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Handel der Gefühle. Das Havanna-Quartett: Frühling
 
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Handel der Gefühle. Das Havanna-Quartett: Frühling (Broschiert)

von Leonardo Padura (Autor)
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 256 Seiten
  • Verlag: Unionsverlag; Auflage: 3., Aufl. (28. Februar 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3293203523
  • ISBN-13: 978-3293203525
  • Originaltitel: Vientos de cuaresma
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 121.612 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Ein Frühlingsbuch, ein Kuba-Buch, ein Liebesroman - so ein Buch kann man nicht überbieten." (Andreas Ammer, Bayerischer Rundfunk)

"Auf nach Havanna!" (zdf.de)

"'Handel der Gefühle'vermittelt ein Bild, dasfarbig ist und elend zugleich, das Licht und Schatten des Inselstaates zeigt." (Frank Göhre, Hamburger Abendblatt)

"Ein glühendes Bekenntnis zu Havanna in einer Sprache, die fließt von poetisch zu vulgär und wieder zurück." (Martin Maria Schwarz, Hessischer Rundfunk)


Kurzbeschreibung

Ein trockener, heißer Frühlingssturm fegt durch die Straßen Havannas, als Teniente Mario Conde der schönen Karina bei einer Autopanne hilft. Karina ist Jazzfan und spielt außerdem Saxofon - und Mario Conde verliebt sich augenblicklich in sie. Doch da wird er mit einer heiklen Untersuchung beauftragt: Eine junge Chemielehrerin von seiner ehemaligen Schule ist ermordet in ihrer Wohnung aufgefunden worden, in der auch Spuren von Marihuana entdeckt werden. Mario Conde muss feststellen, dass nicht nur beim Parteikader, sondern auch im Bildungswesen die Kriminalität alltäglich geworden ist, dass Vetternwirtschaft, Drogenhandel und Betrug blühen. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Die große Melancholie, 26. Januar 2007
Handel der Gefühle ist der zweite Teil im Havanna-Quartett. Im Mittelpunkt steht wieder der Antiheld Mario Conde, (natürlich?) fähigster Ermittler seiner Polizeiwache. Wie schon im ersten Teil, birgt der Kriminalfall wenig Interessantes. Eine Lehrerin wird ermordet aufgefunden und infolge der Nachforschungen beginnt die schöne Fassade ihres Lebens gehörig zu Bröckeln. Außerdem ist Marihuana im Spiel und so wittern die Ermittler (wiedermal) den großen Wurf.
Obwohl einen der Kriminalfall nicht vom Hocker haut, verdient sich dieser Roman dennoch seine vier Sterne und zwar einfach deswegen weil die Melancholie und Niedergeschlagenheit von Mario und seinen Freunden, sowie die Hassliebe zur kubanischen Hauptstadt dermaßen überzeugend und nachvollziehbar geschildert wird. Dieser Roman ist also meines Erachtens weniger als Kriminalroman zu verstehen sonder mehr als ein Sozialroman, der versucht ein Bild des modernen Kuba zu zeichnen, und dies scheint ihm sehr gut zu gelingen.
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21 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Kubanischer Alltag, 21. Mai 2004
Von Ludger Menke - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REVIEWER)   
Diese Rezension stammt von: Handel der Gefühle (Gebundene Ausgabe)
Ein trockener Sturm fegt durch die Straßen Havannas, als Teniente Mario Conde zu einem neuen Fall gerufen wird. Die junge und parteitreue Chemielehrerin Lissette Núnez Delgado ist ermordet worden. In ihrer Wohnung wurden Spuren von Marihuana gefunden. Mürrisch und melancholisch macht sich Conde, zusammen mit seinem Partner Manolo, an die Aufklärung des Falls. Dabei wird er auch mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert, denn der Polizist drückte einst selbst die Schulbank in jener Lehranstalt, in der die Tote unterrichtete.

Die Ermittlungen führen Conde zu einem Schulleiter, der hinter vielen Worten etwas zu verbergen weiß: Sein Verhältnis zu der Ermordeten. Der Schulleiter bleibt nicht der einzige Verdächtige. Ein Gruppe von Schülern, die wilde Parties mit Lissette feierten und durch hervorragende Schulnoten glänzten, geraten ebenso in das Visier des Teniente, wie auch der Liebhaber der Ermordeten, ein Motorradfan mit dem Spitznamen Pupy. Doch wer hat die junge Frau ermordet und aus welchem Grund? Wie kam das Marihuana in die Wohnung der Toten und ist am Ende gar die Mafia am Werk?

Fragen, die Conde beantworten soll, obwohl ihm gerade gar nicht nach Detektivarbeit zumute ist. Denn der Frühlingssturm fegt nicht nur durch die Straßen Havannas, sondern auch durch Condes Seele. Er ist verliebt in die attraktive Karina, einer Jazzliebhaberin und Saxofonspielerin. Zögerlich kommen sich die beiden näher, erleben eine aufregende Nacht und am Ende wird Conde doch wieder von der enttäuschenden Realität eingeholt. Eine Liebesgeschichte also, die Leonardo Padura als weiches, manchmal auch sentimentales Gegenstück zur harten Krimihandlung einbaut.

