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Leviathan: Roman
 
 

Leviathan: Roman (Taschenbuch)

von Julien Green (Autor), E. Rechel-Mertens (Übersetzer)
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (21 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 320 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. August 1997)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423123842
  • ISBN-13: 978-3423123846
  • Größe und/oder Gewicht: 19,3 x 12,2 x 2,1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (21 Kundenrezensionen)
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    Nr. 3 in  Bücher > Belletristik > Romane & Erzählungen > Klassiker des 20. Jahrhunderts > Internationale Autoren > Green, Julien

Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Leviathan
OT Leviathan OA 1929 DE 1930Form Roman Epoche frühe Moderne
In seinem Roman erzählt Julien Green, dass jemand zum Verbrecher wird, aber nicht wie. Der Erzähler ist nur ein genauer Beobachter, der seine Protokolle abliefert – und bleibt dies selbst in den Passagen, in denen er die Binnenperspektive seiner Figuren einnimmt.
Inhalt: Der Hauslehrer Guéret hat sich mit seiner Frau in einem kleinen Provinzstädtchen in der Nähe von Paris niedergelassen, wo er bei einem reichen Kaufmann dessen untalentierten Sohn unterrichtet. Er fühlt sich fremd unter den Bewohnern der Gegend; für seine Frau empfindet er schon lange nichts mehr. Angèle, ein junges Mädchen, das gegen Geld allen Männern der Stadt zu Willen ist, zieht ihn an, doch sie weist den plumpen und ungeschickten Mann kalt ab: Gerade ihm, der so anders ist als ihre Liebhaber, will sie sich verweigern. Als Guéret erfährt, dass Angèles Liebe käuflich ist, verschafft er sich eines Nachts unbemerkt Zugang zu ihrem Zimmer, doch es ist leer, das Bett zerwühlt. Er läuft ziellos durch die Umgebung der Stadt, bis er im Morgengrauen Angèle begegnet. Er zieht sie in ein Dickicht, gerät zunehmend in einen gewalttätigen Rauschzustand, würgt sie und schlägt ihr schließlich mit einem Ast mehrmals ins Gesicht. Im Glauben, er habe sie getötet, flieht er. Einen Kriegsveteranen erschlägt er mit dessen Stock, ohne dass ihm bewusst ist, was er tut. Gefühllos flieht er aus der Stadt.
Angèle ist nicht tot, aber übel zugerichtet. Sie wird Zeit ihres Lebens durch Narben im Gesicht entstellt sein. Guéret wird wegen Mordes und Vergewaltigung von der Polizei gesucht. Madame Grosgeorge, die Frau des ehemaligen Arbeitgebers von Guéret, fühlt sich auf eine merkwürdige Weise zu diesem hingezogen; sie sieht in ihm ihr eigenes Elend eines leeren und sinnlosen Lebens. Auf einer ihrer langen Wanderungen entdeckt sie Guéret, der zurückgekommen ist und inzwischen weiß, dass Angèle noch lebt. Sie bietet ihm Hilfe an, doch er flieht. Als er Angèle wiedersieht, fleht er sie an, mit ihm fortzugehen; das nötige Geld werde er schon auftreiben. Das Mädchen versucht ihn hinzuhalten, da sie selbst die Stadt verlassen will. Vergeblich bittet sie Frau Grosgeorge um Geld. Eines Abends steht Guéret vor der Villa seines ehemaligen Arbeitgebers. Frau Grosgeorge verspricht, ihm Geld zu geben; er solle aber bis zum Morgen in einem Salon ihres Hauses warten. Zögernd willigt Guéret ein. Während einer nächtlichen Unterredung der beiden wird sich Frau Grosgeorge schmerzlich ihrer Liebe zu Guéret bewusst. Als sie erfährt, dass dieser nur wegen Angèle zurückgekommen ist, empfindet sie grenzenlose Scham und Selbstverachtung. Einem Bediensteten gibt sie einen Brief an Angèle, in dem sie nur vermerkt, dass Guéret in ihrem Haus versteckt sei und man die Polizei benachrichtigen solle. Der Brief gerät in die Hände von Angèles Hauswirtin, die der Aufforderung sofort nachkommt. Als die Villa von Grosgeorge bereits von der Polizei umstellt ist, kommt es nochmals zu einer Begegnung zwischen Frau Grosgeorge und Guéret, in deren Verlauf Frau Grosgeorge nach ihrer Bemerkung, dass ihn Angèle nicht geliebt habe, mit einem Revolver auf sich schießt. Auf dem Boden liegend, fleht sie Guéret an, ein zweites Mal zu schießen, da sie nicht länger leben könne.
Aufbau: Der Roman besteht aus zwei Teilen. Der erste erzählt linear die Geschichte Guérets bis zu seinem vermeintlichen Mord und seiner Flucht. Der zweite Teil enthält in weiten Passagen Rückblenden (Guérets Flucht, Angèles Gefühle zu Guéret, Madame Grosgeorges Eheleben) und gipfelt in der Begegnung von Madame Grosgeorge und Guéret. In einer Art Abspann wird von den Gerüchten, die sich in der Stadt verbreiten, berichtet und schließlich von Angèles bevorstehendem Tod.
Der immoralistische Blick des Erzählers ist auf alle Romanfiguren gerichtet: Madame Grosgeorges Leiden an der Leere und Sinnlosigkeit ihres Lebens wird protokollarisch verzeichnet, ihre plötzlich erkannte Liebe zu Guéret als eine Art Naturereignis vermerkt. Gefühle, sofern sie erwähnt werden, sind selbstbezüglich, d.h. nur auf die fühlende Person selbst gerichtet: Von Angèle, die sich von Guéret geliebt fühlt, wird z. B. berichtet, dass sie sich in die Freude, geliebt zu werden, verliebt habe.
Wirkung: Kritiker wie Walter R Benjamin stellten Green neben Marcel R Proust und erkannten früh seine Bedeutung für die literarische Moderne. Doch Green war ein literarischer Einzelgänger, der am Rand aller gängigen Strömungen stand, so dass er keine Nachahmer gefunden hat. G. Ha.

