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Ein perfektes Leben. Das Havanna-Quartett: Winter
 
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Ein perfektes Leben. Das Havanna-Quartett: Winter (Broschiert)

von Leonardo Padura (Autor), Hans-Joachim Hartstein (Übersetzer)
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 272 Seiten
  • Verlag: Unionsverlag; Auflage: 5., Aufl. (27. Juni 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3293203442
  • ISBN-13: 978-3293203440
  • Originaltitel: Pasado perfecto
  • Größe und/oder Gewicht: 7,8 x 7,4 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 35.348 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Mit dem Kubaner Leonardo Padura tritt ein mehr als außergewöhnlicher Autor endlich auch ins Rampenlicht des deutschen Buchmarktes. Sein Held Mario Conde, wundervoll melancholisch gezeichnet, muss das Verschwinden eines hohen Wirtschaftsfunktionärs klären, der nur scheinbar Ein perfektes Leben im Sinne der Revolution geführt hat.

Unsanft wird der Kriminalbeamte Mario Conde von seinem Vorgesetzten aus alkoholumnebeltem Schlaf geweckt. Mit dem Auftrag, nach dem Regierungsbeamten Rafael Morín zu suchen, den dessen Lebensgefährtin Tamara vermisst gemeldet hat, verlässt er noch immer verkatert das Chefbüro. In Tamara erkennt Conde schließlich seine alte Liebe aus Schulzeiten wieder und an Rafael erinnert er sich als zielstrebigen Schulkameraden, der stets als vorbildlicher Revolutionär und Kader galt und seine Karriere zügig vorantrieb. Im Laufe der Ermittlungen erliegt Conde wiederum dem Reiz Tamaras und verliert sich in Erinnerungen an seine Jugendzeit, an große Freundschaften und Erlebnisse. Im Spannungsfeld einer ehemals hoffnungsvollen Jugend und einer trostlosen Gegenwart findet Conde heraus, dass Morín nicht der tugendhafte Vorzeigesozialist war, als der er galt. Die Ergebnisse seiner Arbeit stürzen ihn in eine tiefe Krise.

Als Tetralogie hat Leonardo Padura seine Romanchronik des nachrevolutionären Kubas angelegt, jeder Band wird durch eine der vier Jahreszeiten charakterisiert. Der Winter bestimmt im vorliegenden Roman mit Dauerregen und Kühle die Atmosphäre. Ungemein stimmungsvoll und anrührend, dabei aber ohne falsche Sentimentalität und ohne seine Figuren zu richten, lässt Padura die Jahre nach der Revolution aus der Perspektive seines Helden Conde Revue passieren. "Ich will Erinnerung bewahren", hat er einmal gesagt und das Exil komme für ihn niemals in Frage. Seine unsentimentale kubanische Reise dürfen wir nun genießen und bestaunen. Eine große Entdeckung! --Ulrich Deurer -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"Dieser Autor hat Klasse. Außerordentliche Klasse." (La Verdad, Murcia)

"Padura gehört zu den meistübersetzten und meistausgezeichneten kubanischen Autoren. In seinen Romanen dient der Kriminalfall wie bei Le Carré und Graham Greene nur als Schlüssel, der uns ein noch tieferes Labyrinth eröffnet." (Corriere della Sera)

"Paduras Romane zeichnen ein melancholisches, liebevolles Porträt Havannas jenseits folkloristischer Bilder oder revolutionärer Idealisierungen." (Theo Bruns, TAZ)

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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Nobody is perfect, 12. Mai 2006
Von t.kuerten "T.Kuerten" (Düsseldorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REVIEWER)   
Vier Jahreszeiten, vier Kriminalfälle, vier mal das melancholische Kuba im kritischen Lichte eines wundervollen Erzählers: Leonardo Padura benutzt in seinem Havanna-Quartett den Kriminal-Roman, um ein vielschichtiges Bild der kubanischen Gesellschaft im Jahre 1989 aufzunehmen. Mit „Das perfekte Leben" startet er in die Jahreszeit Winter und beginnt eine sehnsuchts- und erinnerungsreiche Reise durch Kubas Hauptstadt.

