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Die Päpste. Von Petrus zu Benedikt XVI.
 
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Die Päpste. Von Petrus zu Benedikt XVI. (Broschiert)

von Horst Fuhrmann (Autor)
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Produktinformation

  • Broschiert: 330 Seiten
  • Verlag: Beck; Auflage: 3., aktualis. u. erw. A. (26. August 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406528635
  • ISBN-13: 978-3406528637
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12,4 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 253.896 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Das historische Buch

Nachdenken und weglassen

«Die Päpste» von Horst Fuhrmann

«Von Petrus zu Johannes Paul II.» lautet der Untertitel der erweiterten, mit einem sehr reichhaltigen Bildteil versehenen und dabei doch nur 300seitigen Papstgeschichte des deutschen, protestantischen Mediävisten Horst Fuhrmann. Ein Unternehmen, das Courage verrät und Leserfreundlichkeit ausstrahlt: Der Autor hat sich als Spezialist – im besonderen für mittelalterliche Fälschungen – in seiner Fachwelt ein Ansehen verschafft, wie es solider nicht sein könnte; dafür aber leistet er sich, und mit offenkundigem Wohlbehagen, einen voraussehbaren Publikumserfolg, der sich gerade nicht auf Gelehrsamkeit gründen muss – oder darf.

«Man glaube mir», sagt er in einer Vorbemerkung: «Ich habe über das, was nicht dasteht, mehr nachgedacht als über das, was dasteht. Das Wichtigste beim Zusammenstellen ist das Weglassen.» Man glaubt ihm – und ist beeindruckt von seiner Bereitschaft, über so manches nachzudenken, was andere hätten stehenlassen; ihre geringere Nachdenklichkeit hätte nicht wenige Seiten gefüllt. Prüfen wir uns nur selbst: wären wir souverän genug, Paul III. zu übergehen, der das Konzil von Trient einberief? oder die Kalenderreform Gregors XIII.? oder die Enzyklika «Rerum novarum»?

Aber der Rezensent sollte über das, was dasteht, mehr nachdenken als über das, was nicht dasteht. Und es steht vieles da, was er – über die ganze Länge einer zweitausendjährigen Geschichte hinweg – noch nicht wusste oder nicht ausreichend reflektiert hatte. Denn Fuhrmann erzählt nicht bloss, er erklärt auch; es geht ihm nicht nur um «die Päpste», sondern auch um das Papsttum: um das geistlich-weltliche Herrschaftssystem, dessen geschichtliche Wurzelspitzen beim Übergang von der Verkündigung an alle Völker zu der Kirche an Ort und Stelle liegen.

Der Universalismus, der bald dogmatische Massgeblichkeit, bald Autorität über die politischen Mächte, bald eigene staatliche Macht behauptete oder anstrebte, ist das Thema: es bleibt gleichmässig sichtbar durch seine historischen Variationen in Fuhrmanns robuster, aber zweckmässiger Auswahl. Bis hin zur Befreiung der Kirche, im Jahr 1870, von ihrem dominium temporale – und der gleichzeitigen Errichtung einer lehramtlichen Ausschliesslichkeit, die auf ihre Weise die christliche Welt noch schwerer belastet als manche früheren Formen päpstlicher Herrschaft.

Horst Fuhrmann arbeitet nicht nur mit sprachlicher, sondern auch mit bildlicher Information; wobei es aber nicht genügt, die rund 200 Illustrationen anzuschauen: man muss sie lesen; und in den Bildlegenden findet man mancherlei, was den Text ergänzt und abrundet. So stösst man unter vielem anderen auf die Papstprophetie des (Pseudo-)Malachias, ein leicht unheimliches Machwerk, dem man entnehmen kann, dass – kurz vor der Wende des Millenniums – der jetzige Träger des Petrusamts der zweitletzte ist. Was im Sinn des angeblichen Propheten bedeutet: nach dem nächsten kann nur noch das Jüngste Gericht kommen. Liest man jedoch die letzten Seiten dieses Buches, so wird man eher zu dem profanen Wunsch angeregt, dass sich die Kirche gerade noch rechtzeitig eine neue Verfassung gäbe.

