Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Iran Total, 14. Mai 2004
Mit Gefühl schafft es die Autorin dem Leser ein Bild des privaten Iran zu verschaffen. Sie nimmt ihn mit in die Bekanntschaften und Berührungen einer Kultur die seit Jahrzehnten zerissen ist und um íhre Identität kämpft. Sie zeigt dem Leser auch ein Volk dass den Gast königlich behandelt und mehr oft mehr gibt als was es eigentlich könnte. Freundlichkeit wird einem entgegengebracht in einem Maß dass in Europa oft nur mehr Wunschdenken ist. Dieser spannend geschriebene Reisebericht ist absolut zu empfehlen !!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Soviel Iran und dazu noch so schön!, 7. Juni 2005
Hach, wenn ich nur das Cover dieses Buches sehe, dann schmelze ich schon dahin. Dieses Buch hat meine große Iran-Phase eingeleitet, was heißen soll, dass ich seit dem sehr, sehr viel über den Iran gelesen habe. Dieses Buch ist außerordentlich interessant und vermittelt Eindrücke einer Welt, die wohl den meisten bei uns hier völlig unbekannt ist. Ganz sicher nicht ausschließlich ein Reisebericht sondern vielmehr ein einfühlsamer Bericht über das Iran und die Iraner von heute. Wer gerne über den Tellerrand hinausschaut, wird sich an diesem Buch sehr freuen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Wahrheit über den Iran?, 26. Juli 2008
Will man heute über den Iran schreiben, so, scheint es, ist man zum Scheitern verurteilt: Entweder man klammert den islamischen Fundamentalismus aus, stellt die "andere", will sagen harmlose Seite dieses Landes dar und handelt sich den Vorwurf ein, die islamische Republik zu verklären, oder man zeigt die Missstände in dieser Gesellschaft auf und muss sich nachsagen lassen, "anti-Moslem-Hetze" zu betreiben. Gerade Ersteres scheint naiv und töricht, ein Regime wie dieses verlangt nach klarer Positionierung: Entweder dafür oder dagegen. Dieser unausgesprochenen Forderung kommt das Buch "Meine iranische Reise" jedoch nicht entgegen.
Die Autorin, Alison Wearing, gibt ihre Erlebnisse präzise, neutral und im Präsens wieder, in den seltensten Fällen kommentiert sie die Geschehnisse. Es ist, als würde man sie auf ihrer Reise begleiten. Und wir begleiten sie und begegnen den verschiedensten Menschen: Vom Mullah bis zum Regimekritiker, vom moslemischen Fanatiker, der gerne Märtyrer geworden wäre, bis zum leidgeprüften Christen, der in der islamischen Republik Unterdrückung und Terror erfahren hat. Sie alle artikulieren ihre politischen Ansichten - ganz ohne Politik geht es dann doch nicht, wenn man über den Iran spricht, und besonders, wenn Iraner über ihr Land sprechen. Lili Gruber sagt in ihrem Iran-Buch, es sei den Iranern immer ein großes Bedürfnis, den Besuchern ihre Geschichte und die geheimen Strategien der Großmächte zu erklären. Doch dieses Buch will nicht politisch Stellung nehmen, sondern unterhalten. Über allem schwebt nicht das kontroverse Thema des Isllamismus und des Kulturkonflikts, stattdessen die legendäre, manchmal exzessive orientalische Gastfreundlichkeit. Diese Menschen, denen Alison und ihr Begleiter auf ihrer Iranreise begegnen, haben bei aller Unterschiedlichkeit eines gemeinsam: Das unermütliche Bestreben, den Gästen jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Schon bei der Busfahrt von Istanbul aus werden die Kanadischen Besucher mit Obst und Getränken überschüttet, und während der Reise findet sich immer jemand, der sich der Gäste annimmt und nicht eher ruht, bis er sie anständig versorgt hat. Solche Fürsorglichkeit ist angenehm, besonders in einem fremden Land, dessen Landessprache man nicht beherrscht. Aber sie kann auch Überhand nehmen: In Yazd, einer Stadt mitten in der Wüste, besteht ein fremdes Paar darauf, Alison mitzunehmen, und schließlich findet sich eine verwirrte Alison auf einer Tour kreuz und quer durch die Wüste wieder. Die neuen Bekannten, die kaum Englisch sprechen, richten während der ganzen Fahrt beständig dasselbe fragende Wort an alison: "Heiß?". Offenbar haben diese Leute beschlossen, Alison, die in den obligatorischen schwarzen, dicken und schweren Kleidern in der sengenden Wüstensonne fast vor Hitze vergeht, an einen Ort zu bringen, wo es nicht mehr heiß ist, und vergessen dabei zunächst ihren armen Begleiter. Später wird der jedoch angerufen und erhält folgende denkwürdige Auskunft: "MR. Kanada. Wir haben Ihre Frau. Wir machen kalt." Da wüsste ich mal gern, wie das im Original heißt. Diese Groteske ist zweifellos der Höhepunkt des Buches.
Nein, "Meine Iranische Reise" ist kein Reiseführer, es ist nicht mehr und nicht weniger als ein Bericht über eine Reise, was der Titel auch nahelegt. Aber ein literarisierter Bericht, der von schillernden Details und wirksamer szenischer Darstellung lebt. Dass Alison Wearing den Stoff literarisch aufbereitet hat, gibt sie ohne weiteres zu. Dabei verleiht sie der Überzeugung und, wie ich meine, einer literarischen Binsenweisheit Ausdruck, dass die Wahrheit nicht im Detail, sondern im Geist steckt. Vielleicht hat die oben erwähnte abenteuerliche Fahrt durch die Wüste, diese wunderbar groteske Quasi-Entführung in Wirklichkeit nie stattgefunden. Schade, wenn es so wäre, doch müssten wir, die Leser, uns deshalb betrogen fühlen? Nein. Nicht, wenn man akzeptiert, dass die Wahrheit nicht die Summe aller Details ist, und man ferner anerkennt, dass es die reine, allgültige Wahrheit nicht gibt.
Diese Erkenntnisse tragen Alison Wearings Reisebericht. Nichts liegt ihr ferner als der Anspruch, die Wahrheit über den Iran und die Iraner zu sagen oder ihre Leser manipulieren zu wollen. Indem dieser Bericht ausgewählte Erfahrungen wiedergibt und dabei den Akzent auf gewisse Aspekte legt, vermittelt er allerdings eine bestimmte Sicht auf die Iraner, eine westliche Sicht, würden Iraner selbst vielleicht sagen. Doch keine, die durch und durch subjektiv, durch Voreingenommenheit verfremdet ist. Anders als Betty Mahmoody hatte Alison Wearing keinen spezifischen Erfahrungshintergrund, der ihre Sicht auf die Iraner allgemein beeinflusst hätte, und ihr Porträt ist daher sicher wohlmeinender, das heißt stärker von Staunen und Befremden geprägt. "Ich starre in die Herzen von Fremden.", heißt es einmal, als Alison wieder ratlos vor der enthusiastischen, hingebungsvollen Freigebigkeit dieser Menschen steht. Und auch wir Leser starren und staunen, gewinnen Einblick in die Seele eines Volkes, das uns rätselhaft, wenn nicht sogar unheimlich erscheint.
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