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Lagerfeuer: Roman
 
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Lagerfeuer: Roman (Taschenbuch)

von Julia Franck (Autor)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 336 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. März 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423133031
  • ISBN-13: 978-3423133036
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 52.687 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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    Nr. 6 in  Bücher > Belletristik > Romane & Erzählungen > Junge Literatur (deutschspr.) > Franck, Julia

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Das Letzte, was die DDR-flüchtige Nelly Senff sich von ihrem Staat gefallen lassen muss, ist eine inwändige Leibesvisitation. Der letzte Eingriff vor der Ausreise ins Feindland, die letzte private Manipulation, die letzte Demütigung. "Nicht gehen ließen sie mich. Als Trojanisches Pferd wollten sich mich schicken."

Das Erste, was Nelly Senff im Westen erwartet: Demütigungen. Stundenlange Verhöre durch verschiedene Geheimdienste, Mehrbettzimmer und Doppelstockbetten, zwielichtige Wohltäter, Spitzel-Verdacht, Essensmarken und Nieselregen. Allgegenwärtig der Gospel-Sound aus den Radios der amerikanischen Besatzer. Und viele offene Fragen: "Was glaubt ihr, was euch im Kapitalismus erwartet?2

Lagerfeuer handelt von Transiterfahrungen, im geografischen, ideologischen und existenziellen Sinn. Schauplatz ist das ehemalige Notaufnahmelager Berlin-Marienfelde. Hier machen vier sensible Hauptpersonen eine gemeinsame Erfahrung: an einem Ort zu sein, an dem keiner von ihnen sein will. Zukunft: ungewiss. Neben Nelly Senff mit ihren beiden Kindern sind da Krystyna aus Polen, der arbeitslose Schauspieler Hans Pischke und John Bird, ein schwarzer US-Amerikaner im Dienst der CIA, der Nelly bei ihrer Ankunft verhört. Locker verknüpft die Autorin die individuellen Geschichten und lässt ihre Figuren aus persönlicher Sicht erzählen, über große Strecken gleichsam wie in Echtzeit. Die Augenblicke aus dem Lageralltag, die schwer "wie ein Kind" wiegenden Erinnerungen an das Leben vor dem Lager, erhalten durch die Dehnung der sinnlichen Wahrnehmung eine ungewöhnlich intensive Präsenz.

Die in Ostberlin geborene Julia Franck, die das Lager Marienfelde mit acht Jahren selber erlebte, beschäftigt sich in ihrem dritten Roman nach Der neue Koch und Liebediener mit einem Teil ihrer eigenen Vergangenheit. Dass sie zugleich ein heikles Thema der jüngsten deutschen Geschichte zu einem offenen Stück Literatur macht (und eben nicht zum Pro-und-Kontra-Trend beiträgt, der das Thema derzeit multimedial bestimmt), ist bemerkenswert. Der "kühle" Stil, den die Kritik Julia Francks vorangehenden Büchern teilweise attestiert hat, trifft die Sache nur oberflächlich. In Lagerfeuer ist eine Verantwortung für das Romanpersonal zu spüren, die rührend ist. Das könnte die Wärme sein, die im Titel des Buchs steht. --Nikolaus Stemmer -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Als die DDR noch keine Kuschelerinnerung war: Eine Geschichte aus deutsch-deutscher Zeit. Berührend, aufrüttelnd und poetisch.

Wofür benötigt sie eigentlich Zahnpasta, wenn sie doch in den Westen zieht, um mit ihrem zukünftigen Mann zusammenzuleben? Und was ist mit dem Vater der Kinder?

Nelly Senff ist schweißgebadet, als sie Ende der 70er Jahre endlich die Tortur der Ausreise hinter sich hat. Nichts hat man ihr erspart, hat die Kinder von ihr getrennt, eine hochnotpeinliche Leibesvisitation an ihr durchgeführt – aber nun ist sie drüben. Drüben, das heißt zunächst einmal Notaufnahmelager Marienfelde. Drüben, das heißt Demütigungen, stundenlange Verhöre durch verschiedene Geheimdienste, insbesondere durch CIA-Agent John Bird, der vermeintliche DDR-Spitzel aufdecken will. Drüben, das heißt auch, ein winziges Zimmer mit Stockbetten für sie und die Kinder und, vor allem, die erzwungene Nähe zu den anderen Bewohnern.

