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Die Blechtrommel: Roman
 
 

Die Blechtrommel: Roman (Taschenbuch)

von Günter Grass (Autor)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 784 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Dezember 1993)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423118210
  • ISBN-13: 978-3423118217
  • Größe und/oder Gewicht: 18,5 x 11,9 x 4,3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (61 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Für viele war wohl die großartige Schlöndorff-Verfilmung Anlaß, nun endlich auch einmal das Buch zur Hand zu nehmen. Erstaunlich. Beim Lesen nehmen augenblicklich die Filmfiguren ihre Plätze ein. Das spricht für Schlöndorff. Nicht auszudenken, hätte man die Aufgabe einem minderen Regisseur übertragen. Dann stünde uns jetzt bei Alfred Matzerath statt Adorf vielleicht Joachim Fuchsberger vor Augen.

Grass nimmt sich in seinem nach wie vor erfolgreichsten Buch Die Blechtrommel alle Zeit der Welt. Kaschubische Weiten, Kartoffeläcker und das Danzig um die Jahrhundertwende werden episch vor uns ausgebreitet. Anders als im Film, endet Oskar in der Irrenanstalt und erzählt nun als 30jähriger seine Geschichte. Ein deutsches Fresko. Weltgeschichte von unten, aus den Augen des kleinen Oskar Matzerath gesehen, der an seinem dritten Geburtstag beschließt, sich der Erwachsenenwelt zu entziehen und von nun an nicht mehr weiterzuwachsen. Man schenkt ihm eine Blechtrommel, die sein lebenslänglicher Begleiter sein wird. Oskar hat nun die Freiheit des Narren. Er stört, er mahnt und kommentiert, einem Rufer in der Wüste gleich, mit seiner kleinen Blechtrommel die schlimmsten Jahre unseres Jahrhunderts.

1958, bei seinem Erscheinen, war der Roman ein sofortiger Erfolg. Fast schon ein Fluch für einen Schriftsteller, mit seinem zweiten Werk Weltberühmtheit zu erlangen, nur um anschließend ein Leben lang an dieser Leistung gemessen zu werden. --Ravi Unger

