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Medea. Stimmen.
 
 

Medea. Stimmen. (Taschenbuch)

von Christa Wolf (Autor)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 217 Seiten
  • Verlag: Dtv (1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 342312444X
  • ISBN-13: 978-3423124447
  • Größe und/oder Gewicht: 19,3 x 11,9 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 146.223 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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    Nr. 30 in  Bücher > Belletristik > Romane & Erzählungen > Zeitgenössische Literatur > Deutschsprachige Autoren > Wolf, Christa

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Den Medeastoff des Euripides hat Christa Wolf eigenwillig und gekonnt verändert. Medea wird reingewaschen: zuviel will ich nicht verraten. Nachdem sie von Jason verstoßen wurde, wird sie gar zu einer antiken, Pestkranke pflegenden Mutter Teresa. Das Verfahren, die Hauptpersonen in einem inneren Dialog die Handlung erzählen zu lassen, ist keinesfalls neu, scheint sogar recht modisch zu sein (Margaret Atwood Alias Grace). Der psychologische Vorteil dieses Verfahrens wird mit weniger Lebendigkeit bezahlt. Trotzdem ist Medea flott zu lesen. Die Handlung wird zwar nicht streng chronologisch entwickelt, macht aber auch keine verständnishemmenden Sprünge. Die Veränderungen benutzt Christa Wolf um zu zeigen, daß Fremdenfeindlichkeit, mangelnde Zivilcourage und Herabsetzung des Fremden schon seit der Antike unbewältigte Probleme vieler Kulturen sind. Der Kampf um die Thronfolge bei den Kolchern, noch ausgeprägter bei den Korinthern wäre einem Shakespeare-Drama angemessen. Die lesenden Männern werden bei der Zauberin Kirke, bekannt aus -- nein, nicht aus dem Fernsehen -- sondern der Odyssee, aufhorchen. Verwandelt Kirke doch glatt Männer in Schweine. Womit zumindest bewiesen ist, daß nicht alle Männer Schweine sind. Wie könnte sonst Kirke ihre Kunst beweisen? Medea von Christa Wolf ist spannend, ideenreich und lesenswert.


Kurzbeschreibung

Sie ist eine der faszinierendsten und zugleich widersprüchlichsten mythischen Gestalten. Von Euripides wurde sie als Kindsmörderin in die Literatur eingeführt, spätere Jahrhunderte haben sie immer wieder um- und anders gedeutet: Medea. Heilerin, Priesterin, Liebende, Eifersüchtige, Verräterin, Intrigantin: Christa Wolf erzählt die Geschichte – teilweise Quellen vor Euripides folgend – neu und entwirft dabei das Porträt einer eigenwilligen, einer ungewöhnlichen Frau zwischen den Zeiten. Ihre Medea ist, wie in allen Überlieferungen, die Tochter des Königs von Kolchis am Schwarzen Meer, dem östlichen Rand der damals bekannten Welt. Sie findet die Verhältnisse in ihrer Heimat unerträglich und flieht mit Jason, dem Argonauten, und einer kleinen Schar von Kolchern in das reiche Korinth.

