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Hitlers Bombe: Die geheime Geschichte der deutschen Kernwaffenversuche
 
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Hitlers Bombe: Die geheime Geschichte der deutschen Kernwaffenversuche (Gebundene Ausgabe)

von Rainer Karlsch (Autor)
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
  • Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt; Auflage: 1., Aufl. (7. März 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3421058091
  • ISBN-13: 978-3421058096
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 15,2 x 4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 105.859 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Hätten die Deutschen Ende des Zweiten Weltkriegs das Rennen um die Atombombe um ein Haar vielleicht doch noch gewonnen? Ganz sicher nicht! Auch wenn Hitler bis zuletzt immer wieder von der angeblichen Wunderwaffe faselte, die in Kürze einsatzbereit sein sollte und dem Krieg die entscheidende Wende geben werde: Ernsthaft hat die Aussicht darauf niemals bestanden. Auch haben Werner Heisenberg und seine Kollegen nach dem Krieg glaubhaft gemacht, dass für sie von vornherein festgestanden habe, dem SS-Staat eine solche Waffe nicht in die Hände zu geben. Tatsächlich zumindest liefen die Arbeiten in Heisenbergs Institut wohl auch nicht auf dem Hochdruck, den die Wissenschaftler der NS-Führung vorspielten.

So weit der bisherige Stand der Forschung. Rainer Karlsch indes lenkt in seinem Buch die Aufmerksamkeit endlich einmal auch auf andere Forschungsgruppen als das Heisenberg-Team, die an alternativen Möglichkeiten des Reaktor- und Bombenbaus forschten. Er berichtet von mehreren erfolgreichen Atomwaffentests auf Rügen und Thüringen, denen hunderte Menschen zum Opfer fielen. Auch wenn das Zerstörungspotential von Hitlers Bombe weit unterhalb des Potentials der beiden amerikanischen Atombomben gelegen habe, hätte ihr Einsatz, zeigt sich der Autor überzeugt, "dem Zweiten Weltkrieg beinahe noch ein weiteres furchtbares Kapitel hinzugefügt".

An den Haaren herbeigezogen, wie erste Reaktionen noch vor Veröffentlichung des Buches hätten glauben machen können, scheint Karlschs Darstellung nicht. Der Autor stützt sich auf zahlreiche bislang unbekannte Quellen, die er sauber dokumentiert und zu denen unter anderem sowohl sowjetische wie auch amerikanische Geheimdienstberichte gehören. Wie es am Ende eines Forschungsberichts mit Blick auf weitere Förderung gerne heißt: Further research is necessary! -- Andreas Vierecke



Kurzbeschreibung

Unter Aufsicht der SS testeten deutsche Wissenschaftler 1944/45 auf Rügen und in Thüringen nukleare Bomben. Dabei kamen mehrere hundert Kriegsgefangene und Häftlinge ums Leben. Nach jahrelanger Recherche entschlüsselte der Berliner Historiker Rainer Karlsch eines der größten Rätsel des Dritten Reiches. Neben Belegen für die Kernwaffenversuche fand er auch einen Entwurf für ein Plutoniumbombenpatent aus dem Jahr 1941 und entdeckte im Umland Berlins den ersten funktionierenden deutschen Atomreaktor.

