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von Leonardo Padura
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So überträgt man den Fall dem eigentlich strafversetzten Teniente Mario Conde, dessen Existenz als Polizist fortan auf Gedeih und Verderb von der Aufklärung des mysteriösen Mordes abhängt. Conde ermittelt in dem exzentrischen Freundes- und Bekanntenkreis des Diplomatensohns, wobei er auf den legendären Schriftsteller und Theaterregisseur Marqués trifft. Von staatlicher Seite in Kuba als Homosexueller verfemt und geächtet lebt dieser seit Jahrzehnten in einem alten zerfallenen Haus. Marqués scheint mehr über den Mordfall zu wissen, als er zunächst preisgeben will. Dennoch führt er den Kommissar in der Hitze des Sommers nicht nur in die verborgene Welt der Homosexuellen und Transvestiten Havannas ein, sondern leitet ihn mit feiner Ironie durch das verwirrende Labyrinth von Sein und Schein der kubanischen Existenz.
Labyrinth der Masken strotzt nur so von Poesie und Sinnlichkeit, so dass wohl auch der Übersetzer (lobenswert: Hans-Joachim Hartstein) seinen wahren Spaß daran gehabt haben muss. Padura glänzt durch seine detailreiche Erzählung und subtiler Ironie. So schenkt er seinem Helden, dem sinnenfreudigen Macho Mario Conde, zwar eine neue, leidenschaftliche Liebschaft, doch gleichzeitig lässt er ihn ziemlich lange hilflos durch das Verwirrspiel der Leidenschaften irren. Nur langsam geht Conde auf, wie der alternde Schriftsteller Marqués ihm aus seinem inneren Exil heraus mit einer symbolischen Erzählung den Weg zur Lösung des Falls weist ...
Leonardo Padura lässt in Labyrinth der Masken, der großartigen Fortsetzung innerhalb seines Havanna-Quartetts, erneut erkennen, dass es sich dabei nicht allein um Kriminalromane handelt. Auch im dritten, mit Sommer untertitelten Teil seines vierteiligen Epos dient ihm die Darstellung des Kriminellen und Andersartigen als ideales Mittel, um den Zerfall und die innere Zerrissenheit der kubanischen Gesellschaft darzustellen.
Padura beschreibt Menschen, die nicht sie selbst sein dürfen, die unter Castros Diktatur zwar nicht Hunger oder den Tod erleiden müssen, aber die letztendlich in eine fast tödliche Lähmung verfallen: Er zeichnet das feinsinnige Bild einer Gesellschaft in Agonie. --Christian Koch -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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