Kurzbeschreibung
Dieser Roman ist das letzte unentdeckte große Meisterwerk der modernen Fantasy, ein Epos, in dem die Sprache und Handlung zu einem Kunstwerk verschmelzen. Zusammen mit dem "Herrn der Ringe" hat es ein ganzes Genre geprägt. Krieg ist entbrannt im Lande Merkurien. Dem Heer des grausamen Königs Gorice von Hexenland stehen die Fürsten des Daemonenlandes gegenüber, von übermenschlichen Leidenschaften verzehrt, stolz und kühn. Nur wenn einer von ihnen den höchsten aller Berge zu erklimmen vermag, kann er das Mittel finden, um Gorice, dem mächtigen Feind, zu trotzen. Denn Gorice umgibt ein düsteres Geheimnis, das ihn fortleben läßt von Geschlecht zu Geschlecht - und zum Zeichen trägt der König einen Ring in Form des Wurm Ouroboros, des Drachen, der seinen eigenen Schweif verschlingt.
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Eric Rucker Eddison (1882-1945) war Schriftsteller und Gelehrter für Altnordisch und führte äußerlich ein unscheinbares Leben. Sein Schreibstil ist dekorativ, beschreibend, dicht gedrängt und ergeht sich in langen, zuweilen pathetischen Sätzen -- für heutige Leser nicht sonderlich attraktiv. Die Neuübersetzung orientiert sich nicht nur enger am Original, sondern bringt zahlreiche Erläuterungen. Diese Erklärungen herauszufinden, muß eine Menge Arbeit gewesen sein.
Handlung: Krieg ist entbrannt in Merkurien. Auf der einen Seite steht der grausame König Gorice von Hexenland mit seinem Heer, angeführt von den besten Strategen. Auf der anderen Seite stehen die Fürsten des Dämonenlandes, von übermenschlichen Leidenschaften verzehrt, doch stolz und kühn. Nur wenn einer von ihnen den Fuß auf den Gipfel des höchsten aller Berge setzt, von dem kein Sterblicher je zurückgekehrt ist, vermag er das Mittel zu finden, dem mächtigen Hexenkönig Paroli zu bieten. Denn Gorice umgibt ein altes, düsteres Geheimnis, das ihn unsterblich fortleben läßt. Er trägt einen Ring in der Form des Wurms Ouroboros, des Drachen, der seinen eigenen Schweif verschlingt -- Symbol ewigen Lebens.
Lessingham stammt von unserer Erde, wird aber irgendwie nach Merkurien verschlagen -- eine alternative Fantasy-Welt. Er beobachtet, wie sich der große Krieg anbahnt. Dabei scheinen den gegnerischen Parteien die Gründe für den Kampf viel weniger wichtig zu sein als die Tatsache des Krieges selbst. Obwohl die teilnehmenden Nationen nach bekannten Wesen wie Hexen, Dämonen, Ghouls und Kobolden benannt sind, unterscheiden sie sich von den bei John Ronald R. Tolkien vorkommenden Völkerschaften.
Lessingham verschwindet allmählich aus dem Bild, doch der Krieg geht weiter, bis Gorice, der Zauberkönig aus dem Hexenland, definitiv besiegt ist. Die versammelten Sieger, die einen schalen Geschmack in der Luft wahrnehmen, bitten allerdings die Götter, daß die Zeit sich wie der Wurm Ouroboros in den Schwanz beiße, auf daß sich der Konflikt wiederholen könne. Diese Bitte wird gewährt, und so kann alles von vorne beginnen.
Fazit: Solch einen Schluß hätten weder Tolkien noch sein Professoren-Kollege C.S. Lewis gut oder witzig gefunden. Die beiden stehen für christliche Fantasy, die sich dadurch auszeichnet, daß Gut gegen Böse kämpft, und der Konflikt mit einer Erlösung endet. Vertreter der beiden gegnerischen Seiten sind durch Farbkodierung deutlich zu unterscheiden. In Herr der Ringe gibt es beispielsweise zwei Turm-Paare: 1. den Turm von Isengard und den Schwarzen Turm Saurons, sowie 2. Minas Tirith und Minas Morgul.
Bei Eddison wird der Leser jedoch mehrfach schockiert: Durch anders angewendete Farbkodierung, andere Benennung von Wesen und die fehlende Erlösung am Schluß. Der Krieg ist kein spiritueller oder gar religiöser Kampf, sondern ein quasi ritterlicher Zweikampf um des schieren sportlichen Vergnügens willen -- für Tolkien praktisch Blasphemie! Daher wurde Eddison mehrmals mißverstanden. Dennoch ist Der Wurm Ouroboros von allen seinen Werken noch das lesbarste und beliebteste. --Michael Matzer
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.