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Vor dem Frost: Roman
 
 

Vor dem Frost: Roman (Taschenbuch)

von Henning Mankell (Autor), Wolfgang Butt (Übersetzer)
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (132 Kundenrezensionen)
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Linda Wallander, Tochter des weit über die Landesgrenzen hinweg bekannten Kommissars, kommt sich vor wie auf dem Abstellgleis: Am 10. September soll ihr Dienst bei der Polizei von Ystad beginnen, und bis dort hat sie noch einen langen Sommer vor sich. Auch die avisierte eigene Wohnung ist noch nicht frei, und so muss sie ausgerechnet beim Vater unterschlüpfen. Das Verhältnis zwischen den beiden ist äußerst gespannt und wird auch nicht besser, als Kurt Wallander mit einem schwierigen Fall konfrontiert wird.

In Ystad und im Umland übergießt ein scheinbar Wahnsinniger Tiere mit Benzin und steckt sie in Brand. Eine ältere Frau wird auf einer Wanderung in einer abgelegenen Schlucht bestialisch ermordet, und eine von Lindas ältesten Freundinnen verschwindet von einem Tag auf den anderen. Auch wenn ihr Vater es nicht wahr haben möchte: Zwischen all diesen Ereignissen besteht ein Zusammenhang. Es bedarf akribischster Ermittlungen und einer Reihe von Auseinandersetzungen zwischen Kurt und Linda Wallander, bevor der dickköpfige Kommissar bereit ist, an eine Verschwörung größeren Ausmaßes zu glauben.

Vor dem Frost ist ein Roman des Übergangs: Noch hält Kurt Wallander das Heft in der Hand und ist nicht bereit, seine Tochter als Polizistin zu akzeptieren. Linda muss um jeden Zentimeter Freiheit kämpfen, sowohl in privater wie in beruflicher Hinsicht. Dieser Kampf wird mit harten Bandagen geführt, wobei Mankell die Glaubwürdigkeit seiner Figuren gelegentlich sehr strapaziert. Auch die Handlung des Romans wirkt teilweise etwas konstruiert -- der Autor hat eindeutig ein Anliegen, und es gelingt ihm nicht immer, daraus eine spannende Geschichte zu machen.

Für Wallander-Freunde bietet Vor dem Frost einige schöne Reminiszenzen: Linda erinnert sich immer wieder an Vorfälle aus ihrer Kindheit, die den Lesern aus früheren Mankell-Romanen geläufig sind. Auch der angestrebte Vergleich zwischen christlichem und islamischem Fundamentalismus ist ein durchaus lohnenswerter Stoff, der besonders durch die psychologisch genaue Schilderung der Antagonisten an Glaubwürdigkeit gewinnt. Wir können jedenfalls gespannt sein, wie sich Linda Wallander mausert, wenn sie aus des Vaters Schatten herausgetreten ist und als Polizistin selbstständig wird. --Hannes Riffel -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Pressestimmen

"In keinem anderen Roman von Henning Mankell wird die liebenswerte Seite des schwierigen Kommissars schöner beschrieben als in diesem Buch. ... 'Vor dem Frost' ist ein unglaublich packender Roman und eine schwierige, spannende und berührende Vater-Tochter-Geschichte. Meine neue Nummer eins der Mankell-Romane." (Heide Simonis, Brigitte 15/03)

"Ein hochspannender Wallander-Krimi - einer der besten der Reihe." (Focus 14.07.03)

"Mankell verknotet alle Fäden seiner Geschichte geschickt - eine wunderbar spannende Sommerlektüre." (Birgit Warnhold, Die Welt 19.07.03)

"Henning Mankell ist mit 'Vor dem Frost' ein ungewöhnlich dichter Kriminalroman gelungen." (Simone Dattenberger, MM 17.07.03)

"Ein spannender und kluger Roman. (...) Klappt man das Buch zu, hat man nach Kurt auch Linda in seinen Freundeskreis aufgenommen." (Gunther Baumann, Kurier Wien 19.07.03)

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131 von 150 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Generationenwechsel ?, 10. Mai 2003
Von kamajakka "kamajakka" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REVIEWER)   
Diese Rezension stammt von: Vor dem Frost (Gebundene Ausgabe)
Zweierlei finde ich an diesem Buch bemerkenswert. Erstens scheint es Mankells Antwort auf den 11.September zu sein. Eine Gruppe gläubiger Fanatiker, inszeniert im Dschungel Guyanas einen Massenselbstmord. Versprengte dieser Gruppe sammeln sich zum Angriff auf Menschen und Kirchen in Skåne und laufen sich mit Morden und Entführungen warm.

