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Doppelweiss
 
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Doppelweiss (Taschenbuch)

von Yasmina Khadra (Autor), Regina Keil-Sagawe (Übersetzer)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 160 Seiten
  • Verlag: Unionsverlag; Auflage: 2., Aufl. (Februar 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3293202241
  • ISBN-13: 978-3293202245
  • Originaltitel: Double blanc
  • Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 12,4 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 411.292 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Yasmina Khadra hat Ende 1999 in der französischen Tageszeitung Le Monde mit dem Bekenntnis Aufsehen erregt, hinter "ihrem" Pseudonym verberge sich nicht eine Autorin, sondern ein Mann. Mittlerweile hat Khadra auch diese Teilenthüllung seiner Identität bereut, denn mit jedem Verlust der Tarnung steigt auch die Gefahr für den Autor, wie viele kritische Intellektuelle in Algerien Opfer eines Anschlags zu werden. Khadras großartige Kriminalromane um den algerischen Kommissar Llob zeigen das ganze Dilemma und die Tragödie dieses Landes, dass sich seit Jahren in einem blutigen Bürgerkrieg zerfleischt.

"Unser Land braucht weder Propheten noch einen Präsidenten. Es braucht einen Exorzisten." Die Worte von Ben Ouda, die er an Kommissar Llob richtet, klingen diesem noch in den Ohren, als der abgehalfterte Diplomat und Geschäftsmann in seinem Haus wenige Tage später geköpft aufgefunden wird. Der Geliebte des Ermordeten bezeugt, dass die Mörder nach einer Diskette gesucht und Ben Ouda gefoltert hätten, um in ihren Besitz zu gelangen, jedoch ohne Erfolg. Auf der Suche nach diesem Beweisstück gerät Kommissar Llob, der Moralist ohne Illusionen, erneut zwischen die Fronten fundamentalistischen Terrors, hoher Politik und großem Business. Doch diese Fronten verwischen, Fäden verwirren sich und in trübem Gewässer stochern Llob und der algerische Geheimdienst auf der Suche nach so etwas wie Schuld und Verantwortlickeit. Was sie schließlich finden, entpuppt sich als groß angelegte geheime Verschwörung, die der ermordete Ben Ouda zu enttarnen versucht hatte.

Yasmina Khadras Roman Doppelweiss ist als zweiter Teil einer Trilogie nach Morituri erschienen, die demnächst mit der deutschen Übersetzung von L'Automne des Chimères abgeschlossen wird. Jeder einzelne Teil dieser hochspannenden Trilogie darf ohne Übertreibung als einzigartiges Dokument der gegenwärtigen Tragödie Algeriens bezeichnet werden. Erst wenn Menschen wie Yasmina Khadra ohne Gefahr für Leib und Leben ihre wahre Identität werden preisgeben können, kann wohl von Entspannung in diesem nordafrikanischen Land gesprochen werden. --Ulrich Deurer -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Neue Zürcher Zeitung

Algerische Emporkömmlinge

Yasmina Khadras zweiter Kriminalroman

«Die Polizei hat doch wirklich Besseres zu tun. Sie wird dafür bezahlt, dass sie uns den Fundamentalismus vom Hals schafft», herrscht der Unternehmer Dahmane Faïd den Kommissar Llob an. Wer die Situation im krisengeschüttelten Algerien der neunziger Jahre nicht genauer kennt, würde Faïd gerne zustimmen. In weiten Kreisen dominierte die Vorstellung, ein terroristischer Fundamentalismus bringe Tod und Schrecken in das doch einigermassen geordnete algerische Staatswesen – mit dem Ziel, einen Gottesstaat zu errichten.

Kommissar Llob – und mit ihm sein Autor mit dem Pseudonym Yasmina Khadra – sind da anderer Meinung. Wie in ihrer Sicht die Stützen der algerischen Gesellschaft zur Katastrophe beitragen, lässt sich nun in «Doppelweiss» (1997) nachlesen, Khadras zweitem Kriminalroman, wiederum gelungen ins Deutsche übersetzt von Regina Keil-Sagawe. Es liegt in der Natur der Kriminalromane mit gleich bleibendem Personal, dass sich die Schreibweise von Band zu Band kaum ändert; das Neue liegt im Inhalt.