Marienfelde galt als Tor zum goldenen Westen. Doch die Flüchtlinge erfahren an diesem Übergangsort nichts als Desillusionierung.


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65 von 66 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Gute Unterhaltung ohne Nachhaltigkeit, 31. Oktober 2004
Von Wolfgang Gonsch (Passau) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Diese Rezension stammt von: Lagerfeuer (Gebundene Ausgabe)
Wenn es stimmt, dass Gott gegenwärtig wird im Mitleid, wie Eugen Drewermann meint, dann hat Gott wahrscheinlich öfters mal vorbei geschaut, als Julia Frank an ihrem neuen Buch geschrieben hat. Denn die Intensität, mit der die Autorin mit ihren Figuren mitleidet, an deren Schicksal Anteil nimmt, deren Ängste und Sehnsüchte ernst nimmt, ist wahrlich beeindruckend.

Erzählt werden die Geschichten von drei Übersiedlern aus der ehemaligen DDR, die sich - voller Hoffnung aufgebrochen - plötzlich in einem Notaufnahmelager wiederfinden: Nelly Senff mit ihren beiden Kindern, die ihren Mann verloren hat, Hans Pischke, ein freigekaufter Schauspieler und Krystyna aus Polen, die darauf hofft, dass ihrem krebskranken Bruder mit westlicher Medizin geholfen werden kann.

Was sie alle im Lager erwartet, ist aber alles andere als das gelobte Land, das sie sich so sehnlichst erhofft hatten.

Diese Situation zu beschreiben ist der Autorin nun wirklich meisterlich gelungen. Sie versteht es vortrefflich durch Sinneseindrücke Stimmungen zu erzeugen: die Geräusche der Zimmernachbarn, beim Schlafen, beim Sex, beim Defäkieren, die Gerüche, die in den Zimmern hängen, die Ausdünstungen der Mitbewohner, die Essensgerüche. Die räumliche Enge, die die Lagersituation mit sich bringt, wird so fast körperlich spürbar.

Genauso sensibel und einfühlsam wird auch über Gefühlszustände der Protagonisten berichtet. Eine erdrückende wie erniedrigende Lebenssituation, zerplatzte Träume, Perspektivlosigkeit und schnell einsetzende Resignation sind Themen, die immer und überall mitschwingen. Die Handlung spielt fast ausschließlich innerhalb der Lagerumzäunung - trist und öde, kaum Abwechslung - auf Dauer sehr beklemmend! Dieses Gefühl beschleicht auch den Leser zusehends, die Autorin bietet dem Leser keine geistige Fluchtmöglichkeit.

Das Buch hat zweifelsohne aber auch Schwächen: die Handlung flaut nach dem Anfangskapitel - das sehr eindringlich die Ausreise-Prozedur von Nelly Senff thematisiert - merklich ab. Die Schicksale der Protagonisten kreuzen sich zwar ab und zu, bleiben aber einzeln dahintröpfelnde Handlungsstränge und ergeben leider kein schlüssiges Ganzes in dem auch die teils penetrante Symbolik des goldenen Westens störend wirkt.

Mit ihrer emphatischen Schreibweise gelingt es Julia Franck - trotz „Rivers of Babylon" von Boney M. - ihre Leserinnen und Leser gut zu unterhalten. Leider fehlt dem ganzen etwas die Nachhaltigkeit!

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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Fesselnde Geschichtslektion, 5. Oktober 2003
Von Ein Kunde
Diese Rezension stammt von: Lagerfeuer (Gebundene Ausgabe)
In ihrem neuen Roman greift Julia Franck ein Kapitel der deutsch-deutschen Geschichte auf, über das ich als Westler, der der gleichen Generation angehört wie die Autorin, bislang rein gar nichts wußte: Das Leben im Aufnahmelager für DDR-Flüchtlinge.

Verschiedene Personen erzählen in den Kapiteln abwechseln in Ich-Perspektive von ihren Eindrücken und Erlebnissen. Wie schon bei den Erzählungen aus "Bauchlandung" zoomt Julia Franck dabei wieder ganz dicht an ihre Figuren ran. Da ist Nelly, die Mutter von zwei Kindern, die nach dem Verlust des Vaters der Kinder ausreist. Da ist die Polin Krystyna, die mit ihrem Vater und krebskranken Bruder in den Westen kam in der Hoffnung, man könne dem Bruder hier helfen. Da ist kontaktscheue, inrovertierte Hans, der schon Jahre im Lager lebt, das Zusammenleben auf engstem Raum eigentlich gar nicht ertragen kann und doch nicht weg will oder kann. Da ist der CIA-Mann John, der Neuankömmlinge verhört.