Hanno Helbling -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Das Papsttum erscheint den einen als raffiniert ausgeklügelte Herrschaft über Menschen und Seelen mit durchaus despotischen Zügen, den anderen als Verwirklichung eines göttlichen Auftrags. Der Historiker Horst Fuhrmann erzählt in diesem Buch die spannungsreiche Geschichte der Päpste und des Papsttums mit dem Blick auf das Wesentliche; er charakterisiert Selbstverständnis und herausragende Gestalten dieser zweitausend Jahre alten Institution. Rund 200 ausführlich kommentierte Abbildungen veranschaulichen die Papstgeschichte von Jahrhundert zu Jahrhundert. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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24 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein ungeheuer interessanter und spannendes Buch, 14. April 2005
Von Cenodoxus "dinjun" (Bibliothecosibirsk) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REVIEWER)   
Horst Fuhrmanns Buch über die Päpste bietet für Laien wie Historiker, meines Erachtens auch für Protestanten wie Katholiken wie auch alle anderen einen sehr lesenswerten und hochinteressanten Einblick in die Papstgeschichte, der das Thema etwa um Einiges spannender präsentiert als Schimmelpfennigs ebenfalls sehr gutes Buch "Das Papsttum".


Fuhrmann bemüht sich, wie auch in anderen seiner Bücher, das Thema im Sinne Theodor Mommsens lebendig zu machen und einer Allgemeinheit zu vermitteln (so im Vorwort). Die Kunst bestehe deswegen bei der unglaublichen Fülle des Stoffes v.a. im Weglassen und in der Auswahl: "Das Wichtigste beim Zusammenstellen ist das Weglassen". Dies ist Fuhrmann in vorbildlicher Weise gelungen!

Die Papstgeschichte stellt an Historiker besondere Ansprüche, bilden doch die Päpste die einzige Herrscherreihe, die von der Antike bis in die Gegenwart reicht - und vielelicht liegt gerade hierin der Grund, warum dieses Buch so interessant ist - zumal für Protestanten, die sich schon seit je sehr für das Papsttum und dessen historische Aufarbeitung interessiert zu haben scheinen (Ranke, Haller).

Fuhrmann, ebenfalls Protestant, macht meines Erachtens spürbar, was an diesem Thema so sehr fasziniert. Es ist das Amt Petri selbst, das in so vielfältiger Verkörperung begegnet, das konkrete Symbol und vor allem wohl auch die macht der Bilder, wie sie ncith erst in jüngsten Tagen, nach dem Tode Johannes Pauls II., wieder direkt greifbar wurde.

Fuhrmann schreibt wohl deswegen keine nüchterne Abhandlung, sondern er macht dieses Amt anschaulich, auch indem er das Buch mit über 190 sehr gut erläuterten Abbildungen ausgestattet hat, vom "Heiligen Stuhl" (Cathedra Petri) bis zum Kuba-Besuch von Joh. Paul II. Immer sind die Abbildungen ausführlich und informierend beschriftet, etwa sehr schön die Erläuterungen zur alten römischen Basilika S. Paolo fuori le mura mit der lückenlosen, im Jahre 1823 jedoch zerstörten Papstreihe, was dieses Buch zugleich zu einem kunstgeschichtlichen Führer macht.

Schon das Blättern in diesem Buch macht großen Spaß und ist sehr informativ, nimmt einen in seinen Bann; und die kurzen gut gegliederten Textabschnitte wie das klar strukturierte, chronologisch wie thematisch gegliederte Inhaltsverzeichnis, machen den Zugang zum Thema einfach und angenehm. Beigegeben ist ferner eine Papstliste, allerdings leider ohne die "Geburtsnamen" der Päpste oder Angaben über Herkunft, was sicherlich schön gewesen wäre. Ferner verfügt das Buch über ein ausführliches Register der Orte, Personen und Sachen.