Zweitens bereitet Mankell offensichtlich einen Generationswechsel vom alternden, zu fetten, saufenden, ewig gestressten, Diabetes geplagten und mit allem hadernden Kurt zu seiner unsicheren, aufbrausenden und Selbstmord gefährdeten Tochter Linda hin. In diesem Buch hat Linda ihr Debüt als zukünftige Polizeiaspirantin. Sie sucht über lange Strecken ihre Freundin Anna und hat das unbestimmte Gefühl, dass diese in irgendeiner Form mit den Vorkommnissen in Ystad zu tun hat. Sie fädelt sich zunächst gegen den Wiederstand ihres Vaters, in die Ermittlungen ein. Nachdem Kurt Wallander einige Zusammenhänge besser erkennt lässt er sie an seiner Seite mitarbeiten.

Ehrlich gesagt, Kurt Wallander als Einzelkämpfer hat mir persönlich besser gefallen. Besonders die Passagen in denen Linda ihre Freundin Anna sucht, fallen eher zäh aus. Mankell deutet sehr versteckt eine Parallelbegabung zu ihrem Vater an. Aber bevor Anna mit ihrem Vater gleich ziehen kann, muss Henning Mankell sich noch viel einfallen lassen.

Der Plot insgesamt erscheint mir etwas konstruiert. Warum die Fanatiker in Kurt Wallanders Revier einfallen wollen, ist mir beim Lesen des Buches an keiner Stelle richtig klar geworden. Eine diffuse Abneigung gegen Abtreibungen ist mir zu wenig für einen derartigen Rundumschlag.

Insgesamt jedoch, ein echter Mankell. Seine präzisen Schilderungen psychischer Hintergründe und sozialer Verhältnisse sind unerreicht. Es lohnt sich also, das Buch zu kaufen und wenn auch nur, um zu erfahren, wie es weiter geht, auch nach dem Frost.

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256 von 295 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Linda Wallanders Debüt!, 19. März 2003
Von "dmb2005" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REVIEWER)   
Diese Rezension stammt von: Vor dem Frost (Gebundene Ausgabe)
"Vor dem Frost" ist der erste Wallander-Roman, in dem nicht der altbekannte Kommissar Kurt Wallander, sondern seine Tochter Linda die Hauptperson ist. Der Roman spielt im Sommer 2001, und Linda hat gerade die Polizeihochschule abgeschlossen. Noch nicht im regulären Polizeidienst, aber eben schon fertig mit der Ausbildung, wohnt Linda zunächst als Gast bei ihrem Vater. Von ihm erfährt sie auch von den eigenartigen Vorfällen, die zu der Zeit in Schonen passieren, so werden mehrere Tiere grausam getötet, und eine Wissenschaftlerin verschwindet, und wird später tot aufgefunden. Als schließlich auch eine alte Freundin Lindas verschwindet, beginnt diese, anfangs gegen den Willen ihres Vaters, mit eigenen Ermittlungen...
Mit "Vor dem Frost" ist Henning Mankell wieder einmal ein klasse Buch gelungen. Wie schon bei den älteren Wallander-Romanen ist auch dieses äußerst spannend und sehr atmosphärisch, und doch anders, als die Romane mit Kurt Wallander. Denn nicht nur der Vorname der Hauptperson hat sich geändert, sondern mit ihm auch die Perspektive, schließlich hat Linda einen völlig eigenen Blickwinkel auf die Dinge, und denkt und fühlt auf ihre Weise. Somit verbindet dieses Buch alte Stärken mit der frischen Person Linda Wallander, und macht beim Lesen einfach richtig Freude!
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48 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen nur streckenweise gewohntes Lesevergnügen, 29. Juli 2003
Von Henning Kolf (Mecklenburg-Vorpommern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Diese Rezension stammt von: Vor dem Frost (Gebundene Ausgabe)
Gleich vorweg:
Die drei Sterne sind eher meinem Respekt vor dem Gesamtwerk des Autors geschuldet als verdient.
Nicht dass mir ansonsten die Art Mankells zu schreiben nicht gefallen würde. Ganz im Gegenteil, ich zähle "Mittsommermord" und "Mörder ohne Gesicht" zu meinen erklärten Lieblingsbüchern. Ich mag es, wenn sich Geschichten langsam entwickeln, bin kein Fan vorwiegend amerikanischer Plots, die schwarz-weiß daherkommen und keinen Raum für Zwischentöne lassen. Es hat mich nie gestört, dass die eine oder andere Metapher, die Mankell gewählt hat, unbeholfen und spröde daherkommt. Ich habe es nicht als nervend, sondern eher als angenehmen Wiedererkennungseffekt empfunden, dass Mankell gewisse (Charakter)eigenschaften seines Protagonisten Wallander - allen voran figürliche, emotionale und sonstige Schwächen mit einer depressiven Grundhaltung - wie ein Mantra in sämtlichen Büchern ständig wiederholt. Auch dass viel übers Wetter fabuliert wird, ohne dass der Bezug zur Story und den Akteuren stets erkennbar ist, hat mich nicht davon abhalten können, die Wallander-Romane stets in einem Zug zu Ende zu lesen, weil es mir nicht gelingen wollte, das Buch aus der Hand zu legen.