Der Teniente Mario Condo soll das Verschwinden von Vizeminister und Wirtschaftsmagnat Rafael Morin aufklären. Dessen Spuren verlieren sich nach der Silvesternacht. Für Condo gestaltet sich die Suche auch zu einem Ausflug in seine eigene Jugend, da Morin nicht nur sein Schülersprecher auf dem Gymnasium war, sondern ihm auch noch seine Freundin Tamara ausspannte. Und Condo lernt die Gegensätze kennen, die im kommunistischen Kuba herrschen. Genosse Morin hat es in der Partei weit gebracht und lebt mit Tamara in üppigem Wohlstand. Dabei hat der treue Genosse viele Reichtümer auf seinen Geschäftsreisen ins kapitalistische Ausland gesammelt. Liegt hier der Grund für sein Verschwinden?

Herrlich die Reflexionen Condos, der sich an alte Schulzeiten, Literaturkurse, Baseballspiele und Partys bei der schönen Tamara erinnert. Herrlich seine Zusammenkünfte mit Freunden, der eine ein gescheiterter Schriftsteller, der andere ein invalider Kriegsveteran aus Angola. Herrlich seine Liebe und Hingabe zum anderen Geschlecht. Und das wunderbarste von alledem: die Leichtigkeit in der Erzählweise des Autors, mit der die Melancholie, aber auch die Lebenslust des Alltags in Havanna so treffend beschrieben wird. Dass die Kriminalhandlung dabei eher von untergeordneter Bedeutung ist, tut der Qualität des Roman keinen Abbruch. Hauptaugenmerk des Autors liegt wirklich auf der Beschreibung einer Gesellschaft, die an ihren Idealen gescheitert ist. Die Kritik überlässt Padura dabei seinen Lesern - und die wollen auch die anderen Jahreszeiten in Havanna kennen lernen.
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41 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Fenster der Melancholie, 3. September 2003
Von Ludger Menke - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REVIEWER)   
Diese Rezension stammt von: Ein perfektes Leben (Gebundene Ausgabe)
1989: Der Sozialismus in der Sowjetunion bricht zusammen. Auch in Kuba hinterlässt der Ruin des riesigen Bruderreiches seine Spuren. Die Wirtschaft des Inselstaates gleicht, aufgrund der weg brechenden Wirtschaftshilfe sowie des Exportgeschäfts mit der UdSSR, einem Trümmerhaufen. Es beginnt die Zeit der „periodo especial", der Sonderperiode, in der das Land einschneidende Veränderungen erfährt. Zwar wird das System des Sozialismus nicht in Frage gestellt, dennoch werden zu Beginn der 1990er-Jahre zögerlich Reformen durchgeführt, das Land öffnet sich dem Tourismus, der heute eine der Haupteinnahmequellen für die so dringend benötigten Devisen ist. Gleichzeitig mit dem Wandel treten aber auch die sozialen Unterschiede und Ungerechtigkeiten sowie die Unterdrückungsmaßnahmen des Castro-Regimes stärker hervor.

In diese Umbruchszeit, dem Jahr 1989, hat der kubanische Autor Leonardo Padura sein Tetralogie "Das Havanna-Quartett" angesiedelt. Auftakt der vier Romane, die sowohl das Leben der einfachen, oftmals verarmten Bevölkerung, als auch das der Nomenklatura des Castro-Regimes schildern, bildet der Kriminalroman "Ein perfektes Leben". Hauptfigur ist Teniente Mario Condo, ein melancholischer Polizist und verhinderter Schriftsteller, der gleich zu Beginn des neuen Jahres das Verschwinden von Rafael Morín aufklären soll. Morín, hochrangiger Mitarbeiter im Industrieministerium vom Range eines Vizeministers, ist seit der Silvesternacht unauffindbar. Erinnerungen werden in Condo wach, denn Morín ist ein ehemaliger Schulkollege und hat ihm damals seine hübsche Freundin Tamara ausgespannt.

Mittlerweile ist Tamara mit Morín verheiratet und führt ein wohlhabendes Leben. Davon kann sich Teniente Condo bei seinem ersten Besuch bei ihr überzeugen: Die Familie Morin lebt in einem großzügige Haus und hat es, dank der Auslandsaufenthalte von Rafael Morin, zu Luxus gebracht. Davon kann der Polizist, der das Leben in den ärmlichen Hinterhöfen Havannas durch seinen Beruf kennt, nur träumen. So viel Reichtum, dass kann nicht mit rechten Dingen zugegangen sein und so begibt sich Teniente Condo auf die Suche nach dem verschwundenen Morin und wird schon bald mit einem Sumpf aus Korruption und Vetternwirtschaft konfrontiert.