Ben Ouda, ein homosexueller Diplomat mit literarischen Ambitionen, wird ermordet. Alles deutet auf eine moralisch motivierte Tat der Fundamentalisten hin: «Ben Ouda liegt in der Diele, enthauptet, die Arme wie am Kreuz ausgebreitet.» Als bald darauf auch Professor Abad Nasser umkommt, will niemand einen Zusammenhang herstellen – man ordnet die Tat den bekannten Intellektuellen-Morden zu. Zeugenaussagen verweisen in beiden Fällen auf eine Bande um den Emir Gaïd Ali, also tatsächlich auf Islamisten. Llob hat seine Gründe, den Fall trotzdem als nicht gelöst zu betrachten. Er sucht – unterstützt durch die Aussagen von Gaïd Alis Schwager, den er mit «den aktuellen Gepflogenheiten angemessenen Methoden» bearbeitet – nach Auftraggebern. Eine Spur führt ihn zu Dahmane Faïd und dessen Strohmann und Kompagnon Abderrahmane Kaak. Sie zu überführen, gilt nun Llobs ganzes Bestreben.

Anders als in «Morituri», Khadras bereits auf Deutsch publiziertem Roman, gehören Faïd und Kaak nicht zu jenen Mächtigen Algeriens, die ihren Einfluss und Reichtum zur Zeit des Kriegs und der sozialistischen FLN-Herrschaft angehäuft haben. Sie sind Emporkömmlinge, die den Durchbruch erst nach dem Beginn der von IWF und Weltbank verordneten algerischen Liberalisierung, mitten in der Katastrophe geschafft haben. Llob macht aus seiner Verachtung kein Hehl: «Dahmane Faïd ist nur aus einem einzigen Grund auf die Welt gekommen: um Geld zu scheffeln. ( . . .) Und es kam gar nicht in Frage, dass er zum Fläschchen griff, wenn man ihm nicht zuvor eine Banknote unter sein Lätzchen steckte. Erpressung, Prostitution, Rauschgift, Schmuggel, Politik: wo immer es was zu mauscheln gibt, hat er seine Hände im Spiel.» Dabei gibt er sich gern als Ehrenmann, wie Kaak auch, den Llob nicht vorteilhafter beschreibt.

In einem im Anhang abgedruckten Interview rechtfertigt der Autor, warum er Kriminalromane schreibt. Er will aufrütteln, die Ursachen der algerischen Katastrophe ins rechte Licht rücken – das scheint ihm in dieser Gattung besser möglich. Im Interview kommt er auch auf die Wahl seines Pseudonyms zu sprechen: «Heute bin ich stolz darauf, dass meine Romane unter einem weiblichen Namen erscheinen. Die algerischen Frauen haben während der gewaltsamen Auseinandersetzungen mit den Islamisten viel gegeben und auch viel verloren. Ihre Tapferkeit ist einzigartig.» In krassem Gegensatz zu dieser Aussage steht die Art und Weise, wie die algerischen Frauen in «Doppelweiss» gezeigt werden: fast nicht, und wenn Llob einmal einer begegnet, so nennt er sie «Mieze». Dieser Umstand beeinträchtigt die Lektüre von «Doppelweiss» doch etwas, mit wie viel sprachlichem Reichtum das Buch auch geschrieben sein mag.

Dass «Doppelweiss» heute so aktuell ist wie 1997, zeigt die Geschichte des Autors: Wegen der schwierigen Verhältnisse im Land zog er es im Januar dieses Jahres vor, ins Exil zu gehen. Bei dieser Gelegenheit gab er das Geheimnis um sein Pseudonym preis: Khadra heisst in Wirklichkeit Mohamed Moulessehoul, wurde 1955 geboren und gehörte bis vor kurzem als hoher Offizier der algerischen Armee an.