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Die Blechtrommel
OA 1959 Form Roman Epoche Moderne
Das Romandebüt Die Blechtrommel des 32-jährigen Günter Grass ist ein eigenwilliger moderner Schelmenroman, durch den er zu einem der namhaftesten Autoren der westdeutschen Nachkriegsliteratur mit weltweitem Renommee wurde.
Inhalt: Nachdem sich der vor der Gendarmerie flüchtende Brandstifter Joseph Koljaiczek auf einem kaschubischen Kartoffelacker unter den Röcken Anna Bronskis versteckt hatte, bringt diese neun Monate später ihre Tochter Agnes zur Welt. Später heiratet Agnes den arglosen Rheinländer Alfred Matzerath, obwohl sie zugleich eine erotische Beziehung zu ihrem Vetter Jan führt.
Ihr Kind Oskar Matzerath, gezeugt von Jan, erblickt 1924 »das Licht dieser Welt in Gestalt zweier Sechzig-Watt-Glühbirnen«. Von Beginn an durchschaut er die Erwachsenenwelt und beschließt an seinem dritten Geburtstag, an dem er eine Blechtrommel geschenkt bekommt, durch einen beabsichtigten Sturz von der Kellertreppe sein Wachstum einzustellen.
Seine Größe, sein infantiles Benehmen und seine Blechtrommel täuschen über Oskars geistige und körperliche Reife hinweg, früh meldet sich sein sexuelles Begehren. Er erlebt die Machtergreifung der Nationalsozialisten, die Reichskristallnacht und den Kriegsausbruch.
Seiner Familie bringt Oskar nur wenig Glück: Am Tod seiner Mutter sowie seiner beiden Väter ist er nicht ganz unschuldig. Bei Kriegsende beschließt Oskar Matzerath wieder zu wachsen, doch ist dieses Vorhaben nur mäßig erfolgreich: Zwar wächst er tatsächlich einige Zentimeter, doch drückt sich seine Schuld nun auch äußerlich durch Verwachsungen aus, insbesondere durch einen Buckel. Mit seinem Kindermädchen Maria, der er vermutlich ein Kind geschenkt hat, zieht er nach Düsseldorf, wo er als Jazzschlagzeuger ein reicher Mann wird. Der Ermordung einer Krankenschwester angeklagt, wird er in ein Irrenhaus eingeliefert.
Aufbau: Die 46 Kapitel des Romans sind in drei Bücher gruppiert, welche die Vorkriegszeit, die Kriegszeit und die Nachkriegszeit umfassen. Als »Insasse einer Heil- und Pflegeanstalt« beschreibt Oskar Matzerath teils in erster, teils in dritter Person sein Leben, weshalb zwei Zeitebenen zu unterscheiden sind: Die Zeit der Niederschrift dauert etwa von September 1952 bis zu Oskars 30. Geburtstag im September 1954. Die Erzählfiktion dagegen dauert von der Zeugung Agnes Bronskis 1899 bis zu Oskars Verhaftung im Sommer 1954. Beide Ebenen gehen am Romanende ineinander über.
Oskars scharfe, skurril-sarkastische Weltsicht beruht auf seinem Außenseiterdasein: Aller Moral entbunden, nicht in die Verhältnisse involviert, ist Oskar ein hellsichtiger Protokollant des Dresdner Kleinbürgertums während des Dritten Reichs. Seine Teilnahmslosigkeit und Verantwortungslosigkeit, die er sich durch seinen eigenmächtigen Wachstumsstopp erwirbt, lässt ihn indes schuldig werden, da er die Geschehnisse völlig durchschaut.
Symbol seiner Weigerung, sich ins kleinbürgerliche Dasein zu fügen, ist seine Blechtrommel, ohne sie kann sich Oskar im Irrenhaus – als Zeichen seiner Schuld – nicht erinnern. Ein Erzählen ohne seine Trommel ist nicht möglich: »Hätte ich nicht meine Trommel, der bei geschicktem und geduldigem Gebrauch alles einfällt, was an Nebensächlichkeiten nötig ist, um die Hauptsache aufs Papier bringen zu können, …wäre ich ein armer Mensch ohne nachweisliche Großeltern.«
Wirkung: Die Lesung aus dem Manuskript des Romans Die Blechtrommel in der »Gruppe 47« machte Grass beinahe über Nacht berühmt. Als eines der repräsentativen Werke der westdeutschen Nachkriegsliteratur wurde der Roman in 24 Sprachen übersetzt, die weltweite Gesamtauflage wird auf über drei Millionen geschätzt.
Neben der großen Masse jener, welche Die Blechtrommel als »Meisterwerk« feierten, erregte bei anderen die vermeintlich fehlende Sittlichkeit des Werks Anstoß. Wegen des Vorwurfs der Pornografie wurde Grass 1959 der Bremer Literaturpreis durch den Senat der Stadt verweigert und der Publizist Kurt Georg Ziesel erstritt sich 1968 vor Gericht das Recht, Grass »öffentlich als ›Verfasser übelster pornografischer Ferkeleien‹« zu bezeichnen. Sehr erfolgreich war die Verfilmung des Werks durch den Regisseur Volker Schlöndorff (1978/79), die mit dem Bundesfilmpreis, der Goldenen Palme und dem Oscar für den besten ausländischen Film ausgezeichnet wurde. M. F.

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24 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Keine leichte Kost und keine angenehme Lektüre..., 26. April 2005
„Die Blechtrommel" ist heutzutage wohl einem großen Teil der Bevölkerung ein Begriff. Wenige literarische Werke sind in den letzten Jahrzehnten so kontrovers diskutiert worden wie Günter Grass' ungewöhnlicher Roman, dessen Held - oder sagen wir besser Antiheld - Oskar Matzerath genau wie sein Schöpfer in Danzig geboren ist. Dort spielt sich dann auch ein Großteil der Handlung ab, bis auf einen Abstecher nach Frankreich und den Umzug nach Düsseldorf im letzten Drittel des Buches.