Wie schon im ersten Band des „Havanna-Quartetts" spielt auch „Handel der Gefühle" im Jahre 1989, als Kuba den wohl größten Umbruch seit der Revolution erlebte. Padura dient der Kriminalfall als Einstieg, als roter Faden, durch den er eindrucksvoll, packend und lebendig von den Gegensätzen, den Rissen und den Veränderungen in der kubanischen Gesellschaft erzählen kann. Sein Teniente Conde hat als ermittelnder Polizist Einblick in die unterschiedlichen Schichten, die es im Sozialismus eigentlich nicht geben dürfte, die aber gerade in dieser Zeit des Umbruchs deutlich zu Tage treten. Conde kennt die Kleinkriminellen, die sich mit Prostitution, Devisenschmuggel oder Drogenhandel über Wasser halten. Er kennt aber auch die Parteikader, die sich ein Leben in Luxus leisten und schon längst die sozialistischen Ideale verraten haben.

Den wohl schärfsten Bruch entdeckt Conde aber zwischen den Generationen. Er selbst zählt sich noch zu der „verborgenen Generation", geprägt durch eine stramm sozialistische Erziehung. Eine Generation, die sich viel vorgenommen, aber nur wenig erreicht hat. Bei seinen Ermittlungen in der Schule trifft er auf Jugendliche, die einfach nur noch Leben wollen - keine Träume und keine Pläne haben und schon gar nicht an den Sozialismus glauben. Aus der verborgenen ist eine verlorene Generation geworden.

Dabei ist Paduras Conde selbst eine gespaltene Persönlichkeit: kantiger Macho, heißblütiger Liebhaber, begeisterter Baseballfan, rührender Freund, verkannter Literat und zielstrebiger Polizist - all dies zeichnet den Charakter von Mario Conde aus. So facettenreich wie sein Held ist auch Paduras Prosa, die zwischen derben Dialogen, stillen, inneren Monologen und eindringlichen, knappen Landschafts- und Personenbeschreibungen wechselt. Paduras Sprache schimmert und leuchtet, mal grell, mal gedämpft, immer passend und eindringlich.

Differenziert kommt Paduras Kritik am sozialistischen System Kubas daher. Er schreibt über das, was falsch läuft, über Brüche, Gegensätze und Enttäuschungen, die schlimmstenfalls zum Mord führen. Das sind nicht nur gute Voraussetzungen für einen fesselnden Krimi, es ermöglicht ihm auch einen literarischen Realismus, der nicht nur zwischen den Zeilen auf Missstände aufmerksam macht. Padura erzählt einfach, bildet kunstvoll ein Stück Alltag ab, zeigt Menschen in ihre alltäglichen Not und dürfte somit für das Castro-Regime unbequemer sein, als so mancher Kritiker, der im fernen Westen über die Zukunft Kubas schwadroniert. Für romantische Verklärung des Gesellschaftssystems oder der Inselidylle Kubas ist bei Padura kein Platz. Er ist ein Skeptiker, dessen schärfste Waffe die Sprache ist.

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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Hervorragender zweiter Teil, 27. Juni 2007
Von K. Beck-Ewerhardy "kgbeast" (Duisburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Mario Conde wird zu einem überaus unangenehmen Fall gerufen. Eine junge, sehr beliebte  Chemielehrerin des Gymnasiums wird vergewaltigt in ihrer Wohnung vorgefunden. Neben Resten von Marihuana im Bad finden sich in den Schränken ihrer kleinen Wohnung auch viele Kleider, die nicht aus kubanischer Herstellung zu stammen scheinen und auch sonst einige ungewöhnliche Erwerbungen. In der Wohnung scheint auch eine Fete stattgefunden zu haben, die wohl irgendwie aus dem Ruder gelaufen ist.

Kurz darauf begegnet El Conde der jungen Karina, einer Saxophon-Spielerin, der er mehr schlecht als recht einen Reifen wechselt, woraus schnell Einiges mehr entspringt als zuvor, so dass Mario Conde zum ersten Mal seit die Leserinnen und Leser ihm begegnet sind zufrieden mit seinem Leben sein kann und nicht alles wieder kaputt denkt, was ihm eigentlich Freude bereiten könnte.

Die Ermittlungen führen ihn aber schnell wieder an einen inneren Ort zurück, der seiner Stimmung wenig zuträglich ist und er beginnt durch die Auseinandersetzung mit der Situation an seiner alten Schule immer mehr in Depressionen zu versinken. Nur die gelegentlichen Treffen mit Karina können ihn aufheitern, doch gerade, als seine Ermittlungen in eine heiße Phase auftreten und er mit einem Kollegen vom Amt richtig Ärger anfängt, ist die junge Frau aus ungeklärten Gründen plötzlich verschwunden. Und so beginnt seine Welt immer mehr in ein deprimierendes Chaos zu versinken, bis es schließlich zu einer dringend notwendigen Explosion kommt.

Dieser Roman ist wesentlich emotionaler als der erste Teil dieses Quartetts und zeigt uns sehr deutlich die Probleme des Machismo mit dem Mario auf Kuba in seinem Viertel aufgewachsen ist.

Sprachlich ist dieser Roman ebenfalls wieder ein Genuss und eignet sich darum zum Selbstlesen fast weniger als zum Vorlesen.
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