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Tatort Krankenhaus: Wie Patienten zu Opfern werden - Ein SPIEGEL-Buch
 
 

Tatort Krankenhaus: Wie Patienten zu Opfern werden - Ein SPIEGEL-Buch (Gebundene Ausgabe)

von Udo Ludwig (Autor)
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  • Notaufnahme: Alltag zwischen Leben und Tod von Fred Sellin

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
  • Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt (8. September 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3421043868
  • ISBN-13: 978-3421043863
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 13,6 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 26.358 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Fast jeder kennt zumindest eine dieser Krankenhausgeschichten, die von Vernachlässigung und Fehldiagnose, sinnloser Qual und anonymem Sterben handeln. Spiegel-Mitarbeiter Udo Ludwig hat Dutzende dieser Fälle dokumentiert und die ihnen zugrunde liegenden Systemfehler analysiert. Und spätestens nach dem zweiten Beispiel des Buches hat der Leser begriffen: Es ist der „Patient“ Krankenhaus, der dringend Hilfe braucht.

Ein Mann klagt nach einer Herzoperation über Bauchkrämpfe und bemerkt Blutungen, die nicht von der OP her rühren können. Als der Patient seine Beschwerden äußert, können die behandelnden Ärzte nichts feststellen und stufen sein Verhalten als „Herumjammern“ ein. Dem Sohn des Patienten empfehlen sie, den Vater entsprechend zurechtzuweisen. Nach Tagen der Qual stirbt der Mann – an einem durchgebrochenen Magengeschwür. Am Ende seines Lebens hat er nicht nur furchtbare Schmerzen, sondern auch die völlige Einsamkeit ertragen müssen, die darin liegt, als Todkranker wie ein Simulant behandelt zu werden.

Auch wenn Fälle wie dieser nicht an der Tagesordnung sind: Es gibt sie. Und dass es sie gibt, hat Gründe. Diesen spürt der Autor nach, und seine Diagnose ist extrem beunruhigend. Durch Kostendruck und Personaleinsparung wird eine kunstgerechte Behandlung immer unwahrscheinlicher. Gleichzeitig fließen enorme Beträge in Hightech-Untersuchungen, deren Sinn sich einem erst bei einem Blick auf das Konto des verantwortlichen Mediziners erschließt. Die Abrechnung über Fallpauschalen statt über Tagessätze belohnt das Durchschleusen von Patienten. Die daraus resultierende Überlastung ist eine der systematischen Fehlerquellen, mangelnde Kompetenz eine andere.

Gerade Kliniken in wirtschaftlich schwächeren Gegenden müssen oft mit Operateuren vorlieb nehmen, die schlicht nicht das Können besitzen, bestimmte Eingriffe durchzuführen. Der hilfreiche Austausch von Erfahrungen ist unter Medizinern oft tabu. Wer etwa als junger Arzt bei einer komplizierten Geburt drei Mal den Chef aus dem Bett klingele, „der kann seine Karriere vergessen“, so ein auf Medizinschäden spezialisierter Anwalt. Und bei all dem gilt: „Versäumnisse treffen zuerst die Schwachen und die besonders Kranken, die sich nicht wehren können, und die womöglich auch keine Angehörigen haben, die sich in ihrem Sinne zu Wort melden können.“

Trotz einiger Stilblüten („Und das Geheimnis dieses Skandals liegt dann unter Kränzen und Blumenbouquets.“) ist Tatort Krankenhaus ein wichtiges, weil aufrüttelndes und konstruktives Buch. Denn nicht nur Politiker, Behörden, Ärzteverbände und Kassen, auch Patienten erfahren hier, was sie tun können, um Qualität und Transparenz zu verbessern. Denn eines ist sicher: Krankenhäuser sind viel zu wichtig, als dass man sie sich selbst überlassen darf. --Roland Große Holtforth, Literaturtest