Dass mir "Vor dem Frost" so gar nicht gefällt, kann also nichts mit dem zu tun haben, was die "Anti-Mankell-Fraktion" dem Autor üblicherweise vorwirft.

Als Grund für mein Unbehagen fällt mir folgendes ein:

Als "Roman des Übergangs", weg von Kurt Wallander, hin zur Tochter Linda und womöglich Stefan Lindman findet sich, vor allem auf den ersten 300 Seiten, wenig Vertrautes. Was an sich nicht tragisch wäre, wenn es Mankell gelingen würde, Kurt Wallander durch Figuren gleicher Präsenz zu ersetzen, und sei es nur, weil der Leser sich in der einen oder anderen Facette der Persönlichkeit des Protagonisten wiederzuerkennen glaubt. Linda Wallander bleibt recht konturlos, man hat fast den Eindruck, die neue Hauptfigur und der Autor blieben einander ein wenig fremd. Was erklärbar wäre, da Kurt Wallander der Gedankenwelt eines männlichen Autors mittleren Alters möglicherweise leichter zu entsprechen mag als die wesentlich jüngere weibliche Protagonistin.

Hinzu kommt, dass Mankell seiner Heldin die ersten 300 Seiten nicht wesentlich mehr zugesteht, als sich über das Verschwinden ihrer Freundin Anna Gedanken zu machen und sich zu fragen, ob sie ihre zukünftige Rolle als Polizeianwärtein auszufüllen vermag oder nicht.

Bis auf einen bizarren Mord relativ am Anfang der Geschichte, der zudem seltsamerweise relativ nebensächlich bleibt, passiert zunächst nicht viel. Im dritten Drittel des Buches passieren dann noch einige Verbrechen und die Geschichte gewinnt an Fahrt, zumal auch Kurt Wallander und den übrigen Ermittlern mehr Bedeutung beigemessen wird.

Auch für einen, der es mag, dass Geschichten sich entwickeln, etwas spät.

Zudem sind auch die Säulen des angebotenen Motivs - religiöser Wahn - vielleicht etwas schwach, um die Last des Plots alleine zu tragen.

Wenn ich dann noch lese, dass Mankell ein Tonband verschwinden läßt und er Linda einem Zeugen gegenüber eine Stimme imitieren läßt, damit der Zeuge die Stimme auf dem nicht mehr vorhanden Band identifizieren kann, beginne ich nun wirklich am Autor zu zweifeln.....

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<<Vor dem Frost>> enttäuscht mich als bisher eifriger Wallander-Leser sehr. Auf eine derartige Wachtablösung durch Linda Wallander hätte ich gerne verzichtet. Lesen Sie weiter...
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Veröffentlicht am 10. April 2007 von Dr. Gernot Starke

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Veröffentlicht am 3. Januar 2007 von Hans-Joachim Murschetz

4.0 von 5 Sternen Brandheißes Thema, das aber Fragen offenlässt
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Veröffentlicht am 2. November 2006 von Lionscity

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