Oskar schreibt laut der Rahmenhandlung dieses Werkes im Alter von dreißig Jahren als Insasse einer Heil- und Pflegeanstalt seine Lebensgeschichte auf und agiert so größtenteils als prinzipieller Ich-Erzähler, auch wenn er nicht selten durch die Wahl der dritten Person zu sich selbst eine gewisse Distanz schafft, was ein für den Stil dieses Buches sehr charakteristisches Merkmal ist. Der Protagonist wird als Sohn einer Frau kaschubischer Herkunft und eines rheinländischen Deutschen (ähnlich wie übrigens auch der Autor) geboren, wobei sich aber recht früh eine Dreiecksbeziehung durch das Verhältnis seiner Mutter zu ihrem Cousin Jan Bronski herauskristallisiert, welche sich als Motiv durch das gesamte Buch zieht und Oskar regelmäßig die Vaterschaft Alfred Matzeraths anzweifeln lässt.

Oskar ist ein durchaus ungewöhnlicher Junge, denn den eigenen Angaben zufolge war bei der Geburt bereits seine geistige Entwicklung abgeschlossen, sodass er den Erwachsenen von Anfang an nur das Kind vorspielt was er zu sein scheint, während er sich nicht anmerken lässt, dass er tatsächlich alles was geschieht durchschaut und begreift. Gemäß einem Versprechen seiner Mutter zu seiner Geburt bekommt er zu seinem dritten Geburtstag die Blechtrommel geschenkt, die dem Roman seinen Titel gibt - ein schicksalhafter Tag, denn die Trommel wird fortan zu seinem steten Wegbegleiter, ermöglicht ihm die Manipulation anderer Menschen und dient ihm später in der Heil- und Pflegeanstalt als ungewöhnliche Erinnerungshilfe. An besagtem Geburtstag beschließt er auch nicht mehr zu wachsen und stets in der Rolle des Dreijährigen zu bleiben. Dies ist bei weitem nicht die einzige Stelle an der das Buch den Boden der Realität verlässt und sich in phantastische und symbolische Sphären aufmacht.

Oskar hält jedwede Kommunikation mit anderen Menschen in zwei Dritteln des Romans auf einer primitiven Ebene und beschränkt sich auf das Nötigste, stets den geistig zurückgebliebenen Gnom vorspielend. Dabei erlaubt er sich häufig ein distanziertes Urteil über die Mitmenschen und stellt Verhältnisse unverblümt dar, scheint dabei aber auch selten Dinge aus einem für uns normalen und gewohnten Standpunkt zu sehen. Dadurch wird es für den Leser sehr schwierig, Oskar sympathisch zu finden, ihn als Erzähler zu akzeptieren und sich mit ihm zu identifizieren, was folglich ein Eintauchen in das Buch nur schwer möglich macht. „Die Blechtrommel" steckt stattdessen so voll mit abstrusen und befremdlichen Formulierungen und geradezu absurden Situationen, dass man es nur selten schafft die Welt wirklich mit Oskars Augen zu sehen; vielmehr nimmt man die meiste Zeit über seine Sicht kopfschüttelnd zur Kenntnis, ohne so recht zu begreifen was es damit auf sich hat. Das Werk versperrt sich so jedweder Faszination und zieht den Leser dennoch - ein Paradoxon wie es zur „Blechtrommel" nur perfekt passt - in einen eigenartigen Bann.

So ist es mitunter eine Tortur, sich durch die Kapitel zu kämpfen, welche beizeiten in langatmige und komplizierte, kaum noch nachvollziehbare und vollkommen den Bezug verlassende Formulierungen ausarten, und man ist froh wenn das Ende in Sicht ist. Und doch ist die Welt, die Grass erschafft, und das mehr oder weniger menschliche Wesen Oskar Matzerath in seiner morbiden Art oft derart außergewöhnlich, unvorhersehbar, ja, fast krank, dass man einfach weiterlesen muss, um herauszufinden was sich der Autor als nächstes hat einfallen lassen und wie dieses mehr als außergewöhnliche Leben seinen weiteren Lauf nimmt.

