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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein tolles Buch das das Leben im Osten sehr gut beschreibt, 24. Juli 2001
Von Ein Kunde
Glückliche Menschen haben ein schlechtes Gedächtnis und reiche Erinnerungen." Thomas Brussig Michael Kuppisch, auch Micha genannt, lebt im Ostberliner Stadtteil Baumschulenweg am kürzeren Ende der Sonnenallee direkt an der Mauer... Am Anfang des Buches bekommt der Leser eine Theorie von Micha zu lesen, in der er erklärt wie es zur Teilung der Sonnenallee kam (in das kürzere und das längere Ende). Nämlich hat Stalin auf der Potsdamer Konferenz 1945 gefordert, wenigstens einen Teil der Straße mit dem schönen Namen Sonnenallee abzubekommen, wogegen der Amerikaner Harry S. Truman lautstark protestiert... ... Stalin lässt nicht locker und wenn der britische Premier Winston Churchill nicht eingegriffen hätte, dann käme es bestimmt zu einer Schlägerei. Der Britte dreht sich um, zur Berlin-Karte und sieht, dass die Straße Sonnenallee ca. vier Kilometer lang ist ... er will an seiner Zigarre ziehen und zum weiteren Verhandlungspunkt übergehen, als er bemerkt, dass sie schon wieder ausgegangen ist... in diesem Moment ist der Russe so zuvorkommend und gibt dem Briten Feuer...so revanchiert er sich und gibt Stalin einen kurzen Zipfel von sechzig Metern der Sonnenallee... ...wäre nicht diese dumme Zigarre dann wäre Micha ein Wessi, würde in Westberlin leben, müsste nicht täglich über sich eine Demütigung ergehen lassen, wenn er aus seinem Haus raustritt und laut von West-Schulklassen vom Aussichtsturm auf der Westseite angepöbelt zu werden mit den Worten: „Guckt mal, `n echter Zoni!" oder „Zoni, mach mal winke, winke, wir wolln dich knipsen!"... ...aber all das ist nichts im Vergleich dazu, dass Michas erster Liebesbrief den er je bekommen hat, vom Wind in der Todesstreifen getragen wird- bevor er ihn zu Augen bekommt... Die einzigen die an das Ende der Sonnenallee freiwillig gezogen sind, waren Jungvermählte, denn die Wohnungen waren besonderes eng, weil sie einen einzigen Wunsch hatten endlich gemeinsam unter einem Dach zu leben. Alles gut und schön aber da gibt es ein Problem, Jungvermählte kriegen Kinder und dadurch werden die engen Wohnungen noch enger, aber man bekommt keine neuen... Dadurch sind alle Kinder gezwungen draußen zu spielen und so lernen sie sich kennen und betreiben gemeinsame Aktivitäten... zum Beispiel sich auf dem Spielplatz zu treffen (die Kinder die auf dem Spielplatz spielen sollte waren sie selber gewesen) und verbotene Musik anzuhören (das war zum Beispiel alles von Rolling Stones; Moscow, Moscow von Wonderland und viele andere Gruppen und Songs aus dem Westen)... Als die Jungs eines Nachmittags sich Moscow, Moscow reinzogen kam der ABV (Abschnittsbevollmächtigter) herangeschlichen ... von ihm erfahren die Jugendlichen, dass der Obermeister nächste Woche zum Unterleutnant befördert wird und dass eine BRD Bürgerin ihren Reisepass verloren hat und wenn sie einen finden, müssen sie ihn umgehend abgeben... und da fragt der ABV was das für Musik ist, weil sie ihm so gefällt, nimmt er die Kassette mit ... ...und eine Woche später beginnt für Micha die Hölle, der ABV hat die Kassette beim Polizeiball anlässlich seiner Beförderung abgespielt und da die Musik verboten ist, wird er nicht befördert sondern im Dienstgrad heruntergestuft; da der ABV meint, Micha sei da dran Schuld, verlangt er jedes Mal wenn er den Jungen auf der Straße trifft, ihm seinen Personalausweis zu zeigen.... Über alles andere, wie zum Beispiel über Miriam in die alle verliebt sind, inklusive Micha; Michas West-Onkel der jedes Mal was über die Grenze rüberschmuggelt; wie Mario und seine Freundin planen die DDR zu Fall zu bringen; wer den Ausweis der BRD Bürgerin in die Hände bekam und was er damit vorhat; wie Michas Mutter ihren verstorbenen Bruder aus dem Westen über die Grenze schmuggelt um ihn im Osten zu begraben; wie ein Kind in einem Trabi zu Welt kommt; wer Miriam am Ende als Freundin kriegt... erfährt ihr nur dann wenn ihr euch das Buch kauft. Thomas Brussig wurde 1965 in Berlin (Ost) geboren. Er machte Abitur und studierte danach Soziologie und Dramaturgie. Werke: Wasserfarben (1991), Helden wie wir (1995)... 1999 erhielt er mit Leander Haussmann den Drehbuchpreis der Bundesregierung für „Sonnenallee" ... (Angaben aus dem Buch) „Am kürzeren Ende der Sonnenallee" ist also kein Film zum Buch sondern ein Buch zum Film. Der Roman vermittelt auf eine sehr lustige Art und Weise eine Vorstellung vom Leben in der DDR. Trotz der Übertreibungen bekommt der Leser sehr gut die Probleme, das Gefühl der Unfreiheit, des Abgeschnittenseins und der vielen Vorstellungen die, die DDR Bürger vom „Goldenen Westen" hatten. Der Autor schreibt über die Probleme der Jungendlichen die auf der einen Seite der Mauer gar nicht so verschieden waren. Der Roman ist sehr lustig, ich musste stellenweise 15 Minuten lang lachen; erzählt von dem Leben in der DDR (so können alle die nicht dabei waren, sich eine sehr realistische Vorstellung davon machen)... ich kann das Buch jedem empfehlen. Grus Phil
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