Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
225 Schritte auf dem Weg zum Glück., 7. September 2004
Auf 240 Seiten liefert Theo Kars fast ebenso viele Einsichten, Aphorismen, Vorlesungen, Anekdoten und Ratschläge, die sich in der Regel durch eine klare Sprache und einfache Aussagen auszeichnen. Selbstmord beispielsweise begeht zu Recht, wer Bilanz gezogen hat und zu dem Schluss gekommen ist, dass die angenehmen Dinge des Lebens die unangenehmen nicht aufwiegen und kein Grund zu der Annahme besteht, dass sich das noch einmal ändert. Auf dem Weg durch die Welt wichtiger Philosophen (neben den alten Griechen wie Epikur und Seneca bezieht sich der Autor vor allem auf französische Denker) lernt man den Autor kennen, der Religion als Volksverdummung ablehnt und als bekennender Hedonist Kinder als Behinderung empfindet. Viele kluge Einsichten wechseln ab mit seltenen Eigentümlichkeiten wie die ausführliche Beschreibung der unterschiedlichen Bewertung des Seitensprungs von Mann und Frau, die bei den männlichen Lesern zu immer kräftiger werdendem begeisterten Nicken führt, während weibliche Leser zwischen Empörung und Resignation wechseln dürften: Hier liegt der Autor eigenartig quer zu seinen sonstigen Fähigkeiten. Alle wichtigen Bereiche werden angesprochen: Liebe, Tod, Lügen, Demokratie, Unrecht eingestehen, Verliebtheit, Patriotismus, Geld und Glück, Gesetze und Drogen und die Freiheit des Individuums, Astrologie und Pessimismus. „Eine kleine Anleitung zur Lebenskunst" ist der klug gewählte deutsche Untertitel. Im holländischen Original heißt das Buch: Praktisch verstand, Klein Handbook voor Non-Conformisten. Das trifft es etwas besser. Aber das Buch ist nicht schlecht und guter Rat oft teurer. Verwirrend bleiben Aufbau und Inhaltsverzeichnis. Am besten liest man sich einfach der Reihe nach durch und streicht sich auf dem Weg die wichtigen Aussagen an.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Diese Buch hätte man vor 30 Jahren lesen sollen!, 2. März 2006
Ich habe schon viele Bücher über die Lebenskunst gelesen. Aber dies ist das Beste! Hätte mir in meinen 60 Lebensjahren viel Suche und Ärger erspart, wenn es so etwas schon vor 30 Jahren gegeben hätte. Einiges (aber wirklich nur wenig) entspricht nicht meiner Lebensmaxime; so z.B. seine Gedanken als Hedonist über gewollte Kinderlosigkeit (aber vom egoistischen Standpunkt hat er Recht!). Und sein Rat, "sein Maul zu halten", wenn man etwas als Unrecht oder Ungerecht empfindet. ("die Schneeflocke schmilzt im Dreck und ändert nichts!"). Seine Gedanken über Tod und Suicid sind sehr hilfreich. Dieses Buch ist für "Glück-Suchende" unbedingt zu empfehlen!!
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16 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Brauchbares wie Unbrauchbares, 4. April 2007
Voraus zu schicken ist, dass Kars eine Menge philosophischer Werke von der Antike bis zur Gegenwart studiert hat, und daraus Richtlinien für sein Leben abgeleitet hat.
Brauchbar ist daran, dass die eine oder andere der hier wiedergegebenen Ideen es wert sind, sie zu reflektieren und für sich selbst zu übernehmen. Wie diese Auswahl aussieht, ist sicherlich persönlich unterschiedlich.
Vieles allerdings erscheint mir jedoch gar zu abwegig; ja, für einen angeblich derart studierten Mann geradezu nicht durchdacht. So singt Kars in vielen Artikeln das Loblied der Vernunft, stellt aber in anderen Artikeln den Menschen als Tier dar, eine Tierart unter den unzähligen anderen dieses Planeten und folgert daraus, dass bspw. Artensterben eine natürliche Konsequenz aus der Tatsache ist, dass die "stärkste Art" sich dem Gesetz "Survival of the fittest" folgend. Wer so argumentiert, hat das Darwinsche Prinzip nicht verstanden, und ignoriert gleichzeitig, dass der Mensch ein Vernunft- wie Empathie-begabtes Wesen ist und zudem in der Lage, Verantwortung zu übernehmen.
Kars scheint wohl als alleinigen Bezugsrahmen die Philosophie und das Ziel einer hedonistischen Lebensweise herzunehmen. Erkenntnisse anderer Disziplinen, seien es Soziologie, Neurologie oder Psychologie, spielen kaum eine Rolle in seinem Weltbild. Das ist mir zu einseitig.
Hinzu kommen in meinen Augen geradezu menschenverachtende Ansichten, wenn er sich bspw. über Familie/Sozialgefüge, Kinder oder das befolgen von Gesetzen äußert: Wer wie er der Meinung ist, er lebe besser nach seinen eigenen Gesetzen und betrachte gesetzestreue Mitmenschen als dümmliche Mitläufer, der ist sich nicht bewusst, wieviel Freiheit ihm die Existenz von Gesetzen und Rechtsstaatlichkeit gibt - wenn jeder so handeln würde wie er, wäre das Ergebnis bald eine Anarchie, welche ihm deutlich weniger Möglichkeiten zum Ausleben seines hedonistischen Daseins geben würde.
Insofern halte ich etliches im Buch für einseitige, schlecht durchdachte Ideen, und diese Beiträge relativieren dann auch wieder diejenigen, die mir vernünftig erscheinen.
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