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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wer A sagt, muss auch B sagen!, 18. März 2007
Oder: Wer "Der Gott von Bombay" gelesen hat, wird auch "Bombay Paradise" lesen.
Der "Gott..." hört ja mitten in der Story auf und man ist somit genötigt, die Fortsetzung zu kaufen, wenn man wissen will, wie die Geschichte endet. Nach wie vor webt Chandra fleissig weiter an seinem Geschichtenteppich und schlägt den Leser weiter in seinen Bann mit dieser einzigartigen Saga. Nachdem mich "Der Gott..." zu Anfang in seiner Vielfalt fast überfordert hat, bin ich dankbar, dass "Bombay Paradise" etwas schlanker daher kommt. Nimmt man die beiden Bücher (die ja eigentlich eins sind) zusammen, erhält man einen monumentalen Wälzer von biblischem Format!
"Bombay Paradise" schlägt einen Bogen zurück und der indische "Don" Ganesh Gaitonde bekommt mehr Raum um seine Geschichte zu erzählen, die ihn schlussendlich seinen Tod im Atombunker mitten in Mumbai finden lässt. Was aber alles geschieht, bis sich dieser Schluss vollzieht ist ausufernd, detailversessen, farbenfroh, voller Leidenschaft, Liebe und Tragik, erschreckend, voller Spannung, Wahnsinn, Gewalt....
Aber natürlich stehen immer BEIDE Männer im Mittelpunkt: Sartaj genauso wie Gaitonde. Der melancholische Polizist und der skupellose Gangster ergänzen sich gegenseitig wie das Ying und Yang. Beider Geschichten sind faszinierend und beinhalten einen wesentlichen Teil von indischer Realität. Und beide sind ein Teil von Mumbay-Bombay, dem Moloch, ohne den sie nicht leben können....
Während Sartajs Suche in der Gegenwart spielt, der Leser ihm dabei über die Schulter schaut, erzählt sein Gegenspieler Ganesh Gaitode in Ich-Form in einer Reihe von Rückblenden von seinem Aufstieg zu einem der mächtigsten Männer Bombays. Es ist ein Sittengemälde der Stadt und ihrer Unterwelt, der vielfältigen Querverbindungen in die Politik, gekaufter Wahlsiege, geschmierter Polizeiinformanten, brutaler Bandenkämpfe.
Allen die gut geschriebene, dichte Geschichten lieben und sich von über 1300 Seiten nicht abschrecken lassen, kann ich dieses "Bombay-Epos" wärmstens empfehlen! Es gelingt Chandra hier, eine Menge über Indien zu erzählen und bestens zu unterhalten!
Was mich nach wie vor störte, und worin ich nach wie vor keinen Sinn sehe, war die Einflechtung von allzuvielen indischen Wörtern. Wenn man nicht mal weiss, wie diese ausgesprochen werden und sie sich durch ihre Exotik inmitten der deutschen Übersetzung ausnehmen wie Marsmännchen unter Erdenbewohnern, darf man wohl fragen, was die Herausgeber sich dabei gedacht haben.
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