Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Über die Freiheit des Individuums und die Grenzen derselben., 21. Mai 2004
Von Ein Kunde
In einer Zeit, in der der Begriff der "Freiheit" sehr flexibel interpretiert wird, ist diese Abhandlung wertvoller denn je. Sie erläutert den Grundgedanken der Freiheit des Individuums sowie deren zwingend notwendige Grenzen. Sie zeigt den unbedingten Glauben an die positiven Effekte der freien und offenen Meinungsäußerung. Das aus jeder Meinung, und sei sie noch so offensichtlich falsch, noch etwas wertvolles für die Allgemeinheit herausgefiltert werden kann. Und sei es nur das Schulen des eigenen Verstandes für die offene Diskussion.Diverse geschichtlich bedingte Verbote hierzulande wären aus Sicht von Mill also als hinderlich zu beurteilen. Nur wer sich intensiv mit allen Aspekten eines Themas befassen kann und befasst kann sich überhaupt eine ehrliche Meinung bilden. Die Wahrheit wird durch ausführliche öffentliche Diskussionen ohnehin ersichtlich - eine Zensur oder Verbote von politischem, religiösem oder anderweitigem "unerwünschtem" Material ist daher an und für sich kontraproduktiv. Es gilt aber erneut zu beachten, ab wann ein Eingriff in die Rechte anderer vorliegt. Ein Buch angefüllt mit Vorurteilen ist hierbei als Objekt von Studien und der Diskussion interessant. Ein Redner vor einem Gebäude, welcher Vorurteile über den Besitzer schürt oder gar zu Gewalttaten (direkt oder indirekt) aufruft macht sich hingegen strafbar. Den "Kopftuch"-Hinweis des vorherigen Rezensenten kann ich so auch nicht stehen lassen, da Mill sich sehr deutlich über die Erziehung und das Schulsystem äußert. Dieses sollte Wissen und Fakten frei von Wertungen und religiösen Anschauungen vermitteln. Das Lehren der Hintergründe verschiedener Religionen dürfte zwar auch an den Schule gelehrt werden, hätte jedoch in anderen Fächern absolut nichts verloren. Somit müssten sowohl Kruzifixe, als auch Kopftücher (als Bekenntnis zu einer Religion), als auch jede andere Art von religiösen Symbolen aus den Klassenzimmern entfernt werden. Überhaupt legt Mill sehr viel Wert und sehr viel Hoffnung auf die Erziehung und macht sich für die (inzwischen weithin eingeführte) Schulpflicht stark. Denn nur ein gebildeter und geschulter Verstand versetzt den Menschen in die Lage mit der eigenen Freiheit verantwortungsbewußt umzugehen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Diese Abhandlung ist.., 12. Juni 2008
ein Glanzstück der politischen Philosophie!
Mill fasste vor 150 Jahren die Grundsätze der menschlichen Freiheit zusammen.Dabei befürwortete er nicht nur die freie ungebundene Entfaltung der eigenen Persönlichkeit im Inneren (Meinungs-/Gedanken-/Gesinnungsfreiheit),und im Äußeren (Handlungsfreiehit, freie Lebensentwurf), sondern gemahnte trotz allem Recht auf Individualität die Selbstbändigung, das eigene Setzen von Schranken an, um anderen nicht zu schaden. Diese Mäßigung, die Bildung einer "inneren Kultur" ist zentral für soziale Freiheit in einer Gesellschaft.Die Aktualität Mills zeitloser Aussagen ist erstaunlich. Er erkennt, dass sich die Gesellschaften selbst Regeln und Normen setzen, ob von einer Obrigkeit oder von einer Religion beeinflusst, die mit der Zeit zur Gewohnheit, zu objektiv betrachteten, "naturgegebenen" Gesetzmäßigkeiten werden, die man als wahr und richtig hinnimmt, und die wegen ihrer gefühlsmäßigen, unrationalen Bindung auch nicht mit logischen Argumenten widerlegt werden können. Äußerer Eingriff einer anderen Kultur, die sich für überlegen hält, bewirkt folglich auch heftige emotionale Reaktionen wie Hass, Gewalt gegen die "Eindringlinge" und Fanatismus, was man derzeit wunderbar im Irak beobachten kann. Schwierig zu akzeptieren, aber: Änderung bedarf einer langwierigen inneren Entwicklung, die durch freiwillige Einsicht und nicht durch Zwang geschehen muss.
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16 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Leidenschaftliches Plädoyer für die Freiheit, 20. Januar 2004
Von Ein Kunde
Mills Essay "Über die Freiheit" ist vor fast einhundertfünfzig Jahren zum ersten Mal erschienen und hat in all der Zeit kein bisschen Staub angesetzt. Es ist überaus lehrreich, dieses klassische Manifest des Liberalismus im Kontext heutiger Auseinandersetzungen wiederzulesen. Der gegenwärtig herrschende "Neoliberalismus" reduziert freiheitliches Denken auf seine ökonomische Komponente und verträgt sich deshalb manchmal mit durchaus autoritärer und anti-liberaler Politik. Mill sieht im Menschen demgegenüber nicht ausschließlich den "homo oeconomicus", sondern ein Geschöpf, dessen Wesen die Selbsterfindung ist. Wer ein Individuum in seiner Selbsterfindung behindert, steht der Entwicklung der Gattung "Mensch" im Weg. Mills Warnung vor der (scheinbar demokratisch legitimierten) Tyrannei der Mehrheit und sein Engagement für die Rechte des Individuums sind aktuell wie je. Man würde sich beispielsweise wünschen, der eine oder andere Journalist oder Politiker würde Mill lesen, bevor er in eine Diatribe gegen Muslime in Deutschland verfällt: Für Mill war umfassende Religionsfreiheit das Herzstück seines liberalen Entwurfs - Glaubensfreiheit aber nur für die selbstdefinierte "Mehrheit der Aufgeklärten und Vernünftigen" ist keine Freiheit.
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