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45 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Faszinierend von der ersten bis zur letzten Seite, 16. Dezember 1999
Von Ein Kunde
Christa Wolfs "Medea.Stimmen" steht in der Tradition ihres Werkes "Kassandra", das ebenso fesselnd ist. Für manchen Leser wirkt das Buch eher befremdlich. Aber für Leser, die sich für griechische Mythologie und die Rolle der Frau damals und heute interessieren und die nicht vor Wolfs ungewöhnlichen Stil zurückschrecken, ist dieser fragmentartige Roman ein Genuß. Wolf baut eine Spannung von Anfang bis Ende auf, die den Leser nicht mehr losläßt. Medea ist eine umstrittene Figur der griechischen Mythologie, für die einen ist sie eine Heilerin, für die anderen eine Intrigantin und Kindsmörderin. Diesem Mythos geht Christa Wolf in ihrem Roman, der immer wieder aus verschiedenen Blickwinkeln die Geschichte erzählt, nach. Die stolze Königstochter Medea hilft dem Argonauten Jason,das goldene Vließ ihres Vaters zu stehlen, und flüchtet mit ihm in das reiche Korinth. Die Korinther reagieren befremdet auf die stolzen Flüchtlinge, die trotz Armut erhobenen Hauptes durch Korinth ziehen. Medeas Stolz und ihre wundersamen Heilkräfte verstärken mit der Zeit das Mißtrauen der Korinther gegen sie und ihre Landsleute. Als Medea schließlich einem schrecklichen, wohl gehüteten Geheimnis des Korinther Königshaus auf die Spur kommt, und sie alle Warnungen in den Wind schlägt, bahnt sich die Katastrophe an. Eindringlich beschreibt Wolf die scheinbar unaufhaltsame Entwicklung. Da sie alle Hauptcharakteren in eigenen Kapiteln zu Wort kommen läßt, bleibt es dem Leser überlassen zu entscheiden, ob Medea ihr Schicksal hätte abwenden können oder nicht. Der Roman schildert nicht nur die Begebenheiten in Korinth, sondern läßt sich auch auf unsere Zeit übertragen. Schließlich mögen sich die Umstände verändert haben, der Mensch an sich nicht. So greift der Roman mehrere Themenbereiche auf. Die Lage der Flüchtlinge und wie diese zu Sündenböcke gemacht werden, ist auch heute noch ein Problem. Medea, als Frau mit einem eigenen starken Willen, kämpft mit dem gleichen Mißtrauen, das noch heute manchmal erfolgreichen und selbstbewußten Frauen entgegengebracht wird. Die Rolle der Berater des Könighauses erinnert an Politthriler der heutigen Zeit. Wolf stellt ein erbarmungslosen Psychogramm der Mächtigen dar. Wie Macht oder allein der Gedanke an Machterlangung den Menschen verändert und zu Grausamkeiten befähigt, ist ein zentrales Thema dieses Buches. Und ein Blick über die Schlagzeilen unserer Zeit zeigt, dass diese Verhaltensweisen nicht zur Vergangenheit gehören, sondern noch traurige Wirklichkeit sind. Wer also Lust auf ein Leseabenteuer der anderen Art hat und seine sowie die antike Welt mit anderen Augen sehen will, sollte dieses Buch lesen. Denn Christa Wolf schafft es, den Leser in eine faszinierende Welt, über Kampf, Liebe, Intrigen, Glauben, Macht und Tod, zu entführen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Nach Kassandra Medea, 13. Juli 2006
Ich habe diesen Roman gelesen, weil mir "Kassandra" sehr gefallen hat, es ist eines meiner Lieblingsbücher. "Medea" ist sprachlich ähnlich, allerdings wird hier die Geschichte aus mehreren Perspektiven geschildert. Die Figur, die dabei entsteht, wirkt sehr lebendig und faszinierend und auch die verschiedenen Erzählstimmen können eingermaßen überzeugen-einigermaßen deshalb, da es der Autorin sichtlich schwerer fällt, die unsympathische, opportunistische Agameda zu zeichnen, ohne sie zu überzeichnen, als Medea oder Leukon, die ihr offenbar sympathisch sind. Dennoch ist es ein Buch, das ich wiedergelesen habe, vor allem, weil es sich mit der Frage auseinandersetzt, wer die Schuldigen (Menschentypen) sind, wenn ein ganzes Volk sich selbst belügt und aufzeigt, welche Alternativen es gibt, die allerdings allesamt unbefriedigend scheinen.
Dass die Mythengestalt von Christa Wolf so neu gestaltet wurde, dass sie kein "wildes Weib" und keine Kindsmörderin ist, finde ich legitim, zumal der Gedanke einleuchtend ist, man habe ihr den Mord an den eigenen Kindern nachgesagt, um sie für alle Zeit zu entehren. Diese Art der Propaganda hat es ja häufiger gegeben.
Es gibt keine mehr oder weniger "echte" Medea und diese Neuerschaffung wirkt überzeugend, auch wenn sie manchmal dem Leser ebenso fremd und faszinierend-eigenwillig erscheint wie den erzählenden Figuren. Meiner Meinung nach lohnt es sich, den Roman zu lesen, allein schon wegen der Sprache, mit der die Autorin so gut umzugehen weiß.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Alter Mythos als Politthriller, 23. Februar 2003
Christa Wolf hat mit Medea einen Stoff aufgearbeitet der auf den ersten Blick staubtrocken ist. Bei Euripides ist Medea noch die skrupellose Mörderin, die mehere Menschen aus dem Weg räumt, bis sie zum Schluss ihre eigenen Kinder mordet und dann in den Himmel auffährt.
Wolf erzählt diese Geschichte neu. Medea ist, nachdem sie mit dem Argonauten Jason aus Kolchis geflohen ist, eine Aussenseiter in der neuen Umgebung, Korinth. Eines Tages entdeckt Medea das dunkle Geheimnis ihrer neuen Heimat. Um zu Verhindern, dass Medea auspackt werden schnell Gerüchte in die Welt gesetzt, sie habe ihren Bruder ermordet.......
Aus der Sicht der tragenden Akteure wird die Geschichte wie ein moderner Politthriller erzählt.
Teilweise schwer zu lesen, wenn beispielsweise die fiebernde Medea erzählt, was das Gesammtbild aber nur sehr wenig trübt.
Lesenswert.
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3.0 von 5 Sternen Medea - Stimmen
Medea, mythische Gestalt, auf die schon zahlreiche Autoren zurückgegriffen haben, wird auch von Christa Wolf gekonnt in "Medea - Stimmen" von 1996 bearbeitet. Lesen Sie weiter...
Vor 23 Monaten von B. Ekici veröffentlicht