Julia Franck schildert den Alltag dieser Personen: Die Essensausgabe, den Waschraum, die Arbeitsvermittlung, die Probleme der Ost-Kinder in der West-Schule, die Probleme des Zusammenlebens etc.

Seit ihrem letzten Roman "Liebediener" hat Julia Franck einen gewaltigen Sprung gemacht. War "Liebediener" z. T. doch noch etwas trocken und langatmig, ist "Lagerfeuer" fesselnd und unterhaltsam. Man wird regelrecht reingesogen, es fällt schwer das Buch aus der Hand zu legen.
Für meine Begriffe ist Julia Franck im Augenblick die beste deutschsprachige Autorin.

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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen In der Freiheit gestrandet, 19. November 2004
Von Ghani Zettwitz "Leseratte" (Oggersheim) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Diese Rezension stammt von: Lagerfeuer (Gebundene Ausgabe)
Frei sein wollten sie Alle. Nelly, die vorgibt mit ihren beiden Kindern aus der DDR ausreisen zu wollen, weil sie einen Mann in Westdeutschland heiraten will.
Der Schauspieler Hans, der nach Jahren der politischen Haft von der Bundesrepublik aus der DDR freigekauft wird. Krystyna, die ihren schwer erkrankten Bruder retten will und deshalb mit ihm und ihrem Vater Polen verläßt. Grit Mehring, die behauptet von der Staatssicherheit der DDR bespitzelt worden zu sein aber selbst ein Spitzel ist.
Susanne, die sich heimlich auf dem Straßenstrich ihr Geld verdient und die alte Frau, die keinen Ausweg mehr sieht und sich aufhängt.
Der Gegenspieler John Bird, der für den amerikanischen Geheimdienst, CIA, arbeitet, die Flüchtlinge für seine eigenen Zwecke benutzt und sie verhört.

„Lagerfeuer" spielt Ende der siebziger Jahre im ehemaligen Notaufnahmelager Berlin - Marienfelde und versucht die damaligen Verhältnisse mit den Lebenswegen und der Ausweglosigkeit von Flüchtlingen im geteilten Deutschland zu verknüpfen.
Die Einen haben den Osten verlassen, die Anderen das Gefängnis. Wo aber sind sie gelandet? Wieder in einem Gefängnis! Einem Lager mit einer Mauer drumherum, in einer Stadt mit einer Mauer drumherum, mitten in einem Land mit einer Mauer drumherum. Sie alle meinten, da drin, im Inneren der Mauer, ist der goldene Westen, die große Freiheit. Arroganz und menschliche Erniedrigung durch die Einheimischen begegnen den Lagerinsassen. Sie sind in dieser sogenannten Freiheit nicht Willkommen und am Ende der Geschichte stellt sich die Frage, war es richtig die Heimat zu verlassen, oder sind wir gar Verräter. Egal, ob übergesiedelt, ausgebürgert, geflohen. Hätte man nicht dableiben und an Ort und Stelle kämpfen sollen, denn wer es ernst meint, der flieht nicht, der bleibt! Die Beantwortung dieser Frage läßt die Autorin, Julia Frank, offen und tut gut daran. Denn was in diesem Buch geschildert wird haben zehntausende Flüchtlinge selbst erlebt. So auch ich.

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2.0 von 5 Sternen Es fing so gut an...
Die Geschichte hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Es wird über einen Personenkreis berichtet, über den ich mir noch nie Gedanken gemacht habe. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 16. Januar 2008 von U. Blöcher

4.0 von 5 Sternen lesenswert
Nach der Buchvorstellung von J. Frank in einer Talkrunde im Fernsehen habe ich mir mehr davon erhofft. Lesen Sie weiter...
Am 30. April 2005 veröffentlicht

2.0 von 5 Sternen Langweilig
Mir hat „Lagerfeuer" nicht sonderlich gut gefallen. Ich muss dazu sagen es war mein erstes (und wohl auch mein letztes) Hörbuch. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 7. Februar 2005 von S. Sieber

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