Pressestimmen

"Kennen Sie den "Leviathan"? Zum zehnten Male las ich ihn. Ich würde Sie beneiden, wenn Sie die erste Lesung noch vor sich hätten." (Georg Kaiser)

"Schuldhafte Verstrickungen, obsessive Wünsche und todschwarze Nachtphantasien - dargeboten in einer klaren, vibrierenden Sprache." (Marko Martin in 'Die Welt')

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49 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Verbrechen und Strafe, 4. Februar 2005
Von Berthold Knoche (Waldsolms / Hessen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Die Geschichte einer Liebe, eines Verbrechens, einer Strafe, die den Leser in eine Welt am Anfang des letzten Jahrhunderts im ländlichen Raum entführt. Genau beschriebene Personen, glaubwürdige Charaktere die nachvolziebar handeln. Der linkische junge Mann, die neugierige Wirtin und 'Tante' von Angele, die lieblose, bestimmte Gegenspielerin des Opfers und Angele selbst, das unbedarfte, schöne junge Mädchen, alles Personen, die man irgendwie zu kennen glaubt. Handwerklich perfekt und kunstvoll geschrieben.
Der fehlende Stern: Das Ende. Ich fühle mich da um 50 Seiten betrogen. Mir schneint, übertrieben ausgedrückt, der Abgabetermin rückte näher und die Sollseitenzahl war erreicht.
Für die SZ-Redaktion ist es eines der 50 besten Bücher des letzten Jahrhunderts. Ich bin froh, dass ich nicht die Auswahl habe treffen müssen, in meiner Liste wäre Green vielleicht nicht enthalten gewesen, aber durch die SZ-Ausgabe habe ich ein sehr interessantes Buch entdeckt, eins von denen, die ich auf jeden Fall noch einmal lesen will.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Obsession, 14. Februar 2005
Von Darko Spoljar (Siegburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Was der Autor hier schafft, gelingt nur selten.
Er beschäftigt sich mit einer handvoll Charakteren, dessen Schicksale auf geniale Art und Weise miteinander verwoben werden und die von Green bis ins Detail durchleuchtet werden. Gleichzeitig schafft er einen unvergleichlichen Sog, indem er das Thema „Liebe" oder die „Unmöglichkeit einer Liebe" tief durchleuchtet und auf Wege schickt, die nicht vorhersehbar und damit unglaublich spannend sind. Die dramatischen Handlungen seiner Protagonisten, die sich immer tiefer in den Abgrund stürzen, erinnern an Werke von Zola, denn genau wie bei ihm werden die Figuren in Greens „Leviathan" von einer ständigen Obsession in ihrem Tun dazu gedrängt, Handlungen zu vollführen, die nicht direkt klar, sondern abstrakt wirken und erst bei genauem Hinsehen Sinn ergeben - zumindest aus der Sicht der Charaktere.

Auch sehr gut gelungen ist die düstere Atmosphäre, die dunkle Grundstimmung des Buches und die Beschreibung der Orte, die sich oft als wahre Unorte erweisen, zusammen mit dem ständig wechselnden Wetter.

„Leviathan" ist gnadenlos spannend, charakteristisch tiefgehend und genial durchdacht. Lesen!

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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein kleines Meisterwerk, 9. August 2005
Von Ein Kunde
Ein tolles Buch, von der ersten bis zur letzten Seite spannend, vor allem dann, wenn man den Klappentext wissentlich überschlagen hat und das Buch ohne jegliche Erwartung liest. Greene entwirft starke, polarisierende Charaktere, die auf ungeahnte Weise aufeinander prallen und den Leser an das Buch fesseln. Ein kleines Meisterwerk eines Autors, der sich vor den großen Namen der Literatur nicht zu verstecken braucht!
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Veröffentlicht am 24. Juni 2007 von Polar

3.0 von 5 Sternen Bitte lesen Sie nicht den Klappentext!
Bei den Klassikern kennt man ja meistens den Inhalt schon bevor man das Buch gelesen hat - bei dieser Ausgabe einer durchaus spannenden Geschichte erlaubt sich die "SZ-Bibliothek"... Lesen Sie weiter...
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