Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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22 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Tolle Trolle, 12. Januar 2006
J. R. R. Tolkiens Romantrilogie „Der Herr der Ringe“ ist nach dem immensen Kinoerfolg weithin bekannt. Doch um dieses gewaltige Werk auf Leinwand bannen zu können, mussten die Filmmacher Kürzungen und Änderungen vornehmen. Wer dann nach dem Film zur Lektüre griff, wurde sich schnell der tatsächlichen Dimensionen dieses Werkes bewusst. Voller Bewunderung wird sich wohl so mancher Leser am Ende des Romans gefragt haben: „Wie kommt man auf all diese Details, die eigens erfundene Elbensprache, die vielen Völker und Geschöpfe?“Rudolf Simek versucht in seinem Buch „Mittelerde“ einen Teil dieser Frage zu beantworten. Dabei ist ihm nicht daran gelegen, den Zauber des Romans zu zerstören oder die phantasievolle Kreativität Tolkiens in Frage zu stellen. Auch will er keine Gesamtanalyse vornehmen und stellt gleich zu Beginn klar: „Es ist keinesfalls meine Absicht, einen Wegweiser durch Tolkiens gesamtes Werk zu geben…“ Seine Intension ist es, einige der Wurzeln Tolkiens Universum aufzuzeigen, die seiner Meinung nach eher der germanischen Mythologie entstammen denn der keltischen. Das Buch ist klar strukturiert und in mehrere Kapitel unterteilt, die einzelne Gesichtspunkte abhandeln. Beispielsweise werden Personennamen, Runenschrift (Elbensprache) oder die verschiedenen Rassen wie Hobbits, Orks oder Oliphanten einzeln besprochen. Durch das übersichtliche Inhaltsverzeichnis hat man schnell Zugriff auf die einzelnen Begriffe, so dass sich „Mittelerde“ auch ganz hervorragend als Nachschlagewerk zu einzelnen Themen eignet. Obwohl Rudolf Simek im Vorwort darauf verweist, dass er großen Wert darauf gelegt hat, das Buch auch für jüngere Leser geschrieben zu haben, halte ich diesen Anspruch für nicht genügend umgesetzt. Es mangelt dabei weniger am Ausdruck oder der Übersichtlichkeit, sondern vielmehr an den doch teils langen und manchmal auch noch verschachtelten Sätzen, die in akademischen Kreisen üblich sind. Allerdings wird auch nicht deutlich gemacht, welche Altersgruppe der Autor mit „jüngere Leser“ konkret meint. Fazit: Informatives, gut strukturiertes Nachschlagewerk zu Tolkiens Wurzeln in der germanischen Mythologie. Dieses Buch bietet eine gelungene Grundlage für weiterführende Diskussionen über die Ursprünge Tolkiens Gedankenwelt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Für den harten Kern der Mittelerde-Pilger, 24. Mai 2009
Über J.R.R. Tolkien (1892-1973) wird viel geschrieben - fast so viel wie von seinem Werk abgekupfert wird. Aber woher bezog der Hobbit-Schöpfer und Elben-Veredler selbst seine Epen schaffenden Einflüsse? Wissenschaftlich fundiert ist darüber im deutschsprachigen Raum bislang wenig zu Papier gebracht worden. Rudolf Simek, Professor für mittelalterliche deutsche und skandinavische Literatur an der Universität Bonn, hat sich dieser überfälligen Aufgabe angenommen. Das vorliegende Buch "geht den wichtigsten Namen, Stoffen und Motiven nach, die Tolkien der altskandinavischen Sagenwelt und Mythologie, den Eddas und Sagas des isländischen Mittelalters entnommen und in seiner neu geschaffenen Welt von Mittelerde verwendet hat."
Um es vorwegzunehmen, John Ronald Reuel Tolkien war ein Verehrer nordischer Mythen, sein Zugang zur germanischen Götter- und Heldenwelt war mit Inbrunst gepflastert. Eine wichtige Ideenquelle war dem englischen Literaturprofessor der mittelalterliche isländische Gelehrte Snorri Sturluson (1178-1241), der im Sagenwerk "Edda" den Ausdruck 'Midgardr' einführte. Midgard ist das "Gebiet in der Mitte", das Land zwischen dem Reich der Götter und der Unter- bzw. Riesenwelt. Von dort ist es gedanklich wie phonetisch nur mehr ein kleiner Hüpfer nach "Mittelerde", in jenen episch ausgedehnten Kosmos, der Tolkiens schriftstellerisches Schaffen fast zur Gänze ausfüllt. Diese vorzeitliche Welt besiedelte der Oxforder Professor mit Heroen und Bösewichten, schuf detaillierte geografische Darstellungen und entwickelte ausgefeilte linguistische Systeme, die wiederum ihrer ganz eigenen Schriftarten bedurften.
Viele Namen im "Herr der Ringe" sind Ableitungen aus dem Altnordischen oder Altenglischen. Eine Ausnahme stellen die Elbenwohnstätten dar, deren Benennung stark vom keltischen Kymrisch beeinflusst sind. Auch einer der Hobbits, Meriadoc, hat seinen Namensursprung im Keltischen, während Frodo phonetisch möglicherweise skandinavisch oder normannisch geprägt ist. Gandalf wird bei Tolkien zum halbgottähnlichen Magier, in der Edda führt hingegen ein gefinkelter Zwerg diesen Eigennamen, der "Zauber-Albe" bedeutet.
Für Verehrer der leichten Lesemuse ist Rudolf Simeks "Mittelerde. Tolkien und die germanische Mythologie" denkbar ungeeignet, für den harten Kern der Mittelerde-Pilger bewährt sich das Buch hingegen als etymologischer Reiseführer.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Interessant, aber nichts für Neueinsteiger!, 28. August 2006
Diese Buch ist definitiv nichts für Neueinsteiger. Man sollte sich bereits mit der nordischen Mythologie auseinandergesetzt und Bücher von Tolkien gelesen haben, bevor man zu diesem Buch greift. Ich fand es sehr interessant, da ich mich schon eine Zeit lang bevor dieser Tolkien- und Mittelerdeboom ausgebrochen ist mit diesen Themen beschäftigt habe... und nachdem ich einige Bücher von Tolkien gelesen habe, habe ich mir auch dieses Buch besorgt und es ohne große Erwartung gelesen. Es ist interessant zu erfahren, wie Tolkien seine Welt erschafft (Namensgebung, Anlehnung an Geschichten aus der germanischen Mythologie, etc.). Für Leute mit echtem Hintergrundinteresse ist dieses Buch sicher eine Investion wert, allen anderen sei gesagt, dass es sich nicht lohnt, wenn es einen nicht wirklich interessiert!
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