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Das Foucaultsche Pendel. Roman.
 
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Das Foucaultsche Pendel. Roman. (Sondereinband)

von Umberto Eco (Autor), Burkhart Kroeber (Übersetzer)
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (140 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Sondereinband: 848 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Oktober 1992)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423115815
  • ISBN-13: 978-3423115810
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 11,9 x 4,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (140 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 5.343 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

"Seit die Menschen nicht mehr an Gott glauben, glauben sie nicht etwa an nichts mehr, sondern an alles." Alles, was existiert, ist Text, ist Begriff. Die Geschichte, das ist das Überlieferte, und das ist nichts anderes als Text. "Die Begriffe verbinden sich per Analogie, ...denn wenn man Zusammenhänge finden will, findet man immer welche, Zusammenhänge zwischen allem und jedem, die Welt explodiert zu einem wirbelnden Netz von Verwandtschaften, in dem alles auf alles verweist und alles alles erklärt." So entsteht Ecos "Großer Plan" von einer Weltverschwörung, der, auf historischen Realitäten basierend, nichts anderes ist, als ein Fälschungssystem, das wahr ist, weil es auf Analogien basiert. Alles ist wahr, nur die Verknüpfungen nicht. Es gibt keine Wirklichkeit außer der, die zwischen Partnern per Konsens verabredet wird. Mit dieser Formel wären wir (fast!) bei bei Lyotard angelangt, jenem Vertreter der Postmoderne, ohne den Eco kaum zu verstehen ist.

Was ist der "Große Plan" des Romans denn anderes als das "Erhabene", das nicht Darstellbare, aber Vorstellbare bei Lyotard? Die Idee vom unbeweglichen Punkt im Universum, an dem das Pendel aufgehängt ist? Oder jenes mystische Zentrum Agarttha? Den Verlust der "Großen Erzählungen" beklagt Eco nicht mehr. Vielmehr nutzt er die Möglichkeiten der Texte und erzählt mit den alten, großen Erzählungen neue Geschichten, Stories. Versucht Eco nicht auch, das narrative Wissen mit dem wissenschaftlichen zu verknüpfen, und ist es nicht zum Scheitern verurteilt, wie jeder Vereinheitlichungsversuch, schließlich werden sowohl Belpo als auch Casaubon verrückt? Schwindet sie nicht, die empirische Wirklichkeit? Zerstört Eco nicht den falschen Schein, der "im Glauben an höhere Ursprünge und Zwecke, an eine Teleologie des Weltablaufs besteht, und (lässt er nicht) die empirische Welt als eine prinzipiell scheinhafte vor uns erstehen?"

Belpo versucht indessen den ästhetischen Umgang mit der neuen Technologie, dem Computer, der ihn gar zum Schreiben bringt. Jene Technologie, die dem narrative Wissen den Todesstoß verpasst hat. Doch seine Texte sind nur als magnetische Spuren virtuell auf Diskette vorhanden. Die Auswirkungen der neuen Technologien (Computer, synthetisierte Bilder) sind der Gestalt, dass sie die traditionellen Dualismen des abendländischen Denkens sprengen und damit deren Kultur, für die diese Dualismen konstitutiv sind, verabschieden, wie Eco z.B. bei den grotesken, multimedialen, okkulten Zeremonien vorführt.

Eco parodiert die Denkweise der Hermeneutik (Okkultismus, Voodoo etc.) durch raffinierte scheinlogische Konstruktionen und wirft dabei alles durcheinander. Er gebiert sich radikal eklektizistisch. Das wäre gegen Lyotards Vorstellungen, aber der Eklektizismus, der herauskommt, erscheint so lächerlich wie Charles Moores Bau "Piazza d`Italia" in New Orleans. Das Ergebnis kann bei Ecos Denken nur als Parodie aufgefasst werden; die meisten Verrücktheiten des Romans sind schließlich hinterlistiges, intellektuelles Schelmentum!