Pressestimmen

"Ludwig hat die aktuelle Debatte um die Klinikärzte eingearbeitet, die nicht länger schweigen wollen und handwerkliche und Kunstfehler zugeben, um sie künftig zu vermeiden. Er nimmt den Leser mit in den OP-Saal, ans Krankenbett und ins Gericht, wenn sich die Opfer oder ihre Hinterbliebenen mit Ärzten um Schmerzensgelder streiten." (Hamburger Abendblatt )

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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Hervorragend, 1. Oktober 2008
Schon nach dem Lesen der ersten Seiten merkt man: Hier schreibt ein Fachmann. Und zwar einer mit Sachverstand und Herz und Ausdruckskraft. Udo Ludwig, Spiegel-Redakteur und einer der wohl anerkanntesten deutschen Krankenhausreporter, hat sich endlich der schreienden Ungerechtigkeit in deutschen Hospitälern angenommen. Bereits das ist eine Pioniertat, der uneingeschränkter Dank gebührt. Aber wenn man erst einmal in sein Werk hineinschaut! Was dort für Fälle drin vorkommen! Da mag man gar nicht mehr krank werden. Sprachlich unheimlich verdichtet und dramaturgisch stellenweise brillant, gelingt dem Autor hier, das kann man wohl jetzt schon sagen, ein Standardwerk. Dank "Kommissar" Ludwig wissen wir, wie es am "Tatort Krankenhaus" wirklich zugeht, wie die Weißkittel pfuschen und mauscheln und sich die Taschen vollstecken. Ab jetzt darf niemand mehr sagen, er habe es nicht gewusst. Weiter so.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Spannend und erschütternd zugleich, 11. Februar 2009
Das Buch ist im großen ganzen wirklich sehr interessant geschrieben. Es liest sich flüssig und ist spannend. Der Autor zeigt anhand von zahlreichen Beispielen auf, wie sehr man im Krankenhaus doch eher als "Ware" denn als Mensch angesehen und auch behandelt wird. Oft genug heißt es: "der Nächste Bitte". Dass bei solchen Massenabfertigungen Fehler unterlaufen ist eigentlich wenig verwunderlich. Und sicher wird sich der ein oder andere Leser manchmal dabei ertappen, wie man mit dem Kopf nickt. Denn so traurig es auch sein mag: viele aufgeführte Punkte hat der ein oder andere sicher auch schon erlebt, wenngleich es vermutlich letztlich deutlich glimpflicher ausging. Was mir an dem Buch weniger gefallen hat, ist das ständig wiederholende Argumentieren zwischen den Erzählungen der Fehlbehandlungen. Letztlich wird irgendwie alles mit Zeit- und Kostendruck argumentiert. Sicher eine logische und nachvollziehbare Erklärung auf Dauer jedoch ein wenig nervend. Interessant wäre es bspw. auch gewesen wenn der Autor Beispiele aus anderen Ländern gebracht hätte. Was läuft dort besser oder anderst bzw. wie kann man das ganze Dilemma vermeiden. Trotz allem eine empfehlenswerte Lektüre mit kleineren Schönheitsfehlern.
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7 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Informativ aber dennoch nicht ohne Makel, 2. Oktober 2008
Selbst aus einem medizinischen Beruf habe ich das Buch mit großem Interesse gelesen und halte es für sehr informativ aber auch traurig und erschreckend.
Die massiven Schreibfehler haben es mir etwas madig gemacht, denn schließlich soll Lesen auch Spaß machen. Das Taschenbuch kostet annähernd 20 ¤; da kann man wohl mehr erwarten als ein total fehlerbehafteter Text. Nachdem ich den Buchverlag damit konfrontierte erhielt ich von der Lektorin nur die schnippische Antwort: Wir wissen das, konnten aber aufgrund von Zeitdruck nicht besser arbeiten.
Wenn das so ist, ist es an der Zeit, dass hier mal jemand recherchiert und die Leute aufklärt und evtl. mal ...... ein Buch über Buchverlage schreibt!?
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