4.0 von 5 Sternen Interessante Schullektüre
Der Medea Mythos mal ganz neu - Medea als Sündenbock und Opfer des Neides der Gesellschaft, abgestempelt als Hexe: Eigentlich möchte sie doch nur helfen, gerät durch ihre... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 30. Mai 2007 von Leseratte 19

3.0 von 5 Sternen Medea mal ganz neu!?!
Christa Wolf zeigt mal eine andere Sicht von der Kindsmörderin Medea. Die Geschichte wird aus vielen Perspektiven geschildert, was teilweise sehr verwirrend ist. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 3. Juni 2006 von N.H.

5.0 von 5 Sternen medea wie neu
dies ist eines der bücher wie Ein Unding der Liebe von Ludwig Fels, Die Züchtigung von A. Migutsch oder Die Letzte Welt von Christoph Ransmayer

für die Insel und für immer

ein... Lesen Sie weiter...

Veröffentlicht am 27. Februar 2006 von Jutta Eckhardt

4.0 von 5 Sternen Medea - irgendwo zwischen Roman und Philosophie
Es ist schon etwas Großes, was Christa Wolf hier geschaffen hat. Nicht nur sprachlich ist ihr mit
"Medea" Großes gelungen, nein hat sie es doch geschafft eine hitzige... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 10. November 2005 von Stefan Depeweg

4.0 von 5 Sternen Wie guter Wein.. Mit der Zeit wird's immer besser!
Medea.. Ein so simpler Name ist mir in Sachen Literatur selten untergekommen. Doch trügt der Schein, das Buch ist umso komplizierter, als der Name es vorgibt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 12. Oktober 2005 von Jan-Remmer Harms

4.0 von 5 Sternen Mehr zufällig..
..bin ich dazu gekommen, dieses Buch zu lesen oder lesen zu müssen. In meinem letzten Jahr auf dem Gymnasium wurden wir dazu angehalten, Referate zu machen und da mich die Gestalt... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 13. März 2002 von eiskaltergedanke

2.0 von 5 Sternen Literarisch höchst anspruchsvoll, aber lesenswert?
Christa Wolf ist es gut gelungen den antiken Medea-Mythos abseits der Darstellung von Euripides darzustellen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 4. März 2002 von Torsten Walter

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