Leonardo Paduras stärkste Waffe ist sein glasklarer Realismus. Nicht so sehr die Aufklärung des Kriminalfalls ist das spannende an diesem Roman, es sind die lebendig beschriebenen Figuren und ihr Alltag im sozialistischen Kuba, die dieses Buch so aufregend machen. Vor allem ihre Sehnsucht und ihre enttäuschten Illusionen, ihr täglicher Kampf ums Überleben und ihre Suche nach Gerechtigkeit geben diesem Roman einen unvergleichlichen Ton, der zwischen leiser Wut und Melancholie aber auch Lebensfreude - etwa bei den köstlichen Mahlzeiten, auf die sich der Teniente Condo immer wieder freut - schwankt.

Besonders im Hauptcharakter Condo kristallisiert sich die Ambivalenz der kubanischen Gesellschaft: Schwankend zwischen der Liebe zur Literatur und zu schönen Frauen, begeisterter Baseball-Anhänger (wie sein Autor übrigens auch) und verzweifelt und unglücklich über seinen Job als Polizist, weiß Condo eigentlich nicht, worauf er sein Leben ausrichten soll. Seine Träume vom Leben als Schriftsteller sind an den Lebensnotwendigkeiten gescheitert - dennoch gibt er nicht auf und hofft, wie vermutlich viele Kubaner, auf Besserung.

Dies alles fängt Padura mit einer wunderbaren Prosa ein. Sätze wie "Er stand auf und ging wieder zum Fenster seiner Melancholie und Nachdenklichkeit" prägen den Roman und passen zu der Lebenswirklichkeit seiner Figuren. Durch sie gelingen ihm Innenansichten eines Gesellschaftsystems, dass ruiniert und an seinen eigenen Idealen zerbrochen ist. Mit seinen raffiniert eingearbeiteten Gegensätzen - hier das Leben der einfachen Leute, die sich oftmals mit Kleinkriminalität über Wasser halten müssen, dort das luxuriöse Leben der korrupten Führungselite - gibt er Einblicke in ein Land, die in keinem Geschichtsbuch zu finden sind. Dabei wertet Padura nicht - er erzählt einfach, die Beurteilung überlässt er dem Leser und bringt ihn so geschickt ins Spiel. Man darf also auf die weiteren Bände des "Havanna-Quartetts" sehr gespannt sein.

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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Erstklassig, 25. Juli 2004
Von Ein Kunde
Diese Rezension stammt von: Ein perfektes Leben (Gebundene Ausgabe)
Endlich findet man auch jenseits von Mankell (und besser!) Kriminalromane mit Substanz, auch wenn sie gegen den Klischeekram von Donna Leon & Co. von den Verkaufszahlen her keine Chancen haben: "Ein perfektes Leben" ist ein toller, tiefer, stilistisch wunderbarer, ungewöhnlicher Krimi mit richtig guten Dialogen, spannenden Figuren und atemberaubenden Einblicken in den kubanischen Alltag (wie ihn der Autor sieht). Einziger Wehmutstropfen: Bei Plot & Spannung hat sich Padura nicht so viel Mühe gegeben wie bei Figurencharakterisierung, Atmosphäre, Gesprächen. Die Geschichte kommt irgendwie spät und nur langsam in Fahrt. Aber die Vorzüge dieses erstklassigen Kriminalromans wiegen das allemal auf - denn trotzdem will man das Buch für keine Minute aus den Händen legen. Und das ist für einen eher spannungsreduzierten Krimi eine Meisterleistung.
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5.0 von 5 Sternen Begegnung mit den Illusionen der Jugend
Teniente Mario "El" Conde von der Kriminalpolizei in Havanna wird mit seiner Jugend konfrontiert. Am 1 Januar 1999 unsanft von seinem Vorgesetzten geweckt, bekommt er den Auftrag,... Lesen Sie weiter...
Vor 11 Monaten von Dr. Georg Walter Reinthaler veröffentlicht

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Veröffentlicht am 27. Juni 2007 von K. Beck-Ewerhardy

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Antihelden scheinen ja momentan in Kriminalromanen sehr in" zu sein. So auch El Conde im ersten Teil des Havanna-quartetts welches - wie schon der Name sagt - auf Cuba spielt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 22. Juni 2006 von Lechthaler Wolfgang

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