Man wird denn auch beizeiten durch Passagen belohnt, die zwar ungewöhnliche Situationen schildern, aber in ihrer nicht ganz alltäglichen Symbolik doch leichter zu durchschauen sind als manch andere abgehobene Stelle; so ergeben sich Erfolgserlebnisse und man erkennt, dass hinter dem ganzen Irrsinn tatsächlich eine Bedeutung steckt und Interpretationen möglich sind, die durchaus Sinn ergeben. So erlebt Oskar als Kind den Aufstieg des Nationalsozialismus sowie den Krieg, im Bombardement der Stadt Danzig gipfelnd, und der Autor lässt viele Menschen aus dem Umfeld, so auch Oskars „mutmaßlichen Vater" - wie er ihn immer nennt - im Bezug darauf einen äußerst eindeutigen, symbolischen Tod sterben, der sie als Mitläufer entlarvt die nie wirklich hinter einer Seite gestanden haben, aber auch nichts unternommen haben.

Das Motiv des Nationalsozialismus und die Reaktionen der Menschen auf selbigen zieht sich auch durchaus noch durch den dritten Teil des Buches, welcher im Düsseldorf der Nachkriegszeit spielt; somit ist dies ein wichtiger Hauptaspekt des Romans und Oskar bekommt hier mehr als einmal eine entlarvende Funktion und ist als der scheinbar Minderbemittelte am Ende der einzige, der wirklich die Welt durchschaut. Günter Grass fällt hier ein kompromissloses und zu keinem Zeitpunkt beschönigendes Urteil über die Bevölkerung Deutschlands und ihre Passivität zur Nazizeit.

Insgesamt ist „Die Blechtrommel" ein äußerst schwer zugänglicher Roman und ein harter Brocken, den man sich mit einem gewissen Maß an Mühe und Hingabe erarbeiten muss. Schon der äußerst merkwürdige Anfang erschwert den Einstieg und stiehlt vorzeitig jede Motivation, weitere Gründe sind aber nicht zuletzt auch die stellenweise schwer nachvollziehbare oder auch befremdliche Sprache und die doch sehr ungewohnte Sichtweise. Es braucht seine Zeit bis man sich mit diesem Buch anfreunden kann, und auch dann entwickelt sich womöglich eher eine Art unwiderstehliche Hassliebe.

Gerade das macht das Buch aber besonders interessant und hebt es vom Gros der Nachkriegsliteratur ab. Denn am Ende regt es durchaus stark zum Grübeln an und es ist mit Sicherheit ein Roman, den man nie vergessen wird. Zumal die Komplexität der Charaktere und deren Beziehungen, die allgegenwärtige Symbolik sowie die zu keinem Zeitpunkt zufällige Handlung dem Ganzen eine ungeahnte Tiefe verleihen, welche viel Raum für eingehendere Interpretation lässt und die zunächst scheinbar vulgäre Anspruchslosigkeit vieler Passagen - denn das Werk wirkt nicht selten recht provokant und alles andere als prüde - widerlegt.

„Die Blechtrommel" ist also ein etwas anderes literarisches Erlebnis für offene Gemüter, die sich womöglich vom Einheitsbrei gelangweilt fühlen, etwas außergewöhnliches suchen und Wert auf Anspruch legen. Einen Unterhaltungsroman für die kleine Leseeinheit vorm Schlafengehen oder ein Buch, in das man eintauchen und die Welt um sich herum vergessen kann, hat Günter Grass hier aber mit Sicherheit nicht geschrieben.