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26 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen Arnstadt war nicht Alamogordo, 24. Juli 2006
Die Erforschung des deutschen Atomprojekts konzentrierte sich bisher auf den so genannten "Uranverein" und hier vor allem auf den Nobelpreisträger Werner Heisenberg. Es ist Karlschs Verdienst, den Fokus auf zwei Wissenschaftler gerichtet zu haben, deren Bedeutung bisher unterschätzt wurde: den Physikochemiker Paul Harteck und den Kernphysiker Kurt Diebner. Harteck war 1934 mit dem Briten Ernest Rutherford die erste nukleare Verschmelzung von Wasserstoff zu Helium gelungen. Im April 1939 machte er das deutsche Kriegsministerium auf die militärischen Möglichkeiten der Kernspaltung aufmerksam. Diebner leitete im Heereswaffenamt (HWA) ab Sommer 1939 das Referat für Atomphysik. Schon bald nach Kriegsbeginn versammelte er alle bedeutenden deutschen Atomforscher - neben Heisenberg und Harteck auch Walther Gerlach, Carl Friedrich von Weizsäcker und die späteren Nobelpreisträger Walther Bothe und Otto Hahn - in einer "Arbeitsgemeinschaft für Kernphysik". Aufgabe dieses "Uranvereins" war die Nutzbarmachung der Uranspaltung für technische und militärische Anwendungen. Kenntnisreich und bis auf kleine Ungenauigkeiten richtig (so entdeckte etwa Weizsäcker die Eignung von Plutonium als Bombenspaltstoff unabhängig von amerikanischen Veröffentlichungen) beschreibt Karlsch die wichtigsten Arbeiten der Forscher. Nach seinen Recherchen soll es im Oktober 1944 auf der Halbinsel Bug auf Rügen zur Zündung einer "kleinen Kernwaffe" gekommen sein. Ein zweiter Test soll im März 1945 bei Arnstadt in Thüringen stattgefunden haben. Seine These, dass dabei auch mehrere hundert KZ-Häftlinge und Kriegsgefangene ums Leben gekommen seien, stützt Karlsch nur auf eine "Augenzeugenaussage" aus den Sechzigern. Die Bomben hätten auf dem Implosionsverfahren beruht. Dabei wird eine unterkritische Masse an spaltbarem Material - die nötige kritische Masse besaßen die Deutschen bei weitem nicht - durch das Zünden von "Sprenglinsen" aus konventionellem Sprengstoff so konzentrisch verdichtet, dass eine überkritische Masse entsteht und eine nukleare Kettenreaktion beginnt. Als Beleg führt Karlsch unter anderem das Tagebuch des Forschers Walther Gerlach an, in dem dieser Sprenglinsen skizziert hat. Nun lässt sich aber das Atombomben-Know-how eben nicht auf eine Zeichnung oder Formel reduzieren, es besteht aus tausenden theoretischen Einsichten und praktischen Erfahrungen. Wie kompliziert das von Karlsch unterstellte Implosionsverfahren ist, mussten die Amerikaner in Los Alamos feststellen: Die Zündkapseln auf der Außenhaut der Bombe mussten mit einer Genauigkeit von Mikrosekunden gleichzeitig gezündet werden, um einen exakt konzentrischen Druck auf das Spaltmaterial im Kern zu erzeugen. Wegen solcher Anforderungen musste die amerikanische Implosionsbombe auch vor ihrem Einsatz in Nagasaki erst getestet werden; dagegen war man sich bei der Bombe nach der einfacheren Geschützmethode so sicher, dass man sie ungetestet auf Hiroshima warf. Die Gesprächsprotokolle der nach dem Krieg im englischen Farm Hall internierten deutschen Atomforscher zeigen, dass diese (Heisenberg, Diebner und Harteck eingeschlossen) entscheidende Grundlagen der Funktionsweise von Atombomben nicht verstanden hatten oder nicht kannten. Zudem weicht Karlsch die Begriffe auf gefährliche Weise auf, wenn er von "nuklearen Bomben" spricht, es aber in Deutschland gar kein Plutonium oder hochangereichertes Uran gab. Kernreaktionen gibt es überall, wo sich radioaktives Material befindet. Es ist aber ein großer Unterschied zwischen einer Bombe, in der sich lediglich etwas - schwach angereichertes - Uran befindet, und einer funktionierenden Atombombe. Ganz zu schweigen von einer Wasserstoffbombe - auch ihr sollen die Deutschen schon näher gewesen sein als gedacht, behauptet Karlsch. Im lange verschollen geglaubten Nachlass des Physikers Erich Schumann, der die Forschungsabteilung des HWA leitete, meint er Belege dafür gefunden zu haben. Sollten deutsche Wissenschaftler schon in den 40er-Jahren gewusst haben, was Edward Teller und Andrej Sacharow erst in den 50ern gelang? Karlsch offenbart einen eklatanten Mangel an physikalischem Verständnis, wenn er schreibt, die deutschen