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Der arme Spielmann: Pest 1848
 
 

Der arme Spielmann: Pest 1848 (Taschenbuch)

von Franz Grillparzer (Autor), Joseph Kiermeier-Debre (Herausgeber)
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 96 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Juni 1997)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423026154
  • ISBN-13: 978-3423026154
  • Größe und/oder Gewicht: 16,9 x 11,6 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 40.837 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Der arme Spielmann
EA 1847 Form Novelle Epoche Realismus
Der arme Spielmann von Franz Grillparzer ist die erste realistische Novelle eines österreichischen Schriftstellers im 19. Jahrhundert. Die autobiografisch geprägte Erzählung bietet ein eindrucksvolles Bild der Wiener Gesellschaft im Biedermeier und gibt einen tiefen Einblick in Grillparzers eigene psychische Befindlichkeit und seine Kunstauffassung, die geprägt ist von einem Selbstverständnis des Künstlers als Außenseiter der Gesellschaft.
Inhalt: Auf seinem Weg zum Brigittenkirchtag, einem sommerlichen Wiener Volksfest, erregt ein alter Violinist das Interesse des Ich-Erzählers. Die Inbrunst, mit der der Alte sein Instrument bearbeitet, steht in seltsamem Gegensatz zu seinen hoffnungslosen Bemühungen, eine erkennbare Melodie hervorzubringen. Nachdem der Erzähler die Bekanntschaft des Alten gemacht hat, erzählt ihm dieser seine Lebensgeschichte. Jakob stammt aus einem reichen Elternhaus, fiel aber wegen schulischer Misserfolge bei seinem Vater in Ungnade und musste sein Leben als Kanzleischreiber fristen. Er verliebte sich in die Tochter eines Gemischtwarenhändlers, als diese ein Lied sang, von dem Jakob magisch angezogen wurde. Doch Barbara wies ihn wegen seines weltfremden Wesens zurück. Als er auch noch aus Dummheit und Gutgläubigkeit seine Erbschaft verlor, heiratete sie einen Fleischermeister, und Jakob wurde der einsame Bettelmusikant, als den ihn der Erzähler kennen lernte. Dieser verlässt für einige Zeit Wien und kommt erst nach einer Überschwemmung der Donau zurück, die auch Jakobs Haus in der Leopoldstadt erfasst hatte. Er erfährt, dass der Alte an einer Erkältung gestorben ist, nachdem er mehrere Kinder aus den Fluten gerettet hatte. Der Erzähler besucht auch Barbara, die inzwischen Mutter von zwei Kindern und ziemlich dick geworden ist, und sieht, wie ihr die Tränen »stromweise über die Backen« laufen.
Entstehung: Grillparzer hatte bereits 1831 mit der Erzählung begonnen, die zuerst als autobiografischer Roman konzipiert war. Die Figur des Spielmanns hatte ihr reales Vorbild in einem Geiger, den der Autor in einem Gasthaus kennen gelernt hatte. Die Beziehung zwischen Jakob und Barbara spiegelt auch Grillparzers Verhältnis zu Katharina Fröhlich wider, mit der er von 1821 bis zu seinem Tod verlobt war.
Aufbau: Grillparzer gestaltete seine Novelle als Rahmenerzählung. Jakobs Lebensgeschichte, die ihn als tragikomische, aber nie würdelose Gestalt zeichnet, wird eingerahmt von dem Bericht des Ich-Erzählers. Die Erzählung bezieht ihre Spannung aus der Differenz zwischen der distanzierten, ironischen Sicht des Ich-Erzählers auf den Geiger und dessen Spiel auf der einen Seite und der Selbsteinschätzung des Musikanten, der sich kompromisslos jedem Publikumsgeschmack verweigert und ganz seiner Kunst lebt, auf der anderen.
Wirkung: Mit dem Armen Spielmann stand erstmals »der kleine Mann« im Zentrum einer Erzählung der österreichischen Literatur. Sie wurde zum Vorbild für die realistischen Autoren Österreichs wie Ludwig Anzengruber (1839 bis 1889), Marie von R Ebner-Eschenbach und Ferdinand von Saar (1833–1906). R. Mi. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Die aus dem Jahre 1848 stammende Musiknovelle Der arme Spielmann führt den Leser in das Wien des 19. Jahrhunderts. Der österreichische Dichter Franz Grillparzer (1791-1872) schildert seine Begegnung mit einem alten Hagestolz, der den Besuchern eines Jahrmarktes mit der Geige aufspielt. In das innige Spiel des Musikanten ist eine bittersüße Liebesgeschichte eingeflochten, deren Verlauf wir alsbald aus dem Munde des Geigers erfahren. Die in einigen Zügen autobiographische Erzählung, die "zum festen Bestandteil klassischer Erzählkunst gehört", wurde von Adalbert Stifter und Franz Kafka als Meisterwerk gewürdigt. Mit Aquarellen von Franz Windhager und einem Vorwort von August Sauer. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Ein Opfer des Schicksals, 11. September 2005
Von Mario Pf. (Oberösterreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)   
Eine Mischung aus Autobiografie und Roman verleiht diesem Werk Franz Grillparzers seinen unvergesslichen Charme. Es erzählt die Geschichte eines Mannes, dem das Schicksal einfach nicht freundlich gesinnt war. Es erzählt von einem tragischen Lebenswandel eines jungen Mannes und endet tragisch-dramatisch mit einem unausweichlichen Ende. Der arme Spielmann ist eine Geschichte, eine die man gerne erzählt. Sie rührt und erheitert. Und genau dieses emotionale ist es was sie so besonders macht, denn sie ist mit Herz und aus Erfahrung geschrieben.