Heinz Hug -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen 2. Teil der algerischen Krimi-Trilogie mit Kommissar Llob, 18. September 2002
Von Ewald Judt (Vienna, Austria) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REVIEWER)    (REAL NAME)   
"Doppelweiß" (UT metro 224 - "Double blanc", 1997) ist nach "Morituri" (UT metro 209 - "Morituri", 1997) der zweite Teil der algerischen Krimi-Trilogie mit Kommissar Llob von Yasmina Khadra (Pseudonym für Mohammed Moulessehoul). Wie der erste Teil handelt auch dieser im Umfeld des seit Jahren/Jahrzehnten andauernden Bürgerkriegs, wobei die Front zwischen den algerischen Machthabern (Regierung, Regierungspartei und Militär) und den Islamisten oft nicht klar ist und auch andere ihr Süppchen mitkochen. Diesmal lädt der Ex-Diplomat Ben Ouda den Hobby-Autor Llob ein, mit ihm gemeinsam ein Enthüllungsbuch über die Finanz-Nomenklatura zu schreiben, was Llob ablehnt. Am nächsten Tag wird Ben Ouda ermordet aufgefunden. Eine Diskette mit Fakten und Daten über die ihm bekannten kriminellen Aktivitäten dieser Mafiosi in Maßkleidung ist verschwunden. Die Suche von Kommissar Llob nach den Mördern von Ben Ouda, dieser Diskette und den Machenschaften der Finanz-Nomenklatura ist von Toten gesäumt. Kommissar Llob und seinem Team gelingt es, den Fall aufzuklären, wobei darüber Bitterkeit mitschwingt. Denn der Fall und seine Lösung zeigen drastisch die - ausweglose? - Situation Algeriens heute. Es ist zu hoffen, daß der dritte Teil der Trilogie "Herbst der Chimären" bald als Taschenbuch erscheint.
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5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen so plastisch wie im film, algerien hautnah und spannend, 16. Mai 2001
Von Ein Kunde
Diese Rezension stammt von: Doppelweiß (Gebundene Ausgabe)
ich will sofort noch mehr von herrn yasmina khadra lesen! bewundernswert, ich kenne kaum einen schriftsteller der es so wie er beherrscht die dinge so klar und kurz auf einen punkt zu bringen. algerien schön, spannend und traurig zugleich.
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4.0 von 5 Sternen Der etwas andere Krimi, 4. Mai 2005
Im zweiten Teil der Kommissar Llob Trilogie gewinnen wir erneut einen Einblick in das Leben im vom Bürgerkrieg geplagten Algerien. Es wird deutlich wie verworren und verfahren doch die ganze Lage ist und daß die Linie zwischen fundamentalistischen Islamisten und Regierung eine sehr unscharfe und verschwommene ist. Doch dies' ist kein Geschichtsbuch, sondern ein durchaus spannender Krimi, der die gesellschaftliche Lage auf der einen und den persönlichen Kampf des einzelnen (in diesem Falle Kommissar Llob) auf der anderen Seite gut wiederspiegelt.

Kommissar Llob wird von dem Ex-Diplomaten Ben Ouda eingeladen, um mit diesem zusammen einen Enthüllungsroman über die algerische Mafia zu schreiben. Und obwohl Kommissar Llob dieses Angebot ablehnt, wird er dennoch in die ganze Sache verwickelt. Denn nur einem Tag nach seinem Besuch bei dem Ex-Diplomaten, wird jener ermordet aufgefunden. Eine Diskette mit komprimentierenden Daten ist verschwunden. Llob beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und die Machenschaften der kleinen und großen Gauner zu enthüllen, doch mit jedem Schritt den er vorangeht, taucht eine neue Leiche auf. Dieser Roman ist durchaus lesenswert, denn er ist eine sehr gelungene Abwechslung zum skandinavischen Krimi.
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