Warum aber erzählt Eco die Geschichte der Templer in Westernmanier oder als Comic-Strip beim Whiskey in der Kneipe oder mit seiner Freundin im Bett? Etwa nur, um die nicht-Akademiker bei der (Lese)Stange zu halten? In den 60er Jahren und später waren jene Autoren, die sich in Kneipen und Betten bewegten und jeden modernen, elitären Anspruch von sich wiesen, Autoren wie Ferlinghetti, Ginsberg oder Jörg Fauser (mit seinem Roman Rohstoff), diejenigen, die man zuerst als postmodern bezeichnete. Ist Eco, wenn er auf diese Generation zurückverweist, wenn er, wie jene, auf Trivialmythen abhebt, von Casablanca bis zu Zitaten von Rockgruppen, nicht schon post-post-modern? Hat er die Postmoderne, die fortwährend ihre Moderne gebiert und umgekehrt, weil sie sich jeweils beinhalten, nicht schon hinter sich gelassen? Ist er nicht hochaktuell, wenn er vorführt, wie mit seiner Art der Wissenschaftsvermittlung umgegangen wird, nämlich dem Palavern über die Templer beim Knabbern im Bett? So, und nicht anders, wird heute Wissenschaft rezipiert! Es ist problematisch, den gesamten Roman mittels postmoderner Termini zu hinterfragen, doch ist sicher: Das Foucaultsche Pendel ist ein geistsprühender Krimi, ganz gleich welcher Blödsinn in manchen Rezensionen zu lesen war. --Matthias Kehle

Kurzbeschreibung

Drei Mailänder Verlagslektoren, die beruflich ständig über okkulte Wissenschaften, Geheimbünde und kosmische Komplotte lesen müssen, stoßen auf ein äußerst rätselhaftes Dokument aus dem 14. Jahrhundert. Darin ist von alle 120 Jahre wiederkehrenden Zusammenkünften der »36 Unbekannten«, der Nachfahren der mysteriösen Tempelritter, die Rede. Die drei Spötter stürzen sich in das Labyrinth der Geheimlehren. Spielerisch erdenken sie eine gigantische Verschwörung. Aber dann merken sie, daß jemand ihre Phantasien ernst nimmt. Und der schreckt offenbar auch vor Mord nicht zurück ...

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31 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Auf der Suche nach Wahrheit, 15. September 2007
Das Foucaultsche Pendel ist wahrlich ein dicker Wälzer. Auf hunderten von Seiten wird eine Geschichte erzählt, bei der es scheinbar um Verschwörungstheorien geht. Enorm detailliert und ausführlich erfährt man die Geschichte dreier Menschen, die sich beruflich bedingt mit allerlei Verschwörungstheoretikern und paranoiden Konspirationsfanatikern auseinandersetzen müssen. Eines Tages beschließen sie den "großen Plan" zu erfinden, bei dem es um nichts anderes als die Eroberung der Welt von einer geheimen Organisation geht. Somit nimmt das Schicksal seinen Lauf...

Umberto Ecos Roman ist enorm komplizert und verlangt vom Leser einiges an Geduld ab. Oftmals bedient er sich fremder Sprachen, für die es noch nicht einmal übersetzende Fußnoten gibt. Englisch, Griechisch, Latein, Französisch... Es gibt Szenen, die man gar nicht, oder nur schlecht versteht, wenn man aus diesen Sprachen nicht zumindest einige Wörter kennt. Die historischen Ereignisse, auf die Bezug genommen wird, werden mit einer Detailverliebtheit dargestellt, als ob Eco persönlich dabei war. Auf all dies sollte man vorbereitet sein, wenn man sich diesen Roman zu Gemüte führen möchte.