Sie beginnt mit einem Wiener Volksfest und der Ich-Erzähler ist mitten unter den Feiernden als er unter den zahlreichen Straßenmusikanten einen entdeckt der seine ganze Aufmerksamkeit auf sich lenkt. Er spielt nach Noten und das mit ganzer Leidenschaft. Als er ohne Lohn aufbricht und einige letzte Worte in Latein fluchend von sich gibt ist das Interesse des Erzählers endgültig geweckt. Er beschließt dem Musikanten zu folgen und herauszufinden was ein derart kultivierter Mann nur als armer Spielmann treibt. Über eine geschäftliche Vereinbarung kommen die beiden überein und so beginnt der Spielmann von sich zu erzählen. Geboren als Sohn eines Hofrats durchlebte er eine unbeschwerte Kindheit und scheiterte am Gymnasium. Bei einer Prüfung, wo auch sein Vater anwesend ist, wird dem Jungen noch eine Chance gegeben, nur scheitert er an einem ihm fehlenden Wort. Der Vater nimmt ihn aus der Schule und bringt ihn stattdessen in einer Schreibstube unter. Eine harte Zeit für ihn und als die beiden Brüder aus dem Haus ausziehen ist er so ziemlich allein. Sein von ihm enttäuschter Vater hält ihn gewissermaßen gefangen. Eines Tages jedoch hört er seine Nachbarin, Barbara, ein Lied summen und er unternimmt zunächst alles mögliche es sich zu merken. Er greift nach Jahren wieder zu seiner Geige und spielt. Doch ohne die passenden Noten fehlt ihm etwas an das er sich orientieren kann. Unter Selbstüberwindung bittet er sie um Hilfe in seinem Bestreben und sie willigt ein ihm zu helfen. Dank eines guten Kunden des Geschäftes ihres Vaters, einem Chorleiter, kommt Jakob an die Noten. Doch auch seine Beziehung zu Barbara beginnt sich zu entwickeln. Als jedoch sein Vater stirbt ist das nur der erste Schicksalsschlag. Er wird von einem scheinbar vertrauenswürdigen Bekannten um sein Geld gebracht und muss erfahren, dass seine geliebte Barbara drauf und dran ist einen anderen Mann zu heiraten. Er kann es nicht ändern und beschließt von nun an als Straßenmusikant seinen Lebensunterhalt zu bestreiten...

Eine großartige Geschichte, emotional, tiefgehend, autobiografisch, glaubhaft und einfach schön zu lesen, wenn auch zunächst sprachlich etwas gewöhnungsbedürftig und insgesamt kurz.

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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Eine Geschichte wie sie das Leben schreibt, 7. August 2008
Von Mario Pf. (Oberösterreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)   
Diese Rezension stammt von: Der arme Spielmann (Broschiert)
Eine Mischung aus Autobiografie und Roman verleiht Franz Grillparzers armen Spielmann seinen unvergesslichen Charme. Es erzählt die Geschichte eines Mannes, dem das Schicksal alles andere als freundlich gesinnt war, der trotz intellektueller Begabung einen sozialen Abstieg erleiden musste. Es erzählt auch von einem tragischen Lebenswandel dieses jungen Mannes und endet dramatisch mit einem unausweichlichen Ende. Der arme Spielmann ist eine Geschichte die man gerne erzählt. Sie rührt und erheitert. Und genau dieses Emotionale ist es was sie so besonders macht, denn sie ist mit Herz und aus Erkenntnis geschrieben.

Sie beginnt mit einem Wiener Volksfest auf welchem der einen Straßenmusikanten entdeckt, der seine Aufmerksamkeit auf sich zieht. Anders als seine Konkurrenz spielt er nach Noten und das mit ganzer Leidenschaft. Doch sein Lohn ist gleich null, wobei er schließlich die Aussichtslosigkeit seines Spiels einsieht und auf Lateinisch fluchend von danan zieht. Das Interesse seines Beobachters ist damit allerdings umso mehr angefacht. Er beschließt dem Musikanten zu folgen und herauszufinden was ein derart kultivierter Mann nur als armer Spielmann treibt. Doch der Straßenmusiker weigert sich zunächst und trifft mit dem namenlosen Erzähler eine "geschäftliche" Vereinbarung, denn er will für seine Erzählung bezahlt werden.

