescheidene bürgerliche Behaglichkeit, die nur durch das schwierige Verhältnis des Vaters zu seinen Töchtern gestört wird - etwa als sich die junge Nadja in ihrer adoleszenten Trotzphase zum Entsetzen ihrer Eltern dem Kommunismus zuwendet. Der Vater allerdings entpuppt sich, je weiter das Buch voranschreitet, immer mehr als eine exzentrische Persönlichkeit, bei dem Belesenheit und Geist, Phantasie und starrsinnige Verschrobenheit eine explosive Mischung eingehen. Noch die bekömmlichste Frucht dieser Wehensart ist die parallel zum ganzen Buch vom alten Herrn verfasste "Kurze Geschichte des Traktors", bei der er als passionierter Maschinenbauingenieur eine Art Technikgeschichte der europäischen Moderne unter besonderer Berücksichtigung der verschiedenen Traktortypen verfasst und seinem gutmütigen Schwiegersohn Mike beim Pflaumenwein vorliest. So galoppiert die turbulente Geschichte zwischen dem Rosenkrieg der ungleichen Eheleute, den Intrigen der Schwestern, den Reminiszenzen auf die ukrainische Geschichte des 20. Jahrhunderts, den Exzesse des kommunistischen Terrors und der Geschichte der Traktortechnik munter einem Finale entgegen, das zwar nicht sonderlich überrascht, von dem man sich aber trotzdem wünschen möchte, dass es möglichst bald eine Fortsetzung in einem neuen Werk finden möge.
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17 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen irreführend , 15. Februar 2007
Von tanjuscha "tanjuscha" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REVIEWER)   
Der Titel sowie die Aufmachung des Buches sind etwas irreführend. Man geht von einer witzig abgedrehten Story aus. Es erwartet einen jedoch eher eine Art Familiengeschichte mit Vergangenheitsbewältigung .

Der Vater will nach nur 2 Jahren Trauerzeit eine viel viel jüngere Frau heiraten , die ebenfalls aus der Ukraine stammt ihn aber nur wegen der Aufenthaltsgenehmigung heiraten will.
Der Vater weiß das es sich um eine Scheinehe handelt ,rechnet sich aber insgeheim doch Chancen bei ihr aus.
Die Kinder haben Angst um ihr Erbe und um ihren Vater und sind gegen die Beziehung.Dadurch kommen sich die 2 Schwestern die wegen Erbstreitigkeiten 2 Jahre nicht mehr miteinander redeten wieder näher. Der Vater wird trotzig und heiratet Valentina trotzdem .
Es kommt genauso wie die Schwestern befürchtet haben sie will nur des Vaters Geld und die Aufenthaltsgenehmigung .
Um den Vater kümmert sie sich nicht misshandelt ihn sogar.

Mir fehlt irgendwie die Quintessens an der Geschichte .
Gegen Ende fragt man sich was die Geschichte mit Valentina überhaupt sollte sie wird einem nicht sympatischer oder unsympatischer , man kann ihr handeln nicht verstehen, es gibt nichts was einem ihr Handeln als Leser verständlich macht. Sie will nur Geld und ihre Papiere über ihre Beweggründe bzw ihre Motivation ausser Habgier erfährt man nichts.

Der eigentliche Kern der Geschichte ist eher das Verhältniss der Erzählerin zu ihrer Schwester , das durch die drohende "Stiefmutter " besser wird.

Alles in allem nettes Familienportrait mit ein paar witzigen Ansätzen , leider sehr klischehaft und wenig überraschend .Man weiß beim lesen nicht was die Autorin will , eine Familiengeschichte? , eine abgedrehte Story? , etwas sozialkritisches? sie überzeugt mit keinem dieser Ansätze und findet keine Richtung damit das Buch für den Leser eine "runde" Sache wird .
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