Wissenschaftler wussten "in allgemeinen Zügen, wie eine solche funktioniert, und waren in der Lage, mit der von ihnen perfektionierten Hohlladungstechnik nukleare Anfangsreaktionen auszulösen." Zur Zündung von thermonuklearen Kettenreaktionen bedarf es Temperaturen von rund 100 Millionen Grad Celsius, die sich mit konventionellen Hohlladungsgeschossen bei weitem nicht erreichen lassen. Ein unerforschtes Thema, auf das Karlsch leider nicht eingeht sind "radiologische Bomben". So gab es Überlegungen deutscher Wissenschaftler, radioaktives Material mit Hilfe konventioneller Bomben zu verteilen und so ganze Landstriche radioaktiv zu verseuchen. Brisant ist Karlschs These, es habe in Deutschland schon vor dem Krieg einen funktionierenden Reaktor gegeben. In Moskau konnte er erstmals die von der Sowjetarmee erbeuteten Akten des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physik auswerten. Dabei fand er Hinweise auf einen bisher unbekannten Reaktorversuch der Gruppe um Diebner in Gottow bei Berlin, von der bisher nur drei Versuche bekannt waren. In einem Brief an Heisenberg vom 10. November 1944 schreibt Diebner: "Wir haben eine Anordnung mit 520 Würfeln ausgeführt, die kugelsymmetrisch angebracht wurden." Hierfür sollen Diebner erstmals mehrere hundert Gramm angereichertes Uran zur Verfügung gestanden haben. Karlsch meint, an Hand von Bodenproben nachweisen zu können, dass der Reaktor kritisch geworden sei. Eine überzeugende abschließende Untersuchung durch unabhängige Stellen steht aus. Fest steht, dass Diebner mit seinen Versuchen erfolgreicher war als Heisenberg, der das Reaktordesign mit der Würfelanordnung von Diebner übernahm. Ebenfalls in Moskau fand Karlsch einen Bericht mit Patentansprüchen Carl Friedrich von Weizsäckers über Herstellung und Verwendung des "Elementes 94" (Plutonium). Dieser Fund widerlegt einmal mehr die selbstgestrickte Legende der deutschen Atomforscher, sich während des Krieges nur um die Entwicklung einer Uranmaschine gekümmert zu haben, nicht aber um Atombomben. Karlschs Versuch, zu beweisen, dass gegen Ende des Krieges in Deutschland taktische Atomwaffen getestet worden seien, ist ein Indizienbeweis, der sich nur zu oft auf spätere Zeugenaussagen oder Geheimdienstquellen stützt. Dass letztere auch interessengeleitet sein können, blendet der Autor aus. Hinter dem amerikanischen Manhattan-Projekt stand ein historisch beispielloses Industrieprogramm, das Tausende von Wissenschaftlern und Ingenieuren beschäftigte. Die Aufwendungen für das deutsche Uranprojekt machten personell wie finanziell ein Promille der amerikanischen aus. Es gab kein deutsches Los Alamos, und Arnstadt war nicht Alamogordo. Es ist Karlschs Verdienst, gezeigt zu haben, dass die deutsche Uranforschung weiter war als bisher gedacht. Eine deutsche Atombombe aber gab es nicht.
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29 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Darf anscheinend nicht sein, 1. April 2005
Von Ein Kunde
Dass jemand zu einem derart brisanten Thema Neues berichten könnte, darf anscheinend nicht sein. Anders ist die reflexartige Kritik an diesem Buch nicht zu erklären. Dabei wäre das Buch auch ohne die Behauptung, die Nazi-Forscher hätten drei taktische Atombomben gezündet, sensationell. Es ist schon erstaunlich, wie wenig man bis heute über die Atomforschung unter Hitler weiß. Der Blick richtete sich dabei bislang fast ausschließlich auf Heisenbergs und Weizsäckers "Uranverein". Dabei ist auch hier noch viel Entscheidendes unklar, etwa, was die Motivation der beiden Hauptbeteiligten betrifft. Zwei große Theoretiker, die auch in seriösen Dokumentationen immer wie die von minderen "Salieris" umgebenden "Mozarts" hingestellt werden, aber im Grunde nie auch nur in der Nähe eines funktionierenden Reaktors oder einer Atomwaffe kamen. Ob sie nicht wollten oder nicht konnten, wird wahrscheinlich nie geklärt werden. Der Autor von "Hitlers Bombe" neigt dazu, Heisenberg und Weizsäcker den Willen am Bau einer Bombe für Hitler abzusprechen. Andere machen sich über den von vorneherein zum Scheitern verursachten Versuch, mit den USA in dieser Hinsicht zu konkurrieren, fast lustig. Dabei war Deutschland Mitte des 20. Jahrhunderts in der Physik führend, was sich Nachgeborene vielleicht nicht mehr recht vorstellen können.

