Aus der Amazon.de-Redaktion
Thomas Lehr, ein junger Berliner Autor, hat bereits für seinen ersten Roman
Zweiwasser oder die Bibliothek der Gnade den Rauriser Literaturpreis für die beste deutschsprachige Erstveröffentlichung erhalten.
Georg und sein Freund Hermann experimentieren im milchgesichtigen Alter von fünfzehn Jahren mit LSD. Für Georg endet diese Phase der Pubertät mit einem Horrortrip. Nach seinem Krankenhausaufenthalt trifft er Camille, ebenfalls fünfzehn. Sie wird seine erste Freundin, und die beiden halten in den nächsten zwanzig Jahren ihr platonisches Band der Freundschaft aufrecht, das immer wieder bei ihren Besuchen vor sexueller Spannung vibriert.
Georg schlägt sich mit Sartres Das Sein und das Nichts herum, verschreibt sich der Mathematik und wandert von der reifen Lisa zu Brigitte und lebt während seiner Zeit im Zivildienst eine Weile mit Stella zusammen. Für seine Beziehung zu Frauen hat Camille Maßstäbe gesetzt, die auch Maria, die angehende Architektin, nicht befriedigen kann. Mit ihr lebt Georg während seines Studiums in Berlin. Dort verwirklicht er einen Jugendtraum: Er dreht seinen ersten Film. Endlich scheint er am Ziel seiner Suche angekommen zu sein.
Die Faszination von Nabokovs Katze liegt neben der intensiven Sprache, die in keiner Zeile angestrengt wirkt, im fein schattierten historischen Hintergrund. Thomas Lehr beschreibt das Leben der "Nach-68er-Generation", der er selbst angehört, ungeheuer treffend -- es stimmt einfach alles: von den diskutierten Büchern, der Musik, bis zu den Bildern im Fernsehen und der IKEA-Einrichtung in der Studentenbude. Bitte mehr Autoren dieses Kalibers. --Manuela Haselberger
Kurzbeschreibung
Der erste LSD-Trip, den der fünfzehnjährige Georg einwirft, wird zu einer Horrorreise, die er nur mit knapper Not überlebt. Er schwört sich, dass von nun an "sehen und denken können" als wirkliche Rauschzustände sein Leben bestimmen sollen. Da jedoch begegnet ihm Camille, und noch fünfundzwanzig Jahre später erscheint sie ihm als die wirkungsvollste und gefährlichste Droge seines Lebens.
"Nabokovs Katze" ist die Geschichte einer Besessenheit, eine ironische und cineastische Abhandlung über das Kopfkino männlicher Sexualität, die über die Frau und das Bild der Frau nachdenkt und wie nebenbei auch etwas über die Nach-68er-Generation erzählt, "die stets zu klug war, um an irgend etwas zu glauben."