Insgesamt stellt dieses Buch für mich eines der wunderbarsten Bücher über die "mittelalterliche" Geschichte dar, denn hier ist es hauptsächlich anzusiedeln. Zugleich bietet es aber aus der historischen Betrachtung heraus auch die Möglichkeit einer stimmigen und sinnvollen Beurteilung des gerade verstorbenen Papstes, fernab der sich gegenseitig überschlagenden Stimmen der Tagespresse, die aus meiner Erfahrung die Sicht auf das Thema eher verschleiert als erhellt haben. Johannes Paul II. wird von Fuhrmann noch vor dessen Tod beurteilt, ohne dass dieses Urteil endgültig sein soll, als charismatischer Papst, aber auch als ein Papst mit unklarem und unsicherem Kurs ("Charisma ist kein Kurs"). Fuhrmann ist klar in seiner Kritik: "Seine Starrheit im Anknüpfen an konservative Rechtspositionen ist entmutigend"; und steltl darüber hinaus Fragen an, welche Wege für einen weiteren - den nächsten, oder den letzten (?) Papst noch offen sind. Wojtilas Reisepapsttum stelle jedenfalls nicht unbedingt einen ausschließlich erfolgreichen Weg dar, sondern stehe in der Gefahr sich als Instrument der Verkündigung abzustumpfen und könne nciht beliebig fortgesetzt werden, zumal Probleme ind er Weltkirche oftmals eher verdeckt wurden, wie z.B. die "Befreiungstheologie" in Südamerika. Somit endet Fuhrmanns Darstellung möglicherweise etwas zeitgeschichtlich kommentierend, vielleicht sogar journalistisch, aber auch hier beweist der Verfasser Klarheit in seiner Argumentation und sichere Beurteilung. Ein endgültiges Urteil, das gibt Fuhrmann selbstverständlich klar zu, sei noch lange nicht gefällt und kann heute noch nicht gefällt werden.

Dieses Buch verhilft jedenfalls dazu eine historisch fundierte Anschauung auch der Gegenwart zu gewinnen - und vieles klares zu sehen - sub specie aeternitatis (unter dem Blickwinkel der Ewigkeit), wie ja ein Motto des Papsttums lautete. Man wünscht sich mehr Bücher von dieser Klarheit in der Darstellung.
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22 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Eines, der bedeutenden Arbeiten über das Papsttum., 10. März 2001
Horst Fuhrmann legt mit seinem Buch sicherlich eines der bedeutenden Schriften über die Papstgeschichte vor. Über knapp 300 Seiten werden alle wichtigen Punkte der letzten 2000Jahre angesprochen, die sich bis heute auswirken. Themen wie "Herkunft des Papsttitels" und "Petrus in Rom" werden genauso dargestellt wie das Aufkommen der Konklave und das Attentat auf Joh.Paul II. Wer sich gründlich informieren will, dem sei dieses Werk wärmstens empfohlen. Ca. 190 historische und aktuelle Abbildungen verhelfen den Lesern, in die Thematik einzusteigen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Gut zu lesende Papstgeschichte, 1. Oktober 2008
"Die Päpste" von Horst Fuhrmann stellt die Bedeutung der herausragendsten Nachfolger Petri bis zu Benedikt XVI. dar. Das Buch ist angenehm zu lesen und bietet eine Menge interessanter Informationen, ohne sich allzusehr in theologischen oder kirchenpolitischen Details zu verlieren. Besonders empfehlenswert sind die vielen Bildquellen mit zusätzlichen Hintergrundinformationen.
Weshalb also nur drei Sterne? Für mich ist zum Einen der Titel irreführend: Es werden eben nur einige wenige Päpste genauer besprochen; wer einen umfassenden Überblick über die Päpste von Petrus bis Benedikt XVI. erwartet, wird enttäuscht. Auch werden im Grunde nur die letzten Päpste von Johannes XXIII. bis Benedikt XVI. kritisch differenziert dargestellt. Für die Päpste des Mittelalters scheint der (protestantische) Autor eine eher apologetische Haltung zu bevorzugen, die die negativen Seiten dieser zum Teil illustren Persönlichkeiten sehr stark relativiert, wenn nicht gar als unbegründet abtut.
Über Begründung und Herkunft des Zölibats findet man nichts, "pikante" Wesenszüge der Papstgeschichte - wie z.B. die vermutete weibliche Päpstin Johanna - werden als "Mär" abgetan, ohne dass genauere Hintergründe oder Erklärungen folgen. Ebenso werden Strömungen wie die lateinamerikanische Befreiungstheologie oder Opus Dei zwar oft erwähnt, im Zusammenhang mit dem Papsttum aber zu wenig erklärt.
Sicher bräuchte das Buch, um all diese Kriterien erfüllen zu können, nochmals so viele Seiten wie bisher - aber es würde sich lohnen.
Für einen schlaglichtartigen Überblick über die bedeutendsten Päpste ist es jedoch sehr gut geeignet.
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