Geboren als Sohn eines Wiener Hofrats durchlebte er eine unbeschwerte Kindheit und scheiterte schließlich am Gymnasium. Ein einziges Wort wollte ihm nicht einfallen, dabei legte er immer großen Wert auf sein überragendes Gedächtnis und ist unfähig zu improvieren. Jakob versagt, weil er sich weigert zu akzeptieren, dass er sich etwas nicht merken konnte, dass seine Erinnerung nicht perfekt ist. Und so nimmt ihn sein Vater enttäuscht ob des Versagens seines Sohnes aus der Schule, wobei er ihn stattdessen in einer Schreibstube unterbringt. So sehr Jakob seinen neuen Beruf auch beherrscht, Grund zur Freude hat er wenig, denn nachdem seine Brüder das elterliche Haus verlassen haben, ist er vor allem allein. Sein zutiefst von ihm enttäuschter Vater hält ihn jedoch in der heimischen Enge gefangen. Ein Ausweg scheint sich anzubahnen, als er die Nachbarstochter in bezauberndes Lied summen hört und alles versucht sich dieses zu merken. Nach Jahren greift er nun wieder zur Geige, doch ihm fehlen die Noten, frei spielen kann er nicht. Seine eigene Scheu überwindend, wagt er es, Barbara anzusprechen und um Hilfe zu bitten. Sie willigt ein und verschafft ihm die Noten, wobei sich ihre Beziehung zu entwickeln beginnt. Kurz darauf stirbt der alte Hofrat und dennoch soll das nur der erste Schicksalsschlag für Jakob sein, der seine Mutter schon viel früher verloren hat...

Der arme Spielmann ist eine großartige Geschichte -emotional, tiefgehend, autobiografisch, glaubhaft und einfach schön zu lesen, wenn auch zunächst sprachlich etwas gewöhnungsbedürftig und insgesamt kurz. Doch sie zeichnet ein anderes Bild vom Wien des 19. Jahrhunderts, als etwa Arthur Schnitzler und dabei ist Franz Grillparzers Geschichte dennoch zeitlos und für Neuinszenierungen bestens geeignet. Jakob ist ein interessanter Charakter, einerseits durch sein besonderes Gedächtnis begabt, anderenseits aber auch erschreckend lebensunfähig, ist er doch unfähig mit unvollständiger Erinnerung zu agieren, er braucht Halt, etwas Festes und unabänderliches, woran er sich orientieren kann. Die wortgetreue Wiedergabe und totale Erinnerung ebenso wie die Noten, ohne deren Hilfe er sich nicht im Stande sieht, zu spielen. Sein Spiel, auch wenn es eher schlecht ist, ist an Zwang gebunden, er kann von seinen Prinzipien nicht abweichen.

Dabei ist er noch in Barbara verliebt, wobei sich diese Beziehung schon bald als immer komplizierter entpuppt. Ein gemeinsames Leben ist ihnen nicht vergönnt und auch schafft es Jakob nicht ein zweites Mal über seinen Schatten zu springen und um sie zu werben. Darüber hinaus ist der arme Spielmann auch eine Gesellschaftskritik, denn Jakob sinkt mit der Zeit immer tiefer in seinem sozialen Status, vom Sprössling eines vermögenden Hofrates wird er zum minderen Beamten, bis er schließlich beginnt alles zu verlieren. Je tiefer er fällt, desto bedrückender werden die Schicksalsschläge, bis er dort ist, wo der Erzähler in auffindet, als Bettler auf der Straße, der sich seine Dachstube mit 2 Handwerkern teilen muss.

Fazit:
Eine zutiefst berührende Geschichte, über einen sozialen Absteiger, ja sogar "Versager".
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7 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen der arme spielmann, 16. März 2002
dieses Buch handelt von einem jungen mann und einem alten geigenspieler. als der junge mann den geigenspieler das erste mal als straßenmusikant auf einem volksfest sieht, ist er sofort fasziniert. Den der geiger ist komisch, lebensfroh, ein leidenschaftlicher geigenspieler, trotz wenig begabung, und doch muss er ne gute ausbildng gehabt haben, da er noten lesen kann. Der junge mann möchte umbedingt über die lebensgeschichte dieses geigenspielers hören. Später kommen die beiden ins gespräch. Und als der junge mann ihn paar tage später besucht erzählt der geigenspieler über sein leben, sein elternhaus und seiner ersten liebe zu dem nachbarsmädchen.

meiner meinung erschräkt das buch einem am anfang, da es in altdeutsch geschrieben ist und der inhalt der ersten beiden seiten realtiv kompliziert ist. liest man aber weiter so merkt man, dass das buch sehr spannend und unterhaltsam ist und die altdeutsche sprache kein großes hindernis aufstellt. wer von diesem buch eine interessante haupthandlung verlangt, wird ziemlich schnell enttäuscht werden, da wie gesagt die handlung sich den größten teil auf die erzählung des alten geigenspielers zurückhält

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