Es ist das Verdienst dieses Buches, auf die (erschreckend zahlreichen) anderen Projekte der Nazis in diesem Zusammenhang hinzuweisen. Vor allem darauf, dass Experimentalphysiker weit eher das Können zum Bau von Reaktoren und Bomben mitbrachten. Und obwohl viele der hier beteiligten Forscher noch bis vor kurzer Zeit lebten und auch noch nach dem Krieg lehrten und arbeiteten, ist darüber bislang fast nichts bekannt. Man kann die Augenzeugen für die Testzündungen "taktischer Atombomben" auf Rügen und in Thüringen mit Recht abtun. An den wissenschaftlichen Überprüfungen der "Tatorte" führt aber kein Weg vorbei. Wenn hier die Fachleute nicht schwer gepuscht haben, gibt es keinen Zweifel: Unter Hitler wurden mindestens zweimal nukleare Bomben gezündet! Dass dies erst nach sechzig Jahren herauskommt, ist schon ein starkes Stück. Aber an ein so heikles Thema traut man sich wohl nur ungern ran. Die Reaktionen auf das Buch, die meist von keiner Kenntnis des gesamten vorgestellten Materials getrübt wurden, sprechen für sich.

Man mag sich vielleicht auch nicht vorstellen, was hätte sein können. Wenn Hitler diese Waffen wirklich in die Hände bekommen hätte! Bis 1945 hatte die starke Konzentration auf die Bemühungen des Uranvereins, die andere Forschungsgruppen behinderte, also ihr Gutes. Jetzt ist es aber wichtig, die ganze Wahrheit zu erforschen.

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10 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Neue Beweise ,neue Fragen, 31. März 2005
Von Ein Kunde
Dem Autor ist das Verdienst hoch anzurechnen , dass er als Wissenschaftler seinen Ruf für das Thema der deutschen Atombombe riskiert hat.Ihre 60 Jahre lang verleugnete Existenz ist nun dank Dr Karlsch überzeugend in das Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit gelangt.Allerdings war er nicht der erste Autor der das Thema bearbeitet hat.Dr Karlsch bringt in seinem Buch neben bereits bekannten Fakten viele neue überzeugende Beweise, dass die uns bisher präsentierte Technologiegeschichte unvollständig ist.Leider geht er in seinem Buch nur auf die "Kleine " Bombe ein und erwähnt nicht die Fortschritte der Deutschen bei den grossen A-Bomben.Lücken bestehen auch noch bei den Trägerwaffen ,auch hier waren die Forschungen weiter fortgeschritten als heute bekannt ist.Angenehm fiel mir auf ,dass der Autor viele Hinweise bringt wo noch weitergeforscht werden sollte. Das Buch von Dr Karlsch kann unbedingt zum Kauf angeraten werden.
Im normalen Leben hat derjenige ein Rennen gewonnen, "der zuerst ins Ziel kommt"-dies muss auch beim Rennen um die ATOMBOMBE so sein oder ?
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