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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Oskar trommelt sich ins Herz..., 27. April 2009
Von Shaun - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)   
Ich hatte schon lange vor, diesen ersten und den Autor berühmt machenden Roman zu lesen, war aber von seinem großen Umfang immer wieder abgeschreckt worden. Jetzt habe ich es doch noch gemacht und bereue es nicht.
Gerade die vorbereitende Lektüre seiner Autobiografie "Beim Häuten der Zwiebel", die ja die Zeit bis zum Erscheinen der "Blechtrommel" umfasst, war dabei lohnenswert. Denn dadurch lassen sich zahlreiche autobiografische Bezüge in seinem Roman sofort erkennen: Aufwachsen in Danzig, die kaschubischen Verwandtschaftsbeziehungen, der Katholizismus, das Herkommen aus kleinbürgerlichen engen Wohnverhältnissen eines Lebensmittelhandels, Ablehnen väterlicher Berufswünsche, Begegnung mit Gymnasiasten des Danziger Conradinums, Umhergetriebensein in verschiedenen Berufen, Steinmetzlehre im Rheinland nach dem Krieg, die Düsseldorfer Kunstakademie, der Wechsel nach Paris oder auch die Normandie, das Trommeln in einer Jazzband.
Oskar ist ein allwissender Erzähler, der uns zu seinem in der Heil- und Pflegeanstalt begangenen 30. Geburtstag mit der Geschichte seines Lebens unterhält. Eine überaus seltsame Geschichte allerdings, in der man nie recht weiß, was davon wahr und was erstunken und erlogen ist. Dass etwa die Jesusfigur der Danziger Herz-Jesu-Kirche tatsächlich getrommelt haben soll, ist starker Tobak. Der mit seiner Verweigerung des Wachstums Unschuld begehrende Oskar erscheint immer wieder in den Tod vieler anderer Menschen, etwa auch seiner Familienangehörigen verwickelt und ist auf diese Weise ein mindestens sehr dubioses Kerlchen, der zwar Mitleid erheischt, aber auch schaudern lässt.
Die überbordende Phantasie des Romans bei dennoch reichhaltigen Anknüpfungen am konkreten Zeitgeschehen der Jahre 1924 bis 1954 macht das Werk zu einer bereichernden und streckenweise auch sehr spannenden Lektüre. Die spöttische Kritik am Katholizismus und die Darstellung des Sexuellen in einigen Kapiteln waren für die bundesrepublikanischen Verhältnisse der 50er Jahre sicherlich schwer erträglich und führten auch prompt zur Verweigerung des Bremer Literaturpreises im Erscheinungsjahr 1959.
Dass ein solch genialer Roman über das Leben und Überleben im kleinbürgerlichen Milieu fast nie in der Schule gelesen wird, ist allerdings sehr schade. Die beeindruckende Fabulierlust ist meines Erachtens zu recht mit dem Nobelpreis gekrönt worden. Unbedingt lesen! (27.04.09)
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen Literarisch hochwertig, dafür zu hoher Ekelfaktor mit wenig Unterhaltung, 1. Oktober 2008
Im Deutschunterricht musste ich mir einmal die Verfilmung des Literaturklassikers "Die Blechtrommel" ansehen und war von da an traumatisiert. Aber wer weiß, vielleicht ist das Original viel besser und ich sollte ihm noch eine Chance geben?
Also habe ich es mir die letzten Wochen noch einmal vorgenommen:

Der kleine Oskar Matzerath aus der Stadt Danzig bekommt zu seinem dreijährigen Geburtstag eine rot-weiße Blechtrommel geschenkt und verwendet diese ab dann als einziges Kommunikationsmittel zur Umwelt. Wird ihm dies entrissen, beginnt er nervtötend zu schreien und sogar Glas damit zu zersprengen. Gleichzeitig hört er auf zu wachsen, er hält sich für vollständig und reif genug und begnügt sich damit, als behindertes Kleinkind unterschätzt zu werden. Aus seiner Sicht beschreibt er das kleinbürgerliche Leben seiner Umgebung sowie den zweiten Weltkrieg und dessen Folgen.

Die Idee und der Schreibstil Günter Grass` hat mir sehr gut gefallen, die Umsetzung dafür leider umso weniger. Mit mehreren ekelhaften Provokationsszenen will er die Wichtigkeit seiner Aussagen wohl unterstreichen, vergrault mich dafür als Leserin, denn für Provokation in Form von wiederholten Sexszenen etc. habe ich wenig übrig. Auch die Spannung wird gleich am Anfang genommen, da die Geschichte rückwirkend von Oskar Matzerath erzählt wird und man so schon um dessen Endschicksal weiß. Auch mehr Berichte über die eigentliche Kriegszeit hätten mich interessiert, hier stand nur das enorme Ego des Hauptprotagonisten im Vordergrund und mein andauernder Wunsch ihn mal kräftig zu schütteln und damit seine Arroganz auszutreiben.
Da mir das Lesen dieses Buches weder Spaß, noch Unterhaltung, noch neues Wissen gebracht hat, ich aber die Fähigkeit des Autors durchaus anerkennen will, gebe ich hier 2 von 5 Sternen und kann es leider nicht weiterempfehlen.
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