Fälschlicherweise wird dieses Buch oft als Verschwörungsroman bezeichnet. Das stimmt zwar, trifft den Nagel aber nicht auf den Kopf. Die Verschwörungen sind hier nur der Weg, aber nicht das Ziel. Eigentlich geht es um Wahrheit und Lüge, um Glück und Unglück und um die ewige Suche danach.
Die Meinungen zu diesem Roman gehen sehr stark auseinander. Das liegt wohl daran, dass er vieles gleichzeitig sein möchte. Historischer Roman, Verschwörungsgeschichte, Selbstverwirklichungsdrama... und doch geht es eigentlich nur um Wahrheit und Lüge...
Eine faszinierende Reise, die jeder mal gemacht haben sollte und auf jeden Fall große Literatur. Wer einmal den Zugang zu dieser Geschichte gefunden hat, den wird sie nicht mehr loslassen.
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96 von 105 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Konstrukte eines Genies, 11. Mai 2005
Von Jana Janeva - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Hintergrund:
Der französische Physiker Jean-Bernard-Léon Foucault (1819 - 1868) hängte 1850 in der Pariser Sternwarte eine Kugel an einen langen Faden und ließ sie schwingen, um die Rotation der Erde nachzuweisen. An den Polen würde so ein Pendel eine nach 24 Stunden geschlossene Kreisbahn beschreiben.
Inhalt:
Drei Lektoren eines kleinen Mailänder Verlages, die aus viel über Okkultismus und Weltverschwörungen lesen, stoßen auf ein seltsames Dokument aus dem 14. Jahrhundert, bei dem es sich um ein Vermächtnis des Templerordens handeln könnte. Die Rede ist von einer alle 120 Jahre wiederkehrenden Zusammenkunft der geistlichen Ritter. Es geht um die Durchführung einer Weltverschwörung - ein großes Spiel auf der Bühne der menschlichen Charaktere beginnt. Der auch für sein enormes kulturgeschichtliches Wissen bekannte Semiotik-Professor Umberto Eco führt vor, dass sich zu jeder Zeit und überall auf dieser Welt scheinlogische Zusammenhänge konstruieren lassen, mit denen sich dann auch alles scheinbar plausibel deuten lässt. Nach dem Motto: Jede unsinnige Handlung findet eine vernünftige Erklärung. Indem Eco bekannte und unbekannte historische Ereignisse in einen neuen Kontext stellt, erzählt er die Weltgeschichte komplett neu und alles, was wir bislang annahmen, wird total auf den Kopf gestellt.
Gehalt:
Wer den Gedankenspielen eines literarischen Genies folgen kann und will, der findet hier sicherlich viel Futter, denn das Werk ist ebenso dick wie amüsant. Manchmal trägt Eco für meinen Geschmack allerdings zu sehr auf - das hat er gar nicht nötig und darum ziehe ich einen Punkt ab.
Das Werk ist streckenweise nicht leicht zu lesen, doch das hat mir wiederum sehr viel Spaß bereitet.
Ein moderner Krimi der gehobenen Extraklasse!
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Alles passt in den "Großen Plan", wenn man es nur so sehen will..., 6. Mai 2007
Faszinierende, in seiner Erzählform sehr experimentelle (vgl. Basic-Script im zweiten Kapitel und immer wiederauftretende "files") Symbiose von Kriminal-, Historien- und Abenteuerroman mit den mannigfaltigen Verschwörungstheorien, die derzeit bei Dan Brown und in den unzähligen Mystery-Dokus verwurstet werden: Die Protagonisten werden immer weiter in den, anfangs zu kommerziellen Zwecken entwickelten, "Großen Plan", den sie um Tempelritter, Rosenkreuzer, Kabbalah-Mystik, Gralsmythen und dergleichen stricken, hineingezogen.

Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals auf so hohem Niveau so spannend und zuweilen schreiend komisch unterhalten worden bin. A propos Niveau: Jeder, der nicht zufällig jeweils eine C4-Professur in den Fächern Geschichte, Theologie, Mystik und Physik innehat, wird ohne ein umfassenderes Lexikon wohl schnell den Überblick verlieren. Teilweise schweift Eco auch sehr ab - der Grundtenor des Buches (nämlich, dass mit ein wenig Phantasie sich alles und eben gar nichts durch die gängigen Verschwörungstheorien erklären ließe - würde auch entstehen, wenn die überaus gebildeten Anspielungen an manchen Stellen etwas gekürzt und gestrafft würden).

Dennoch fünf volle Sterne für einen der besten Romane dieses Jahrhunderts!
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